FC Bayern Finanzen und Transfers - Wunsch und Wirklichkeit

Corona? So lange sie sich Salihamidzic als Sportvorstand leisten, wird das auch nicht besser mit den Finanzen, im Gegenteil. Spieler mit ungenügender Qualität werden gleich im Dutzend verpflichtet, für Mitläufer wie Pavard, Herrnandez und Upamecano werden mal eben 160 Millionen gezahlt und Einnahmen für Spieler, die den Verein verlasen, gibt es unter dem Sportirektor nicht. Aber es ist eben etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben und das hat Bayern in bezug auf die sportliche Leitung ohne Zweifel…

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@918, @ChrisCullen: Vielen Dank für eure spannenden und reichhaltigen Antworten mit so vielen unterschiedlichen Aspekten. Ich versuche mich in der Reaktion einmal auf das Sponsoring zu konzentrieren.

Die Schätzungen über die genauen jährlichen Beträge schwanken zwar je nach Quelle, aber es stimmt, dass die Bayern weder beim Trikotsponsoring noch beim Ausrüstervertrag in den Top 4 bis 5 der europäischen Vereine zu finden sind.

Beim Trikotsponsoring hat man mit der Telekom aber immerhin jetzt gerade im März einen neuen, verbesserten Vertrag über € 50 Millionen pro Jahr ab der kommenden Saison abschließen können, und das ist dann im internationalen Vergleich gar nicht mehr so schlecht. Die laut KPMG beiden fettesten Deals besitzen Real und Manchester United, die jeweils etwas mehr als € 70 Millionen pro Jahr erhalten sollen. Real ist die größte Marke im Weltfußball und der TeamViewer-Deal von Manchester United ist absolut insane, die kommen wahrscheinlich vor Lachen kaum noch in den Schlaf, keine Ahnung wie die das gedeichselt haben. Die anderen Teams vor den Bayern sind PSG und City, die irgendwo zwischen € 70 und 50 Millionen rangieren und bei City wissen wir ja, dass dort das Emirat dahintersteckt. Unter dem Strich finde ich Bayerns € 50 Mio. p.a. daher grosso modo in Ordnung und marktadäquat.

Der Ausrüstervertrag ist hingegen schon etwas kritischer zu sehen, da stimme ich euch schon eher zu. € 60 Mio. pro Jahr von Adidas, während sie United knapp € 100 Mio. und Real ca. € 110 Mio. zahlen, ist trotz des Vorteils bei der Markenstärke von Real und Uniteds wohl weltweiter Branchenführerschaft in Sachen Aushandeln lukrativer Sponsoren- und Werbeverträge doch etwas mager. Allerdings besteht der Deal auch schon seit vielen Jahren, ist also noch in einer wirtschaftlich weniger einträglichen Phase des Weltfußballs ausgehandelt worden, und läuft nächstes Jahr aus. Ich bin mir fast sicher, dass die Bayern für die nächste Runde mit Adidas deutlich mehr als die gegenwärtigen € 60 Millionen aushandeln und somit wieder zur Weltspitze aufschließen werden.

Bei den Namensrechten für das Stadion ist die Lage etwas undurchsichtiger. City soll wohl etwas mehr bekommen als die Bayern, profitiert aber auch hier mutmaßlich von ihrem Eigentümer-Deal mit Etihad, Barca hat jetzt gerade ganz frisch einen Monstervertrag mit Spotify aufgesetzt, der natürlich höher ist als der der Bayern, aber United hat zum Beispiel gar keinen Namensrechtepartner (sehr zum Verdruss von Gary Neville :smile:). Unter dem Strich stehen die Bayern mit ihrem Allianz-Deal im internationalen Vergleich je nach Quelle aber wohl gar nicht so schlecht da.

Wenn ich das alles einmal zusammennehme, hätte ich in der Globalbetrachtung der Sponsoringdeals insgesamt eine These, die ich zumindest mal als Möglichkeit in den Raum stellen möchte - und vielleicht wisst ihr das ja genauer, dann würde ich mich über eine Aufklärung sehr freuen: Ich halte es für gut möglich, dass die Bayern mit ihren Top-Partnern - insbesondere Adidas, möglicherweise auch der Telekom - gewisse variable Zusatzprämien für bestimmte Erfolge oder Leistungen ausgehandelt haben, die in den nominellen Jahresgrundprämien der Verträge, die immer von KPMG, Deloitte etc. herumgereicht werden und in denen sie so verhältnismäßig schlecht aussehen, nicht enthalten sind. Anders fällt es mir schwer mir zu erklären, wie die Bayern trotz solcher starken Marken wie Real Madrid und FC Barcelona mit ihren Top-Verträgen bei Trikot und Kit und trotz eines Marketinggiganten wie Manchester United, der wirklich aus jedem Vertrag noch den letzten Penny rauszukitzeln versteht und weiß Gott wie viele Verträge abgeschlossen hat, und trotz solcher von ihren staatlichen Eigentümern bis an die Grenze der Legalität sponsoringgepimpten Clubs wie City und PSG nach wie vor an der Spitze der globalen Einnahmecharts bei Werbung und Sponsoring stehen. Wie soll das anders möglich sein?

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@Hans_Schmidt: Wärst du so nett, die Diskussion über Hasan Salihamidžić in den anderen Threads weiterzuführen, in denen sie schon so ausführlich stattfindet? Sonst geht das hier alles durcheinander. :sweat_smile:

Danke!

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Dem ist sicher so. Hier dazu ein Ausschnitt aus dem letzten Geschäftsbericht.
Inwiefern das auch für die Konkurrenz zutrifft, bzw. von welchen Größenordnungen wir da jeweils reden, wäre noch zu klären

„Im Bereich Sponsoring und sonstige Werbeerlöse wird mit einem leichten Umsatzrückgang kalkuliert. Dies resultiert aus den Erfolgsprämien von Sponsoren für den Titel Deutscher Meister 2021 und vor allem aber auch für den Champions League Sieg 2020 mit dem
Triple und dem anschließenden Gewinn der FIFA Club WM. Die Prämien hierfür waren analog zum Spielbetrieb dem Geschäftsjahr 2020/2021 zuzurechnen. Diese erfolgsabhängigen Bonuszahlungen müssen im Geschäftsjahr 2021/2022 erst wieder verdient werden.“

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Sorry, ich dachte es geht in dem Beitrag um Finanzen und Transfers :grinning:

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@Alex
Das ist gut möglich.
Allerdings weiß man zB, das sich der ManUnited Deal automatisch um ca 20 Mio reduziert, wenn man die CL Qualifikation verpasst. Sicherlich wird es Prämien geben, wenn man etwas gewinnt, da gibt es nahezu in allen GB Hinweise, auch bei uns. Wie hoch die sind, ist mW nicht bekannt und darüber liesse sich trefflich spekulieren. Wir wissen auch nicht, ob es zB von Adidas irgendwelche vertrauliche Quersubventionierung gibt, kann ich mir allerdings bei einem DAX Konzern heutzutage schwer vorstellen. Ich hätte lieber einen neu strukturierten Deal der uns weit mehr Minimum garantiert, und ich würde das von meinem Shareholder auch erwarten.

Grundsätzlich geht der DT Deal in die richtige Richtung.
Persönlich bin ich jedoch der Meinung, das gerade nach dem standing, das im Brand finance Report deutlich wird, und ein relevanter Faktor im Sponsoring Geschäft ist, ein langjähriger Sponsor, der schon im letzten Jahrzehnt uns unter Markt sponsorn durfte, mehr als 50 Mio herausspringen müsste. Wir werden mit diesen Deal in 2-3 Jahren mMn aus den Top ten Shirt Sponsoring deals herausfallen. Wie kommt es eigentlich, das ein nahezu bankrottes, zzt sportlich irrelevantes Barca mit riesigem Imageschaden solche Deals abschließen kann? Weil sie eben nicht geknebelt sind und sich die Sponsoren frei aussuchen können. Markt!

Gerade jetzt, wo es wirtschaftlich eng ist.
Das gleiche gilt für die AAA. Verträge kann man nachverhandeln und aufbessern. Gerade bei den AAA die ja auch Anteilseigner sind.

Ich sehe und da inzwischen genau wie beim TV in einer Sackgasse.

Was haben die AAA davon, wenn sie uns weniger zahlen und die Anteile dauerhaft an Wert verlieren. Worin begründet sich das Interesse der AAA? Ausschließlich am Sponsoring zu für sie günstigen Konditionen?
Wenn sie nicht an Capital gains interest wären (was ich nicht glaube), dann könnten sie uns ja die Anteile zu den ca 240 Mio Ausgabewert zurückverkaufen, die wir dann über das Stadion über 30 Jahre zu 2% finanzieren.
Die Zinskosten holen wir locker über höhere Sponsoring Einnahmen wieder herein.

Zum Thema Finanzierung generell:

Es ist natürlich gut, das der FCB schuldenfrei ist.
Man muss aber schon trennen ob man Finanzverbindlichkeiten für Infrastrukturmaßnahmen wie Stadion, NLZ oder dieses Hotel in der Innenstadt aufnimmt, gerade in einer Niedrigzinsphase, Wo niedrige Zinsen über eine lange Laufzeit festgeschrieben werden können. Oder um Verluste des operativen Geschäftes zu finanzieren.

Ich sehe wirklich wenig Sinn darin, zu sagen wir haben den Campus und das Hotel in Rekordzeit abbezahlt. Womit denn? Aus dem fcf bzw der Liquidität.

Natürlich ist es auch grundsätzlich richtig, sich nicht im operativen Geschäft, also Transfers zu verschulden, und dann mit Problemen wie Barca Juve etc dazustehen.

Aber es mMn schon überlegenswert wenn es um ein einmaliges key investment geht.

Wenn die Rahmenbedingungen für Haaland stimmen würden (insbesondere Handgelder und Gehalt), und ich sportlich überzeugt wäre (was Kahn und co wohl sind), dann würde ich jetzt natürlich 100 Mio Finanzierung über 5 Jahre aufnehmen um den Transfer zu realisieren. Das ist doch alleine schon durch Sponsoring Marke etc zu refinanzieren.

Ah (jetzt habe ich glatt die Knebelverträge vergessen)………Katze und Schwanz

Ps noch ein Wort zu den Transfers
Hier gilt auch das Sprichwort von Gerland
„Immer Glück ist Können“. Auch der Umkehrschluss…
Es sind nicht immer riskante Wetten - siehe auch zB Liverpool.

Deren Kaderplaner ist übrigens gerade verfügbar. Salah Mane Coutinho Firmino Richarson Matip - alle weit unter Markt?

Und wie heißt noch einmal dieser Mittelfeldspieler, der gerade überragend spielt, den man für lau im SSV mit Ratenzahlung eingesammelt hat? Komme gerade nicht drauf.

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@Jo_1: Diese Passage kenne ich natürlich. Ich meinte Beträge in nennenswerter Größenordnung, sagen wir etwa € 20 bis 30 Mio. pro Jahr. Hier im Forum wird ja bei den Ausrüsterverträgen immer leidenschaftlich über Beträge von € 10 oder 20 Mio. haben oder nicht haben diskutiert und ich frage mich, wie sinnvoll diese Diskussionen sind, wenn wir die eigentlichen Ausmaße der Verträge aufgrund nennenswerter variabler Anteile gar nicht wirklich kennen. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, dass die Bayern von ihrem Ausrüster und Trikotsponsor zu wenig Geld bekommen, wenn variable Beträge in bedeutender Höhe eigentlich unbekannt sind?

@918: Na so langsam kommen wir uns ja näher. Vielen der Aussagen aus deinem letzten Post würde ich weitgehend zustimmen. Ich wiederhole mich, aber den Telekom-Deal finde ich immer noch in Ordnung, und der Adidas-Deal könnte höher sein, muss aber ohnehin neu verhandelt werden, weil er 2023 ausläuft. Wenn dann auch vor dem Hintergrund dessen, was ich gerade oben zu Jo gesagt habe, in der nächsten Runde nicht mehr Geld als zur Zeit herausspringt, sprechen wir uns wieder.

Auch in Sachen fremdfinanzierte Investitionen sind wir uns einig. Für Spieler nein, auch übrigens für Haaland nicht, dafür ist er zu oft verletzt, für materielle Infrastruktur im Grundsatz schon. Die Frage ist nur, welche größere Investition steht bei den Bayern an, die man aktuell fremdfinanzieren könnte oder müsste?

Ich möchte das für mich persönlich nicht zu einer Prinzipienfrage all the way erheben, aber aus der Sicht des Vereins, und das ist ja wohl die entscheidende, ist die Sache wohl ziemlich eindeutig: Um als FC Bayern (!) für einen Spieler (!) mit der altehrwürdigen Tradition der absoluten Schuldenfreiheit zu brechen, einem Teil des inneren Kerns der Vereinsidentität, müsste schon viel passieren. Insofern ist jede Diskussion darüber zwischen uns im Prinzip müßig. :slightly_smiling_face: It’s not gonna happen this year.

Die Qualität der Kaderplanung und Transferentscheidungen muss aber steigen, keine Frage. In diesem Bereich sehe ich übrigens grundsätzlich auch den wichtigeren Hebel als in der Frage noch weiteren Geldes in den Kader zu pumpen oder dafür sogar Schulden aufzunehmen. Präzision statt Schrotflinte, Effizienz statt Klotzen.

Thiago - guter Spieler, ästhetisch eine Augenweide, die Verkörperung lässiger, müheloser Eleganz.

Aber es war trotzdem gut, dass er gegangen ist. Wenn man einen Spieler wie ihn hat, will man als Trainer intuitiv sein Spiel auf ihn aufbauen, so unausweichlich ist er. Nur: Für einen Eckpfeiler einer Mannschaft ist er zu oft und zu lang verletzt. Eine Planung mit ihm als zentraler Figur im Mittelfeld wäre also entweder wegen mangelnder Verfügbarkeit unmöglich geworden, nur kann man ihn dann auch gehen lassen und einen Neuanfang mit einem neuen zentralen Spieler beginnen, oder sie wäre aufgrund der Notwendigkeit, einen zweiten Spieler seiner Qualität und seines Profils für das Zentrum zu verpflichten, der bei einer Verletzung nahtlos in Thiagos Rolle schlüpfen könnte, prohibitiv teuer geworden, vom belasteten Kaderklima aufgrund enttäuschter Bankdrücker gar nicht zu reden.

Daher ist selbst ein Zustand, in dem er weg und das Mittelfeld durch seinen Abgang objektiv schlechter ist, einem Zustand, in dem er noch da, das Mittelfeld nominell besser, er aber mal verfügbar ist und mal nicht, vorzuziehen.

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Gilt das, was du über Thiago schreibst, analog auch für Hernández, der ja so was wie ein Eckpfeiler der Abwehr sein sollte? Setzt man Ablöse und Gehalt in Relation zur Verletzungsanfälligkeit bzw. der Verletzungshistorie, zu welchem Schluss kommt man dann? Hier mal die Daten (transfermarkt.de):

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Alles d‘accord.
Bei der Analyse der Geschäftszahlen liegen wir ja sowieso auf einer Linie, und den sich daraus unmittelbar für diesen Sommer ergebenen Konsequenzen. Siehe FCB Finanzen thread.
Ich sehe die übergeordnete Situation und die sich daraus ergebenen Konsequenzen aber in einigen Punkten grundsätzlich anders. Man könnte sagen, so leidenschaftslos Du die sportlichen Ergebnisse betrachtest, desto leidenschaftlicher bist Du der stringenten sich selbst beschneidenden FCB Finanzphilosophie verschrieben.

Bei Thiago liegst Du aber mMn insbesondere bei der Abwägung Kosten/sportlicher Nutzen daneben.

Man hätte sich Roca sparen und Tolisso verkaufen können und müssen. Sportlich und wirtschaftlich offensichtlich. Statt Dantas hätte man Stiller halten können etcetcetc

Wenn man wirklich gewollt hätte, es Flick überlassen hätte, wäre er mMn auch geblieben.
Es geht auch nicht um entweder oder.

Kimmich Goretzka Thiago und Musiala.
Wieviel haben uns Roca Sabitzer und die Weiterbeschäftigung von Tolisso gekostet? Der übrigens sehr viel öfter ausgefallen ist. Zähle mal die Minuten die Tolisso in 4 Jahren auf dem Platz stand und den Nutzen erbracht hat.

Die Tolisso Kosten/Nutzen Analyse stellt sogar die von Bale oder Hazard weit in den Schatten.

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Von Hernandez hatten sich alle sicherlich mehr erwartet und hätte man gewusst, wie er sich bei Bayern macht und wie oft er ausfallen würde, hätte wohl niemand diesen Transfer zu diesen Konditionen durchgezogen. Ich persönlich mag ihn als Spielertypen, kann aber auch unumwunden zugeben, dass er zu oft Probleme offenbart, die ein Spieler seiner Ablöse- und Gehaltsklasse nicht zeigen dürfte. Damit ist er für mich quasi der Zwilling von Sane, bei dem man zu einer ähnlichen Einschätzung kommen könnte.
Was macht man in so einem Fall? Sollte man schauen, dass man Hernandez (und auch Sane) so schnell wie möglich wieder verkauft, um noch eine Stange Geld zu bekommen und Gehalt zu sparen, das man dann reinvestiert, in der Hoffnung, Spieler zu kriegen, die konstanter auf hohem Niveau agieren oder gibt man sich damit zufrieden, dass man Spieler geholt hat, von denen man vom finanziellen Volumen her eigentlich mehr erwarten dürfte, die aber zumindest noch das Niveau haben, um sie in jedem Spiel einsetzen zu können, ohne Bauchschmerzen kriegen zu müssen.
PS: Ich hoffe, dass wir nicht in ein paar Jahren darüber diskutieren müssen, ob die Verlängerung mit Goretzka richtig war, denn seine Verletzungshistorie liest sich auch nicht gerade beruhigend. Leon Goretzka - Verletzungshistorie | Transfermarkt

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Das kann man auch jetzt schon diskutieren. Goretzka war bisher in der Hinsicht ein Problemfall. Und es ist schwierig zu argumentieren, warum er in Zukunft keiner sein sollte.
Goretzka verdankt seine üppige Vertragsverlängerung mindestens so sehr seinen Fähigkeiten als Fußballer, wie seiner Kunst der Selbstdarstellung und Inszenierung.

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Ja, tut es. Ohne über die absolute Qualität von Hernandéz urteilen zu wollen, sein Preis-Leistungs-Verhältnis ist meiner Meinung nach eher dürftig. Verletzungshäufigkeit, Ablöse, (vermutetes) Gehalt und Leistung stehen bei ihm in keinem guten Verhältnis.

Ich wage zu behaupten, dass die Bayern ihn nach Beginn der Coronakrise c.p. nicht mehr gekauft hätten.

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Aber @918! Wir sprechen doch gerade über Thiago! :wink: Die Sinnhaftigkeit der Verpflichtung und möglichen Vertragsverlängerung von Tolisso oder Roca ist doch eine ganz andere Debatte.

Meine Einschätzung zu Thiago ist vollkommen unabhängig davon, ob die Bayern noch einen oder 100 weitere unpassende Spieler in ihrem Kader haben.

Im Frühjahr/ Sommer 2019 saß das Geld halt noch ziemlich locker. Ich möchte daran erinnern, dass Hernandez heute wahrscheinlich nicht einmal unser Rekordtransfer wäre, wenn sich Sane nicht im August 2019 das Kreuzband gerissen hätte. Wahrscheinlich wären ohne Corona in den letzten beiden Jahren sogar noch weitere Transfers in dieser Größenordnung getätigt worden.
Man sollte so fair sein, dass die absolut hochpreisigen Transfers bei uns generell selten den gewünschten Ertrag bringen, auch schon bevor Salihamidzic da war. Tolisso, Renato Sanches, Hernandez und Sane waren allesamt keine Transfers, bei denen das Verhältnis Aufwand und Ertrag passte.
Auf der anderen Seite möchte man auch nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken, wenn man teure Transfers aus Prinzip verweigert, obwohl das Geld da ist und dann der Erfolg ausbleibt.

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Da hab ich gestern Abend hier ja wieder eine interessante Diskussion verpasst.

@Alex woher ist eigentlich die Info, dass der Vertrag mit Adidas 2023 ausläuft? Ich finde dazu nichts. Ich finde nur die Infos, dass der bis 2030 läuft. Wenn der wirklich nächstes Jahr ausläuft, dann bin ich mal gespannt was da rauskommt.

Ich finde den DTE Deal nach wie vor mangelhaft.

Ich bin in übrigen sicher, dass es Bonuszahlungen für den Gewinn der CL, für die Deutsche Meisterschaft etc. gibt. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass der FC Bayern beim Gewinn von Titeln ebenfalls zur Kasse gebeten wird. Thema erfolgsabhängige Transferzahlungen, Prämien für Spieler etc. pp. Bis auf die Prämien für die Deutsche Meisterschaft sind das andere eh Ausnahmen die nur einmalig zu Buche schlagen.

Zum Thema Hernandez. Da muss ich konstatieren, dass man sich aus meiner Sicht krass „verscoutet“ hat. Hernandez hat nicht annähernd die Klasse eines Van Dijks aus meiner Sicht. Er ist technisch limitiert und Aufbauspiel kann er auch nicht. Noch dazu hat man ihn gekauft obwohl man wusste, dass er eine komplizierte Knieverletzung hatte. Keine Ahnung wen was was alles geritten hat, aber dieser Deal kann eigentlich nur nach einer Partynacht auf der nicht nur Alkohol konsumiert wurde entschieden worden sein. Oder der Kontoauszug mit dem Festgeldkonto hat bei gewissen verantwortlichen damals für geistige Verwirrung gesorgt.

Wie wir wissen schmelzen ja diese Kontoguthaben oft schneller wie man ahnt. Das Geld dass man damals zum Fenster herausgeworfen hat, könnte man jetzt dringend gebrauchen.

Das Thema Tolisso ist tatsächlich auch ein Kollateralschaden. Dass man ihn nicht verkaufen konnte liegt an seinem hohen Gehalt und dass er ja zu fast jeder Transferperiode verletzt war. 2018 hätte man rückwirkend nach dem WM Titel gleich weiterverkaufen sollen. Aber da wir ja ein Käuferverein sind (diese Unterscheidung erachte ich im übrigen als plakativen Blödsinn), haben wir ihn gehalten und zugeschaut wie diese 40 Mio + X sich in Luft aufgelöst haben.

Goretzka sehe ich da weit weniger kritisch. Ja, er ist oft verletzt. Das war ein Arien Robben auch. Goretzka ist aber der Spieler der in wichtigen Spielen den Unterschied machen kann. Das hat er schon bewiesen und er wird das wieder beweisen. Im übrigen besteht eine hohe Identifikation zwischen Goretzka und dem Klub. Auch als Typ strahlt er etwas aus, was dem Verein sehr gut tut. So einen Spieler muss der FC Bayern halten.

Bei Sane war es doch so, dass er super Phasen bei City hatte, aber eben doch kein absoluter Leistungsträger war. Man hat gehofft, er würde sich bei uns weiterentwickeln. Dass er eine Entwicklung analog eines Robbens oder eines Riberys nehmen würde. Das hat sich bis jetzt leider nicht bewahrheitet. Ich zweifle, dass es einen Markt für Sane gibt, der ihm das Bayern Gehalt bieten könnte und uns einen Großteil der Ablöse bringen würde.

Gleiches gilt übrigens für Hernandez. Niemand kauft diesen verletzungsanfälligen Spieler für 50 oder 60 Mio. und bezahlt dann noch um die 20 Mio. Gehalt. Gut vielleicht der Scheich mit der Kettensäge, aber da wird Hernandez bestimmt nicht hin wollen.

Hier komme ich jetzt zu unserem Vorstandsvorsitzenden, der ja vorgestern im Fernsehen meinte, dass natürlich nicht jeder Transfer sitzen könne. Eine Aussage der niemand widersprechen kann und die ihm von seinen Beratern wohl gut eingeflüstert wurde. Ich sehe es etwas anders. Ich sehe, dass mit die wichtigsten Transfers der letzten Jahre nicht eingeschlagen haben. Sane, Hernandez, Tolisso. Zusammen über 160 Mio. (wohl ohne Beraterprovisionen etc.). Einer ist wertlos für den Verein, die anderen beiden unverkäuflich mit der Tendenz wertlos zu werden. Ich könnte da Nachts nicht so gut schlafen, aber ich bin ja auch nicht in der Geschäftsleitung des FC Bayern.

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Auch wenn Hernandez im Frühjahr 2023 im Champions-League-Finale das Spiel seines Lebens macht und in der letzten Minute mit einer Wahnsinnsgrätsche auf der Torlinie den Ausgleich verhindert und kurz darauf den Pokal hochstemmen darf, wird man im Rückblick auf die fünf Jahre bei uns mehr Schatten als Licht sehen. Trotz dann zwei CL-Siegen in fünf Jahren.

Kurz mal zu Real Madrid geschaut. Gareth Bale werden trotz CL-Finaltoren wenige eine Träne nachweinen. Am Ende war es zu viel Geld und zu viel Ärger.

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Seh ich komplett anders.
Da muss man sich nur mal anschauen, wie Simeone reagiert hat.

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Tolisso 2018 verkaufen, nachdem er in seiner ersten Saison 2017/18 weitgehend überzeugt hat und als einziger unseres Kaders mit breitem Kreuz und nicht als geprügelter Hund von der WM zurück kam, wäre wohl nur jemandem mit Glaskugel in den Sinn gekommen. :wink:

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Dieser Spieler hat nie das gebracht was wir gebraucht hätten. Seine Anlagen sind nicht die die wir wirklich brauchen auf dieser Position. Das ist ein Simeone Spieler durch und durch. Warum ich das so sehe, habe ich ja argumentiert. Dass der Abgang für Atletico ein Verlust war, bestreite ich ja überhaupt nicht.

ich schrieb ja auch rückwirkend. Ich habe nicht geschrieben, der hätte verkauft werden müssen, das wusste doch jeder nur die vertrottelten Verantwortlichen nicht. Es gibt keinen Vorwurf von meiner Seite, dass man das nicht gemacht hat.

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D‘accord.
Es gibt natürlich auch einige gute Dinge wie Davies Musiala, und die Verlängerungen mit Kimmich Coman und mMn auch Goretzka (auch wenn diese Saison katastrophal und der Deal aufgrund seiner bekannten Verletzungsanfälligkeit riskant ist).

Aber seit Sommer 2020 (und da hat Flick nun einmal total recht gehabt) hat man doch weitestgehend daneben gelangt. Und das nachdem wirtschaftliche Zwänge absehbar, und die beiden Rekordtransfers bis dahin und eigentlich bis heute enttäuschend sind.

Lucas
wurde von Salihamidzic und Kovac forciert- UH und KHR überzeugt und abgenickt. Alle haben da einen schweren Fehler begangen- einen IV von einem Club zu holen, der völlig anders Fußball spielt und schult. MMn kann man ihm nächstes Jahr nicht nur keine Gehaltserhöhung zahlen, sondern müsste es eigentlich kürzen. Was er natürlich nicht akzeptiert also müsste man ihn spätestens nächstes Jahr verkaufen. Hier würde ich jetzt einen Verkauf in Betracht ziehen wenn es ein gutes Angebot gäbe, und einen Schlotterbeck holen. Eigentlich hätte man es damals schon anders machen müssen, Alaba halten (bevor es absurd wurde) und Lucas verkaufen, denn es war ja schon damals absehbar das er mit Alaba und Davies im Team kaum Chancen hatte.

Sane
wurde von allen gewollt und auch potentiell mMn ein Königstransfer, da ist noch alles drin. Was er sich allerdings teilweise die letzten Wochen geleistet hat ist schon absurd lächerlich und unverfroren. Das geht so nicht.

Bei Lewa besteht die Gefahr das man in die Thiago Falle tappt. Solche Spieler sind einfach nicht zu ersetzen. Die Verkaufserlöse kompensieren in keinster Weise den sportlichen Verlust oder eben entgangenen Nutzen.

Der Thiago Verkauf hat zu den unnötigen obsoleten Verpflichtungen von Roca und Sabitzer geführt- zwei Totalausfälle. Und einen Tolisso Verkauf verhindert. Eine riesige Schieflage wenn man alle Kosten/Nutzen betrachtet.

Für mich sind die Gnabry Forderungen absolut nicht erfüllbar und gerechtfertigt. Genauso wie die von Süle. Beide orientieren sich zu unrecht an ihren mates Sane Kimmich Goretzka- hier ist diese Clique problematisch. Wenn man sich Süle mit seinem aktuellen Übergewicht ansieht, dann muss man froh sein, ihn nicht verlängert zu haben. Hier hätte man anders herum agieren müssen. Boa halten, Süle letztes Jahr verkaufen.

Im Prinzip hat man hier in fast allen Entscheidungen Fehler gemacht (bis auf Coutinho, sogar Perisic hätte ich gezogen statt das Abenteuer Costa einzugehen).

Man hätte auf Flick hören sollen und müssen.
Dann hätte man heute noch Alaba Thiago Boa Perisic im Team. Die Verlängerungen mit Kimmich Goretzka und jetzt Lewa Neuer Müller unter Dach und Fach.
Lucas Tolisso verkauft
Sich Roca Sabitzer Upamecano Nagelsmann gespart.

Nur bei Gnabry und Süle wäre ich mir nicht sicher.

Wenn man diese Rechnung aufmachte, würde man sich wundern, wie die G+V und Liquidität aussähen.

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