FC Bayern bei Schalke 04: Das Bundesliga-Spiel im Liveticker und in der Analyse

C&P Linkedin Beitrag:

„Drei erfolgreiche Titelverteidigungen bei 33 Versuchen. 30 sind gescheitert. Der prestigträchtigste Wettbewerb im europäischen Vereinsfussball startet heute. Seit ihrer Einführung 1992 gelang es nur Real Madrid und Paris Saint-Germain.

Die Zahl ist aus meiner Sicht bemerkenswert, weil Kader nach einem Titelgewinn meist stärker werden, nicht schwächer. Mehr Geld, bessere Spieler, grössere Anziehungskraft. Und trotzdem: 30 von 33.

Es liegt selten am Talent oder Budget.

Die Forschung zu Teamkohäsion ist an dieser Stelle ungewöhnlich deutlich. Kohäsion erklärt zwischen 42 und 50 Prozent der Varianz in der Teamleistung - ein enormer Wert für sozialwissenschaftliche Studien. Hohe Fluktuation im Kader wirkt sich nachweislich negativ auf die Leistung aus. Und interessant dabei: Nicht soziale Nähe ist der stärkere Prädiktor, sondern aufgabenbezogene Kohäsion.

Es geht nicht darum, dass sich alle mögen. Es geht darum, dass alle dasselbe wollen.

Genau die erodiert nach einem Titel. Wer gewinnt, glaubt sich plötzlich Dinge leisten zu können. Einen schwierigen Charakter, den man vorher nicht geduldet hätte. Einen Ton, der vorher nicht geduldet hatte. Einen Ton, der schärfer wird. Ein Feedback, das niemand mehr gibt, weil die Zahlen ja stimmen.

Erfolg ist ein gefährlicher Moment für eine Kultur.

Und dort stecken gerade auffallig viele Unternehmen. Businessolver hat für ihren State of Workplace Empathy Report 300 C-Level-Führungskräfte und 1.000 Mitarbeitende befragt.

40% der Mitarbeitenden bezeichnen ihren Arbeitsplatz als toxisch - vor einem Jahr waren es 22%. Und CEOs in toxischen Kulturen berichten doppelt so häufig von starkem Finanzwachstum wie CEOs in gesunden Organisationen. 70% gegen 36%.

Toxische Kulturen gewinnen. Kurzfristig.

Zwei Teams haben den CL Fluch gebrochen. PSG hat in diesem Jahr mit praktisch derselben Mannschaft gewonnen wie im Vorjahr - Kontinuität statt Umbau. Die erfolgreichste Mannschaft der Sportgeschichte hat daraus eine Regel gemacht. Die neuseeländischen All Blacks halten eine Siegquote von 84 Prozent - über 125 Jahre. Ihre wichtigste Regel steht in keinem Playbook:

No Dickheads.

Egal wie talentiert jemand ist, wer das Team vergiftet, geht. Und nach jedem Spiel räumen die Spieler die Kabine selbst auf. Auch der Kapitän. James Kerr nennt es in „Legacy“: Sweep the sheds…….“

Es geht einfach eher darum, dass die Konkurrenz viel größer geworden ist. Dadurch, dass nicht nur die Meister spielen, ist es viel schwieriger, den Titel zu gewinnen. Mehr Gegner, mehr Spiele und eben viel mehr Teams, die fast alle auf einem ähnlichen Level spielen.

2 „Gefällt mir“

Ich bin auch ein Musiala-Fan, aber da würde ich eben noch etwas abwarten. Ich glaube auch, dass Musiala zurück kommt, aber wann wir ihn wieder in der Top-Form sehen werden ist mMn aktuell schwer zu prognostizieren.

2 „Gefällt mir“

Den Ansatz sehe ich genauso positiv wie du. Und ich verstehe auch, dass man jetzt wirklich in der Champions League angreifen will. Mir geht’s einfach nur darum, dass man schwierig die Form und Fitness so steuern kann, dass man im Frühjahr optimal dasteht. PSG macht zugegebenermaßen schon ganz gut, aber sie haben eben auch einen relativ großen Kader und dazu nehmen sie die Liga nicht ernst bzw. werden von Frankreich durch Spielverlegungen sogar noch bevorzugt. Diese Voraussetzungen hat man in München nicht (ich will jetzt ehrlich gesagt auch keine Spielverlegungen zugunsten von uns). Wenn jetzt keine Coronapause zurückkommt muss man glaube ich einfach damit leben, dass man entweder gut in Form aber bei der Fitness schon an der Grenze ist oder andersherum.

Was verstehst Du unter „in der Champions League angreifen will“?

Das wünsche ich mir ja seit 2013 (spätestens!)

Da sind wir uns in allen Punkten einig. Diese Spielverlegungen ohne triftige Gründe sollten UEFAweit verboten werden. Und bzgl. der CL ist es halt auch Glücksache. Das betrifft ja nicht nur die Fitness, sondern auch unglückliche/falsche Schiedrichterentscheidungen und andere Unwegbarkeiten.

1 „Gefällt mir“

Bei Bayern will man natürlich immer alles gewinnen. Aber ich glaube in den letzten beiden Jahren lag der Fokus schon darauf wieder national die ureigene Dominanz zu beweisen. Einerseits eben durch eine absolut dominante Bundesligasaison und andererseits durch den Gewinn des DFB Pokals. Aber diese Saison wird Bayern niemand für nationale Titel gratulieren. Diese werden sogar einfach erwartet. Daher muss man jetzt nach höherem streben. Und andererseits weiß man nicht wie lange Topspieler wie Kane, Kimmich oder Tah noch ihre Form und Fitness halten können. Da könnte sich auch bald das Fenster schließen und man muss demnach jetzt die Chance wahrnehmen in der Champions League.