Präzise gesagt, es ist zu wenig für deine Ansprüche. Die allgemeine Einschätzung, nicht nur die der Bayern-Führung, ist eher, dass wir im Vergleich zu erratischeren Vorjahren diesmal gezielt Schwachstellen qualitativer als auch quantitativer Art ausgemerzt haben. Nicht mit den von dir gewünschten Profilen, sondern mit Profis, die vor allem Polyvalenz mitbringen.
Dabei macht deine eigene Argumentation klar, dass es nicht zwingend eine Frage sein muss, ob ich jetzt 100 Mio oder mehr reinbuttere. Diomande, Maza, Vuskovic wären natürlich vor einem oder zwei Jahren (relativ) billig zu haben gewesen. Nur: solche Spieler haben wir in den letzten Jahren durchaus auch geholt. Nur können die bei uns nicht ein, zwei Jahre reifen wie an den anderen Stellen. Diomande etwa hatte einen schwierigen Start letztes Jahr und kam erst Mitte der Hinrunde auf Touren.
Du kennst die Mechanismen in München. Wer nicht kurz- oder mittelfristig liefert, hat Pech gehabt. Bayern kann sich keine Niederlagen oder Punktverluste leisten (q.e.d.).
Der “Sparkurs” kann natürlich kritisiert werden, obwohl ich eher dazu neige, selbigen bei der Frauensparte als großes Problem zu sehen. Bei den Männern hingegen bin ich ab und an froh, dass wir nicht jeden Irrsinn mitmachen, zumal man eines wirklich betonen muss:
Du hast keine Garantie, bei einem Transfer, der dir eine gewisse hohe sportliche Qualität statistisch nahelegt, weil es Vorleistungen gibt, auch richtig zu liegen. Deine Beispiele LA und Kane-Back-up sind das beste Beispiel:
Es gibt keinen Kane-Back-up. Dieses Profil des Alleskönners hat keiner, schon gar nicht auf dem Niveau. Was du meinst, ist wohl eher ein klarer Neuner. Und das hatten wir schon: für einen Neuner des sportlichen Kalibers, den es beispielsweise in einem CL-K.-O.-Spiel bräuchte, um einen Kane zu ersetzen, müssten wir über 100 Mio ausgeben. Und so ein Spieler setzt sich nicht die dreiviertelte Spielzeit auf die Bank, so einen würden wir auch sonst viel einsetzen, allein schon, weil man damit das gesamte Gehaltsgefüge enorm beeinflusst und damit den Mannschaftsgeist. Ähnliches gilt für einen Ersatz für Diaz. Diaz ist ein Vielspieler mit einem enormen Wert fürs Gegenpressing und dazu noch zuverlässiger Scorer.
Deine Vorstellungen werden von einigen europäischen Top-Clubs erfüllt, vornehmlich aus England. Und bis auf einen oder maximal zwei werden sie damit alle scheitern in ihrem Wunsch, unter die Top Vier vorzudringen. Ein Ziel, das wir OHNE solche Ausgaben erreicht haben, und das wir auch heuer erreichen können. Jedoch ohne das Risiko einer enormen Geldverbrennung, die wir uns eben nicht so ohne weiteres leisten können, weil wir keine Scheichs oder Länder oder Fernsehgelder haben, die alles locker ausgleichen, sobald’s schiefgeht.