Ich halte die Gegenüberstellung von beidem als genau die (für Jugendfußball) toxische und altbackene, gar längst überholte Sichtweise, die dazu führt, dass der FC Bayern im Speziellen und der deutsche Fußball im Allgemeinen es nicht schaffen, entscheidende Schritte nach vorn zu machen.
Jugendspieler als Gefahr für den sportlichen Erfolg hinzustellen, während man Spieler wie Coman, Goretzka, Dier (in diesem System), Davies (in der Form der letzten beiden Jahre) und einige mehr als erfahrene wie solide Optionen hinstellt, weil sie eben schon viel erlebt haben, ist ein Irrglaube. Man verliert Spiele nicht wegen eines 18-Jährigen, der vlt. keinen guten Tag erwischt. Man verliert Spiele, weil die Mannschaft als Ganzes nicht funktioniert.
Das aktuelle Umfeld wäre allerdings optimal, um junge Spieler reinzuwerfen.
An welche jungen Spieler der letzten Jahre erinnert ihr euch, die bei ihrem Debüt in der Bundesliga oder sonst wo komplett reingeschissen haben? Wer von diesen Spielern hat wirklich eine Niederlage mitverschuldet? Und sei es auch beim x-ten Einsatz gewesen. Mir fällt da ad-hoc nicht viel ein. Vielleicht Alaba in Frankfurt einst. Was daraus wurde, ist bekannt.
Indes hat Guardiola gar Spieler wie Gaudino einfach mal reingeworfen und selbst der fiel nicht ab, wurde sogar zu etwas gehypt, was er nie war und nie wurde.
Wenn man will, dass der Campus der Erfolg wird, der er sein kann, dann muss man von dieser längst überholten und altbackenen Sichtweise wegkommen, dass junge Talente den sportlichen Erfolg gefährden. Das Gegenteil ist der Fall. Wer so extrem starke Jahrgänge wie die Bayern hat, muss diese auch zu nutzen wissen.
Nochmal: Es geht nicht darum, dass drei von denen sofort Stamm spielen, aber wer ernsthaft glaubt, dass man auch nur einen Punkt schlechter dastünde oder extreme Unruhe hätte, wenn jemand wie Aznou, der sportlich diesen Sprung längst verdient hat, jetzt bereits auf 120 Minuten käme, der will das einfach nur glauben oder saß etwas zu lange mit gewissen Verantwortlichen des FC Bayern am Tisch.