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Welches Wolfsburg - Werder Spiel meinst du denn. Das von 2022, als man schon am Bahnhof in WOB den starken Arm des Staates zeigen wollte und gleich mal alle anreisenden Personen unter Generalverdacht gestellt hat, festgehalten hat. Ein Gericht hierzu hat festgestellt, dass vieles aus diesem Polizeieinsatz rechtswidrig war..

Oder meinst du das Spiel aus dieser Saison, bei dem sowohl der SV Werder als die Fan-Hilfe “Grün-Weiße Hilfe” den Polizeieinsatz als sehr rabiat kritisiert.

Du hast jetzt wieder 2 Beispiele gebracht, von denen das Werder Spiel in WOB (egal welches) sehr wohl auf eskalierende Polizeieinsätze zurückzuführen ist.

Bei dem anderen gebe ich dir recht. Das sind dann mit dem Dresden Spiel zwei, da erkenne ich noch kein Muster hin zu unsicheren Stadien.

Mag sein, dass Wolfsburg als Beispiel nicht taugt. Dann nehme ich das auch so zurück.

Mein eigentlicher Punkt hängt daran aber nicht. Schon ein Abend wie in Dresden reicht doch, um zu zeigen, wie schnell die Glaubwürdigkeit solcher Stellungnahmen beschädigt wird.

Wer Politik, Verbänden und Polizei pauschal eine Eskalationsstrategie vorwirft, sollte zumindest sehen, dass solche Bilder die eigene Position massiv schwächen und der Gegenseite genau die Argumente liefern, die man ihr eigentlich nehmen wollte.

Mit solchen Exzessen erweist man der eigenen Sache einen Bärendienst.

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hat ja auch niemand behauptet es wäre nicht so. Solche Ausschreitungen sind aber Ausnahmen und kein strukturelles Problem.

Überzogene Polizeieinsätze sind auch Ausnahmen und kein strukturelles Problem.

Doch - das ist der Prototyp eines strukturellen Problems. Meine Güte.

Ihr glaubt doch nicht im ernst, dass ihr Euch einig werdet?
Da prallen zwei Welten aufeinander.

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Man kann davon ausgehen, dass in dieser Statistik ua. auch Verletzungen aufgeführt werden, die sich die Einsatzkräfte gegenseitig zugefügt haben, zB. durch unkontrollierten Gaseinsatz, oder verstauchte Füße, weil einer gestolpert ist.

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Doch. Absolut. Genau so.

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Nein, glaube ich nicht wirklich. Ich kann so einen Unsinn jedoch nicht unkommentiert stehen lassen.

Und ich deinen schmarrn nicht.
Die braven Ultras, die im Mittelkreis gemeinsames Picknick halten würden wenn nur die pöse Polizei nicht wäre.

Diese ZIS-Statistik ist ziemlicher Quatsch. Einerseits wird sie von einer der beteiligten Parteien erstellt, die ein Interesse daran hat, jeden Kratzer aufzuzählen, um es besonders schlimm dastehen zu lassen. Andererseits gibt es eine enorme Dunkelziffer, weil die andere Partei ein Interesse daran hat, die Zahlen möglichst klein zu halten und sich nicht selbst zu belasten. Dabei raus kommt eine Statistik, die im Grunde völlig wertlos ist - egal, in welche Richtung man diskutieren möchte.


Die Seltenheit eines Ereignisses kann man nicht pauschal als Beweis dafür nehmen, ob es ein strukturelles Problem ist. Es könnte (konjunktiv!) auch sein, dass die Polizei viele solcher Ereignisse durch ihre Präsenz verhindert. Moderne Stadionarchitektur und Fantrennung tragen auch sehr viel dazu bei, solche Konflikte zumindest zu erschweren. Da musste die Menschheit (leider) erstmal aus den traurigen Ereignissen der 80er Jahre lernen. Die meisten Schlägereien zwischen Fangruppen finden entsprechend auch außerhalb des Stadions statt. Alleine zwischen dem VfB und der Eintracht gab es diese Saison nicht nur eine Story zu erzählen.

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Jetzt stellen wir uns mal folgendes schöne Szenario vor: die Polizei bzw. die Innenminister beschließen, sich künftig zur Vorbeugung gegen Polizeigewalt weitgehend aus dem Schutz des Profifußballs rauszuhalten und regelt nur noch den Verkehr im Stadionumfeld und macht stichprobenartige Kontrollen auf Waffen und Selbstmordattentäter. Hand hoch, wer denkt, dass es dann friedlicher zuginge !

Allen Ernstes: erwachsene Menschen hängen sich Fanschals um, besaufen sich kollektiv, um angeblich ein Sportereignis zu genießen und würden aber, wenn sie sich unkontrolliert als rivalisierende Fangruppen begegnen, in einer Massenschlägerei gegenseitig massenhaft Verletzte produzieren - ist früher oft genug passiert und würde heute ohne massive organisatorische Maßnahmen und Polizeischutz wieder passieren.
Mag ja sein, dass das nur ein kleiner Teil der Fans ist und der Rest friedlich (zum Glück). Aber es gibt sie nach wie vor und die sind und bleiben die Wurzel des Problems - und erzwingen den Polizeieinsatz.

Dass man diesen Einsatz kontrollieren und Auswüchse erkennen und abstellen muss, steht außer Frage. Aber wenn ich dann hier Beiträge lese, die klingen als ob Innenminister und Polizei aus Jux und Dollerei völlig harmlose und Unschuldige Personen schikanieren, dann kann man diese Verdrehung der Tatsachen meines Erachtens nicht unkommentiert stehen lassen.

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Diese sogenannten Drittortschlägereien nehmen tatsächlich immer mehr zu.
Fangewalt im Fußball: Verabredete Drittort-Schlägereien im Trend
Unbeteiligte sind zwar - gottseidank - eigentlich nie Opfer, aber trotzdem wird dabei bisweilen auch beträchtlicher Sachschaden angerichtet. Und natürlich ist die Polizei auch hier verpflichtet einzugreifen, um Schlägereien zu trennen bzw. zu verhindern, dass es dazu kommt.
Von daher würde ich schon sagen, dass es innerhalb der Fanszene ein nicht zu vernachlässigendes Potential an Personen gibt, die Gewalt gegen Fans anderer Vereine anwenden wollen. Ein großer Teil der Szene hat natürlich weiterhin das Ziel, den Gegner durch Stimmung im Stadion zu „besiegen“. Der Teil an Mitgliedern, die das „besiegen“ am liebsten körperlich austragen würden, ist allerdings auch da und die Entwicklungen der letzten Wochen (KSC vs. Lautern bzw. Dresden vs Hertha) lassen durchaus befürchten, dass man sich in diesen Kreisen auch wieder verstärkt traut, auch das Stadion selbst als Schauplatz für Gewalt gegen andere Fangruppen wiederzubeleben und dies nicht mehr auf die weniger bewachten Drittorte beschränkt. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht spielt es eine Rolle, dass man mehr Präsenz bekommt, da die Kameras der Fernsehsender ja alles aufzeichnen? Vielleicht kommt auch dazu, dass man sich im Stadion im Zweifelsfall auch schnell wieder in die Anonymität der Gruppe flüchten kann, wie man das in Dresden beobachten konnte. So stark scheint die Abneigung gegenüber den Krawallmachern bei den nicht-gewaltaffinen Ultras teilweise dann leider doch nicht zu sein, denn sonst könnte man erwarten, dass die Straftäter - falls namentlich bekannt - bei der Polizei angezeigt werden.

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Also ich kann euch aus eigener Erfahrung versichern, dass es Seitens der Polizei niemals den Einsatzbefehl gab, Fans bzw. Fangruppen zu provozieren, damit man gewaltsam einschreiten und Fans schlagen kann. Was hier im Forum von einigen der Polizei unterstellt wird, ist Schwachsinn!!!

Allerdings räume ich ein, dass zumindest bei der bayerischen Polizei die Ansage gemacht wurde, dass man nur bis zu einem gewissen Punkt tolerant ist bzw deeskalierend vorgeht.

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Ohne zu detailliert darauf eingehen zu wollen, weil es dann eher ein Thema für den Politik-Thread wird:

Aktuell gibt es in der Gesellschaft ein großes Bedürfnis nach Zugehörigkeit und gleichzeitig aufgrund diverser Umstände eine deutliche Zunahme von Radikalisierung. Die Fanszenen hatten vor Corona vielerorts noch erhebliche Nachwuchsprobleme. Seit dem haben diese Szenen einen Zulauf wie seit ihrer Entstehung nicht mehr. (Übrigens nicht nur im Fußball, auch in anderen Sportarten oder auch in politisch geprägten Organisationen.)

Dadurch, dass die Szenen deutlich stärker geworden sind, können sie im Stadion auch wieder deutlich aggressiver auftreten, sich generell mehr erlauben. Je mehr Leute beteiligt sind, desto geringer ist auch die Hemmschwelle für den Einzelnen, bei Gewaltaktionen mitzumachen. Dann greift genau diese Anonymität der Gruppe.

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Um meine Meinung mal etwas fundierter zu untermauern:

Ich habe zunächst sehr knapp und kompromisslos geantwortet, weil Deine Aussage ebenfalls sehr einseitig gefärbt ist und Du eine Bewertung vornimmst, die alleine von Deiner Meinung und Ausrichtung gespeist wird, aber es so darstellst, als wäre die Folgerung (unsere nicht gerechte Behandlung des Themas) bereits das logische Ergebnis einer Wahrheit, die wir alle als solche so zu begreifen haben. Und das ist eben mitnichten so.

Du @Georg hast diesen Blick auf die Dinge deshalb, weil Deine subjektvie Prämisse auf die Dinge eine völlig andere ist, als unsere. Deine Aussage und Deine Folgerung treffen nur in Deiner subjektiven Sicht und Bewertung zu, weil Du davon ausgehst, dass ein überwiegender Anteil der Aussagen bezüglich unangemessenen Einsätzen der Polizei der Wahrheit entsprechen. Dann macht Deine Ansicht Sinn und Deine Folgerung ist dann verständlich.

Meine persönliche Prämisse ist jedoch, dass aus meinen Erlebnissen und Erfahrungen mindestens 90% (und mit 90% meine ich 99%) dieser Behauptungen Propaganda von Straftätern sind, welche versuchen, durch Täter-Opfer-Umkehr Sympathien für sich zu erzeugen und den Staat zu diskreditieren.

Das bedeutet, dass Deine Folgerungen für Dich funktionieren, aber in meinen Augen umgekehrt absolut lächerlich und der Sache nicht gerecht sind, um das mal mit der gleichen Klarheit darzustellen, die Du Dir hier anmaßt, um andere zu maßregelen … sorry, aber das muss auch mal gesagt werden.

Für die andere Seite ist also Sarkasmus noch das mildeste Mittel, um mit der Schande umzugehen, wenn es Gewalttätern erlaubt wird, das Narrativ zu bestimmen. In dieser Frage gibt es für mich keine Kompromisse. Und wer dabei mitmachen möchte, soll dabei mitmachen. Aber so jemand braucht mir nicht damit zu kommen, was er an meiner noch sehr milden Methodik für gerechtfertigt hält oder nicht. Das interessiert mich in diesem Fall so überhaupt nicht.

Mehr gibt es für mich dazu nicht zu sagen.

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Etliche mitgereiste Fans des FC Bayern haben in Madrid harte Maßnahmen der spanischen Polizei zu spüren bekommen. Vorstandschef Dreesen spricht von „völlig überzogenen Übergriffen“.

https://www.kicker.de/fc-bayern-beklagt-voellig-ueberzogene-uebergriffe-der-spanischen-polizei-1208557/artikel

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Wenn das so weitergeht, können sie Spiele auch gleich ohne Fans anpfeifen, vor Allem in den europäischen Wettbewerben.

Das wird ja echt von Jahr zu Jahr schlimmer.

Ich hab keine Ahnung, ob da irgendwas von den Fans ausging oder ob die Polizei da einfach „Bock“ auf Stress hatte… Aber so kann es eigentlich nicht weitergehen.

Bei fast jedem Europapokalspiel im Ausland liest man, dass es Probleme vor Ort gibt.

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Mich haben solche Berichte von vor Ort aus allererster Hand auch erreicht…und zwar von jemandem, der eigentlich nicht sofort “Sch… Polizei”, “sch… Repression” schreit, sondern das immer sehr ausgewogen betrachtet. In seinen Posts kommen Worte wie “Schikane”, ““schlagkräftige” Polizei überall”, “Wich…” vor und dass “Real Fans mir da gerade recht geben”. Bei aller Vorsicht, weil ich selber nicht dabei war, leite ich daraus ab, dass es echt übel gewesen ist. Mal wieder. War in Madrid/Getafe schon öfter so.

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