Fankultur - Fanklubs

Na dann beleg mir doch mal, dass das Feuer im Block, die Pyro die den Block verlassen hat oder gar die Drittortauseinandersetzung aus den Reihen der Ultras kommt, wenn du da belegbare Informationen hast wär es vielleicht beser du setzt dich mit den szenekundigen Beamten in Verbindung anstatt hier solch Behauptungen aufzustellen.

Ist bereits ein Polizeibericht veröffentlicht worden oder woher hast du auch in diesem Fall deine Informationen?

deinen Punkt mit den Belegen/Beweisen verstehe ich (wenn ich auch Gut Kicks Indizien folgen kann), es kommen mir aber 2 Fragen:

  1. Gibt es aus deiner Sicht eine wahrscheinlichere Hypothese, insbesondere bei den Pyro-Vergehen? Welche Gruppierung hast du denn „in Verdacht“? Oder war das ein verirrter „nicht organisierter“ Fan, der halt auch mal zündeln wollte? Würde mich echt (also nicht rhetorisch gemeint) interessieren, wen du am ehesten als mögliche Täter siehst (das gleiche gilt für das Feuer im Block und den Bus)
  2. Würdest du denn einen Polizeibericht als zuverlässige Quelle ansehen, wenn da drin stehen würde, dass es Ultras waren? Ich meine, AC…AB, … schützen sich selbst, sind Rassisten und hassen die Ultras (alles sinngemäße Zitate aus der Szene) - warum sollte man dem Bericht also glauben?
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Berechtigte Fragen, gehe ich gerne auch drauf ein.

Zur Thematik „Nordwestkurve FFM“ müsse man schon viele Askpekte beachten wenn man sich da ein Urteil bilden möchte, finde zumindest ich.
Eine wirkliche Analyse ist da auch kaum möglich, aus wie gesagt mehreren Gründen.
Ich sehe da zB. die Stadt Frankfurt am Main,
die themenüberfreifend ein heißes Pflaster darstellt, da viele gesellschaftliche Dinge mit reinfließen & mittlerweile und gerade im Jahr 2025 eine Fankurve den kompletten Querschnitt der Gesellschaft abbildet.
Diese mMn Tatsache zeichnet sich dann eben auch in der Fanszene der Eintracht und auch in der NWK ab, schwer grefibar, schwer kontrollierbar,
da hast du ggf die UF die zwar die Hauptgruppe und größte Ultragruppierung der SGE abbildet, aber eben auch so manch Splittergruppe oder auch Kleingruppe genannt, die sich zB aus Personen zusammensetzt, denen es in der Hauptgruppe als Beispiel zu wenig radikal zuging und zB dann auch nichts davon halten noch für irgendwas zu protestieren, weil es ihrer Meinung nach sowieso nichts bringt und man zu irgendwelchen Gesprächen nicht mehr bereit ist, schlussendlich zuviel passiert ist & gewisses Vertrauen ggf. beschmutzt wurde.

Auch kommt es dann vor, dass sich Kleingruppen bewusst auch nicht mehr als Ultras definieren.
Und klar, auch in den Kurven gibt es immer wieder Personen oder gar ganze Kleingruppen, die sich wenn überhaupt im Umfeld der Gruppe oder Kurve befinden, dann aber meinen sich auf eigene Faust mit einer möglichst „krassen Aktion“ profilieren zu müssen; mit dem Wunsch um Anerkennung innerhalb der eigenen Kurve oder nicht selten darüber hinaus - leider eben oft dann mit Böllern oder dem schießen von Pyrotechnik in andere Blöcke, Gesänge, Spruchbänder oä.
Hierzu kann ich sagen, dass solch Fehlverhalten nicht ohne Folgen bleibt und es keine Anerkennung geben wird, im Gegenteil.

Anmerken möchte ich aber auch, dass ich zu den Geschehnissen aus Köln nun keine Polizeiarbeit betrieben habe und irgendwelche Bilder oder Videos ausgewertet habe.
Zu dem Busangriff ist mir noch wichtig, dass ich natürlich auch nicht die Augen vor verschließe, dass sich Teile(!) der Ultragruppierungen radikaliert haben, was aber auch wieder komplexe Ursachen und Gründe hat - nirgendwo habe ich aber davon etwas gelesen, dass irgendwo eine Dienststelle oä sich dazu geäussert hat, demzufolge wär eben äusserst wünschenswert, wenn man sich mit Behauptungen zurückhält.

Mir liegt eben eine sinnhaftigte Differenzierung am Herzen, solche mMn populistischen Beiträge wie oben habe ich tatsächlich echt gefressen, die mMn hier niemanden weiterbringt oder einen Mehrwert darstellen.
Umgekehrt geht es „euch“ dann vermutlich mit ACAB oä, da sich aber hier im „Forum“ mMn niemand hinstellt und irgendwas skandiert, erwarte ich dann in gewissen Diskussionen und gerade in so wichtigen Tagen wie diesen, dass man die Diskussion nicht noch mit Falschinformationen und unbelegbaren Behauptungen befeuert.

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Weder halte ich mich im Stehblock der Eintracht Frankfurt auf, noch habe ich Zugriff auf Videoeinnahmen der Polizei. Was soll ich dir da rechtskräftig beweisen? Die Frankfurt Fans sagen unisono, dass es ihre Ultras waren, tausende Menschen haben es im Stadion gesehen. Das reicht mir als Argument.

Eine Gruppe, deren Frauenanteil irgendwo im Promille-Bereich liegt, kann kaum einen kompletten Querschnitt der Gesellschaft abbilden. Fankurven im Fußball sind relativ homogen im Vergleich zu anderen Sportarten. Beim Eishockey, im Basketball, etc. findet man eine deutlich buntere Zuschauerschaft auch in den aktiven Fanbereichen. Hinzu kommt, dass es viele demographische Gruppen gibt, die überhaupt nichts mit den Fankurven zu tun haben wollen, die ggf. nicht mal Interesse an Wettbewerbssport generell haben und ganz anderen Hobbys nachgehen. Ebenso darf man nicht vergessen, dass Themen wie ein Migrationshintergrund auch einen Einfluss darauf haben, welchen Zugang man zu dem Sport hat und von welchem Verein man Fan ist. Von einem kompletten Querschnitt der Gesellschaft sind die Kurven im Fußball sehr weit entfernt, die aktiven Fans noch weiter und die Ultras sowieso.

Das italienische Wort ultrá bedeutet im Kontext des Sports in etwa ‚Fanatischer Fan‘. Fanatismus ist per Definition radikal. Das macht ihn aus. Daher können sich da nicht Teile radikalisiert haben, denn Ultragruppen sind grundsätzlich radikal, sonst wären sie keine Ultras. Dieses radikale Element ist das, was sie von anderen organisierten Fans abhebt und zu einer eigenständigen Bewegung macht.

Kennen wir ja auch aus München, wo es längst nicht mehr nur die Schickeria, sondern eine ganze Reihe an Gruppen mit verschiedenen Ansichten und Abstufungen des Ultradaseins gibt. Aus München kennen wir daher auch, dass beispielsweise Spruchbänder oft nur die Meinung einer einzelnen Gruppe darstellen und nicht die aller Ultras oder gar der ganzen Kurve. Das ist besonders dann wichtig, wenn einzelne Aktionen übermäßig beleidigend sind und übers Ziel hinausschießen. Die Verantwortung dafür trägt nicht die ganze Szene.

Anders sieht es aus, wenn Bengalos über den gesamten Stehblock verteilt werden. Das kann keine Kleingruppe ohne aktive Duldung der anderen Gruppen machen. Würden Bengalos nur in einer Ecke des Blocks gezündet werden, kann man argumentieren, dass das Außenseiter sind. Wird der ganze Block eingebunden, greift dieses Argument zu kurz. Und da sind wir dann wieder bei den Beweisen zu den Geschehnissen in Köln. Das Maß an Pyoreinsatz bei diesem Spiel ist nicht möglich, ohne, dass es von den großen, wichtigen Gruppen mal mindestens befürwortet wird. Denn: Hätten diese etwas dagegen, hätte es im Bereich der Hauptgruppe keine Pyros gegeben. Damit trägt die Szene als Ganzes betrachtet mal mindestens eine Teilschuld.

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Danke für die ausführliche Antwort!

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ich muss nicht alles aus diesem Beitrag teilen - vong Meinung her und so…

aber du schreibst eigentlich alles oder das meiste sehr richtig…

auch innerhalb der Ultras können sich durchaus einige Gruppen etc. (weiter) radikalisieren!

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Was halten die Fans des FCB bisher von der Saison? Überwiegend viel, ist nicht überraschend.

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Evtl. hilft das so Manchen beim Verstehen der anderen Seite

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Fand ich sehr interessant und erstaunlich - hab wenig Ahnung von Ultras aber soweit ich weiß gehört die Schickeria ja dazu oder ist sogar die größte und wichtigste Gruppe?

Aber die beiden sind ja dermaßen “griabig” (gemütlich) unterwegs - da kann man sich so Aggro Spruchbänder wie es von den Ultras regelmäßig sieht eigentlich kaum vorstellen…

ZUSCHAUER-TEILAUSSCHLUSS GEGEN SAINT-GILLOISE ALS KOLLEKTIVSTRAFE

UEFA SPERRT FAST 4.200 PLÄTZE IM UNTERRANG DER SÜDKURVE

Wieder einmal müssen wir uns mit Kollektivstrafen seitens eines Verbandes beschäftigen, dieses Mal mit drastischeren Auswirkungen als bisher. Hierzu stellen wir eine kleine Botschaft vorab: Wir wissen, dass dieses Thema aktuell für viele Fans ein hoch emotionales Thema ist und es vollkommen legitimerweise unterschiedlichste Sichtweisen darauf gibt. Wir stehen für unsere Positionen ein und sind immer offen für konstruktiven und respektvollen Austausch und appellieren an alle, gegensätzliche Meinungen zu akzeptieren.

Wir als Gruppen der Südkurve München lehnen Kollektivstrafen ab. Aus unserer Sicht sind sie weder legitim noch geeignet, Verhalten zu erzwingen, egal von welchem Verband oder welcher Institution auch immer. Entsprechend ist es für uns nur konsequent, uns einem solchem Regime nicht zu beugen.

Die Bilder der Pyroshow in der Südkurve beim Heimspiel gegen Sporting Lissabon sind um die Fußballwelt gegangen und haben im Stadion und im Nachgang viel Applaus bekommen. Für uns und viele andere ist Pyrotechnik ein wichtiges Element von Fankultur, das besondere Momente und Atmosphäre schafft.

Die Aktion hatte diesmal primär den Zweck, uns nicht der von der UEFA gegen den FC Bayern verhängten Bewährungsstrafe zu beugen, auch wenn dafür Konsequenzen drohen. Wir wussten und wissen, dass diese Konsequenzen viele Bayernfans treffen, die keine Verantwortung für unsere Aktion tragen und vielleicht sogar eine andere Meinung dazu haben. Gerade das ist ja auch das Perfide an diesem Werkzeug, das zurecht in demokratischen Rechtssystemen keinen Platz hat, aber leider in der Sportgerichtsbarkeit der UEFA inflationär Anwendung findet. Leider hat dieser Verband auch eine Struktur, die unserem Anliegen keine andere Stimme gibt als eben durch Aktionen im Stadion.

In den nationalen Wettbewerben finden Kollektivstrafen nach langen Diskussionen und Kämpfen der Fans aktuell keine Anwendung. Wir haben in Deutschland aktuell eine Fankultur und eine Stadionatmosphäre, um die uns viele in anderen europäischen Ländern beneiden und die die Attraktivität des Fußballs bei uns entscheidend ausmacht. Jeder Fan, der unsere Mannschaft in Europa begleitet, weiß, wie Fans dort behandelt werden.

Wir hoffen auf die Funktionäre der deutschen Europapokalteilnehmer, sich für eine lebendige Fankultur und gegen Sippenhaft und Kollektivstrafen einzusetzen, auch wenn wir wissen, dass unsere Aktion Euch viele Probleme schafft. Ihr habt dort eine Stimme, wir nicht.

Wir hoffen auf das Verständnis von Euch, den Fans, die wie wir jetzt bei dem Spiel gegen Union Saint-Gilloise aus unserer gemeinsamen Kurve ausgesperrt sind. Egal wie Ihr Pyrotechnik im Stadion seht, wir dürfen uns nicht durch Kollektivstrafen auseinanderbringen lassen. Heute trifft sie uns wegen Pyrotechnik, morgen wegen kritischen Spruchbändern. Zusammen haben wir viel erreicht. Unser Zusammenhalt ermöglicht die Atmosphäre bei unseren Spielen, die Choreografien, die sozialen Aktionen oder Feiern - und eben auch eine starke Stimme für die Rechte von uns Fans.

GEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN – FÜR EINE LEBENDIGE FANKULTUR

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Klingt wie eine Forderung nach personalisierten Tickets damit man die Idioten direkt belangen kann, oder täusche ich mich? :thinking:

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Es scheint als hätten sie den Klappstuhl ausgegraben. Sie wollen Krieg und sie werden ihn bekommen. Da wird die Südkurve noch oft leer bleiben.

die stehen maskiert in der Kurve (oder verstecken sich unter Fahnen etc), machen etwas Verbotenes, und regen sich dann auf, dass nicht nur sie selber sondern auch andere bestraft werden. Kannste dir nicht ausdenken. Und als Krönung wird es als Kampf für das Gute verbrämt.

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Die Leben auch teilweise in Ihrer eigenen Welt. Kenne ein paar aus der Szene die komplett human sind und andere die man inzwischen als Fanatiker bezeichnen könnte und die meinen über dem Club und deren verantwortlichen zu stehen und denken das der Club ohne Sie nicht mehr weiter existieren könnte.

und wenn ich sowas lese bekomme ich wirklich direkt einen hals.

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Nur noch dreimal Pyro abfackeln und die UEFA wird einknicken - ich bin mir ganz sicher…

Wir sitzen da ja eindeutig am längeren Hebel und haben den längeren Atem…

:laughing:

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Ich würde es sehr begrüßen, wenn mehr Leute sich mit dem Thema „Fankultur“ beschäftigen würden - so wie du durch den Podcast, den ich auch nur empfehlen kann.

Jeder und jede kann und soll eine eigene, gerne auch kritische, Meinung zu Ultras und allem was dazugehört (Pyrotechnik, Spruchbändern etc.) haben. Ich halte es aber für sinnvoll, sich mit beiden Seiten zu beschäftigen: der öffentlichen Berichterstattung und dem, was die Ultras selbst sagen. Wie du schon sagst, es ist erstaunlich, wie entspannt die beiden sind. Vermutlich entsprechen sie auch nicht dem Klischee, das viele von Ultras haben. Dass in anderen Folgen ausführlich auf aktuelle gesellschaftliche Themen oder historische Ereignisse eingegangen wird, dürfte überraschen.

Mir hilft es jedenfalls sehr, wenn ich Hintergründe zu Spruchbändern und Fanprotesten und einen anderen Blick auf das Verhalten von Verbänden, Polizei etc. bekomme. Diese pauschalisierenden Aussagen, das seien alles Idioten, die dem Verein schaden, nerven mich in solchen Diskussionen jedenfalls immer.

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Nur weil du eben wieder auf die Idioten kommst - in meinem Kontext war es das Gegenteil von pauschalisieren. Es ging ja darum genau Zuendler und Werfer herauszupicken weil sich ueber Gruppenstrafen aufgeregt wurde. Also ich weiss nicht wo hier gesagt wurde ‚Alle Ultras sind doof.‘ Es ging um die Taeter und die, die sie decken.

Dass sie den Ultras als Gruppe schaden, sollte sie selbst am meisten aufregen. Und da ist vielleicht bei oeffentlichen Distanzierungen noch Luft nach oben (wenn denn gewuenscht).

Ganz im Gegenteil, laesst sich die Suedkurve so zitieren:

Die Bilder der Pyroshow in der Südkurve beim Heimspiel gegen Sporting Lissabon sind um die Fußballwelt gegangen und haben im Stadion und im Nachgang viel Applaus bekommen. Für uns und viele andere ist Pyrotechnik ein wichtiges Element von Fankultur, das besondere Momente und Atmosphäre schafft.

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Naja. Die Ultras decken allesamt die Täter. Gerade dieser Podcast zeigt doch wunderbar auf, dass es da nicht um Einzeltäter geht, sondern dass die Gruppen als Organisation dahinter stehen. Die sehen da auch keinen, der den Ultras als Gruppe schadet, sondern das ist das, wofür die Gruppe steht.

Es wird auch klar kommuniziert, dass sie sich selbst gar nicht als Täter sehen, sondern dass das Problem ihrer Meinung nach ausschließlich bei denen liegt, die die Regeln aufstellen und durchsetzen. Das ganze wird dann noch mit ein paar Beleidigungen gegenüber der Polizei garniert. Gemütlich oder angenehm finde ich einen Podcast, in dem Gewalt verherrlicht wird, keineswegs.

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Meine Nachricht war auch nicht explizit auf dich gemünzt. Hatte mich wohl (in meiner Genervtheit) etwas zu polemisch ausgedrückt.

Was mich an der Debatte um Ultras stört ist, dass man es sich oft sehr einfach macht in der Argumentation und das häufig, weil man sich zu wenig mit dem Thema beschäftigt.

Wie gesagt, jeder und jede kann das Gebaren der Ultras kritisieren, aber ohne die Wissen, warum so agiert wird, finde ich das schwierig.

Du sagst, die Täter und Mitttäter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie den Ultras als Gruppe schaden. Ich halte mal dagegen und sage, dass das Verhalten dieser Personen von der Gruppenmeinung gedeckt ist. Von der Gruppenmeinung kann man dann wieder halten was man möchte.

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