Italien - Belgien
Erste Halbzeit
Was für eine Power der Italienerinnen bei der Hymne - selten so eine Inbrunst gesehen! Stadion komplett ausverkauft.
Vor dem Anpfiff wird eine Gedenkminute für Diogo Jota gehalten.
Italien spielt 4:4:1:1 - Bayerns Caruso offensiv hinter der Sturmspitze Girelli.
Und im Kampf um Platz zwei (hinter dem hochfavorisierten Spanien) ist das heutige Spiel bereits das vorgezogene „Endspiel“ - wer hier heut verliert, wirds extrem schwer haben, die Gruppenphase zu überstehen.
Belgien setzt den ersten Akzent - Janssens paßt auf Wullaert an die Strafraumkante, und der Star im Team setzt den ersten Schuß ans Außennetz.
Auch im Umschalten ist Belgien durchaus mutig - spielt die Möglichkeiten zwar nicht entschlossen zu Ende, aber immerhin. Und spielt hochaufgerückt gegen den Ball.
Italien hingegen tut sich am Anfang durchaus schwerer als erwartet, profitiert lediglich von einigen Abspielfehlern Belgiens. Doch allmählich erarbeiten sich auch die Italienerinnen Chancen - 17te Minute Abschluß Caruso halbrechts im Strafraum, zur Ecke geblockt. Und vier Minuten später selbe Aktion von Caruso, allerdings aufs Tor - allmählich wird Lisa Lichtfus im belgischen Tor warmgeschossen.
Mitte der ersten Hälfte ist das Spiel in puncto Abschlüsse etwas ausgeglichen. Dennoch wirken die Belgierinnen weiterhin wacher, kreativer, einfallsreicher. Im Abschluß jedoch haperts noch, ein bißchen auch technisch.
30ste Minute - langes Solo von Manuela Giugliano auf der rechten Seite, doch Severini kriegt ihren Kopfball nach passender Flanke nicht aufs Tor gedrückt.
Der Kommentator Norbert Galeske bringt die gestrigen Spiele (und die gelb/rote Karte, die seiner Meinung nach die Schweiz traf!) durcheinander - der steht eh auf meiner schwarzen Liste seit dem Wolfsburg-Spiel im März.
Es ist kein begeisternder Fußball in der ersten Hälfte, viel Kampf, aber leider auch ein bißchen Krampf. In der 40sten größte Möglichkeit des Spiels für Tessa Wullaert: Guter Steckpaß in den Strafraum, und Wullaert setzt den Abschluß aus elf Metern knapp links neben das Tor. Und auch im folgenden Spielzug kommt Belgien zum Schuß aus 16 Metern, jedoch über das Tor.
Doch dann stellt Ariana Caruso den Verlauf der ersten Hälfte auf den Kopf - der erste wirklich effektive Konter der Italienerinnen in der 43sten: kluger Diagonalpaß an den Rand des 16ers, und Caruso mit sehr (!) überlegtem und souveränem Abschluß in den Winkel.
Bis dahin ging die erste Hälfte eindeutig an Belgien; Italien wurde lediglich mit zwei drei Einzelaktionen leidlich gefährlich (zweimal Caruso, Severinis verunglückter Kopfball). Italien im Glück.