Gruppe D
Frankreich Wales
Frankreich mit einem 4:3:3
- Peyraud-Magnin
- N’Dongala-Samoura-Sombath-Bacha
- Geyoro-Toletti-Majri
- Malard-Mateo-Diani
Auch Wales mit einem 4:3:3
- Middleton-Patel
- E. Morgan-J. Green-Evans-Woodham
- K. Green-James-Rowe
- Holland-Fishlock-F. Morgan
Laurent Bonadei wechselt siebenfach - viele Stars bleiben auf der Bank (Katoto, Karchaoui, Baltimore, di Cascarino, de Almeida)
Die Hymne der Waliserinnen ist ein Erlebnis, das unter die Haut geht: Die 38jährige Jess Fishlock schreit ihre Begeisterung ins Stadion hinaus.
Es ist natürlich das Spiel des absoluten Underdogs gegen den übermächtigen Favoriten. Und so beginnt das Spiel auch - schon in der achten Minute zappelt der Ball erstmals im Netz. Ecke Frankreich - James versucht zu klären, aber der Ball kommt unglücklich zu Mateo, die volley ins rechte Eck verwandelt. 1:0.
Doch in der 13ten Minute geschieht ein mittelschweres Wunder, Holland strauchelt im Sechzehner, doch der Ball flippert in die Mitte zu Jess Fishlock - und die grätscht den Ball irgendwie über die Linie. Ausgleich Wales. Noch wird das Spiel vom VAR gecheckt - und dann jubelt die Fußballwelt: Das Tor zählt - Wales erzielt das erste Turniertor seiner Fußballgeschichte. Jess Fishlock jubelt, als ob sie im Finale das Siegtor erzielt hätte. Und ihre Trainerin Rhian Wilkinson strahlt über s ganze Gesicht! Sportschau auf Instagram: "🤯 Jessica Fishlock schreibt Geschichte! Mit Wales nimmt die Rekordnationalspielerin erstmals an einer Europameisterschaft teil, schreit die Hymne leidenschaftlich heraus, erzielt dann das erste EM-Tor ihres Landes jemals – und das alles mit 38 Jahren. Iconic! #FRAWAL #FrauenEM #Fußball #WEURO2025 #Wales #Fishlock #SportschauWEURO #Sportschau"
In den zehn Folgeminuten kommt Wales sogar zu einem regelrechten Ballbesitz-, Aufbau-und Angriffsspiel. Frankreich weiß gar nicht so recht, wie ihnen geschieht.
In der 22sten dann die vermeintliche Hiobsbotschaft für Wales: Der Star Fishlock liegt verletzt auf dem Platz, humpelt mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Seitenauslinie. Aber Fishlock kommt humpelnd zurück - das Gesicht des Teams, in der Heimat ein Superstar, gibt nicht auf. Und La Ola begrüßt sie - die Waliser Fans feiern sich und ihr Team.
Und so entwickelt sich ein Spiel, daß so kaum zu erwarten war: Frankreich hat zwar durchaus die ein oder andere Kombination mit Zungeschnalzen, aber - Wales spielt herzhaftes Umschaltspiel und scheitert bisher eher an sich selbst als an der Defense Tricolore. Und zunehmend beißen sich „Les Bleues“ die Zähne aus an den begeistert fightenden Waliserinnen: Sie feiern jeden Block, jedes Tackling, jeden gelungenen Kopfball aus der Box wie andere Teams einen Torerfolg.
In der 37sten wird Safia Middleton-Patel, die walisische Keeperin, behandelt. Und kurz danach grätscht sie gegen die heranstürmende Malard in Weltklasse-Manier zur Ecke. Die 20jährige Frau, die bei Manchester United spielt, hat eine ungewöhnliche Geschichte: Im Jahr 2023 macht sie ihre Autismus-Erkrankung öffentlich.
In der 43sten Minute aber gibts berechtigt Elfmeter für Frankreich - Mateo wird von Keri Holland (Liverpool) im Sechzehner am Fuß getroffen. Diani legt sich den Ball zurecht. Und fast - aber leider nur fast (!!!) wird Middleton-Patel zur Heldin - den extrem schwach in die Mitte geschossenen Elfer hat sie noch mit den Füßen. Doch der Ball trudelt ins Tor. Extrem bitter für aufopferungsvoll kämpfende Waliserinnen. Man möchte fast flüstern: Nicht völlig verdient, die Führung für Frankreich. Und in der 45plus dritten holt Morgan noch eine Ecke für Wales - und im Anschluß drückt das kleine Wales sogar noch auf den Ausgleichtreffer. Knappes 2:1 in die Pause.
Vergeßt PSG und Real, Leute - der wahre Fußball ist hier!