Gruppe D
England Niederlande
England 4:3:3
- Hampton
- Bronze-Williamson-Greenwood-Carter
- Toone-Walsh-Stanway
- James-Russo-Hemp
Niederlande 4:3:3
- van Domselaar
- Casparij-Janssen-Buurmann-Brugts
- Kaptein-Groenen-Pelova
- Grant-Miedema-Roord
Beerensteyn weiterhin auf der Bank
Für England gehts bereits um (fast) alles. Die Niederlande hingegen können zunächst befreit aufspielen. Beide Teams könnten im Viertelfinale auf das deutsche Team treffen - daher beobachtet der deutsche Trainerstab (Wück, Künzer & Co.) das Spiel im Stadion.
Auch diese beiden Teams übernehmen die Startgeste gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Schweiz und Island hatten damit begonnen: Ein Knie auf dem Boden, eins aufgestellt - die geballte Faust fehlt.
Die erste Chance kreiert Lauren Hemp mit einer Flanke von links auf Lauren James, doch der Kopfball gelingt nicht.
Fünfte Minute Gegenzug Holland - Paß auf Miedema in der Mitte, doch ohne Erfolg.
Achte MInute große Chance Kopfball Russo knapp neben den Pfosten.
21ste Minute weiter Ball in den Lauf von Alessia Russo, die paßt quer zu Lauren James. Und die Stürmerin von Chelsea zieht am Sechzehner in die Mitte und schließt perfekt in den rechten Winkel ab. 1:0 England: Sarina Wiegmann kann man die Erleichterung ansehen - oder das erste Gebirge, das von ihren Schultern plumpst.
In der Folge kommen auch die Oranjes zu einem ersten Abschluß, Roord aus sechzehn Metern, doch noch weit am Tor vorbei. Das war dann allerdings auch schon der letzte in Hälfte Eins.
Und die beiden Teams neutralisieren sich in der Folge eher gegenseitig: Wenig spielerische Klasse, ein, zwei Einzelaktionen, ein kömpferischer Kopfball von Lauren Hemp, ein toller Russo-Kopfball in der 40sten Minute, den van Dommselar so eben um den Pfosten lenken kann.
„Taktisch geprägtes Spiel“ heißt das im Kommentar. Nach all der negativen Kritik gestern am Spiel des deutschen Teams („keine Spielidee erkennbar“, „Flanken und Weitschüsse, sonst nicht viel“, „keine Laufwege, schlechtes Paßspiel“) versuche ich, im heutigen Spiel konzeptionelle Qualitäts-Unterschiede zu finden - sind ja immerhin zwei europäische Topteams.
Ich sehe auf englischer Seite Flanken auf Russo. Im Unterschied zu gestern werden diese Flanken seltener geblockt, weil Holland weniger presst als gestern die Däninnen, die gegen Deutschland viel dichter an der Frau waren.
Gegen Ende der ersten Hälfte erarbeitet sich allerdings England endlich ein deutliches Übergewicht, kommt in den letzten Minuten auch endlich zu zwei drei ansehnlichen Ballstaffetten im zweiten Drittel. Torchancen entstehen ausnahmsweise aus langen Bällen auf Russo. Allerdings klären die Holländerinnen diese Bälle immer schlechter; die zweiten Bälle gehen fast zu hundert Prozent an England. Und in der 45plus ersten Minute nimmt Georgia Stanway sich aus 18 Metern ein Herz und trifft perfekt ins lange Eck - 2:0 für England. Inzwischen ist die Führung hochverdient - weniger aufgrund einer großen spielerischen Leistung Englands, sondern weil der Niederlande bisher kaum Akzente im Spielaufbau gelingen - und Chancen erst recht nicht.
Mit 2:0 gehts in die Kabinen.