Essen und Trinken - sportlich betrachtet

Oh Mann, da bin ich aber gespannt!

Nein normaler Freitags Teig kommt gleich in den Kühlschrank und wird dann morgen gebacken.

Toll gell, das ist bei mir genau anders rum! Bevor ich Blutwurst esse muss ich schon kurz vom Verhungern sein. Schön das wir alle so verschieden sind :blush:

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Sauerteig-Anstellgut (Starter) - ein Versuch

Der werte @BayernExpat hat ja weiter oben ein sehr tolles Rezept zum Thema Sauerteigbrot geteilt. Bei etwas näherer Beschäftigung mit dem Thema packte mich dann der sportliche Ehrgeiz, ein Anstellgut für Sauerteig selbst hinzubekommen. Nach Sichtung diverser Rezepte und Videos aus dem Internet geht’s also auf zum Versuch (erstmals in meinem Leben):

Zutaten / benötigte Hilfsmittel

  • Bio-Dinkelvollkornmehl (Bio und Vollkorn weil nicht so stark verarbeitet und damit mehr Mikroorganismen verfügbar sind, Dinkel vor allem aus Geschmacksgründen, ist nebenbei auch für nicht wenige Menschen besser verträglich als Weizen)
  • Wasser
  • mindestens 2 Schraubgläser (je etwa 500 ml)
  • 1 Wärmflasche - wenn in der Wohnung wie jetzt im Sommer vielleicht durchgehend eine Temperatur von mindestens 25 Grad Temperatur herrschen sollte, kann man aber vermutlich darauf verzichten, das war bei mir aber nicht der Fall, deshalb habe ich mit der Wärmflasche etwas nachgeholfen
  • eine Küchenwaage (wirklich unabkömmlich für die Mengenabmessung)
  • sehr empfehlenswert: ein Thermometer

Tag 1:

  • 25 g Mehl mit 35 g lauwarmem Wasser (etwas mehr Wasser als Mehl zu Beginn, weil das Vollkornmehl, insbesondere Dinkelmehl, das Wasser sehr gut aufnimmt) in einer Schüssel vermengen, möglichst glatt verrühren und in ein sauberes Schraubglas umfüllen, den Deckel nicht luftdicht zudrehen, sondern nur ganz leicht andrehen
  • relativ warmes Leitungswasser (nicht maximal heiß, eher so Mitte) in die Wärmflasche füllen, unten in den ausgeschalteten Backofen legen, auf einem Backblech darüber das Schraubglas mit dem Teigansatz platzieren, Backofen schließen
  • 24 Stunden stehen lassen (zwischendurch ab und zu die Temperatur kontrollieren, die Wärmflasche ggf. wieder neu mit warmem Leitungswasser auffüllen, damit im Backofen so etwa eine mittlere, halbwegs konstante Temperatur von etwa 28 Grad entsteht - ich hatte immer das Thermometer mit im Backofen liegen, um die Temperatur im Blick zu haben). Ich habe zudem immer mit einem Gummiband den Füllstand am Glas markiert um zu erkennen, wie stark der Ansatz aufgegangen ist.

Tag 2:
Der Ansatz ist im Volumen leicht angewachsen (etwas weniger als das Doppelte), zeigt ganz kleine Bläschen und riecht auch schon ganz leicht säuerlich, er wird „angefüttert“:

  • in eine Schüssel 25 g lauwarmes Wasser und 25 g des Sauerteigansatzes von Tag 1 geben (der Ansatz schwimmt oben auf, scheinbar ein gutes Zeichen für die entstandenen Prozesse), gut miteinander verrühren, 25 g Mehl hinzugeben, wieder möglichst glatt verrühren und in ein neues sauberes Schraubglas umfüllen. Das Verhältnis Sauerteigansatz - Mehl - Wasser ist also 1:1:1 und ergibt somit insgesamt 75 g. Den Deckel wieder nur ganz leicht andrehen, wieder 24 Stunden im Backofen mit Wärmflasche stehen lassen (ab und zu die Temperatur im Blick halten und die Wärmflasche ggf. neu befüllen). Der Rest des Sauerteigansatzes von Tag 1 wird entsorgt.

Tag 3:
Zwischenkontrolle nach 12 Stunden: der Ansatz ist wirklich sehr stark aufgegangen und nimmt fast die Hälfte des Volumens im Glas ein (hat sich also im Volumen mehr als vervierfacht), hat sehr starke, große Blasenbildung und riecht dabei stark säuerlich. Nach weiteren 12 Stunden (also insgesamt 24h nach Tag 2) ist er wieder etwa auf ein Viertel des Glasvolumens zusammengefallen und riecht noch sehr viel säuerlicher, stark in Richtung Essig und hat eine fast schaumartige Konsistenz. Zeit, wieder anzufüttern:

  • exakt gleiches Vorgehen wie an Tag 2 (s. o. : 25 g Wasser, 25 g Sauerteigansatz, 25 g Mehl, Rest entsorgen, Temperatur mit Wärmflasche etwas hochhalten)

Nach 6 Stunden noch mal nachkontrolliert und die Wärmflasche neu befüllt: zumindest der extrem saure Geruch (Richtung Essig) ist nun nicht mehr vorhanden, sehr deutlich sauer riecht es immer noch, ganz leicht aufgegangen ist der Ansatz aber auch (die Hefe lebt offensichtlich noch).

Tag 4:
Nach 24 Stunden hat sich der Ansatz im Volumen etwas mehr als verdoppelt, riecht aber immer noch deutlich sauer und hat mittlerweile eine eher cremige Konsistenz. Wieder mal Zeit, anzufüttern. Ich verdopple diesmal dabei die Mengen auf insgesamt 150 g (das Verhältnis 1:1:1 bleibt aber gleich), damit ich später hoffentlich jeweils etwa 100 g zum Backen entnehmen kann und dann wieder neu mit 50 g Wasser und 50 g Mehl auf 150 g anfüttern kann)

  • exakt gleiches Vorgehen wie an Tag 2 und 3 (s. o., nur mit doppelter Menge: 50 g lauwarmes Wasser mit 50 g Sauerteigansatz glatt verrühren, 50 g Mehl dazu und wieder verrühren, in ein frisches Schraubglas geben und mit Deckel locker verschließen, den Rest des Ansatzes entsorgen, Temperatur im Backofen durchgängig mit der Wärmflasche relativ hoch halten um die 28 Grad)

Zwischenkontrolle nach 6 Stunden: der Ansatz riecht nur leicht säuerlich und ist etwas aufgegangen (etwa 1,5-fache Höhe).

Tag 5:
24 Stunden nach dem Anfüttern von Tag 4 hat der Ansatz sich im Volumen etwa verdoppelt, er riecht kaum noch säuerlich, sondern eher fruchtig, dafür hat sich etwas Flüssigkeit oben abgesetzt und die Konsistenz ist ebenfalls eher flüssig. Ich füttere wieder an, aber diesmal bewusst mit mehr Mehl, weil mir der Ansatz zu flüssig erscheint:

  • 50 g Ansatz und 50 g lauwarmes Wasser vermischen, 70 g Mehl dazu und vermengen. Es entsteht dabei zum ersten Mal eine eher teigartige Masse. Wieder ab ins frische Schraubglas, Deckel nur locker oben auflegen (wer weiß, wie der Ansatz jetzt mit dem zusätzlichen Mehl aufgeht), zusammen mit Wärmflasche in den Backofen, Ansatzrest entsorgen.

Zwischenkontrolle nach 3 Stunden: der Ansatz nimmt mittlerweile fast 3/4 des 500 ml-Glases ein, hat sich deutlich mehr als verdoppelt und wölbt sich etwas nach oben. Der Geruch ist fast neutral, minimal säuerlich.

Zwischenkontrolle nach 6 Stunden: der Ansatz hat etwa die Größe beibehalten, riecht wieder leicht säuerlich. Ich entscheide mich jetzt dafür, dies als gelungenen Ansatz zu bezeichnen - ob er das wirklich ist, wird die Zeit zeigen. Ich nehme 100 g davon ab für meinen allerersten Sauerteig (das weitere Vorgehen dazu folgt später), der Rest wird wieder mit 50 g lauwarmem Wasser und 50 g Mehl angefüttert, über Nacht im Backofen mit Wärmflasche stehen gelassen und kommt dann am nächsten Tag in den Kühlschrank als mein Anstellgut in der Hoffnung, es hält sich.

Sehr herzlichen Dank an @BayernExpat für die Anregung!

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Mensch, GANZ TOLL! Da wurmt es mich ja etwas dass ich meinen Ansatz nicht selber gemacht habe :grimacing:

Das mit der Wärmflasche ist echt eine super Idee, vielleicht Probier ich das auch mal.

PS: I hege die Hoffnung das kommende Wochenende endlich mal Sauerteig Baguette zumachen, als Abwechslung. Kann ja schließlich nicht nur Brot und focaccia essen :grin:

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Vollkorn-Dinkelbrötchen (mit eigenem Sauerteig)

Die Fortsetzung der Sauerteiggeschichte von oben: Der Sauerteigansatz ist das Eine, aber man will ja schließlich auch damit was anfangen. Als Rezeptvorschlag daher also Vollkorn-Dinkelbrötchen (man kann den Ansatz aber genausogut mit Weizenmehl oder Roggenmehl weiterverarbeiten, spielt keine Rolle). Die erste Vorbereitung habe ich abends begonnen.

  • 100 g Sauerteigansatz
  • 200 g Bio-Vollkorndinkelmehl
  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • Alles verrühren in einer Schüssel, Deckel lose oben drauflegen und etwa 1 Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Der Teig arbeitet ordentlich mit großer Blasenbildung, es entsteht eine eher flüssige Teigmasse
  • danach zusätzlich Mehl hinzufügen (ca. 150 g) und mit einem Löffel verrühren, bis ein halbwegs fester und knetbarer Teig entsteht
  • 2 TL Salz und 2 EL Olivenöl hinzugeben, wieder vermengen
  • auf der Arbeitsfläche den Teig (ggf. unter weiterer Zugabe) von Mehl etwa 5 Minuten kneten, bis er halbwegs glatt ist und ganz leicht klebt, anschließend in eine große bemehlte Schüssel geben und mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen über Nacht
  • am nächsten Tag morgens die Schüssel aus dem Kühlschrank holen (der Teig ist ein klein bisschen aufgegangen), kurz durchkneten, in Kugelform bringen und 60 Minuten unter einem Tuch ruhen lassen (auf Zimmertemperatur bringen lassen)
  • insgesamt 4x das Stretch and Fold durchführen (jeweils etwa alle 30 min), welches @BayernExpat oben beschrieben hat. Nach dem 4. Mal noch einmal 30 min stehen lassen (jeweils mit Tuch abgedeckt). Am Ende ist der Teig schön elastisch.
  • vom Teig etwa 80 g schwere Teiglinge abstechen und die Teiglinge jeweils durch Ziehen, Falten und lockeres Rollen in der Hand zu einer Kugel formen, leicht flach andrücken, auf der Oberseite mit einem scharfem, feuchtem Messer kreuzförmig einritzen, auf einem Gitter mit Backpapier ablegen und mit etwas Mehl aus einem Sieb bestäuben. Weitere etwa 30 Minuten unter dem Tuch abgedeckt ruhen lassen
  • derweil den Backofen auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen, ganz unten eine kleine Metallschüssel einstellen
  • nach den 30 Minuten Ruhezeit die Teiglinge mit dem Gitter auf eine obere Stufe einschieben, in die Schüssel unten eine halbe Tasse heißes Wasser kippen (Vorsicht, das Wasser verdampft zum Teil sofort, Verbrühungsgefahr - am besten einen Ofenhandschuh überziehen) und den Ofen schnell wieder schließen
  • nach 10 min die Ofentür kurz öffnen, um den Dampf aus dem Ofen zu lassen und die Schüssel mit dem Restwasser herausnehmen, dann wieder schließen
  • nach insgesamt 20 Minuten den Ofen ausschalten, weitere 5 Minuten nachbacken lassen, die Brötchen aus dem Ofen holen handwarm abkühlen lassen, erst danach aufschneiden. Etwas Butter (die zerläuft) und frischer Schnittlauch dazu - sehr lecker!

Die Brötchen sind gut aufgegangen und außen knusprig, ich hätte sie noch flacher andrücken sollen (so haben sie eine recht hohe Form angenommen). Innen schon locker, aber recht fest verglichen mit einem Brötchen, was man beim Bäcker kauft. Vermutlich liegt es zum Teil daran, dass mein Sauerteigansatz noch sehr jung ist (angeblich erhöht sich die Triebkraft mit zunehmendem Alter), vielleicht auch an meiner Zubereitung. Ich übe weiter.

Das alles ist ein relativ großer Aufwand für 8 eher kleine Brötchen, die man beim Bäcker mal eben (natürlich nicht in dieser Form) im Vorbeigehen auch kaufen kann - der einmalige Geschmack und das Bewusstsein, dass alles selbstgemacht ist, entschädigt jedoch absolut. Auch hier noch mal ein großes Danke an @BayernExpat - ohne dein Rezept wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, das selbst mal zu versuchen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass mein Sauerteigansatz überlebt…

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Ganz toll, das werde ich auf jeden Fall mal probieren. Dinkel hell und Vollkorn hab ich eh immer da weil ich bisschen Öko bin :grimacing: :upside_down_face:

Noch 3 kleine eher belanglose Kommentare.

  • Ich habe sogar so ein ‘Bäcker Werkzeug’ (keine Ahnung wie das heißt) zum Teig einritzen. Ist quasi ne old skool rasier klinge an nem kleinen Stab/griff, finde ich aber bedeutend besser als Messer. Obwohl ich keine kreative Ader habe und deshalb nie Interesse an dem insta/youtube Trend, richtig Blumen etc in meine Brote zu ritzen. :grin:
  • Ich habe auch eine Korb in dem mein Brot ‘übernachtet’
  • einer meiner Öfen hat sogar eine Dampf Funktion :nerd_face:
  • Zu guter letzt: bei meinem lokalen Sauerteig Bäcker kostet ein 800g Brot safe und schreibe £4.75.
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Und das in einem FC Bayern Forum! Wer hätte es gedacht…

Ich finds geil, bei meinen Eltern gab’s die schon in den 80ern mit der eigenen Getreidemühle :joy:

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Ganz ehrlich: was die Dinkelbrötchen angeht, war das ein erster Versuch, der zwar durchaus ok war und auch gut geschmeckt hat, aber er war aus meiner Sicht noch nicht wirklich gelungen, weil die Blasenbildung im Backteig deutlich zu gering war. Der Ansatz muss bei mir vermutlich noch ein wenig weiter reifen (das tut er gerade), und meine Zubereitung war wahrscheinlich auch nicht wirklich gelungen: ich habe den Teigansatz vermutlich zu früh in den Kühlschrank gestellt und die Entwicklung damit unterbrochen. Wie gesagt, ich übe weiter…

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Kleiner Zwischenbericht zu meinem Sauerteigexperiment:

Mittlerweile ist ein Teil meines allerersten Ansatzes im Kühlschrank fast eine Woche alt geworden: er ist stark zusammengefallen, riecht sehr angenehm fruchtig (ein wenig fast nach Erdbeere) und überhaupt nicht mehr säuerlich, die Konsistenz ist cremig und nicht fest. Ich füttere jetzt 25 g von diesem „alten“ Ansatz mit 25 g lauwarmem Wasser und 50 g Dinkelvollkornmehl neu an - das ist dann eine recht kompakte, teigförmige Paste und wandert jetzt für weitere Tage im frischen Schraubglas in den Kühlschrank. Der relativ junge Ansatz aus dem Dinkelbrötchen-Versuch steht auch weiter noch im Kühlschrank, riecht heute säuerlich und ist auch eher cremig-flüssig als fest. Mal schauen, zu was das allem führt…

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**Dinkelbrot mit eigenem Sauerteig (2. Versuch) **

Nachdem die Dinkelbrötchen eher so semi gelungen waren (was den Teigaufgang und die Porung angeht), nun ein neuer Versuch: der „alte“ Sauerteigansatz ist mittlerweile etwa 10 Tage gereift, die Zugabe von etwas mehr Mehl hat zu einer festeren Konsistenz und einem leicht säuerlichen Geruch geführt. Dank Ferien ist nun Zeit für einen zweiten Versuch, diesmal mit verändertem Vorgehen: andere Mengenverhältnisse, teils anderes Mehl, es gibt einen Vorteig, und der Teig kommt nicht so früh in den Kühlschrank. (den Rest des alten Sauerteigansatzes (50 g) habe ich übrigens wieder mit 50 g lauwarmem Wasser in einer Schale vermengt, 70 g Bio-Dinkelvollkornmehl dazugegeben, mit einer Gabel gut vermixt zu einem kompaktem Teig und er wanderte als neuer Ansatz im frischen Schraubglas in den Kühlschrank (das Verhältnis 50:50:70 scheint bei mir mit diesem Mehl ganz gut zu funktionieren)).

Der Vorteig:

  • 40 g Sauerteigansatz
  • 110 g lauwarmes Wasser
  • 150 g Bio-Dinkelvollkornmehl

Den Ansatz im Wasser in einer relativ kleinen, hohen Schüssel mit einer Gabel gut auflösen, das Mehl hinzugeben, wieder mit der Gabel gut durchkneten (mehrere Minuten, es entsteht ein fester, kompakter Vorteig) und glatt streichen, dann den Deckel auf die Schüssel locker auflegen und abgedeckt etwa 4 Stunden lang im Backofen mit Wärmflasche (nach 2 h einmal warm aufgefrischt) bei etwa 28 bis 30 Grad gehen lassen. Der Vorteig hat nun deutlich mehr als das doppelte Volumen als zu Beginn.

Der Hauptteig:

  • etwa 300 g Vorteig (s. o.)
  • 300 g lauwarmes Wasser
  • 100 g Bio-Dinkelvollkornmehl
  • 350 g Bio-Dinkelmehl (kein Vollkorn) Typ 1050
  • 3 TL Salz
  • 1 runder Gärkorb (danke an @BayernExpat für den Tipp!)

Das lauwarme Wasser und den kompletten Vorteig (er ist trotz deutlicher Vergrößerung noch relativ fest) in eine große Schüssel geben, mit einer Gabel gut vermengen, Salz, Bio-Dinkelvollkornmehl und Bio-Dinkelmehl dazu, alles in der Schüssel mit der Gabel gut vermixen, dann auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und 10 min lang unter ständigem Zuführen von weiterem Bio-Dinkelmehl (dürften mindestens 100 g gewesen sein, das war hier aber nicht abgemessen, sondern Gefühlssache) mit der Hand fest auskneten, bis ein relativ glatter, ganz leicht klebender Teig entsteht, der zu einer Kugel geformt wird. Die Teigkugel 60 min lang abgedeckt mit einem Tuch in der bemehlten Schüssel bei Zimmertemperatur entspannen und weiter aufgehen lassen, dann aus der Schüssel nehmen, auf bemehlter Arbeitsfläche erneut mit etwas zusätzlichem Mehl glattkneten und dann wieder zur kompakten Kugel formen, den Gärkorb ordentlich bemehlen und die Kugel hineingeben, für mindestens 12 h (bei mir waren es 16 Stunden) mit einem Tuch abgedeckt in den Kühlschrank zur Nachgärung stellen.

Nach den 12-16 h den Gärkorb aus dem Kühlschrank holen (der Teig ist wieder stark aufgegangen, hat mindestens das doppelte Volumen von vorher und nimmt fast den kompletten Gärkorb ein, beim Eindrücken mit dem Finger geht er sehr schnell wieder in seine Ursprungsform zurück, ist also richtig elastisch geworden), den Backofen zusammen mit einem backofentauglichem Topf, der etwa den oberen Durchmesser des Gärkorbs besitzt, auf einem Rost auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn der Ofen und der Topf heiß sind: den Teig aus dem Gärkorb auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche langsam umstürzen und den Korb vorsichtig anheben, den Teig oben kreuzförmig mit einer scharfen Klinge leicht anritzen (einige mm tief) und mit der Einritzung nach oben in den Topf geben, in den Backofen stellen für 40 Minuten mit Deckel. Nach den 40 Minuten den Topf aus dem Backofen holen, das fast fertige Brot aus dem Topf holen und noch einmal für etwa 15 Minuten ohne Topf in den Backofen geben zum Nachbräunen. Anschließend das Brot auf dem Rost außerhalb des Backofens gut auskühlen lassen (mindestens 1 h) und dann anschneiden.

So sieht das Brot am Ende von außen aus:

Und so sieht das angeschnittene Brot aus:

Das fertige Brot wiegt etwa 1000 g und hat einen Durchmesser von etwa 25 cm. Der Teig ist durchaus akzeptabel aufgegangen, innen nicht so grobkörnig wie der Brötchenteig, sondern sehr feinporig mit kleinen Bläschen, das Brot ist außen knusprig und innen weich und elastisch - insgesamt ein deutlich besseres Ergebnis als im ersten Versuch mit den Brötchen. Es geht zumindest definitiv in die richtige Richtung - ich übe weiter :smirking_face: (mit weniger starkem Kneten und noch längerer Gärzeit außerhalb des Kühlschranks). Mit die wichtigste Erkenntnis für mich heute: der Sauerteigansatz hält sich und funktioniert scheinbar.

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Ich bin wirklich hell begeistert! Ganz ganz toll :clap:

Ich sollte auch mal etwas experimentier freudiger werden. Mehr als 1/3 Vollkorn Mehl traue ich mich nie bei meinem Brot, weil es bei mir sonst bedeutend schlechter aufgeht. Könnte auch sein das ich da an der Vorteil Menge schrauben müsste, denn wenn ich mich recht erinner ist mein Standort Brot

100 Vorteig zu 500 Mehl zu 375 Wasser, also bedeutend weniger Vorteig als bei dir.

Macht wir wirklich sehr viel Freude deine Sauerteig Experimente zu beobachten!

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@BayernExpat: Danke für die positive Rückmeldung und das Interesse (und auch deine Tipps bisher) - ich bin selbst auch gespannt, wie das weitergeht. Ich weiß nicht, wie viele YT-Videos und Rezepte ich mir mittlerweile angesehen habe, und jede/r geht da seinen/ihren eigenen Weg: mehr Vorteig, weniger Vorteig, mehr Kneten, weniger Kneten, mehr Vollkornanteil, weniger Vollkornanteil usw. . Und was hier funktioniert, kann da ganz anders aussehen (Temperaturen und Zeiten sind auch ganz wichtig, denke ich). Ohne Ferien hätte ich aber auch gar nicht die Zeit, mich so intensiv damit zu beschäftigen - ich hoffe, irgendwann hab ich den „Dreh“ raus für meinen Ansatz… Das Backen mit Sauerteig scheint sehr viel mit persönlicher Erfahrung und Gefühlssache zu tun zu haben.

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Ja ich denke das trifft es ganz gut. Deshalb ist meine Motivation abzuweichen von dem was bei mir funktioniert auch nicht allzu hoch :grin:

Wollte eigentlich dieses Wochende Sauerteig Baguette probieren, aber nachdem ich den Post (mitsamt mehrerer Videos) kurz durchgelesen hatte, habe ich jetzt wieder mein Standard Teig in der Schüssel. Da muss ich mich etwas mehr mit beschäftigen. Übung macht den Meister ist ja völlig ok, aber total Desaster ist auch nicht sehr motivierend :grin:

Meine Schiebe Tür in den Garten geht Richtung nord-Osten, von woher hier auch oft der Wind kommt (so auch heute). Also im Sommer wenn es draußen 21-25 ist, ist es ideal für meinen Teig. Heute ist es hier 18, gefühlte 16, da habe ich die Tür zu weil das mein Teig nicht mag :woman_cook:

Wenn es wieder kälter wird dann mache ich das auch wie du und die letzten 4 std vor Kühlschrank in den Ofen mit Wärmflasche.

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Frage an alle:

Hat jemand ein gutes Rezept für Kaiserschmarrn?

Ich finde dieses Retsept echt gut

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Danke dir! Zwanzig Zeichen

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Bohnen mit Speck

Der FCB steht vor einer kräftezehrenden Saison. Daher eine kleine kulinarische Würdigung der Terence Hill und Bud Spencer - Filme: recht schnell gemacht, lecker, und mehr als nahrhaft. Es gibt drei einfache Grundzutaten: Bauchspeck, Bohnen und Tomatensoße. Alles, was dazukommt, ist nur dem persönlichen Geschmack geschuldet. Hier ist meine persönliche Variante:

Zutaten: (für etwa 4 Personen)

  • 300 g Bauchspeck
  • 450 g weiße Bohnen aus dem Glas (vorgekocht)
  • 500 g passierte Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 große Gemüsezwiebel
  • 250 g Reis (als Beilage)
  • 1 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 EL rosenscharfes Paprikapulver
  • 1 TL Thymian (getrocknet)
  • 1 EL Curry
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung (etwa 40 Minuten)

  • den Bauchspeck in recht große, die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch fein hacken
  • in einem Topf den Reis mit der Quellmethode zubereiten (1 Tasse gewaschenen Reis, 2 Tassen gesalzenes Wasser)
  • dabei eine beschichtete Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze erwärmen, dann den Bauchspeck und die Zwiebel dazugeben und ohne Öl etwa 5 Minuten lang anrösten/dünsten, dabei tritt genug Fett aus
  • den Knoblauch und die abgegossenen Bohnen dazugeben und umrühren, weitere 5 min lang garen lassen
  • beide Paprikasorten dazugeben, kurz mit anrösten/erwärmen und dann die pürierten Tomaten und den Thymian mit Curry dazugeben
  • bei relativ niedriger Hitze 5 min ohne Deckel köcheln und einreduzieren lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken

Et voila:

Und als „Schmankerl“ : die epische Gourmetszene aus „Vier Fäuste für ein Halleluja“:

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Championsleague-Spieltag #1: FC Bayern München - Chelsea FC: Chicken Tikka Masala

Ich möchte versuchen, auch in dieser CL-Saison den Weg des FCB in der Championsleague kulinarisch zu verfolgen. Am ersten CL-Spieltag geht es gegen Chelsea. Meine Wahl ist Chicken Tikka Masala : klingt indisch, hat natürlich indische Wurzeln, wurde aber tatsächlich wohl erstmals in Großbritannien (Glasgow) zubereitet und gilt heute als modernes Nationalgericht der Briten. Mein Vorschlag:

Zutaten: (für etwa 2-3 Personen)

  • 2 Hähnchenschenkel
  • 1 kleine Tasse Basmatireis (250 ml)
  • 5 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer (im Volumen etwa dem Knoblauch entsprechend)
  • Paprika (edelsüß)
  • Curry
  • Kreuzkümmel
  • Garam Masala
  • Chili
  • Koriander
  • Zucker
  • Sonnenblumenöl
  • 2 El Butter
  • 400 g passierte Tomaten
  • 150 ml Sahne
  • 2 El Joghurt
  • eine Gemüsezwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz und Pfeffer
  • frischer Koriander

Zubereitung: (insgesamt etwa 45 Minuten)

Am Vortag: (die Marinierung)

  • Knoblauch und Ingwer recht grob hacken, mit etwas Wasser in ein passendes Gefäß geben und mit einem Pürierstab zerkleinern, so dass eine Paste entsteht
  • das Fleisch der Hähnchenschenkel von den Knochen vorsichtig ablösen, abwaschen und in mundgerechte Stücke schneiden
  • 1 El Paprika, 1 Tl Chili, 1 Tl Garam Masala, 1 Tl Kreuzkümmel, 1 Tl Koriander und 1 Tl Curry in eine Schüssel mit 2 El Öl geben. 2 El Joghurt sowie 1 El der Ingwerknoblauchpaste und das kleingeschnitte Fleisch dazugeben, alles gut vermengen und dann mit Deckel in den Kühlschrank stellen über Nacht ebenso wie den Rest der Ingwerknoblauchpaste

Am nächsten Tag:

  • den Basmatireis mit 2 Tassen Wasser und etwas Salz mit der Quellmethode zubereiten. Derweil:
  • 2 El Sonnenblumenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen auf mittlere bis hohe Temperatur, später 2 El Butter dazugeben
  • wenn die Butter komplett zerlaufen ist: das Hähnchenfleisch hinzugeben und etwa 3 Minuten von einer Seite anbraten, danach wenden, wieder 2 Minuten anbraten und danach aus der Pfanne nehmen (in der Zwischenzeit die Zwiebel klein würfeln)
  • die kleingewürfelte Gemüsezwiebel mit dem Lorbeerblatt in die Pfanne geben und andünsten, bis die Zwiebel weich wird und etwas Farbe annimmt (5 min)
  • 1 El Paprikapulver, 1 Tl Koriander, 1 Tl Curry, 1 Tl Garam Masala hinzugeben und alles ganz kurz erwärmen (max. 30 Sekunden) bei ständigem Umrühren
  • die passierten Tomaten, die Restmarinade, das Fleisch, die Sahne, 1 El Zucker und 3 EL der Ingwerknoblauchpaste dazugeben, bei mittlerer bis hoher Hitze ohne Deckel alles einreduzieren und das Fleisch durchgaren lassen (etwa 8 min), das Lorbeerblatt am Ende herausnehmen
  • etwas frischen Koriander hacken und das Gericht schlussendlich damit garnieren

Guten Appetit - und allen hoffentlich viel Spaß beim Auftakt in eine neue CL-Saison!

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Championsleague-Spieltag #2: Paphos FC - FC Bayern München : Afelia (mit Kritharaki und Joghurt-Dip)

Es geht im nächsten Spiel nach Zypern, ein eher ungewöhnliches Reiseziel für die Bayern in der CL. Mein kulinarischer Vorschlag für dieses Spiel ist vor allem ein in Rotwein mariniertes Schweinegulasch zusammen mit griechischen, reisähnlichen Nudeln aus Hartweizengrieß: es handelt sich um Afelia (das Fleisch) zusammen mit Kritharaki (die Nudeln). Dazu gibt es einen Joghurt-Dip. Afelia ist ein traditionelles zypriotisches Gericht, wie immer findet man viele verschiedene Rezeptvorschläge im Internet - hier ist meine persönliche „Mixtur“ davon (eine Premiere für mich) :

Zutaten: (für etwa 4 Personen)

  • 1 kg Schweinegulasch
  • etwa eine halbe Flasche trockener Rotwein
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zitronen
  • Olivenöl
  • Pflanzenöl
  • 2 EL Butter
  • 5 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bund frischer Koriander
  • 500 g Kritharaki (findet man im gut sortierten Supermarkt)
  • 500 g griechischer Joghurt (10 % Fettgehalt)
  • 1 rote Paprika
  • Tomatenmark
  • 1TL Honig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung (insgesamt etwa 2 Stunden, ein Großteil davon ist die Garzeit)

Am Vortag: (24h vor der eigentlichen Zubereitung, dauert etwa 15 min)

  • das Fleisch waschen und trockentupfen, in eine Schüssel geben
  • 3 Knoblauchzehen pressen, 1 Zwiebel klein würfeln sowie den frischen Korianders kleinhacken und zum Fleisch dazu geben
  • den Saft einer ausgepressten Zitrone mit 3 EL Olivenöl hinzugeben, salzen und pfeffern, alles gut vermengen
  • den Rotwein dazugießen, so dass das Fleisch komplett bedeckt ist
  • einen Deckel auf die Schüssel geben und für 24h in den Kühlschrank stellen
  • den Joghurt-Dip mit Joghurt, 2 gepressten Knoblauchzehen, 1 EL Olivenöl, dem Saft einer halben ausgepressten Zitrone, Salz, Pfeffer und Honig zubereiten, ebenfalls in den Kühlschrank stellen und damit gut durchziehen lassen

Am Folgetag:

  • den Joghurt-Dip aus dem Kühlschrank nehmen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann
  • das Fleisch in ein Sieb über eine Schüssel geben, so dass die Rotweinmarinade aufgefangen wird und das Fleisch trockentupfen
  • in einen Topf mit möglichst großer Bodenfläche 3 EL Pflanzenöl geben, stark erhitzen und die Butter etwas später dazugeben
  • wenn die Butter zerlaufen ist: das Fleisch etwa 3 Minuten lang bei maximaler Hitze von beiden Seiten braun anbraten (nicht zu viel Fleisch auf einmal in den Topf geben, jedes Fleischstück sollte direkten Kontakt zum Boden haben, daher in mehreren Portionen anbraten und dann beiseite stellen)
  • wenn das Fleisch komplett angebraten ist, alles zurück in den Topf geben, die Rotweinmarinade wieder dazugeben, kurz aufkochen und etwa 60 Minuten bei kleiner Hitze mit Deckel simmern lassen. Nach 60 min den Deckel entfernen und die Soße/Marinade bei mittlerer Hitze etwas einreduzieren lassen für weitere 30 min, dabei alles gelegentlich umrühren
  • nachdem der Deckel entfernt wurde, die Kritharaki nach Packungsanleitung zubereiten in einem weiteren Topf
  • die Paprika in ganz kleine Würfel schneiden und wenige Minuten vor Ende der Garzeit der Kritharaki hinzugeben, am Ende in einem Sieb abgießen

So ehrlich muss man sein - der Rotwein ist nicht für jeden geeignet (kann aber ggf. durch Traubensaft substituiert werden). Das Resultat ist aber ein zartes und sehr aromatisches Fleisch, und ich zumindest verstehe nach dieser Zubereitung absolut, warum Afelia auf Zypern sehr geschätzt wird. Zusammen mit den Nudeln und dem Joghurt ist es ein echter Genuss.

Guten Appetit - und ich hoffe natürlich auf einen Sieg der Bayern!

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ich hatte ein überraschendes und köstliches Spontan-Abendmahl bei meinem Bruder nachdem wir Papa beim Abbau seines Bridge-Turnies geholfen haben… holy moly :heart_eyes:

und dann gabs daheim noch Monschauer Willi als Nachtisch :black_heart:

sportlich daran ist wohl nur der Verdauungsprozess… :zany_face:

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