EM-Blog, Tag 18: Hätte, hätte, Fahrradkette

Ich finde, wie man in den Wald hineinruft, so kommt es meist wieder zurück. User welche polemische Beiträge (mach ich ja auch ab und an) schreiben, müssen schon damit rechnen, dass es dazu auch polemische Antworten gibt.

Meist bringt das nichts, scheint sich aber weltweit in fast allen Bereichen des Lebens fester Bestandteil von Diskussionen zu sein.

Ich gebe zu, dass ich mich auch nur sehr peripher für Frauenfußball interessiere. Werde mir wahrscheinlich während Olympia mal ein Spiel anschauen. Ich habe mir eine Zeit lang einige Spiele angeschaut. Aber es hat mich eben nicht gepackt. Ich kenne die Ergebnisse etc. Aber ich schau mir das tatsächlich kaum noch an (bisserl wie Formel 1, interessiert mit im Grunde nicht (mich langweilen diese Rennen seit Kindheit), aber die Resultate bekomme ich ja trotzdem mit).

Darf man sagen, man interessiert sich nicht sonderlich dafür und was ist der Unterschied zu „Frauenfußball ist doof“?

Klar letzteres ist wertend. Vielleicht wäre es auch einfach ok zu sagen, ja dann ist es eben so. Die einen finden es doof, die anderen nicht. Ich denke, da geht die Welt nicht unter.

Ich habe da viel größere Probleme wenn einer meint, Demokratie kann man machen , muss aber nicht. So ein Führer wäre doch auch mal wieder eine feine Sache. Da ist bei mir eine Grenze überschritten. Da kann ich nicht mehr über Pro und Contra diskutieren.

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ersteres bezieht sich auf dich - ergo: ok!
zweites verallgemeinert und wertet - ergo: nicht ok!

ist doch eigentlich ganz einfach…

Ich für mich, darf es nicht doof finden?
Bin bei Dir, Frauenfußball grundsätzlich doof zu finden ist abwertend. Aber wenn ich es für mich selbst doof fände (was ich so nicht tue, es interessiert mich einfach zu wenig)?

Volle Zustimmung dazu. Beim Frauenfußball kann ich auch hundertprozentig akzeptieren, wenn man sich nicht dafür interessiert. Ob es dann - damit meine ich jetzt nicht Dich, sondern allgemein - eine für die Community wichtige Mitteilung ist: Geschmackssache. In regelmäßigen Abständen gibt es aber sehr abschätzige bis aggressive Bemerkungen darüber, und die haben hier im Grunde nichts verloren. Ich wüsste auch nicht, inwiefern durch diese Abgrenzung ein ungezwungener Meinungsaustausch behindert würde, denn diskriminierende Äußerungen sind keine Meinungen.

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Wie Du es für Dich findest, ist komplett Dir überlassen. Was Du dann davon raussetzt, ist damit eben in der Welt und muss sich dann auch an den Ansprüchen messen lassen, die zumindest hier für den Umgang miteinander gelten. Beim Frauenfußball fällt auf, dass es immer mal wieder diese abwertenden Statements gibt. Das empfinde zumindest ich als respektlos. Hat wie gesagt nichts mit Dir zu tun.

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Ich halte die Entscheidung von @jep, diesen Beitrag von DBW zu löschen, für absolut richtig. Das habe ich ihm auch schon in einem privaten Chat mitgeteilt. Ich möchte hier, ergänzend oder auch wiederholend zur Argumentation von jep dennoch auch nochmal Position beziehen: Es geht im Kern gar nicht so sehr darum, dass Leute Frauenfußball doof finden. Das steht jedem und jeder frei. Macht das, schreibt es auch gern in einen Kommentar, wenn euch eine Debatte dazu aufreibt (warum und in welchem Kontext auch immer, denn meist ist das Kundtun von „ich finde das doof, weil isso“ dann doch wenig diskussionsstiftend oder sinnvoll, aber es steht euch frei, wenn es thematisch auch nur entfernt passt).

In diesem Fall sehe ich drei wesentlichere Punkte als „Frauenfußball“ für die Löschung des Kommentars:

  1. Der Kommentar zum Frauenfußball hat keinerlei thematische Relevanz zum Artikel und zu diesem Thread hier
  2. Er ist provokant und streitstiftend geschrieben
  3. Man kann nicht ignorieren, von wem dieser Kommentar kommt. Ein User, der hier seit seines ersten Auftauchens allen mit beleidigender, abwertender und/oder provozierender Sprache klarmacht, wie ahnungslos sie sind und wie viel mehr Ahnung er von allem hat.

In Summe war das kein Kommentar, den wir auf der nach oben offenen Skala der Regelverstöße extrem hoch einstufen würden im Kontext dessen, was wir hier schon lesen mussten. Die Summe der Punkte hat uns aber dazu bewogen, so zu reagieren und diese Entscheidung auch stehen zu lassen.

Ich würde euch nun auch bitten, das Thema ruhen zu lassen. Vlt. fällt euch ja im Artikel noch etwas auf, worüber ihr diskutieren wollt. Denn für die Autorin ist es in dem Fall schade, dass über etwas diskutiert wird, was gar nicht Thema war.

Danke.

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Bezüglich der „Bubbles“ hast Du sicher einen Punkt - immer gut, wenn man sich mit gegenteiligen Sichtweisen auseinandersetzen muss.
Allerdings denke ich, das Spektrum in diesem Forum ist wahrlich groß genug, gerade was diese gesellschaftlichen und politischen Fragen betrifft. Was viele nicht brauchen, sind die radikalen Ränder (und damit meine ich eine Positionierung außerhalb des Randes), und ich denke schon, dass die angepassten Regeln diesbezüglich keineswegs „schwammig“, sondern sehr hilfreich sein werden, weil sie genauer definieren, was auf MSR keinen Platz haben sollte.

Was du zum Thema Sexismus sagst, und das war ja dein Aufhänger, begegnet mir sehr häufig. Und ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so ganz, was das Problem ist. Okay, kann sein, dass man mittlerweile als Mann etwas genauer formulieren sollte, etwas sensitiver und empathischer. Das hat weder mit Denk- oder Sprechverboten zu tun, sondern trägt lediglich der Tatsache Rechnung, dass seit - und das ist jetzt keineswegs übertrieben - seit Jahrhunderten rund 50% der Weltbevölkerung darunter leidet.
Da scheint mir die geringfügige Anstrengung meines Geschlechts ein relativ akzeptabler Aufwand zu sein. Und auch, wenn manches übers Ziel hinausschießt, wäre es immer noch so.

Dein etwas larmoyanter Kommentar:

…ist, wie gesagt, ein gutes Beispiel für viele Reaktionen, die ich höre.
Er klingt ein kleines Stück weit beleidigt oder spöttisch, weil er suggeriert:
Übertreibt ihr alle nicht ein wenig?
Nehmt ihr das alle nicht ein bisschen zu wichtig?

Nun, meine These wäre, ginge es bei all dem Mühen, Sexismus zu vermeiden, um ein Problem, das vor allem Männer beträfe:
Es wäre schon seit Jahrzehnten abgestellt und dies mit härteren Drohungen und Maßnahmen versehen.

Der Anlass für @jep’s Eingreifen war nicht, dass jemand im Kontext gesagt hat, dass er mit Frauenfußball nicht soviel am Hut hat. Sondern es war ein provokatives, albernes, Kontext-loses Herziehen und Sich-Lustig-Machen von einem User, der in dieser Hinsicht als Wiederholungstäter gelten darf, weil er seine Misogynie schon öfters zur Schau gestellt hat.
Ich denke, du darfst dem Team durchaus vertrauen, dass sie für solche Unterscheide ein feines Gespür haben und dementsprechend handeln.

EDIT:
Sehe gerade, dass sich @justin’s Post und meiner überschnitten haben - daher sorry, falls sich manches wie eine Wiederholung liest… :wink:
Das möchte ich jedoch noch aufgreifen:
Der neue Artikel von @katrin im EM-Blog, Tag 20, illustriert sehr genau, was ich meine, und ich kann die Lektüre nur jedem sehr ans Herz legen.

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@katrin: Sehr passender Kommentar zu Bellingham, danke dafür! Nur zur Sicherheit: dies hat selbstverständlich nichts mit seinem früheren oder gegenwärtigen Arbeitgeber zu tun. Auch der Vergleich mit Musiala trifft zu. Große Fähigkeiten und Leistungen - diese bei Bellingham momentan ohnehin nur punktuell zu beobachten - werden durch größenwahnsinniges Verhalten keineswegs zusätzlich aufgewertet.

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Danke Katrin für den Hinweis zu Bellingham, hatte ich tatsächlich nicht mitbekommen. Fühle mich nun in meiner mir bisher irrational anmutenden Abneigung ihm gegenüber aufs Angenehmste bestätigt. Immer ein schönes Gefühl.

Nachtrag: dafür dass man generell und auch hier ja angeblich nix mehr sagen darf, tut ihr das alle sehr ausufernd und andauernd. Ich finde übrigens männliche Schriftsteller doof. Ausnahmslos alle und immer.

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Danke für Dein kompetentes und ausgewogenes Urteil! :sweat_smile:

Nach all dem Theater um Frauenfußball natürlich berechtigt.

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