Nachdem du ja selbst sagst, beim Thema Sexismus etwas weniger sensibel eingestellt zu sein, freue ich mich zu sehen, dass das bei der Semantik umso mehr der Fall ist.
Daher lass mich korrigieren, damit du wieder zu Atem kommst:
Ich habe eine deskriptive Aussage getroffen, wonach rund 50% der Weltbevölkerung seit jeher Frauen sind. Wenn ich dann von Sexismus spreche, der von Männern ausgeht, betrifft das (quod definitionem) in der Regel das andere Geschlecht. Und so etwas nennt der allgemeine Sprachgebrauch „darunter leiden“. Wie jede einzelne Frau mit diesem männlichen Verhalten umgeht, ob sie es persönlich schon erlebt hat, oder wie oft oder in welcher Form - all das ist damit nicht angesprochen, ebenso wenig wie die Resilienz der weiblichen Individuen.
Und wenn du mir jetzt noch sagst, wie meine Empathie und mein Bemühen, ein Problembewusstsein zu entwickeln für etwas, was mich selbst kaum je betreffen wird, als Anmaßung verstanden werden kann, haben wir vielleicht eine Basis.
Eventuell bist du ja keiner dieser kleinen Machos, die Misogynie als Hobby betreiben, sondern findest es nur albern oder wenig glaubwürdig, wenn auch Männer Interesse an feministischen Themen haben. Sollte dem so sein:
In meinen Augen ist Feminismus, wie ich ihn verstehe, ein Humanismus.
In diesem Sinne sollte jeder Mensch ein Feminist sein.