EM-Analyse: Der Wind von 2006 - Spätes Aus gegen Spanien

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Aus. Vorbei. Deutschland ist ausgeschieden. Obwohl man die bessere Mannschaft war, steht Spanien unverdient im Halbfinale. Unsere Analyse. Spielbericht Als Schiedsrichter Anthony Taylor um Punkt 18:00 Uhr zum Spiel anpfiff, hätte er auch einfach den Gong zu einem MMA-Fight betätigen können, ein derartiges Getrete setzte direkt ein. Kroos blieb aus…

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Danke Daniel, eine hervorragende Analyse und alles genau auf den Punkt gebracht.

Wahrscheinlich werde ich jetzt bei vielen Kroos-Anhängern in Ungnade fallen, aber für mich kommt er in der ganzen Wahrnehmung zu gut weg.

Taktgeber hin oder her, aber da war schon sehr viel Querpass-Toni dabei. Was mich aber schier wahnsinnig machte, ist seine Forderung jeden Eckball und jeden Freistoß zu schießen. Das hat er jetzt bei der EM fünf !!! Spiele lang gemacht und der Ertrag war Null!

Ansonsten sei gesagt, dass wir unglücklich ausgeschieden sind. Aber zugleich ist die Hoffnung gegeben, endlich mal wieder eine Nationalmannschaft zu haben, die den Namen verdient.

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Kimmich für mich der Gewinner des Turniers. Ich gönne es ihm sehr, für mich sowieso ein absoluter Vollprofi mit unbändigem Siegeswillen. Seine Verunsicherung schwindet zusehends, seine Formkurve zeigt seit Monaten wieder nach oben. Durchgängig gute Performance im gesamten Turnier, gegen Spanien bester Mann. Und das auf einer Position, die nicht seine Lieblingsposition ist; kein Murren, einfach geliefert.
Der FCB sollte weiter mit ihm planen, seine Identifikation mit dem FCB ist unbestritten und solch einen polyvalenten Spieler auf diesem Niveau muss man einfach halten.
Lassen wir ihn gehen, schwächen wir den FCB. Wir haben in der Vergangenheit soviel Geld unnötig vernichtet, da sind die 3/4 Mio die Kimmich evtl. zu viel verdient, lächerlich.
Und dann nach 2 Jahren fragen wir uns dann alle wieder wie bei Kroos oder Alaba, wie wir ihn einfach haben ziehen lassen.

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Eine nicht ganz ernst gemeinte, etwas andere Erklärung für das Ausscheiden:
Der Fußballgott wollte eine seiner letzten Chancen nutzen, um Toni Kroos mal zu zeigen, wie es ist, wenn man beim Versuch ein großes Ziel zu erreichen (der EM-Titel war die letzte wichtige Trophäe, die ihm noch fehlte) trotz besserer Leistung und auch wegen einer zweifelhaften Schiedsrichterentscheidung scheitert. :wink:
Bei eigentlich jedem seiner CL-Titel mit Real hatte er in einem oder mehreren Spielen das Glück, über den am Boden liegenden und die Welt nicht mehr verstehenden Spielern des Gegners zu stehen und dieses Mal war es Andersrum.
PS: Ich hoffe, dass sich der Fußballgott auch für Typen wie Nacho und besonders Carvajal noch ein paar Pointen aufbewahrt. :rage:

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Ja, das kann man so sehen. :slight_smile: Kroos hätte schon nach seinem 2. Foul zwingend Gelb sehen müssen und ich fand, er hat auch nicht besonders gut gespielt, um ihn herum sind halt nicht wie bei Real nur Weltklasse-Spieler sondern „nur“ viele überdurchchnittliche Spieler auf Top-Niveau. Und das merkt man dann auch über die Strecke.
Dass er ein Top-Mittelfelspieler ist bestreitet keiner, aber war er wirklich der Unterschiedsspieler im deutschen Team? Fand seinen Impact in den letzten 3 Spielen eher überschaubar.

Erstmal Danke für den Artikel. Meiner Meinung nach ist das auch eine Frage der Erwartungshaltung an Andrich.
Ich finde er hat Defensiv das gespielt was man erwarten kann.
Ich habe von Leverkusen nur paar EL spielen gesehen, bei keinem ist er mir sonderlich aufgefallen bzw. Alonso hat gleich auf ihn verzichtet.
Das einer wie Andrich überhaupt von 0 auf 100 mit dem Alter in die NM gespült wird sagt leider viel über die Qualität der NM aus.

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Wir sind raus. Es ist hart und zum Teil ungerecht, aber es ist die Realität.

Von meiner Seite ein großes Lob an die Mannschaft und Julian Nagelsmann und sein Team. Sie alle haben uns eine Identität und ein Selbstwertgefühl zurückgegeben, dass wir uns vor wenigen Monaten seit Jahren nicht mal mehr im Traum vorstellen konnten.

Und genau da liegt der entscheidende Punkt. Wir haben erst seit wenigen Monaten wieder die Instrumente und den Spirit. Dass war gleich wieder die Spitze erklimmen, war unwahrscheinlich. Um so begeisternder der Auftritt bei diesem Turnier, das wertiger ist, als eine WM.

Wir haben auf diesem Weg nun zwei Jahre Zeit auf der Strecke zur WM. Und da ist alles möglich.

Man kann wieder voll hinter der Mannschaft stehen und wer das nicht will, hat selbst ein Problem.

Bravo Jungs! Bravo Julian Nagelsmann! Das war toll und überraschend! Wir haben gegen den Top-Favoriten unverdient verloren und darauf kann man stolz sein!

Und nun heißt es, Mund abputzen und hart für die WM 2026 zu arbeiten! Zum Glück hat Nagelsmann bereits verlängert. Die Hauptaufgabe liegt nun darin, Kroos adäquat zu ersetzen, auch wenn das kaum geht.

Gündogan, Müller und Neuer sollten nun das Ende ihrer Nationalmannschafts-Karriere erklären, um den Umbruch klar strukturieren zu können.

Ich persönlich werde nun sie Nationalmannschaft wieder gerne schauen. Diese Mannschaft verdient Respekt und Unterstützung.

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Das hoffe ich allerdings auch. Vor allem Carvajal ist für mich das Allerletzte. Unsportlich bis zum geht nicht mehr.

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Ich oute mich mal als einer derjenigen, der - jedenfalls seit den Zeiten des dauernd missmutigen Bundestrainers Berti Vogts - kein großes Problem damit hat, wenn die Deutsche Nationalmannschaft aus einem Turnier ausscheidet.

Zur Klarstellung: Der sympathisch und professionell auftretenden Mannschaft hätte ich das Weiterkommen natürlich gegönnt. Was mir mal wieder komplett gegen den Strich geht ist das selbstbemittleidende Geheule der deutschen Sportöffentlichkeit (ich habe das Spiel in einer Gaststätte gesehen, die dankenswerterweise die Magenta-Übertragung an hatten - die brach aber nach dem spanischen 2:1 zusammen, so dass ich die letzten Minuten öffentlich-rechtlich mit dem Geheule des Herrn Hitzelsberger „genießen“ durfte - peinlicher Typ, kann sich IMHO gemeinsam mit Kroos und Gündogan vom Acker machen).

Kann man denn nicht endlich damit aufhören, sich bei Niederlagen singulär den Schiedsrichter rauszupicken? Ich sags deutlich, für mich war’s kein Handspiel erstens, weil die Hand zum Körper ging - der Spieler also das Handspiel vermeiden wollte (in der Regel steht was von „Absicht“), und zweitens, weil der Ball scharf aus nächster Nähe geschossen war.

In meiner sportlichen Idealwelt soll nun mal das Spiel auf dem Platz entschieden werden, und nicht durch einschneidende Entscheidungen kurz vor Spielende. Lasst die Jungs spielen … auch wenn’s mal ungerecht zugeht, wichtig ist, dass der Ball weiterrollt …

Der Punkt ist doch ein anderer: Noch entscheidender als der nicht gegebene Elfmeter - das wäre dann mit 80% Wahrscheinlichkeit die Führung für Deutschland gewesen - war doch das 2:1 für Spanien in der 119ten (Tor ist eben 100% und damit mehr als die 80%-Chance). Wenn man es nicht schafft, als Mannschaft dieses Tor zu verhindern, weil man nicht mehr wechseln darf und Toni Kroos nach seinen vielen Fouls nicht mehr laufen kann, dann ist das Weiterkommen der Spanier verdient.

Größe zeigt sich vor allem in der Niederlage. Und da ist die deutsche Öffentlichkeit leider ein Zwerg.

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Danke für die Analyse!

Kann natürlich gut sein dass es meine Enttäuschungsbrille ist, aber das liest sich doch alles sehr ernüchternd. Ich sehe weit und breit keinen offensichtlichen Ersatz für Kroos und Gündogan, von Andrich und Fülle mal ganz zu schweigen.

Individuelle spielerische Limitierungen aside, muss ich aber sagen dies war das erste Turnier seit 2016 wo die Mannschaft mich mitgenommen hat. So bitter die Niederlage ist, ist mir 1000 mal lieber als 2018 etc.

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Vor 10 Jahren hätte die Argumentation so gepasst.
Aber schau dir mal Handspiele an die in der CL gepfiffen wurden. Das wäre zu 110% ein Elfmeter.

Ganz generell: die Mannschaft hat sich über Wert verkauft. Ich bin eher in Sorge vor den nächsten Jahren, soviel Potential sehe ich da nicht. Mit 2006 mag ich das auch nicht vergleichen - man besiegte Argentinien und Portugal.
Spanien war in entscheidenden Szenen besser - nennt es Glück oder Qualität oder was auch immer.
Vor der EM dachte ich wir scheiden in der Vorrunde aus, von daher alles gut.
Zur Spitze zähle ich uns aber bei weitem nicht - da fehlts leider an Qualität.

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Sogar bei weitem nicht. Naja, wenn du meinst.
Ich zähle uns zur absoluten Spitze.
Frankreich und England zeigen ja schön, wie die Spitze aussieht.

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Mag sein. Aber dann sind die Elfmeterpfiffe das Problem und nicht die Hand. Wenn man wirklich will, dass die Abwehrspieler die Hände hinter dem Rücken verschränken, muss man die Regeln ändern. Denn dass sie das machen müssen, steht in den Regeln nun mal bislang nicht drin.

Aber nochmal: Nen’ Elfer kriegst Du, oder Du kriegst ihn halt nicht. Die story dieses Spiels ist größer als diese eine Szene.

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Man sieht wie der gesamte Körper Richtung Ball geht. Gezielt und gewollt.
Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen.

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Eine positive Sache gestern war mMn, dass es seit langem wieder mal eine deutsche Mannschaft (egal ob Nationalelf oder Vereinsmannschaft) hingekriegt hat, in einem wichtigen Spiel keinen extremen individuellen Fehler zu fabrizieren. Natürlich war das Stellungsspiel einiger Spieler bei beiden Gegentoren nicht fehlerfrei, aber ich meine damit solche Fehler, wie sie Maatsen und Neuer zuletzt gegen Real fabriziert haben oder wie sie sonst immer wieder passiert sind, wenn es um etwas ging (egal ob die Fehler wie in den o.g. Beispielen bestraft wurden oder glimpflich ausgingen, wie z.B. bei Sommer gegen PSG 2023, Alaba im CL-Finale gegen PSG 2020 oder auch Kroos im WM-Finale 2014).
Das ist durchaus etwas, was man mMn positiv hervorheben kann, denn es ist eben nicht selbstverständlich gewesen in den letzten Jahren, dass es alle Spieler schaffen, unter Druck die Nerven zu behalten.
Was in solchen Spielen wie gestern natürlich wünschenswert und hilfreich wäre, wäre die Kaltschnäuzigkeit beim Ausnutzen von gegnerischen Fehlern, wie es vielen Topteams gelingt. Den einzigen krassen individuellen Fehler hat gestern Unai Simon fabriziert als er den langen Pass nach vorne vermurkste und dann auch noch falsch herauslief und im Niemandsland stand. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass so etwas bei Real bzw. Spanien zu 99% ein Gegentor nach sich ziehen würde und deutsche Teams hier sehr „nett“ sind und solche Fehler zu oft nicht ausnutzen.

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Offenbar gab es vor der EM nochmal ein Umdenken.

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Sorry, das seh ich so überhaupt nicht so. Erstens ging die Hand nicht zum Körper. Der Körperfläche wurde wesentlich vergrößert. Ich wüsste auch nicht wann in den letzten Monaten in Europa sowas glatt durchgewunken worden wäre.

Da kann man sich schon mal aufregen. Andere Nationen hätten da sicher mehr Gas gegeben. Taylor ist da bis jetzt noch gut weggekommen.

Meinst du nicht, dass man sich hier schon den Schiri singulär rauspicken kann? Der Schiri inkl. VAR hat das ja auch singulär verbockt.

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Hätte der VAR überhaupt eingreifen dürfen?
Hätte der Schiri selbst sagen können: „Das möchte ich gerne nochmal sehen!“?

Voraussetzung für ein Eingreifen des VAR ist jeweils, dass nach dessen Einschätzung eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters bzw. der Schiedsrichterin auf dem Feld vorliegt oder ein schwerwiegender Vorfall übersehen wurde. Ist eine solche falsche oder fehlende Wahrnehmung des/der Unparteiischen auf dem Feld nicht gegeben, dann darf der VAR nicht eingreifen.“ - dfb

Wenn der VAR sagt, dass es keine grobe Fehlentscheidung ist, darf er eigentlich nicht eingreifen.

Die Überprüfung einer Entscheidung kann sowohl der Schiedsrichter bzw. die Schiedsrichterin auf dem Feld als auch der VAR einleiten. Torerzielungen, Strafstoß-Entscheidungen und Rote Karten als spielrelevante Situationen werden dabei vom VAR immer automatisch überprüft („Check“), ohne dass es einer expliziten Aufforderung dazu durch den Schiedsrichter bzw. die Schiedsrichterin bedarf. Vom Check zu unterscheiden ist das On-Field-Review (OFR), bei dem der Schiedsrichter bzw. die Schiedsrichterin eine Entscheidung selbst noch einmal auf dem Monitor am Spielfeldrand (Review Area) begutachtet. Ein solches On-Field-Review wird zumeist auf Empfehlung des VAR von den Unparteiischen vorgenommen, der Schiedsrichter bzw. die Schiedsrichterin kann es aber auch von sich aus initiieren. -dfb

Wenn ich es richtig verstehe, hätte der Schiedsrichter sagen können: „Schaut euch das nochmal an“ oder „Ich möchte mir das nochmal anschauen.“

Ob der VAR bei der EM anders ist als beim DFB beschrieben, weiß ich nicht.

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Danke. Laut KRs oben verlinkten FAZ-Artikel gab es ja eine Kommunikation mit dem Keller:

„In der nächsten Spielpause signalisierte der Engländer, dass er nachhorche, was sein Video-Assistent (VAR) vor dem Bildschirm in Leipzig zu sagen hat, doch auch Stuart Attwell sah keinen Grund für einen Eingriff.“

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