Mir ging es nur darum, dass ich nicht glaube, dass man Kompany von einem offensiven dominanten Spielstil überzeugen musste.
Ich denke es ist einfach blöd gelaufen für Palhinha, gerade als er den Pavlovic hätte ersetzen können, hat er sich selbst verletzt und stattdessen hat Goretzka seine unerwartete Chance genutzt.
Im Grunde finde ich den Transfer von Palhinha ansonsten schon nachvollziehbar: ein Spielertyp, den du bei Bayern ansonsten nicht hast, der auch absolut heiß auf den Club ist und klaglos den Bankplatz einnimmt und geduldig auf seine Chance wartet …
Natürlich war er für die Spielzeit, die er bisher bekommen hat, zu teuer. Aber warten wir doch mal bis Saisonende ab, bevor wir ihn als Fehleinkauf bewerten.
Eine Spielerverpflichtung mit einer Ablöse von 50 Mio. Ist für mich nur dann nachvollziehbar, wenn er Stammspieler ist. Ansonsten kann ich so einen Transfer nicht nachvollziehen.
Ich habe es nimmer auf dem Schirm- Tolisso hat auch 40 mio gekostet- oder ? Wie waren seine Chancen?
Weiß es echt nimmer.
Kann man überhaupt nicht vergleichen mit Palhinha.
Er war beim Transfer nach München erst 23, galt in Frankreich als Riesentalent und hatte da schon für die A-Nationalmannschaft gespielt.
Ob er vom Spielertyp (einer von vielen „8ern“ mit Box2Box-Qualitäten) gepasst hat, kann man diskutieren. Aber Potential hatte der Junge definitv, leider hatte er krasses Verletzungspech während seiner Zeit hier.
Tolisso war damals unser Rekordtransfer. Leider hat es bei uns aus Verletzungsgründen aber so gar nicht geklappt.
Tröstlich, kaum hatte er unser Trikot abgelegt, spielt er in Frankreich wieder munter durch.
Es wurde auch mal ein gewisser Renato Sanches für 35 Mio geholt - weil er gegen uns im CL-Viertelfinale stark gespielt hatte … die Liste der „Fehleinkäufe“ - in Realität eher schiefgelaufene Wetten auf die Zukunft - ist legendär.
Das hat aber alles nix mit Palhinha zu tun, um den es ja eigentlich hier ging.
Palhinha kam mit 29 Jahren hierher, sozusagen als „fertiger“ und erfahrener Spieler. So jemand muss sofort helfen und ist sicherlich keine „Wette auf die Zukunft“.
Für mich ist bei dem Transfer von Palhinha nicht die Ablösesumme oder sein Spielertyp per se das Problem, sondern, dass so ein Akteur erst verpflichtet werden sollte, wenn das Gerüst des Teams bereits steht. 2012 hat Heynckes Martinez als das fehlende Puzzlestück, das den Kader in den entscheidenden Duellen die Portion Extraqualität beschert, identifiziert. Letzten Sommer war die Ausgangslage aber nicht so, dass nur noch ein Abräumer vor der Abwehrkette fehlte, um das Team spitzenmäßig aufgestellt zu sehen. Der Kader hatte genug andere, wichtigere Baustellen, auf die es in 90% der Spiele von Bayern mehr ankommt, als auf den Spezialist für reine Defensivarbeit.
Das ist richtig, wollte ich auch eigentlich noch schreiben, wurde aber unterbrochen … ![]()
Zu Palhinha hätte ich noch schreiben wollen: ob er wirklich ein Fehleinkauf ist, wissen wir mit einiger Sicherheit erst am Ende der Saison. Und selbst wenn es so kommen sollte (Stand jetzt: das wird es wohl), bleibt die Frage zu klären, wie viel „Schuld“ man Max Eberl dafür geben kann / sollte - Tatsache ist ja nun mal, dass im Sommer vorher schon die „Task Force“ sich weit aus dem Fenster gelehnt hat und sogar 65 Mio für Palhinha gezahlt hätte … wenn ich jetzt das Ego der damals handelnden Personen in Rechnung stelle, dann komme ich zu dem Schluss, dass bei jedem Versuch, einen anderen Mittelfeldspieler zu kaufen, der Aufsichtsrat „sanft“ darauf hingewiesen hätte, Eberl möge doch bitte Palhinha holen, denn den haben die Granden ja schon für gut befunden … und die täuschen sich ja bekanntlich nie ![]()
Aus dem Urlaub kommend und daher ein wenig spät dran, möchte ich anlässlich des tollen Artikels auch noch sehr ausführlich meinen Senf zu einer Bilanz von Eberl abgeben.
Ähnlich zu den Beiträgen im Artikel möchte ich die Arbeit von Eberl unter den drei Aspekten öffentliche Darstellung, Trainersuche und Kadermanagement bewerten.
- Öffentliche Darstellung
Hier sehe ich es grundsätzlich wie Andi im Blog Artikel. Es ist ein Segen, dass der FC Bayern wieder professioneller nach außen kommuniziert und mit Eberl auch wieder ein klares Gesicht in der Kommunikation nach außen hat. Nach meiner Wahrnehmung gelingt es ihm bisher auch meistens den richtigen Ton zu treffen. Sprich grundsätzlich freundlich und offen zu kommunizieren, aber auch mal sich durch „patzigeres Auftreten“ vor die Mannschaft zu stellen, wenn dieses geboten ist, wie in den Wochen rund um das Frankfurt Unentschieden und die Aston Villa Niederlage. Positiv gefallen hat mir auch die Kommunikation rund um die „Ausbootung“ von Goretzka zu Beginn der Saison. Man hat offensiv die Position des Vereins klar gemacht, ohne dabei dem Spieler gegenüber unfair aufzutreten oder das Tischtuch nachhaltig zu zerschneiden, was ja stets auch bei den anderen Spielern in der Kabine negativ aufgefasst werden kann.
„Der einzige Kritikpunkt an der Kommunikation ist für mich, wie sehr sich alles immer noch in der Öffentlichkeit abspielt. Eberl hat immer wieder Wasserstandsmeldungen zu allen Vertragsverlängerungen abgegeben und öffentlich über die Beweggründe der jeweiligen Spieler diskutiert.“
Auch diese Kritik von Andi kann ich nur bedingt teilen. Klar mir ist auch am liebsten, wenn Dinge erst an die Öffentlichkeit kommen, wenn sie eigentlich schon fix sind. Dies ist in bemerkenswerter Weise bei dem Transfer von Ito gelungen und auch die Verpflichtung von Olise war zumindest schon auf der Zielgerade, als das Thema medial heiß wurde. Das wurde natürlich auch dadurch begünstigt, dass beide Spieler per AK geholt werden konnten, trotzdem hat mich das gefreut. Ebenso wie die Tatsache, dass die ersten Meldungen darüber mal nicht von Bild oder Sky kamen, sondern von The Athletic bzw. dem Kicker, also Medien, die in meiner Wahrnehmung weniger boulevardesk arbeiten.
Dass im Rahmen der Trainersuche oder jetzt auch der Verlängerungen relativ offen kommuniziert wird, finde ich auch eher gut. Ein Großteil der Sportberichterstattung in Deutschland findet nun mal über den FC Bayern statt. Da wird sowieso viel geschrieben und geredet und da kommt eben auch vieles irgendwie raus. Der offensive Umgang ermöglicht es aus meiner Sicht da oftmals das mediale Narrativ aktiver zu lenken. In der Vergangenheit wurde das aus meiner Sicht vor allem dadurch versucht, dass bestimmte Infos an Sky und Bild durchgestochen wurden, im Austausch dazu, dass diese dann Vereins-Narrative verbreiten. Vor allem im Zusammenhang mit der Nagelsmann Entlassung ist mir das massiv aufgefallen. Ich muss schon sagen da ist mir der aktuell offenere Umgang lieber.
Bei der grundsätzlich positiven Bewertung der öffentlichen Darstellung möchte ich aber auch Christoph Freund und Vincent Kompany mitnennen. Freund und Eberl treten bisher wirklich geschlossen medial auf und gerade Freund finde auch in seiner Art und Weise sehr angenehm. Kompanys öffentliche Aussagen sind zwar bekanntermaßen langweilig und nichtssagend, aber nach den Extremen in die andere Richtung unter Tuchel und Nagelsmann empfinde ich das als sehr angenehm und bislang auch zielführend.
- Trainersuche
Hier sehe ich es ähnlich, wie Daniel und auch mehrfach hier im Thread, dass hier Eberl ambivalent zu betrachten ist und er am Ende irgendwo Glück im Unglück hatte.
Besonders negativ sehe ich dabei gar nicht mal, wie sehr die Trainersuche in der Öffentlichkeit stattfand. Hier bin ich wohl so desillusioniert, dass ich aktuell nicht glaube, dass man als FC Bayern mit einem Kandidaten Gespräche führen kann, ohne dass die Medien davon etwas mitbekommen und dies teilweise zu großen „Exklusiv-Meldungen“ aufbauschen, vgl. die Glasner Gerüchte.
Wie verschieden die spielerischen Ansätze der engen Kandidaten Nagelsmann, Tuchel und Rangnick sind, hat mich dann schon sehr irritiert. Insbesondere, wenn man bedenkt, wie gut man aktuell und aus der Flick Zeit sieht, wie viel besser einem Großteil des Kaders ein bestimmter Spielstil liegt. Hier wurde ich sehr stark an die Diskussionen rund um das Lahm SZ-Interview von 2010 erinnert und die Diskussion, ob ein so großer Verein nicht eine übergeordnete sportliche Philosophie braucht, nach deren Maßgaben Spieler und Trainer verpflichtet werden, anstatt die sportliche Philosophie von wechselnden Trainern bestimmen zu lassen. Teil des Erfolgsrezeptes der erfolgreichen Jahre Anfang bis Mitte der 2010er Jahre war aus meiner Sicht auch, dass van Gaal damals dem Verein eine spielerische Identität gegeben hat, auf der unter Heynckes und Guardiola weiter aufgebaut wurde. Danach kam es dann zwischen den Trainerwechseln zu Ancelotti, Kovac, Flick, Nagelsmann und Tuchel dann doch regelmäßig wieder zu großen inhaltlichen Veränderungen der sportlichen Herangehensweise durch schnell aufeinander folgende Trainerwechsel. Hinsichtlich der vergangenen Trainerdiskussion habe ich wenig Hoffnung, dass unter Eberl wieder eine klare spielerische Philosophie des Vereins im Vordergrund stehen wird, an der sich Trainer und Spielerentscheidungen orientieren, statt umgekehrt. Ein Aspekt, der meine Zuversicht für die mittel- bis langfristige Zukunft der Profimannschaft erheblich dämpft.
Kurz- bis mittelfristig sieht es danach aus, als hätte man mit Kompany hinsichtlich Spielsystem sowie Kommunikation in der Kabine und nach außen einen absoluten Volltreffer gelandet. Weil die Entscheidung so mutig war und gegen Widerstände durchgeboxt werden musste, muss man Eberl hier dann nichtsdestotrotz ein großes Kompliment aussprechen. Bleibt zu hoffen, dass er aus dem aktuellen spielerischen Erfolg auch für die langfristige Ausrichtung des Vereins die richtigen Schlüsse zieht.
- Kaderplanung
Diesen Aspekt sehe ich deutlich positiver als viele Beiträge im Thread. Natürlich ist es für eine abschließende Bewertung noch sehr früh, die bisherige Arbeit hier sehe ich aber sehr positiv.
Mit Olise hat man für aktuelle Preise verhältnismäßig günstig einen offensiven Unterschiedsspieler verpflichten können, der zudem noch im entwicklungsfähigen Alter ist. Auch die Verpflichtung von Ito und die Widereingliederung von Stanisic sind aus meiner Sicht sehr clever, weil beide durch ihre positionelle Flexibilität einfach die perfekten Verteidiger 5-6 für den Kader des FC Bayern sind.
Einzig die überteuerte Verpflichtung von Palhinha sieht aktuell natürlich nicht gut aus. Aber auch hier muss man beachten, dass Palhinha bisher auch viel mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen hatte. In der Phase nach der Pavlovic Verletzung vor seinem Muskelbündelriss hat Palhinha schon gezeigt, was er der Mannschaft an defensiver Stabilität bringen kann. Dennoch sieht der Transfer auch qua seines Alters aktuell nicht gut aus. Diese Entscheidung habe ich auch im Sommer schon rein konzeptionell nicht verstanden, warum man für einen ähnlichen preislichen Rahmen nicht bspw. auf Amadou Onana gegangen ist, der ein ähnliches Profil hatte, aber durch sein Alter noch Entwicklungspotential und einen potentiell hehren Wiederverkaufswert mitgebracht hätte. In der Bewertung dieses Transfers bin ich mir aber sehr unsicher, wie stark ich den Transfer Eberl anlasten möchte oder ob da nicht das Transferkomitee der Vorsaison nicht doch den entscheidenden Anteil an der Entscheidung hatte.
Weiterhin bewerte ich die ablösefreie Verpflichtung von Tom Bischof sehr sehr positiv und auch den Urbig Transfer finde ich spannend. Urbig sehe ich aber auch sehr positiv - ich hab wohl in den letzten 2 Jahren bei den richtigen Spiele seiner Fürth und Regensburg Zeit eingeschaltet ![]()
Weiterhin hat man mit Pavlovic, Davies und Musiala junge Schlüsselspieler verlängert bekommen, die hervorragend zum aktuellen Spielsystem passen. Gerade bei Davies war das bei Eberls Amtsantritt ja fast undenkbar. Ich gehe mal davon aus, dass auch Kimmich die Tage verlängern wird und auch eine Upamecano Verlängerung bevorsteht, sodass man damit eine Achse sehr langfristig gebunden hat, um die herum man die Mannschaft aufbauen kann
Auch die bislang getätigten Verkäufe würde ich insgesamt positiv sehen. Bei dem Abgang von Tel zu den gehandelten Modalitäten bin ich zwar auch zwiegespalten, die Verkäufe von Mazraoui und de Ligt an ManU würde ich trotz der eher geringen Ablösen auch positiv bewerten. Mazraoui hätte der Mannschaft spielerisch sicher etwas geben können, ansonsten finde ich es qua seiner offen homophoben Haltung und Verletzungsanfälligkeit gut, dass er nicht mehr im Verein ist. Bei de Ligt muss man es Eberl zugutehalten, dass er die richtige Evaluation hatte, dass Kim und Upamecano besser in das Spielsystem passen und hat auch dann seine Entscheidung gegen Widerstände durchgesetzt. Eine Entscheidung, die aus heutiger Sicht gut aussieht.
Ein Kritikpunkt ist ja oft, dass bisher zu wenig passiert sei. An dieser Kritik ist Eberl auch selber Schuld, weil er selbst das Wort „Umbruch“ in den Mund genommen hat. Hier war seine Kommunikation mal zu offensiv. Über die Notwendigkeit eines „Umbruches“ wird hier im Forum ja auch durchgehend diskutiert. Ich persönlich sehe bei der aktuellen Spielweise dazu keine Notwendigkeit, sondern möchte um den vorhandenen (und verlängerten) Kern herum lieber eine schrittweise Verjüngung sowie eine Stärkung der absoluten Spitze sehen.
Qua finanzieller Rahmenbedingungen sowie der vertraglichen Bindung an Top Verdienern, wie Gnabry, Goretzka und Coman glaube ich, dass wahrscheinlich wirklich nicht viel mehr möglich war bisher. Ich finde es auch weiterhin gut, dass man bei verdienten Spielern zwar offen kommuniziert, dass man nicht mehr mit ihnen plant, diese aber nicht durch öffentliche Diskreditierung ohne eine „Trainingsgruppe 2“ versucht vom Hof zu jagen. Wenn diese dann den Verein nicht verlassen wollen, sind einem gewissermaßen die Hände gebunden. Dazu muss man mildernd das Damoklesschwert Florian Wirtz in die Bewertung mit einbeziehen. Die Kaderanalysen hier in den Blogbeiträgen oder den Diskussionen sind ja oftmals darauf hinausgelaufen, dass man wieder mehr klare Weltklasse Spieler braucht. Dass man bei dem Versuch einen jungen deutschen Weltklasse Spieler, der tatsächlich das Potential zum Weltfußballer hat, sich von dessen Entscheidung abhängig macht und dabei dann auch Risiken eingeht, ist mir tatsächlicher lieber, als wenn man im Sommer erneut 60-80 Millionen für einen inkonstanten Flügelspieler der Marke Leao, Gittens, Kvara, etc. ausgibt. Zumindest ich kann dieses Verhalten nachvollziehen und würde genauso handeln, wenn ich vom Wirtz Lager gespiegelt bekäme, dass man realistische Chancen in den nächsten zwei Jahren hätte.
Auch die verpassten Transfers von Xavi und Doue stimmen mich sogar eher positiv, weil sie ähnlich zu Olise, genau das Profil sind, dass ich beim „offensiven Umbruch“ fordere. Technisch sehr starke Spieler, die sich auch in engen Räumen wohlfühlen, kombinationsstark sind, Zug zum Tor haben und auch Spielmacher Qualitäten besitzen. Da ist meine Bewertung also daher getrieben, dass mir die Evaluation gefällt, auch wenn man die Spieler am Ende nicht bekommen konnte.
Offen bleibt für mich die Frage, ob unter Eberl das Versprechen, den Campus mehr einzubinden, gehalten wird. Zumindest bisher muss man das eher verneinen. Das Konzept frühzeitig passende Leihen zu suchen, finde ich zwar grundsätzlich in Ordnung, jedoch muss man auch in Zukunft mal den Mut beweisen und Kaderpositionen bewusst für Jugendspieler offenhalten und diese nicht als Kaderoptionen 24-27 sehen. Bislang ist dieser Mut nicht erkennbar. Das kann ich erstmal auch verstehen, da nach der letzten Saison, dem weiterhin starken Konkurrenten Leverkusen und der „hire and fire“ Mentalität beim FC Bayern der letzten Jahren der Erfolgsdruck diese Saison enorm war. Dennoch ist
- Fazit
Abschließend würde ich also ein positives Zwischenfazit ziehen. Für mich bleibt aber kritisch zu beobachten, ob die Campus Einbindung in Zukunft wirklich konsequenter und mutiger erfolgt, ob der Verein nach dem Trainer Hick-Hack in Zukunft wieder selber für eine spielerische Grundausrichtung stehen wird und ob es Eberl & Freund in den nächsten beiden Transfersommern gelingt, den Kader in der Spitze zu verstärken, bestenfalls natürlich mit Flo Wirtz.
Ich wollte eigentlich erst nach der Kimmich-Entscheidung mein Zwischenfazit zu Eberl schreiben, aber nachdem es @LH25 mehr oder weniger so sieht wie ich (und mir sehr viel Zeit gespart hat, danke
), möchte ich nur einige Punkte ergänzen:
- Öffentliche Darstellung
Hier habe ich nichts zu ergänzen. ![]()
- Trainersuche
Glück im Unglück trifft es eigentlich ganz gut. Das Kompany nur 4. bis 7. Wahl war, war nach 3-4 Wochen auch kein Thema mehr. Am Ende zählt das Ergebnis und mit Kompany scheint es zu stimmen.
- Kaderplanung
Die schnellen Verlängerungen von Tel, Stanisic und Pavlovic fand ich sehr gut. Zum dem Zeitpunkt war es auch ein Signal für den Umbruch.
Die Nübel Verlängerung hatten wir hier schon damals kritisiert. Das ist für mich bislang der größte Fehler von Eberl. Hier hätte der FCB (Eberl) viel mehr stärke zeigen müssen. Nübel hatte eine super Saison gespielt und ein Jahr Vertrag. Hier hätte ich zu Nübel gesagt:
Option 1: Wir verlängern für 5 Mio. im Jahr + 1M für jede 1000 gespielte Minuten für den FCB. Falls Nübel wirklich irgendwann mal die Nr. 1 werden sollte, würde er mit Titel-Prämien etc. auf seine 12 Mio. kommen und der FCB hätte bis dahin nicht so hohe Leihkosten.
Option 2: Du möchtest nicht verlängern? Ok, suche dir einen Verein der uns ± 10 Mio. Ablöse bezahlt und unsere Wege trennen sich.
Option 3: Du möchtest nicht verlängern und hast keinen Verein gefunden? Dann bist du nächste Saison unsere Nr. 2 hinter Manu. Perez wird verliehen und wir sehen mal wie sich die Dinge so entwickeln.
Nübel hätte sicherlich nicht auf Option 3 Bock gehabt. Vor allem nach dem er Nationalspieler wurde.
Ich hätte die Verlängerung noch verstehen können, wenn man Neuer klar gesagt hätte: „Das ist deine letzte Saison bei uns“. Die Verpflichtung von Urbig finde ich nicht schlecht. Es zeigt mMn nur nochmal was für ein Fehler (Fehleinschätzung) die Vertragsverlängerung von Nübel ist. Auch ein weiteres Jahr Neuer unterstreicht es nochmals.
Die Zugänge im Sommer finde ich gelungen. Bei Palhinha muss man noch abwarten.
Ein dickes Lob gibt es für den de Ligt-Verkauf. Es war mMn eine Entscheidung zwischen de Ligt und Upamecano. Dier als billiger Backu-up und Kim nach einer Saison und Nexen als zukünftiger Sponsor waren keine Optionen. Ich und die Mehrheit der Fans hätten trotz der „Kompany-System“ Argumente für Upa lieber de Ligt als Upa behalten.
Das perfekte Szenario wäre eine Upa-Verlängerung im Sommer gewesen. Man hätte ihn damals für 10-12 Mio. verlängern können (schätze ich cca. so ein). Mal sehen wie viel er jetzt bekommt.
Für Tah keine 30 Mio. zu zahlen finde ich auch gut. Eberl war wohl bereit dazu. Die Wahrheit werden wir wohl nicht erfahren. Auch hier ist das Ergebnis positiv.
Ich war auch für einen „FIFA-Manager“ Umbruch, aber in der Realität funktioniert das eigenlich nicht. Coman für 50 Mio. nach SA. Goretzka und Gnabry ablösfrei gehen lassen um das Gehalt zu sparen. Hätte ich alles gut gefunden. Mit einem neuen Trainer ist aber auch die Chance, dass die Spieler wieder funktionieren und deswegen bewerte ich Eberl hier „neutral“.
Die Verlängerungen von Musiala, Davies und hoffenlich Kimmich finde ich sehr gut. Die Gehälter sind hoch, aber mMn noch in Ordnung.
- Fazit
Bis auf die Verlängerung von Nübel hat Eberl sehr viel richtig gemacht.
Gute Ergänzung. Die Nübel Verlängerung zu den Konditionen habe ich tatsächlich vergessen. Diesbezüglich würde ich gar nicht die Verlängerung an sich kritisieren, weil man damit zumindest einen überdurchschnittlichen Bundesliga Torhüter, der auch gut am Ball ist, dauerhaft als Stand-By-Lösung behalten hat, aber die kolportierten finanziellen Ausmaße sind schon einfach zu hoch und bringen auch das Risiko mit sich, dass man ihn 2026 nicht verkauft bekommt, wenn man sich gegen ihn entscheidet.
Sehe ich alles im Wesentlichen genauso. Wobei ich es für eine Illusion halte, dass Max Eberl seine Entscheidungen im luftleeren Raum getroffen hat; sprich, er hat sich mit Sicherheit immer auch darüber Gedanken gemacht, wie ein Move bei Uli Hoeneß ankommt - und bei schwierigen Fragen die auch bestimmt mal vorab mit ihm besprochen. Er will ja mutmaßlich ein paar Jahre länger beim FC Bayern bleiben und das wird er definitiv nicht dadurch erreichen, dass er als erste Amtshandlung nach ein paar Monaten UH und KHR mit unabgestimmten Entscheidungen vor den Kopf stößt.
Das betrifft dann meiner Ansicht nach auch und gerade die Causa Nübel: man hat ihn vor (zum Entscheidungszeitpunkt) 4 Jahren als potenziellen Nachfolger von Manuel Neuer ablösefrei geholt, ihm viele Milionen Gehalt auf seinen Leihstationen gezahlt, ohne bisher davon profitiert zu haben. Inzwischen war er Stammtorhüter beim Vizemeister, Tormann der Nationalmannschaft … und dann soll der neue Sportvorstand (seit 4 Monaten im Amt) den Schlussstrich ziehen und damit Nübel ablösefrei gehen lassen sowie sich sofort wieder die massive Diskussion über die Neuer-Nachfolge hereinholen??
Ganz ehrlich: das konntest du als Eberl nicht bringen, ganz egal ob du fachlich der Ansicht bist, dass Nübel für Bayern nicht gut genug wäre (was wie gesagt, beim aktuellen Nationaltorhüter auch nicht leicht zu verargumentieren wäre).
Man hätte ihn aber mMn auch für weniger Gehalt verlängert bekommen. Und wie wichtig ist Uli H. Nübel im Vergleich zu Neuer? Man hat sich durch die Leihe bis 2026 auch direkt die Hintertür für eine weitere Saison von Neuer offengelassen. Es gab über die Jahre wegen Nübel (Berater) ein wenig Unruhe in den Medien. Nach der Verletzung von Neuer wollte er auch nicht zurück (ob Bayern ihn damals überhaupt wollte oder ein Leihabruch zu teuer gewesen wäre wissen wir natürlich nicht).
Wieso ablösefrei? Er hatte ja noch ein Jahr Vertrag.
Wenn 2024 kein brauchbares Angebot für ihn von einem zahlungskräftigen Verein auf dem Tisch liegt und du nicht verlängerst, hätte er 2025 ablösefrei gehen können …
Wenn der Hund ned gschissn hätt, hätt er den Hasen kriegt. ![]()

Du hast dich ja dumm gestellt mit deiner Frage „wieso ablösefrei“, und ich war so nett, es dir zu erklären ![]()
Sehr schön auf den Punkt gebracht.
So und nicht anders kann ich mir diesen Mega Bock eigentlich auch nur erklären…
Zumal es eben total frisch in seiner Amtszeit war und es zu dem Zeitpunkt zwar massive Kritik an Neuer schon gab, aber eben gerade noch nicht an Nübel, so dass es eben naheliegender denn je schien alle Hoffnungen auf ihn zu setzen statt ihn ablösefrei gehen zu lassen und alle bisherigen Kosten für ihn quasi als Verlust abzuschreiben.
Das ist in vielerlei Hinsicht einfach auch saublöd gelaufen…