Die harte Kritik an Paul Wanner ist ungerecht

Veröffentlicht unter: Paul Wanner: Ungerechte Kritik und schwaches FCB-Verhalten

Über Paul Wanner gibt es derzeit hartnäckige Gerüchte, dass er nicht die Einstellung für den FC Bayern München habe. Diese Kritik ist aber unfair. In den sozialen Netzwerken gab es in den vergangenen Tagen heiße Diskussionen über den Campus des FC Bayern München – und vor allem über Paul Wanner. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Es ist eine Dynamik rund um den offensiven Mittelfeldspieler entstanden, die abermals die Kehrseiten des Internets aufzeigt. Viel schlimmer ist aber, dass die Narrative, die derzeit über Wanner verbreitet werden, von ehemaligem und sogar aktuellem Personal befeuert werden – namentlich Hermann…

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Sehr guter Artikel. Diese Gerüchte um fehlende Motivation oder Durchsetzungswille sind echt unerträglich. Genauso wie das subtile Nachtreten von Bayern. Zu der Aussage von Gerlinde kann man antworten: Hättest du es mit deinen Methoden geschafft aus Messi den Fußballer zu machen, der er geworden ist? Ich glaube ja nicht und deswegen sollte man Gerlands Aussage auch nicht zu hoch bewerten. Ich hoffe jedenfalls, dass Wanner bei der PSV sich gut entwickeln kann und er zu dem Spieler werden kann, die sein Potenzial verspricht.

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Komisch… ich dachte immer Gerland ist DER Messias in Sachen Jugendförderung?

Schöner Beitrag. Völlig egal was mal aus Wanners Karriere wird.
Aber der Running Gag, dass jeder der sich von Bayern verabschiedet oder gar nicht erst hingeht, irgendwelche charakterlichen Defizite hat, sollte nun allmählich wirklich ausgelutscht sein.
Woher das Interesse an der Verbreitung solcher Narrative kommt, ist ja überdeutlich. Muss man aber nicht kaufen.

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Einfach echt so viele Ebenen bei ihm, die die Diskussion um ihn so „aufgeregt“ ablaufen lässt.
Seit dem Alter von 16 Jahren als das nächste große Campus Talent angepriesen, aussichtsreiche Leihe nach Elversberg und ein überragender Beginn in Heidenheim haben das ganze dann noch katalysiert.
Dazu die Diskussionen um eine vorzeitige Nationalmannschaftsnominierung im Wettbieten mit Österreich.
Da kommt es dann schnell, dass man es von extern nicht versteht, warum er sich der vermeintlich einmaligen Chance auf Spielzeit bei Bayern wegen der sehr dünn besetzten Offensive, nicht stellt und seine Chance sucht. Allerdings ist dies für ihn nach der im Endeffekt suboptimalen Leihe in Heidenheim eine sehr wichtige Saison für seine weitere Entwicklung, der Artikel zeigt ja schön auf, dass selbst aktuell keine Garantie auf Spielzeit bei Bayern bestünde.

Denke es wird ihm gut tun sich ohne das allergrößte mediale Rampenlicht in Holland zu entwickeln, da hier in DL das alles ja wie oben beschrieben aufgeregter abläuft.

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Hmm…der Artikel lässt mich nachdenklich zurück.

Inhaltlich kann man durch Deinen Punkten zustimmen. In der Gesamtheit finde ich es zu extrem. Hier wird fast 1:1 die Seite des Spielers eingenommen. Gut, dass kann auch beabsichtigt sein, um bewusst einen Gegenpart aufzumachen.
Aber:

  • wer spricht ihm denn das grundsätzliche Talent ab?
  • wie kommst Du darauf, dass er nur 300-400 Minuten in der Hinserie gespielt hätte?
  • das Zitat von Kimmich sagt mit oder ohne teilweise nicht aus, dass es bei allen Jugendspielern so war, allein schon durch das „auch“
  • ob es strategische Ausrichtung ist oder aus der Not geboren macht doch für die Chance für die jungen Spieler keinen Unterschied. Siehe Barcelona in den letzten Jahren.
  • beim aktuellen Kader (OHNE Musiala, da verletzt), sehe ich ihn als Nr. 5. Einsätze wären fast zwangsläufig gewesen.
  • seine Leihen sehe ich positiv, auch wenn er zum Schluss bei Heidenheim nicht glänzen konnte. Er hat mit Heidenheim und Elversberg zwei unterschiedliche Spielweisen gewählt und vielleicht die robuste Art bei Frank Schmidt ganz gezielt ausgesucht.
  • das Nachkarten von Eberl ist sicher überflüssig. Erklärbar vielleicht durch die eigene Situation.
  • dass Du Gerland nicht magst, ist völlig ok. Aber dass er eine Expertise hat, muss er nicht mehr unter Beweis stellen.

Wichtig ist jetzt, dass Wanner wirklich Stamm spielt in Eindhoven. Ansonsten verliert er vielleicht den Anschluss. Jung und gut genug, um irgendwann bei uns fest zu spielen ist er auf alle Fälle.

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Danke für diesen tollen Beitrag @Faenger !
Das hast Du sehr gut zusammengefasst, wie ich finde.

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Steht in der Einleitung. Viele Fans tun das derzeit und es war eine sehr aufgeregte Debatte mit viel Kritik am Spieler.

Nichts deutet darauf hin, dass er mehr bekommen hätte. Der Tel-Verlauf der vergangenen Hinrunde wäre der Best case und dieser Best case ist zu wenig. Wanner wäre die Nr. 7 des Kaders in der Offensive, nach Musiala-Rückkehr die Nr. 8, da noch jemand kommen wird. Statistisch gesehen hast du da keine Perspektive.

Verstehe ich nicht. Genau diesen Punkt mache ich doch: Gerade durch das Wort teilweise wird nochmal deutlicher, dass er nicht alle meint.

Natürlich macht das einen Unterschied, ob ich den Campus als Notnagel für verpasste Kaderpolitik nehme oder ihn aktiv vertraue. Der Vergleich zu Barça hinkt, weil die, wenn auch gezwungen, zurückgekehrt sind zu einer Politik des Vertrauens. Beim FC Bayern war der Campus in den letzten Jahren hingegen das Feigenblatt, um Fehler in der eigenen Kaderplanung zu kaschieren. Das reicht mir nicht und ist nicht konzeptionell genug. Alles andere müssen sie in den nächsten Jahren erstmal beweisen.

Nein, wäre er nicht gewesen. Erstens kommt noch jemand und zweitens hatte Wanner auch in diesem Sommer nicht das Vertrauen gespürt, dass er mehr sein wird als ein Notnagel bei Verletzungen. Das weiß ich aus guter Quelle.

Kann man so sehen. Dem widerspreche ich aber auch nicht vehement. Seine Leihe lief halt unglücklich, weil die letzten Monate in Heidenheim ausschließlich gespielt wurde, was Wanner nicht liegt. Und das hätte man als FCB zumindest ahnen können. Wird seine Karriere aber nicht entscheidend beeinflussen.

Vielleicht. Ich erwarte von ihm dennoch mehr.

Das hat mit Mögen genau nichts zu tun, sondern mit Erfahrungen, die ich aus zahlreichen Gesprächen mit Leuten gemacht habe, die gerlands Zeit am Campus begleitet haben und nicht so glorifizieren wie andere und die auch andere Seiten von ihm beleuchten als nur die des unfehlbaren Jugendpapstes. Den Vorwurf, ich würde aus Asympathie sowas schreiben, nehme ich nicht an. Ich schreibe das, weil ich mit Hintergrundwissen überzeugt bin davon, dass Gerland Defizite im Umgang mit manchem Spielertypen hatte und hat.

Dass Gerland bei den Fans immer in Schutz genommen wird, kann ich teilweise nachvollziehen, teilweise nicht. Dass ich mich damit nicht beliebt mache, ist auch geschenkt. Ich weiß, worauf ich diese Argumentation stütze. Das Totschlagargument, dass Gerland immer mit allem hundertprozentig richtig liegt, weil er viel für Bayern getan hat, lasse ich nicht gelten. Die Expertise habe ich ihm auch nicht generell abgesprochen, sondern spezifisch in diesem Fall, den er selbst geschildert hat (These von ihm war, dass Wanner eine harte Umgangsform braucht. Ich sage: Das ist bei Wanner Quatsch). Dabei bleibe ich.

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Ich denke nicht, dass Wanner an Position 5 gestanden hätte. Karl und Kusi-Asare stehen bei Kompany jedenfalls höher im Kurs, deswegen wären mehr als 300-400 Minuten nicht überraschend gewesen. Außerdem denke ich schon, dass es einen Unterschied macht, ob jemand spielt, weil man ihm vertraut oder weil nur noch er als Alternative zur Verfügung steht. Jedenfalls macht das für mich einen Unterschied. Das muss nicht für alle gelten, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es für jemanden sensiblen wie Wanner eine Rolle spielt. Und bei solchen Menschen/Spielern kann man nicht nach Schema F handeln. Und das ist denke ich auch ein Punkt, den man generell bei Bayern in der Jugendförderung kritisieren kann. Jeder Spieler muss individuell, gründlich und sorgfältig unterstützen, gefördert und gefordert werden. Aber bei Bayern wird das leider nicht immer so gehandhabt, sondern eher nach dem Motto: Schwimmst du wenn du ins Kalte Wasser geworfen wirst oder gehst du unter? Und natürlich kann nicht jeder sofort schwimmen, aber das bedeutet eben nicht, dass alle Nichtschwimmer nicht geeignet sind um Profi beim FC Bayern zu werden.

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Schöne Diskussion @Faenger und @justin .
Nur so viel: ich würde auch davon ausgehen, dass Wanner nicht mehr als die angesprochenen 300-400 Minuten gesehen hätte. Auf dem Papier mag Wanner vielleicht die 5, 6 oder 7 gewesen sein. Dabei wird aber häufig vergessen, wer noch alles auf die 10 rücken könnte bzw. bereits gerückt ist. Guerreiro war dort schon öfter zu sehen, erst kürzlich zuletzt. Zudem gibt es die Option eines nach vorne schiebenden Goretzkas oder einen dort nicht ohne Vergangenheit spielenden Bischofs.
Ohne Vertrauen der Verantwortlichen ist es egal, welche Nummer Wanner in der Offensivreihenfolge gewesen wäre. Kompany und Co. hätten locker weiter um ihn rum bauen können - und vermutlich auch getan.

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Und auch hier sage ich ja: Das ist irgendwo nachvollziehbar. Die Spielzeit mache ich dem FC Bayern diesen Sommer nicht zum Vorwurf. Wanner kam jetzt nicht mit Vorschusslorbeeren und einem super Jahr zurück. Der kam bereits angeschlagen zurück. Dass er überhaupt nochmal eine kleine Chance bekam, war eigentlich ein Wunder.

Und das ist ok aus vereinssicht. Das kann man so verargumentieren. Das Problem ist aber, ihm dann fehlenden Mut zu unterstellen. Das ist Quatsch. Wanner macht jetzt einfach nur das, was für ihn richtig ist.

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FYI: Ich habe den Teil zu Gerland sprachlich etwas anders formuliert und in der Deutlichkeit etwas entschärft, um klar zu machen, was ich auch hier geschrieben habe: Ich spreche ihm nicht die generelle Expertise ab, ich sage nur, dass auch er fehlbar ist und dass sein Umgang auf manchen Ebenen nicht mehr zeitgemäß ist und das in seinen letzten Jahren am Campus auch nicht mehr war. Insbesondere mit Charakteren wie Wanner hat Gerland so seine Schwierigkeiten.

Ich sehe aber den Punkt von @Faenger, dass warum man das anders verstehen kann. Inhaltlich habe ich es ja bereits erklärt, warum ich da anderer Meinung bin.

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Dieses „weiß ich aus sicherer Quelle“ und „ich weiß was, was ihr nicht wisst, kanns euch aber nicht sagen“ usw macht eine Diskussion schwierig, wenn nicht sogar gänzlich überflüssig.

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Oder es ermöglicht erst die(se) Diskussion, da sonst niemand zu diesen Quellen Zugang hat.

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Stimmt ja so nicht mal. Ich habe gesagt, was ich weiß. Nur nicht exakt woher. Und das hat Gründe.

Kannst du natürlich doof finden, kannst und sollst du gerne hinterfragen, macht Fänger ja auch.

Aber angesichts deiner Vergangenheit geht es dir hier ganz sicher nicht um die Wertigkeit einer Diskussion, sondern um ganz andere Dinge.

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Wenn du das glaubst, dann bitte. Ich kann dir aber versichern, dem ist nicht so.

Wer behauptet das? Kein Mensch auf dieser Welt liegt mit allem hundertprozentig richtig, schon gar nicht im Nachwuchsbereich.
Wenn das ganze Trainerteam des FC Bayern feststellt, dass uns Paul Wanner in dieser Saison nicht weiterhelfen wird und ihn klaglos ziehen lässt, dann wird Gerland in diesem Fall vielleicht auch ein wenig recht haben.
Schau ma mal ob er sich in Eindhoven durchsetzt, oder ob er da auch wieder auf der Bank landet.

Du vermischst hier mehrere Ebenen, die ich so im Artikel gar nicht dargestellt habe.

  • Sportliche Ebene: Der FC Bayern kann natürlich gute Argumente dafür anführen, warum Wanner in dieser Saison nicht mehr als Offensivplatz 7/8 bekommen sollte. Das habe ich nie bestritten, sondern sogar explizit so geschrieben. Es ist vollkommen okay und kann auch richtig sein, zu dem Schluss zu kommen, dass es sportlich gerade beim FCB nicht reicht. Das war nie mein Punkt. Für beide Seiten kann dieser Transfer absolut richtig sein.
  • kommunikative Ebene: Der FC Bayern kann sich das mindestens leichte nachtreten einfach sparen. Das war bei Aznou so, es war jetzt bei Wanner so, irgendwo war es ebenfalls so, habe aber gerade verdrängt bei wem. Das gehört sich einfach nicht. Egal, wie man auseinandergeht.
  • Ebene der haltlosen Vorwürfe: Wanner ist nicht an seiner Einstellung „gescheitert“. Das versichert dir nahezu jeder, der mit ihm zusammengearbeitet hat und seine Entwicklung verfolgt hat. Wanner hat eine hochprofessionelle Einstellung und einen riesigen Ehrgeiz. Es gab Leute am Campus, die begeistert davon waren, wie reif er bereits im Alter von 16 Jahren war und wie gut sein Umfeld für ihn ist. Ein klasse Junge, der sich nie etwas zu Schulden hat kommen lassen.
  • Ebene Gerland: Dass sich Gerland dann öffentlich so äußert, ist eigentlich unglaublich. Gerade er, der es besser wissen müsste. Aber ihm war die Anekdote dann eben wichtiger als das Wohl des Spielers. Was bringt es Wanner, wenn er einerseits von Gerland mit Wirtz und Musiala verglichen wird, andererseits aber sowas kommt wie „Paul muss jetzt Gas geben“? Wer außer Gerland hat was davon? Niemand. Und wenn Gerland der einzige Mensch ist, der das andeutet, während mir alle anderen (Trainer, Scouts, Leute im Umfeld) bestätigen, was für ein Arbeiter Wanner ist und dass eben ein Missverständnis in seiner introvertierten Art liegt, dann hinterfrage ich eben, was genau Gerland glaubt, da zu beanstanden. Zumal auf anekdotischer Basis.
  • Ebene Gerland 2.0: Und dann ist da diese Aussage der „harten Hand“. Gerland schildert sogar explizit, dass Müller ihn zurückhalten wollte. Das sagt ja bereits einiges. Gerland ist ein Mann der alten Schule und das Thema hatten wir neulich schon. Ich halte diese Herangehensweise, Spieler teilweise vor anderen zur Sau zu machen, nicht für zeitgemäß und auch nicht für zielführend. Manche mögen Druck brauchen. Aber sei dir versichert, dass Wanner ein Typ ist, bei dem solche Methoden kontraproduktiv sind. Und deshalb kommt Gerland hier mMn auch an seine Grenzen. Da vertraue ich anderen Gesprächspartnern mehr, wenn sie mir von Wanner erzählen.
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Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht:
Wohlfahrt, Kurt, 918 ??? Wen hab ich vergessen?

Das.

918 hatte nie einen Wiedergänger und ist auch nicht gesperrt. Wohlfarth haben wir wissen lassen, dass wir seinen neuen Account kennen und er hier geduldet ist, solange er seine alten Verhaltensmuster unter Kontrolle hat.

Jeder Spieler braucht eine andere Ansprache. Und es gibt auch noch genug Spieler, die auf die alte Schule stehen. Und alte Schule heißt nicht jemanden vor allen anderen zur Sau zu machen, sondern Fehler auch mal gleich und deutlich anzusprechen.
Wanner mag ein Sensibelchen sein, der sich mit sowas schwer tut. Dann braucht er einen Verein und einen Trainer in dem (Achtung Übertreibung!) nach dem Spiel im Stuhlkreis besprochen wird, was man beim nächsten mal vielleicht besser machen könnte.
Mal schauen wie es in Eindhoven läuft. Er ist ja noch jung.
Vielleicht ist er auch am Campus zu sehr gelobt worden. Tut auch manchmal nicht gut.