Ich glaube man baut mal eine kleine Drohkulisse auf. Mit den letzten Abschlüssen war man bei Bayern offenkundig nicht zufrieden und hatte sich mehr vorgestellt.
Wirkliches Ausscheren wäre nochmal ein anderes Thema.
Prominente Besetzung: DFB stellt heute neue Task Force vor - kicker
Klingt einerseits interessant, andererseits sind das natürlich auch ganz schön viele Namen, die dann ja auch alles mitreden werden wollen.
Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründ ich einen Arbeitskreis. ![]()
Wahrscheinlich wird dann über die One Love-Binde zuerst in der Task Force abgestimmt?
An Interessenten mangelt es zumindest mal nicht.
Terminierung des Saisonfinales durch die DFL. Wir spielen vor dem BVB.
Hier wird der Nachteil angesprochen. Könnte natürlich auch ein Vorteil sein, von wegen Druck aufbauen und so.
Wenn man es mit dem Elfmeterschießen vergleicht, ist es eher ein Vorteil, vorzulegen.
in der Umfrage bisher eine breite Mehrheit dagegen - sehr gut!
leider wird dies wohl nichts ändern…
Ich gebe zu, ich bin ein bisschen spät dran, aber soeben habe auch ich mich, angefixt durch einen Artikel im Spiegel, das erste Mal etwas näher mit dem DFL-Deal beschäftigt.
Ausweislich der neusten Meldungen scheinen die finanziellen Rahmenparameter der DFL-Investorenpartnerschaft inzwischen relativ konkret zu sein:
2 Mrd. € für 12,5% der jährlichen TV-/Medienerlöse für die nächsten 20 Jahre.
Für eine Schnellanalyse interessieren mich vor allem zwei Fragen:
- Welchem Zinssatz entspräche das, wenn die DFL statt Anteile zu verkaufen die 2 Mrd. über 20 Jahre als Darlehen aufnehmen würde?
- Ist der Deal grundsätzlich sinnvoll in Bezug auf das, was mit dem Geld gemacht werden soll?
(Vorbemerkung an die Puristen: Nein, es handelt sich hier nicht um einen „Ausverkauf des deutschen Fußballs“. Hier werden keine Vereinsanteile verkauft, hier wird nicht klammheimlich 50+1 durch die Hintertür entsorgt und es wird auch nicht irgendwelches Tafelsilber der Bundesliga ein für alle Mal verscheuert. Solche Interpretationen geben die Eckpunkte des Deals einfach rein faktisch nicht her. Was passiert, ist, dass die medialen Verwertungsrechte der Bundesliga von der DFL in eine neu zu gründende Tochtergesellschaft ausgelagert werden und von dieser Gesellschaft zeitlich befristet ein kleiner zweistelliger Prozentanteil an einen Investor verkauft wird, das ist alles. Man muss also als (Gesinnungs-)Ultra nicht per se gegen den Deal sein, nur weil hier irgendwas im Kontext von Fußball an irgendwelche Investoren verkauft wird. (Sind Ultras nicht sowieso der Meinung, dass die Medienerlöse der Bundesliga viel zu hoch sind?
) Andererseits muss man als kühl kalkulierender, zweckrationaler Kapitalist auch nicht per se für den Deal sein, nur weil er etwa durch eine satte Finanzspritze der „Verzwergung“ der Bundesliga vorbeugen würde. Das ist genauso ein Unsinn, denn nur die Verfügbarkeit von Geld alleine löst noch kein Problem (und beugt auch keiner Verzwergung vor). Man darf also je nach individueller Disposition aus beiden Richtungen kommend ganz unvoreingenommen und sachlich, ohne Schaum vor dem Mund an die Materie herantreten und den Deal rein anhand seiner inhaltlichen Meriten bewerten.)
Zum eigentlichen Thema:
Ad 1), kalulierter Zinssatz: Momentan liegen die Medienerlöse der DFL ungefähr bei 1,1 Mrd. € pro Jahr. In den letzten 10 Jahren sind sie um durchschnittlich ungefähr 10% pro Jahr gewachsen (bis zur Coronadelle knapp 15% p. a.). Angenommen, das Wachstum von 10% jährlich setzte sich über die nächsten 20 Jahre kontinuierlich weiter fort, dann würde die DFL in den nächsten 20 Jahren ungefähr 63 Mrd. € an Medienerlösen einstreichen (geometrische Partialsumme, für die Matheinteressierten). Von diesen 63 Mrd. € müsste sie dem Investor 12,5%, sprich 1/8 abgeben, was ungefähr 7,88 Mrd. € entspricht. Umgerechnet in eine jährliche Verzinsung für ein zahlungsstromäquivalentes Darlehen entspräche das ungefähr 7,1% zu zahlenden Zinsen pro Jahr auf die Anfangsauszahlung von 2 Mrd. € (2×1,071^20=7,88).
Sprich, wachsen die Medienerlöse weiter wie bisher, drückt die DFL umgerechnet rund 7% Zinsen pro Jahr für die nächsten 20 Jahre an ihre neuen Investoren ab. Bei einer geringeren Wachstumsrate der Erlöse wären die eingenommene Gesamtsumme, damit der abzutretende Betrag und damit auch der kalkulierte Zinssatz selbstverständlich dementsprechend geringer. Wenn - als Extrembeispiel - die Medienerlöse über die nächsten 20 Jahre konstant beim heutigen Wert von 1,1 Mrd. € pro Jahr blieben, ergäbe sich ein Zinssatz von ungefähr 1,7% (und wenn sie ganz zusammenbrechen würden, weil das gesamte System Profifußball kollabiert, dann hätte die DFL effektiv sogar Geld angelegt, weil sie weniger zurückzahlen müsste, als sie bekommen hat).
Aber in der Realität wird sich der umgerechnete Zinssatz für die 2 Mrd. Euro der DFL höchstwahrscheinlich irgendwo zwischen 2 und 7% einpendeln, mit Tendenz deutlich eher gegen 7%.
(P.S. Wir sollten im Interesse des deutschen Fußballs alle hoffen, dass der kalkulierte Zinssatz der DFL eher gegen 7% geht, idealerweise sogar noch mehr, denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass die DFL und ihre neuen Partner ganz besonders erfolgreich darin waren, ihre Medienrechte für viel Geld an den Mann zu bringen, und 87,5% der Erlöse daraus gehören ja immer noch ihr. Daher ist in diesem Fall eine Beteiligung übrigens auch die bessere Form der Geldbeschaffung als ein Darlehen, weil es so für den Partner einen systemimmanenten Anreiz gibt, mit eigenem Handeln zur Steigerung der Medienerlöse möglichst viel beizutragen (er bekommt mehr raus). Eine Bank als reiner Darlehensgeber hätte diesen Anreiz nicht.)
Ad 2), die Mittelverwendung: Was gibt es nun für diese zu 5, 7, 10% verzinsten 2 Mrd. €? Was möchte die DFL mit dem Geld machen? Ein Zitat aus 918s Sportschauartikel:
40 Prozent (800 Millionen Euro) sollen für die Digitalisierung und Internationalisierung der DFL genutzt werden: Eine Online-Plattform für die Verbreitung von Inhalten soll aufgebaut und damit vor allem auch Fans im Ausland angesprochen werden, besonders jüngere.
45 Prozent (900 Millionen Euro) sollen in die Infrastruktur der Klubs gesteckt werden: Die Klubs sollen in ihre Stadien, Nachwuchsleistungszentren und auch Geschäftsstellen investieren.
15 Prozent (300 Millionen Euro) bleiben zur freien Verfügung: Hier sollen die Klubs zur Steigerung der Attraktivität in neue Spieler investieren können oder Schulden abbauen.
Ich sag’s mal diplomatisch: Das ist Geldverbrennung mit Ansage … eine Idee, bei der die DFL sich noch einmal ganz genau überlegen sollte, ob dies wirklich die bestmögliche Verwendung für ihre 2 Mrd. € ist.
- Ist es wirklich eine gute Idee, 800 Mio. € in den Aufbau einer eigenen Streaming-Plattform zu investieren? Gäbe es hier nicht off-the-shelf-Lösungen, zumindest im Infrastrukturbereich (Speicherung, Übertragung, Ausspielung, Player etc.) oder entsprechende Dienstleister, so dass man sich als DFL mit seinen Ressourcen ganz auf die Content-Produktion konzentrieren kann? Schon allein hier etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen, dürfte Herausforderung genug sein, wenn man sich beispielsweise einmal den aktuellen content der Premier League im Vergleich zu dem der DFL anguckt. Allein schon in der Breite des Materials ist das eine ganz andere Liga.
- Die 60%, die direkt an die Clubs fließen, sind allerdings tatsächlich Geldverbrennung mit Ansage. Die 15% (300 Mio. €), die die Clubs frei nach Gusto verwenden dürfen, werden eins zu eins in Spieler fließen und damit im Konkurrenzkampf sofort verpuffen und für den deutschen Fußball keinen nachhaltigen Mehrwert welcher Art auch immer schaffen.
Immerhin 45% (900 Mio. €) sollen an die Clubs zur Verbesserung ihrer baulichen Infrastruktur fließen, aber zum einen bezweifle ich einfach einmal rundheraus, dass die Clubs der beiden Bundesligen so wahnsinnig viel neue Infrastruktur zu bauen oder alte aufzuwerten hätten, die sich spürbar produktiv auf ihre Leistungsfähigkeit als Fußballclubs auswirkt (also real verzinst), dass dieses Geld wirklich dringend nötig über einen Verkauf von Medienrechten akquiriert werden müsste; und zum zweiten hat Oliver Leki laut des Sportschauartikels bereits gesagt, ich zitiere:
Leki fügte zudem an, dass niemand die Infrastruktur modernisieren müsse, wenn diese schon modern sei. Das bedeutet, dass solchen Klubs mehr Geld frei zur Verfügung steht.
Heißt übersetzt: Geld „frei zur Verfügung“ = Spieler = Schornstein. 1,2 Mrd. € für Infrastrukturprojekte vom zweifelhaften Wert und den Kamin Spielervermögen durch den Verkauf von Medienrechten zu finanzieren, halte ich prima vista für keinen schlagend guten Einfall (bin für Gegenargumente offen).
Kurzum, 5 oder 7% Zinsen pro Jahr für 2 Mrd. € über 20 Jahre mag sich vordergründig nach viel anhören, ist aber aufgrund der Tatsache, dass diese Zahl erheblich vom Erfolg des ganzen Projekts abhängt und die DFL bei höherem Erfolg auch mit dem Einstreichen höherer Einnahmen profitiert, zu verschmerzen - wenn denn mit dem Geld auch etwas Vernünftiges gemacht würde. Wird es das? Für mich sieht das auf den ersten Blick nicht so aus.
Die Idee einer strategischen Partnerschaft mit Eigenkapitalbeteiligung zur langfristigen und nachhaltigen Steigerung der weltweiten Medienerlöse ist wegen der in die selbe Richtung ausgerichteten Anreize beider Partner in einer solchen Struktur per se gar nicht verkehrt, auch wenn ich nicht genau durchschaue, warum gerade Private-Equity-Unternehmen im Medien- und Streamingbusiness genuine Kernkompetenzen haben sollten, aber statt das Geld aus dem Verkauf dieser Anteile mit hohem Risiko in den Aufbau einer eigenen Streaming-Plattform und ultra-unproduktiv in den Spielerkader der Vereine fließen zu lassen (machen wir uns nichts vor, da wird’s ja landen), hätte es die DFL fast schon besser in ETFs anlegen können… Dann wäre es wenigstens nicht sofort wieder weg… für grosso modo nichts…
Fazit: Urteil durchwachsen.
ist bekannt, nach welchem Schlüssel denn die 1,2 Mrd. an die Clubs verteilt werden? 33 Millionen pro Club sind (gerade in der ersten Liga) ja Peanuts heutzutage…
unterm Strich läuft es doch darauf hinaus, irgendwie Geld zu beschaffen um es in den Kanälen der Spielerseite versickern zu lassen…
Mit Dreesen gäbe es einen verantwortungsvollen, vertrauenswürdigen und vor allem auch fähigen DFL Präsidenten.
Wenn ich mir das durchlese, habe ich das Gefühl, dass so ein Deal die meisten Anwesenden fachlich total überfordert.
Die DFL-Runde redete auch darüber, wie man die unterschiedlichen Angebote am besten vergleichbar machen könnte.
die sitzen also da, haben mehrere Angebote und wissen erstmal nicht, wo die Unterschiede sind.
Solche Dinge müssen doch vor der Sitzung analysiert sein. Müssen die Herren ja nicht persönlich machen, aber es muss da Leute geben die das können.
Ich hätte Dreesen viel lieber in einer Funktion beim FC Bayern. Für die DFL wäre es ein Glücksfall. Ich traue ihm auch zu, komplexe Dinge den Herren Bundesliga Manager zu erklären.
So in dem Bericht:
„Insgesamt 60 Prozent, also die frei zur Verfügung stehenden Summe (15 Prozent) und das Geld für die Infrastruktur (45 Prozent), sollen wohl wie das bisherige TV-Geld verteilt werden. „Es war schnell Konsens, dass wir uns nah an der bestehenden Verteilung orientieren. Dieser Leitgedanke wird überwiegend positiv gesehen“, sagte Leki. Bedeutet: Die Spitzenklubs bekommen mehr Geld, der Rest erhält dahinter abgestuft kleinere Beträge. Der FC Bayern erhält derzeit beispielsweise rund das Dreifache von dem, was der VfL Bochum bekommt.“
Ein gewaltiger Schritt wird das je Klub sicher nicht sein. Da kannst du 1,2 Jahre mal etwas durchatmen und das dürfte es gewesen sein.
„Geldverbrennung“ hatte ich bei den 800Mio. für einen Digitalauftritt ungefähr 0,3 Sekunden im Kopf, bevor ich Deinen Kommentar dazu lesen konnte. ![]()
Das sind wirklich alles Amateure bei DFB und DFL. Sollte man mehr Kompetenz aus der Wirtschaft dazu holen? Das Beispiel Hainer spricht ja nicht unbedingt dafür.
So wird die BuLi leider weiter Boden auf die EPL verlieren.
zum Glück scheint auf die Mehrheit der Fans Verlass ![]()
Seit Wochen begleiten Fanproteste den möglichen Einstieg eines Investors in die DFL, das Thema polarisiert. Nun ergibt eine kicker-Umfrage: Einzig unter den Anhängern von RB Leipzig ist die Mehrheit für den externen Milliardenzuschuss.
Lesen Sie hier die vollständige Meldung: Nur die Fans von RB Leipzig stimmen für einen Liga-Investor - kicker
Immer sollen die anderen mehr zahlen. Zahl du doch einfach mal mehr?
Es haben sich noch ein paar Interessenten für die Investorenkohle gefunden.
War eigentlich klar, dass das keine Zweidrittelmehrheit findet.
#teamverzwergung
Gute Nachricht.
Das Vorhaben war zu unausgegoren. Laut SZ-Artikel waren ja zu viele Fragen ungeklärt.
Es ist mMn gut, dass der Deal gescheitert ist. Und zwar nicht, weil BuLi und DFL kein Geld benötigen würden, sondern weil die DFL den Großteil der 2 Mrd. mit vollkommen vagen Vorgaben an die Vereine durchreichen wollte.
Blockzitat 40 Prozent davon sollten für die Digitalisierung verwendet werden, 45 Prozent den Klubs für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen. Über die restlichen 15 Prozent hätten die Vereine frei verfügen können.
40% für Digitali…
Da glauben die meisten Fußballchefs heute doch, sie können einen Clip mit Thomas Gottschalk ins Netz stellen.
Im Hintergrund gabs noch dazu die Info, dass auch die 45% nicht zwingend in die Infrastruktur gehen müssten.
Da hätten 36 großteils inkompetente Clubführungen viel Geld innerhalb von 1-2 Jahren verbrannt. Danach wäre wieder der große Kater gekommen.
Man muss mittelfristig den Cash Flow erhöhen, und zwar dauerhaft. Sonst baut die BuLi weiter ab. Aber 2 Mrd Goldregen kurzfristig für 20 Jahre Rechtevergabe - das kann nicht funktionieren.
Watzke gescheitert. Kann dann auch zurücktreten. ![]()