Hast Du denn dafür irgendwelche Gründe? Oder ist das einfach ein gewürfelter Wert, von wegen weniger = besser?
wir bewegen uns ja so um 50-55 % rum - der Schnitt der Liga liegt offensichtlich auch bei ca. 55 % - ich fände es nicht gut und falsch, wenn wir in ungesunde Bereiche vorstoßen (wie es international praktiziert wird) und die 70 % ausreizen, nur weil es bis dahin erlaubt ist…
Bisher gibt es keine erlaubte Obergrenze und wir sind (vereinfacht gesagt aus wirtschaftlichen Gründen) bei 55 %. Und Du hast Sorge, dass wenn es eine Obergrenze gäbe, dadurch unser Anteil steigen könnte?
In der Bundesliga nicht, aber in europäischen Wettbewerben gilt die Regel von 70% schon. Wenn man also ein ambitionierter Bundesliga Club ist, schaut man aktuell vermutlich schon auf die 70%.
Ansonsten gilt immer noch, dass sich Bayern über diese relative Grenze nur freuen kann, weil es so noch schwieriger wird, dass neue Vereine groß werden.
Es gibt einen sehr plausiblen Grund warum wir uns keine 70% leisten können auch wenn die für die PL ok sind:
Fernsehgelder, wie sie dort vor allem sprudeln, sind eben 100% Rendite für die Vereine - die BL dagegen ist relativ stark im Merchandising und bei der Stadiongröße & Auslastung:
Beides (durch unsere relativ niedrigen Ticketpreise eben auch die Spieltagseinnahmen, der BVB soll da ja sogar fetten Loss fahren) leider Einnahmequellen mit relativ niedriger Margin…
Erstmals werden Europas Männer-Profifußballklubs mehr als 30 Milliarden Euro an Jahresumsatz einfahren. Das geht aus dem aktuellen UEFA-Landscape-Report, der das Finanzergebnis von 739 Erstliga-Klubs untersucht hat.
DFL beschließt Kaderkostenregel für Bundesliga und 2. Liga - kicker
„Auf der DFL-Mitgliederversammlung haben die 36 Vereine für die Einführung einer Kaderkostenregel gestimmt. Der Lizenzspieleretat darf in Zukunft 70 Prozent der relevanten Einnahmen nicht übersteigen.
Die neue Kaderkostenregel soll zur Saison 2026/27 eingeführt werden, zu diesem Zeitpunkt allerdings noch mit einem abgeschwächten Sanktionssystem. Zur Spielzeit 2028/29 soll sie dann vollständig greifen. Der Beschluss wurde von den Vertreterinnen und Vertretern der 36 Erst- und Zweitligisten einstimmig getroffen.“
Das sollte für die meisten kein Problem sein.
Nach Aus für Investoren-Deal: Adidas gewährt DFL Darlehen über 100 Millionen Euro | sportschau.de
„Die Deutsche Fußball Liga (DFL) kann sich von Adidas bis zu 100 Millionen Euro leihen. Der Sportartikelhersteller stellt dem Ligaverband dafür einen entsprechenden Darlehensrahmen zur Verfügung - zu „partnerschaftlichen Konditionen“, wie es in einer DFL-Mitteilung vom Dienstag heißt.“
Geld von Adidas.
„Wird das Darlehen in Anspruch genommen, soll das Geld nicht an die einzelnen Klubs gehen, sondern die DFL könnte es für Maßnahmen der Medienvermarktung nutzen. Für die Rückzahlung können die Einnahmen aus der Lizenzierung des Spielballs verrechnet werden.“
Wird spannend wofür es denn am Ende verwendet wird. Wer 100 Mio will, wird ja wahrscheinlich einen Plan haben.
Das ist heutzutage eine gewagte These ![]()
Man glaubt es kaum, die DFL macht etwas Vernünftiges.
Dieser Deal mit Adidas ist genau, was ich bei den absurden Investoren-Plänen 2023 und 2024 als Alternative vorschlug: Warum Investoren ins Boot nehmen, wenn du dich auch anders finanzieren kannst?
1,5% sind dabei ein sehr angenehmer Zinssatz fürs FK. Besser als es der implizierte Zinssatz an die Investoren gewesen wäre.
Außerdem gut, dass kein Geld an die Clubs geht, sondern nur an die DFL für deren Projekte. Dann kann es jetzt ja los gehen mit den innovativen Wachstumsmaßnahmen.
Der Satz klingt sehr ironisch, was nicht zum restlichen Kommentar passt. Also gibt es innovative Ideen? Hast Du da einen Einblick?
Das stimmt. Die Spitze konnte ich mir nicht verkneifen.
- Weil ich immer noch geschockt bin über die Gier nach frischen Geld, mit der sie 2023 für eine kurzfristige Geldspritze einen katastrophal schlechten Deal eingehen wollten.
- Weil ich immer noch verärgert bin über die Chuzpe und Schamlosigkeit, mit der sie das 2024 direkt nochmal probierten und konstruierte Ideen in einem handwerklich miserablen Konzept als Begründung vorschoben.
- Und weil ich es immer wieder ein bisschen amüsant finde, wie sehr Merkel und Lenz wie aus einem McKinsey-KI-Generator rausgeworfen sprechen. Jeder Satz ein Festival an nichtssagenden PR-Buzzwörtern.
So verbittert, wie das jetzt klingt, bin ich aber gar nicht.
Denn wenn ich alles obige ausblende, und das ist ja nun mal auch schon zwei Jahre her, und Merkel und Lenz sind eh von den mächtigen Clubbossen Getriebene, dann finde ich den neuen Ansatz gut. Wirklich gut.
Ein paar Ideen kenne ich, aber vertraulich (keine großen Breaking News / Geheimpläne - aber ich halte mich da trotzdem zurück).
Die konkreten innovativen Ideen sind im Moment aber erst mal gar nicht so wichtig. Entscheidend für mich sind drei Dinge:
- Es geht kein Geld an die Vereine, sondern nur an die Liga. (Ich bin „pro Kommerz“. Ich gönne allen Vereinen jeden Cent, den sie verdienen. Aber es ist einfach strukturell dämlich, Bundesligaanteile zu verkaufen und an die Vereine auszuschütten.)
- Es ist keine fixe Summe. Nicht Geld first, Ideen was-damit-zu-tun-sei second, sondern erst die Idee und dann je nach Idee das nötige Geld dafür abrufen (wenn die Idee gut ist). Das ist die richtige Reihenfolge. Endlich arbeiten sie wie ein normales Unternehmen.
- Es gibt einen bunten Strauß an Dingen, wofür die DFL Finanzmittel gebrauchen kann. (Sei es eine Kapitalerhöhung bei DYN. Sei es, zwölf neue Mitarbeiter für Tech, Social Media, Vertrieb der Medienrechte im Ausland einzustellen. Sei es, ein neues Büro in Singapur aufzumachen. Seien es sonstige Investitionen in Produkt, Technologie, Wachstum.) Und auch dazu passt der flexible Mittelabruf perfekt. Je nachdem, was sie planen, ziehen sie nichts bis 20 Mio. pro Jahr von adidas.
"Die 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga wurden am Montag in Frankfurt am Main vom Präsidium der Bundesliga über die ersten Schlüsse aus der Stellungnahme des Bundeskartellamts informiert.
Das Präsidium will einen Kompromiss gemeinsam mit den Ausnahmeklubs finden, damit die Regel rechtssicher angewendet werden kann. Die Bewertung des Bundeskartellamts sei dafür die Grundlage. „Das Bundesliga-Präsidium wird dem Ligaverband im ersten Halbjahr 2027 finale Vorschläge zur einheitlichen Ausgestaltung und Anwendung von 50+1 bei allen Mitgliedern darlegen“, hieß es in der Mitteilung des Präsidiums der Bundesliga am Dienstag."
„Das Präsidium will sich darüber hinaus bei seiner Suche nach einem Kompromiss für den Fortbestand der Regel mit einer Abstimmung unter den 36 Klubs absichern und das Vorgehen legitimieren lassen. Damit wird es Anfang Dezember bei einer Mitgliederversammlung der Klubs eine Abstimmung über 50+1 geben.“
Da kann man nur gespannt sein, was man für einen Kompromiss findet. Sicher nicht so einfach.