DFB und Nationalmannschaft (Teil 4)

Es geht ja explizit um Resilienz, Teamstrukturen und Leadership. Mit Blutgrätschen hat das nicht viel zu tun.

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Also ich glaube die grundsätzliche Mentalität sollte schon automatisch da sein und muss nicht erst durch einen Trainer hervorgebracht werden. Ich verstehe, dass manche Spieler vielleicht auf den einen oder anderen Trainer mehr Bock haben und sich für den ein oder anderen Trainer noch mehr zerreißen. Aber Spielern wie Kimmich, Undav, Tah oder Wirtz würde ich jetzt keine fehlende Mentalität vorwerfen. Ich würde eher sagen, die Stimmung war nicht gut in der Mannschaft, der Druck zu Versagen zu groß, die Mannschaft wirkte nicht aufeinander abgestimmt und zu viele Spieler waren mit sich selbst beschäftigt.

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Jetzt bin ich aber neugierig.
Du hast doch oft betont, dass Du die WM nicht verfolgst.
Hast Du dir das dann angelesen oder wie kommst Du zu diesen Thesen?

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Das kommt bei mir nicht so rüber. Bei mir kommt rüber: Zu meiner Zeit haben wir das noch körperlich geregelt und dann war der Gener k.o. Aber das ist halt heute nicht mehr zeitgemäß.

Das habe ich so aus den Rasenfunkfolgen mitgenommen. Die habe ich jetzt nicht boykottiert.

Das was du hier unter Mentalität beschreibst, ist aber auch wiederum etwas anderes als die “Krieger” von denen Schweinsteiger spricht, sonst könntest du es nicht einer Mannschaft einimpfen. Du kannst Spieler mit einer guten Kabinenansprache vielleicht nochmal pushen für die extra Meter, aber nicht eine Persönlichkeit verändern oder erzeugen, genau darauf bezieht sich aber der Begriff Krieger. Ich denke da an Spieler wie Ribery oder Lizarazu, da geht es nicht um Blutgrätschen oder sowas und es ist auch kein Widerspruch zu Technik oder Kreativität, aber die hätten auch keinen Klopp gebraucht für ihr Spiel auf dem Platz.

Wir haben schon ein paar potentielle Krieger, Klopp muss sie zu solchen machen.
Schweinsteiger war auch lange der brave Junge, der sich rumschubsen ließ. Später war er ein Krieger.

Das sehe ich komplett anders, ehrlich gesagt. Gegen eine solch defensive Mannschaft wie Paraguay auszuscheiden, ist für mich keine Mentalitätsfrage. Es glaube doch bitte niemand, dass die Einstellung da nicht gestimmt hat: Natürlich wollte die DFB-Elf gewinnen, aber vor allem mit Halbfeldflanken gegen einen solch defensiv eingestellten Gegner ohne echten Zielspieler vorne war das vor allem taktisch ein hoffnungsloses Unterfangen.

Dieses Gerede von Mentalität und Führungsspielern: die Spanier sind nicht Weltmeister geworden, weil sie eine starke Mentalität aufgewiesen haben im Sinne von Führungsspielern: sie haben als Mannschaft geduldig immer und immer wieder den spielerischen Weg zu einer Lösung gesucht und wurden letztlich belohnt dafür. Und da brauchte es keinen blutenden Schweinsteiger.

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Genauso sieht’s aus. Vielen Dank Dank für die Verschriftlichung meiner Gedanken.

Die Spanier haben auch ganz andere fußballerische Qualitäten, da sind ja drei Ligen Unterschied zu uns.

Es gibt ja nicht nur diesen einen Weg nach Rom bzw. zum Titel. Wenn du ein funktionierendes System mit passenden Spielern hast, die eine gewisse Qualität mitbringen und noch dazu in Form sind, dann kann man in anderen Aspekten schlechter sein oder es vernachlässigen. Das war bei uns diese WM nicht der Fall. Generell hatte Deutschland nie ein Team welches auf jeder Position top besetzt war, aber die hatten dann diesen anderen Typus von Spieler, einen Krieger oder auch Kampfschwein. Übrigens hatten die Spanier mit u.a. Rodri und Cucurella auch solche Typen in ihren Reihen die diesen Aspekt abgedeckt haben.

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Hm. Das sind für mich ganz feine Fußballer, die vor allem mit dem Ball am Fuß sehr viel Positives bewirken können. Und gleichzeitig sind sie natürlich unbedingt defensivstark. Als klassische „Kampfschweine“ sehe ich beide absolut nicht.

Das soll aber vielleicht auch egal sein. Was ich im Wesentlichen meinte: die Aufgabe des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp sehe ich nicht primär darin, „Kampfschweine“ auf den Platz zu bringen. Sondern darin, eine halbwegs eingespielte Mannschaft mit klarer Aufgabenverteilung und einer Positionierung zu versehen, die den Spielern zumindest anbietet, das Bestmögliche zu leisten. Alleine damit wäre man (meiner Meinung nach) einen großen Schritt weiter. Wenn dann noch das Teambuilding dazu passt - was ich Klopp durchaus zutrauen würde - wäre man schon mal wesentliche Schritte weiter. Aber ich bin ja auch nur einer von 80 Millionen Bundestrainern :wink:

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Es ist wie immer: Die Menschen suchen einfache Antworten auf komplexe Fragen.

Das deutsche WM-Aus liegt nicht an der „fehlenden Kriegermentalität“, an der „fehlenden Hierarchie“, es liegt nicht an „fehlenden Anführern“ und es liegt auch nicht nur am Trainer.

Was genau läuft denn in Spanien z.B. anders?

  • Spanien spielt ab dem ersten Nachwuchsteam die gleiche Spielphilosophie wie im A-Nationalteam. Diese Spielphilosophie ist vorgegeben, gleich, wer der Trainer ist.
  • Diese Spielphilosophie wird auch in der Breite der Trainerausbildung gelehrt.
  • Unterfüttert wird das auch abseits des Platzes seit Jahrzehnten durch moderne Methoden. Bspw. wurde ein gewisser Carles Puyol (man kennt ihn aus gewissen EM-Spielen) sportlich eigentlich für „nicht förderungswürdig“ empfunden. Weil Spanien seine Nachwuchsspieler aber auch psychologisch analysiert, hat man herausgefunden, dass er ein unfassbar wichtiger Anführer für seine Mannschaften ist; und er blieb im Fördersystem.

Das gleiche kann man mit Frankreich und England machen. Man wird Dinge finden, die dort besser laufen als bei uns.

Das eigentliche Optimum wäre, sich diese Strukturen anzuschauen, zu prüfen, was man übernehmen kann, dies vielleicht um „deutsche Stärken“ ergänzen. Dann kann man in 10 Jahren auch wieder mit dabei sein.
Vereinzelt wurde das ja schon angegangen. Hannes Wolf lehrt die Trainingsphilosophie der „kleinen Spiele“.
Aber der große Wurf, der nötig wäre; der Philosophie, Trainerausbildung, Methodenspreizung, … umfasst und vereint - ich sehe den beim DFB jetzt nicht und auch künftig nicht. Dafür brauchst du keinen auf kurzfristigen Erfolg schielenden Ex-Profi, dafür brauchst du konzeptuelle Weitdenker.

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Es gibt sicherlich nicht die einfache Antwort, mehr Kampfschweine = Weltmeister Deutschland.

Aber es ist ja auch nicht so, dass wir kilometerweit von der Spitze entfernt wären. Es gibt genug deutsche Topspieler, die im Rahmen einer gut zusammengestellten und optimal betreuten Mannschaft mit dem Rest der Welt gut mithalten können und mit etwas Glück dann auch in einem Turnier weit kommen kann.

Man braucht ja nur das Paraguay-Spiel hernehmen: ja, da haben sie sich den Schneid abkaufen lassen und miserabel gespielt. Aber eigentlich macht Tah das reguläre 2:1 und ohne den VAR Fehler wären wir erstmal weiter gekommen. Und dann (Achtung, liebes Phrasenschwein) kann in einem Turnier alles passieren, vielleicht geht ein Ruck durch die Mannschaft (Nagelsmann hin, Kimmich auf AV her) und man knackt mit einem letzten Manuel-Neuer-Revival Frankreich im Elfmeterschießen … usw.

Klar: um zum Topfavoriten zu werden, muss einiges getan werden - aber eine Mannschaft, die mit sich im Reinen ist und jede Sekunde auf dem Platz an ihre Grenzen geht, kann auch schon 2028 ein gutes Wörtchen um den EM-Titel mitreden.

2014 hing es gegen Algerien auch am seidenen Faden; Glück brauchst du immer.

Tja, das hatten wir seit 2016 aber nicht mehr.
Im übrigen sind diese talentierten Spieler nach wie vor uneingelöste Versprechen. Es muss eben passieren. Du musst am Tag X das zeigen was du kannst.

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Genau, es geht nicht um Blutgrätschen, sondern um den Gluaben, das, wenn du zB in Paris gerade hergespielt wirst, du dennoch zurück kommen kannst. Und Zurückkommst.

Die Deutschen geben erst das Spiel verloren, wenn sie im Bus sitzen. Darum gehts. Bei der N11 hat sich, nach dem ersten mäßigen Spiel, sofort wieder die Angst der Vorturniere eingeschlichen. Alle wie gelähmt.

Das Brett wird Klopp bohren, da bin ich mir sicher. Ob das dann schönerere Fußball wird- und wie erfolgreich- das muß man sehen.

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Cucurella steht mit Foto unter Kampfschwein im Jahr 2026 im Duden.

natürlich kann der Kicken-der kann aber auch zB super provozieren (auch eine art Kampf) evtl. ist er nicht ganz so hart wie sergio ramos war- aber in der heutigen Version des Fußballs würde ich einen wie ihn genau dazu zählen. Und die Typen brauchst du halt auch.

Und Rodri macht den effenberg: wenn ihr nicht wisst wohin mit dem Ball, zu mir. vereinfacht gesagt. Auch das ist eine Art des modernen Kampfschweins. Wer würde denn in der Deustchen WM Elf der Spieler sein, der den Ball sichern kann? Immer und überall? Auch wenn das Team an sich nicht rund läuft? Oder der gegner super steht?

Blutgrätsche, Hoden kneifer oder Wrestling Einlagen sind da nimmer gefragt. :wink:

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bin ich der einzige hier der die PK von jk eigentlich ziemlich komisch fand? so schnoddrig und abgedroschen da vorne zu sitzen und bei der ersten PK gleich mal rauszuhausen das man weg ist wenn einer irgendein böses wort sagt? was soll das für eine antritts pk sein?

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Naja, Klopp ist halt Klopp(o). Geliefert wie bestellt. Kann man gut oder schlecht finden aber das muss man halt mit einpreisen.
Ich gehe davon aus, dass er es später nicht ganz so kleinlich sehen wird wie es rüberkam und er schon ein gutes Maß an Kritik aushält. Aber so hat er wenigstens schonmal einen Pflock gesetzt und der war ja auch richtig. Es gibt ja anscheinend nur noch Weltmeister oder Rumpelfüßler.

Fast jeder andere hätte mehr oder weniger belangloses Zeug von sich gegeben, so war es wenigstens unterhaltsam, lebendig, polarisierend, mitreißend… ist mir persönlich lieber wie der übliche Einheitsbrei.

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Und dass er gegen Medienvertreter austeilt, ist ja jetzt auch nix Neues.
Das hat er ja zu seiner Zeit in Dortmund auch schon regelmäßig getan.

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