DFB und Nationalmannschaft (Teil 3)

ist auch kompliziert…
Polnische Mutter… Vater Nigerianer… geboren in Deutschland… wächst hier einige Jahre auf… dann nach England… spricht allerdings gut Deutsch, hat durchaus auch Bindung zu Deutschland… spielte aber für die Englischen U-Teams…

also ja - auch das kann man kritisch betrachten - absurd wäre es bei ihm, wenn er dann für Polen oder Nigeria gespielt hätte…

warum ich bei ihm mit zweierlei Maß rangehen sollte, erschließt sich mir nicht…

wer mich „kennt“ bzw. hier liest, weiß, dass ich immer konsequent bin, erst recht, wenn es auch einen selber nachteilig treffen könnte…

Glaubwürdigkeit und so…

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das kann man ja durchaus so sehen und entscheiden, wäre ich vollkommen fein mit! aber dann sollte man doch bitte Nationenwettkämpfe lassen…

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und das nächste Beispiel… da wirste doch bekloppt… :zany_face::joy:

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Seitdem sich Mitchel Weiser für Algerien entschieden hat ist das für mich eh alles Kokolores :stuck_out_tongue:

Ach ne, eigentlich schon nach Sean Dundee damals, der sich extra für die Deutsche Nationalmannschaft hat einbürgern lassen aber dann erstmal zum Barras musste :smiley:

Ja mei, das bringt halt die Zeit so mit sich. Die meisten die mehrere Optionen haben entscheiden sich eben für die bei denen sie die größte Chance haben zu spielen. Ist für mich ok, die Zeiten dass „11 Deutsche“ gegen „11 Franzosen“ spielen sind halt vorbei.

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Das war keine Provokation, wie man auch an der normalen Antwort von @anon44472850 erkennen kann. Er hat sich wohl nicht provoziert gefühlt, dafür gab es auch keinen Grund.

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Ich sehe das Problem überhaupt nicht.
Weder bei Musiala noch bei Chukwuemeka.

Natürlich bedauerlich, dass er die Sprache so schlecht spricht. Aber warum sollte er deswegen nicht für Österreich spielen?

Haben all diese Österreicher oder Deutsche so ein starkes Heimatgefühl? Woran will man das denn messen?

Wann ist ein Österreicher ein Österreicher? Ein Deutscher ein Deutscher?
Wollt ihr einen Test einführen?

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und noch entscheidender „wann ist ein Mann ein Mann“?

Wobei selbst das mittlerweile ein Kontroversum ist…

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Ich erlebe dich hier im Forum als sehr toleranten weltoffenen Typen (im allerpositivsten Sinne) , aber wenn er sich für den öfb entscheidet und er das darf ist das doch seine allerprivateste Entscheidung. Aus welchem Grund auch immer.

Ein Teil seiner Familie lebt ja immer noch in Wien und nachdem er kurz davor war, Tränen in den Augen zu haben bei seinem Debüt Tor, würde ich nicht mit dem Finger auf andere zeigen wenn sich in dem Fall deine Beschwerde nur auf Spekulationen stützt und das ganze als absurd bezeichnen.

Weder wenn er für England, Polen noch für nigeria spielen würde in dem fiktiven Fall wäre es absurd, es tut mir leid aber absurd ist eher diese kleinkariertheit in dem Fall, sich daran so zu stoßen, wenn es 1. gesetzlich gedeckt ist und 2. höchst privat ist.

Danke für den Einwurf!

Wenn man bei jedem auf der Welt mal einen genetischen Test einwerfen würde, würden wahrscheinlich 30% aller Staatsbürgerschaften nicht mehr zählen weils diese durchmischung immer schon gegeben hat.

Nicht jeder Johannes mit blauen Augen und blonden Haaren ist deutscher!

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Ich muss zugeben, ich bin hier auch bei @anon44472850.

Und in der Tat sehe ich Nationalmannschaften auch seit ein paar Jahren mehr und mehr als nostalgisches Überbleibsel, dessen Sinn künftig weiter ausgehölt wird.

Um nicht falsch verstanden zu werden: es geht mir nicht fokussiert um Hautfarben oder Urnationalitäten (glaube nicht, dass ich hier im Forum zu diesem Thema kein klares Profil hätte).

Aber wenn (was ja eine schöne und wünschenswerte Utopie ist) die Grenzen zwischen Nationen global immer mehr verschwimmen und Nationalitäten, Sprachen und weitere Identitätsfaktoren immer fließender werden, sind nationale Vergleiche im Sport auch immer unsinniger und sogar absurd, weil es dann auch nichts mehr anderes als Club-Fußball ist und den haben wir bereits.

Wenn ein Mensch sich einem Land, in dem er geboren wurde, nicht zugehörig genug fühlt, um dessen Sprache zu lernen, ist das völlig in Ordnung und nicht zu hinterfragen. Aber wieso er für dieses Land in einem Nationenwettbewerb antritt, kann man dann schon hinterfragen, ohne gleich dem Verdacht ausgesetzt zu sein, fremdenfeindliche Motive zu haben.

Umgekehrt ist es auch nicht anders. Wenn deutsche Spieler für afrikanische oder osteuropäische Staaten bei einer WM spielen, in denen sie nie gelebt und deren Sprache sie niemals gesprochen haben, weil sie in der deutschen Nationalmannschaft keine Chance haben aber selbst als Spieler eine WM spielen wollen, ist das verständlich und nachvollziehbar. Aber es zeigt auch deutlich die damit verbundene Erosion der Sinnhaftigkeit dieses Wettbewerbs an.

Abschließend möchte ich aber auch betonen, dass es für mich auch kein Drama wäre, wenn es irgendwann keine Länderspiele mehr gäbe. Das wäre eben irgendwann logische Folge einer globalisierten Welt und vielleicht sogar zu begrüßen. Man würde dann eben die Clubweltmeisterschaft weiter aufpumpen und gut. Ich könnte damit leben.

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ach jaaaaa, Schnappi das Krokodil… :zany_face:

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Sorry. Kam so rüber. Weil diese Haltung von ihm sollte hier klar sein.

Aber bei keinem Beispiel war das ja so 100% der Fall als hätten sie mit dem Land nichts am Hut.

Bei wanner ists glaub ich die Mutter die aus Ö ist, bei chulwuemeka haben beide Eltern 20 Jahre in Ö gelebt und er ist dort geboren und hat die ersten Jahre dort verbracht. Musialas Mutter ist deutsch und auch er ist dort geboren und in den ersten Jahren dort aufgewachsen. Tresoldis Mutter oder Vater ist Argentinier.

Bei uns geht das ja garnicht so einfach, ohne Bezüge Staatsbürgerschaften zu bekommen ergo haben alle einen Bezug zu dem Land und dann steht es einem einfach nickt zu, solche Sachen als absurd abzukanzeln.

Ich wär auch dabei wenn der julio aus Chile auf einmal sagt, ich will zur wm und jetzt hol ich mir mal den deutschen pass obwohl alle aus meiner Familie chilenen sind und ich noch nicht eine Minute in Deutschland war. Vollste Zustimmung in dem Fall.

Aber doch nicht wenn ein Elternteil von dort ist oder man dort aufgewachsen ist wie im Falle musiala.

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Wie gesagt - mein Plädoyer gilt der Entwicklung der Sinnhaftigkeit dieser Wettbewerbe und nicht der Nachvollziehbarkeit aus der subjektiven Sicht der Spieler.

Und diesbezüglich kann man mMn die Sinnhaftigkeit nationaler Vergleiche natürlich zunehmend bezweifeln.

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Wie wäre es, das Thema woanders zu diskutieren? Mit BVB hat das alles nicht mehr viel zu tun.

Dieser Einwand ist nicht ganz verkehrt, finde ich. Vielleicht kann das Thema besser weiter im Thread „DFB und Nationalmannschaft“ diskutiert werden - auch wenn mir klar ist, dass sich die Diskussion hier entwickelt hat.

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Die Tresoldi News isst auch ein guter weiterer Aufhänger für die Diskussion.

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Aus der Spitze des DFB wird kommuniziert, dass man die Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft von der Politik fernhalten will.

Das ist ein guter Vorsatz, den ich sehr begrüße. Auch Kimmich hat ja auch kürzlich kundgetan, dass man sich auf das rein Sportliche fokussieren möchte.

Ich hoffe, dass sie das konsequent durchziehen. Die Medien werden natürlich versuchen, den Spielern und JN entsprechende Aussagen zu entlocken. Ich hoffe einfach, dass diese dann sofort mit dem Verweis auf die Pressestelle abgeblockt und nicht inhaltlich beantwortet werden.

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Du beschreibst was Reales, aber die Schlussfolgerung ist mir zu groß.

Ja, Zugehörigkeit ist heute fließender. Doppelte Pässe, komplexe Biografien, Spieler, die zwischen Verbänden wechseln.

Aber dass die alte Nationalromantik bröckelt, heißt nicht, dass der ganze Wettbewerb keinen Sinn mehr hat. Diese Romantik mit elf Männer tragen die Seele einer Nation aufs Feld, das war eh immer ein Mythos.

Dein stärkstes Argument sind die krassen Fälle die es tatsächlich gibt.

Spieler, die für ein Land auflaufen, in dem sie nie gelebt haben, dessen Sprache sie nicht sprechen. Fair enough. Aber das sind Grenzfälle, die jedes Regelsystem produziert. Die allermeisten Nationalspieler haben eine echte biografische Verbindung zu ihrem Land. Eine Verbindung die existiert selbst wenn sie nicht immer geradlinig ist.

Der Unterschied zum Clubfußball bleibt real.
Kompany kann sich auf dem Weltmarkt bedienen, Nagelsmann nicht.

Ja, Einbürgerungen und Doppelstaatsbürgerschaften weichen das ein wenig auf, aber sie heben es nicht auf.

Allein diese Begrenzung dass man nur für ein Land spielen kann (Pflichtspiele Männer) erzeugt eine andere Wettbewerbslogik.

Das ist nicht einfach Clubfußball mit Hymne.

Wenn der Wettbewerb so sinnentleert wäre, müsste man das auch den Zuschauern erklären. Eine WM zieht weltweit mehr Aufmerksamkeit als jedes Clubturnier, mehr als die Champions League, mehr als die Clubweltmeisterschaft, die du als Alternative ins Spiel bringst.

Menschen identifizieren sich offensichtlich immer noch mit Nationalteams. Das kann man als irrational abtun, aber es ist eine ziemlich robuste Realität.

Und was du als Erosion beschreibst, kann man auch anders lesen: Ein Nationalteam mit Spielern, die verschiedene Sprachen sprechen, mehrere Kulturen kennen und unterschiedliche Wege ins Team gefunden haben, ist kein Beweis für die Sinnlosigkeit des Wettbewerbs. Es ist ein Spiegel der Gesellschaft. Frankreich 2018 war das beste Beispiel. Polyglott, multikulturell, und trotzdem eine Mannschaft mit einer gemeinsamen Identität. Das ist keine Erosion, das ist Bereicherung.

Dass du persönlich damit leben könntest, wenn Länderspiele irgendwann wegfallen. Klar, das ist ja Deine Sache. Aber „brauche ich nicht“ ist halt kein Argument dafür, dass es sinnlos ist.

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Bin der Meinung die Jungs und Mädels sollen für die Nationalmannschaft auflaufen, in dessen Land sie aufgewachsen bzw. zum größten Teil aufgewachsen sind. Egal welchen Pass sie haben oder welchen Pass die Uroma hatte. Da wird es auch Grenzfälle geben, aber eine perfekte Lösung wird es nicht geben.

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Ich war so frei und habe mal so einige Beiträge hierhin verschoben.

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