DFB und Nationalmannschaft (Teil 1)

… hat wahnsinnig viele Halbchancen gehabt … wäre wohl treffender.

Ansonsten hat er natürlich Recht. Das Ärgerlichste an diesem Turnier ist, dass Länder wie Japan, Schweiz, Marokko oder USA uns vorgemacht haben, wie man so ein Turnier spielt.

Solange man sich hinten nicht richtig engagiert und gedankenschnell, bissig spielt, wird unser vorne zu harmloser Hurrafußball eben immer abgestraft werden.

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Also ich bin mir ziemlich sicher, dass jedes Turnier ohne Erreichen des Halbfinals für Deutschland als Misserfolg gewertet wird. Da sind Japan, Schweiz, USA nicht unbedingt die Mannschaften, an denen wir uns orientieren sollten.

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Du hast meinen Post komplett falsch verstanden. Es geht nicht um die Ambition, sondern darum, wie man bei so einem Turnier spielt. Die genannten Mannschaften haben sich sehr gut verkauft, und zwar mit einem stimmigen, konsequent vorgetragenen Defensivkonzept. Wir dagegen hinten offen, klar unter Wert.

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Für mich stellt sich die Frage, warum die von dir genannten Mannschaften so spielen.
Ich glaube, weil ihnen das offensive Potential fehlt.
Aktuell haben wir bei den deutschen Spielern kaum noch gute Abwehrspieler und ein krasses Potential im zentralen und offensiven Mittelfeld um das uns die ganze Welt beneidet: Musiala, Havertz, Wirtz,…
Da wurden auf jeden Fall in der Ausbildung gemacht.
Dazu kommt, dass in den letzten Jahren mit ganz wenigen Ausnahmen, keine großen Talente in der Bundesliga für Aufsehen gesorgt haben. Aus der heutigen U21 sind Stiller und Burkhardt wahrscheinlich die einzigen mit mehr als 15 Bundesliga-Spielen.
In der Abwehr ist Schotterbeck wahrscheinlich das größte Talent und das sagt mehr über den Rest als es für den Ex-Freiburger spricht. Wobei ich Bella-Kotchap nicht bewerten kann. Dazu kommt mit Sicherheit, dass es Flick nicht geschafft hat, eine konstante IV geschweige 4er Kette zu etablieren.

Für den Sturm sehe ich gute Chancen für Moukoko und Burghardt, wenn sie ohne große Verletzungen bleiben. Ohne Verletzungen wäre Dorsch auch ein Spielertyp, der uns extrem gut tun würde.

Aber zurück in die Gegenwart. Was Deutschland schon bei der WM vielen anderen Mannschaften voraus hatte, war die Fähigkeit, Chancen gegen tief stehende Abwehrreihen zu erspielen. Eine Fähigkeit, die scheinbar vielen Favoriten abgeht.

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Schlotterbeck wird sich noch entwickeln.
Wie schnell das gehen kann, sieht man an Upamecano: Vor gut einem Jahr der grausige Auftritt beim Pokalspiel in Gladbach, heute absolute Weltklasse beim Weltmeister.

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Ich warne mal davor, jetzt alles über einen Kamm zu scheren und davon zu reden, wir seien „defensiv völlig offen“ gewesen. Man muss doch schauen, wie im Einzelnen die Gegentore zustande kamen, und welche Spielsituation bzw. Turnierkonstellation dabei bestand. Gegen Japan darf das zweite Gegentor nie und nimmer so fallen, aber das war nicht der Effekt des Defensivsystems, sondern individueller Fehler. Gegen Spanien standen wir, von der Anfangsphase mal abgesehen, ziemlich solide, auch mit Dreiermittelfeld, das Gegentor war keinem schnellen Konter etc. geschuldet, und unser xG-Wert war höher als der der Iberer. Gegen Costa Rica musste man abschließend natürlich mit zunehmender Spieldauer ein höheres Risiko eingehen, wenn man noch eine Chance haben wollte.

Streich sollte eventuell mal konkreter werden und sagen, wer denn genau sich der kollektiven Verteidigung, die er einklagt, entzogen haben soll. Meiner Meinung nach darf es keine Rückkehr der N11 in die bleierne Zeit des Rumpelfußballs geben, wir müssen proaktiv ausgerichtet blieben, zumal unser Kader auch offensiv individuell stärker besetzt ist als defensiv. Wenn sich an der Effizienz im Abschluss nichts ändert, hilft auch ein defensiveres Verhalten wenig, weil dann eben prozentual weniger Torchancen - sprich: weniger Tore - dabei herausspringen würden.

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Schade dass im Fußball immer noch die Tore zählen.
Bei der XG-Wert-Weltmeisterschaft wären wir ganz vorne dabei :wink::blush:

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Verstehe ich, aber bei einem Unentschieden ist es nicht ganz falsch, auch da mal zu schauen, da es zumindest über den Chancengehalt etwas sagt (ein subjektiver Beurteilungsrest bleibt da natürlich immer). Ich habe das nur als Kontraindikation zu der These angeführt, wir wären defensiv unfähig ( „völlig offen“) gewesen, dann sähe gegen eine offensivstarke Mannschaft wie Spanien die Sache vermutlich anders aus.

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Man könnte ja - nur mal als Gedankenspiel - darüber nachdenken, in der Bundesliga auch bei Unentschieden drei Punkte zu vergeben: Bei einem Remis bekommen beide Teams einen Punkt. Einen weiteren Zähler bekommt die Mannschaft, die bei den xGoals vorne liegt.

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War jetzt auch nicht gegen dich gerichtet, sondern mir wird allgemein zuviel über diesen XG-Wert geredet.
So in der Art „in der Vorrunde ausgeschieden, ja aber unser XG-Wert war super“

So wie diese Statistik der „überspielten Gegner“. Gibts das eigentlich noch? War doch bei irgendeiner WM total en Vogue das ständig zu erwähnen

Der Packing-Wert, interessiert gefühlt auch keinen mehr ^^

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Plateauschuhe: 70er.
Vokuhila: 80er.
Nasenpflaster: 90er.
Arschgeweih: 00er.
Packing: 10er.

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Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, impect beliefert auch die Bayern.

Mit der Firma Impect versorgt Reinartz inzwischen 40 Klubs und Verbände mit Daten-Analysen. Darunter sind auch zwölf aus der Bundesliga sowie die Premier-League-Klubs Chelsea und Newcastle. Weitere Kunden sind aus den USA, Japan, Südafrika, Holland, Österreich, Belgien und der Schweiz.
Impect hat 18 Festangestellte in Köln plus 150 Mitarbeiter auf den Philippinen. Diese übernehmen seit viereinhalb Jahren in der Bonifacio Global City in Manila die aufwendige Daten-Erhebung. [Quelle] (Packing: Was wurde aus der Statistik-Idee, die Hype auslöste? - FUSSBALL - SPORT BILD)

These tagged games are packaged and sent to Impect’s clients, which include some of the world’s biggest clubs, like Paris Saint-Germain and Bayern Munich
Quelle2

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Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, auch WM Spiele unterliegen den gleichen statistischen Zufälligkeiten wie jedes andere Spiel. Und xG ist eine der einfachsten Methode um aus Daten abzuleiten, was ich tun muss, um ein Spiel zu gewinnen. Die Klassiker wie Ballbesitz und Zweikampfwerte sagen nämlich überhaupt nichts aus.

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Ich finde die xG Werte schon interessant. Natürlich berechnet das nicht alles ein, aber Tendenzen sind schon abzulesen. Interpretiert werden, können die Zahlen natürlich wieder nach eigenem Gusto.
Erzielt ein Team deutlich mehr Tore als ihr xG-Wert aussagt, ist es dann eine enorme Stärke im Abschluss der Spieler oder Dusel.

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Deshalb schrieb ich ja eine der einfachsten Methoden. Einfach nachvollziehbar aber leider auch zu simpel um so etwas Komplexes wie ein Fußballspiel umfassend abzubilden.
Am Ende ist es eine Frage der Korrelation zwischen statistischer Methode und dem Ergebnis. XG wird besser sein als Torschüsse, Torschüsse besser als Ballbesitz usw.
Impect behauptet deutlich besser zu sein als xG.

Wir können nachweisen, dass 86 Prozent der Mannschaften punkten, wenn sie mehr Verteidiger überspielt haben", erklärt Keppler. Denn das Überspielen der Verteidiger—die letzten sechs Spieler inklusive Torwart—wird gesondert summiert und bildet den entscheidenden Wert der Analyse. Einen Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent für mindestens einen Punkt kann fast keine Statistik nachweisen.

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Aber Packing ist doch tot. Nie mehr etwas relevantes davon gehört.
Warum?

Was bleibt unterm Strich festzuhalten?
xG-Wert ist ne nette Spielerei, aber wenn am Ende des Spiels der Gegner mehr Tore geschossen hat, nützt dir der beste xG-Wert nichts.