Ich muss bloß sagen das sich die Bierhoff Nachfolge eigentlich kurzfristig nicht auswirken wird, eigentlich auch bis 2024 kaum.
Ich habe den Eindruck in den Medien wird vermittelt ein Vorstand/Geschäftsführer kommt „wie damals 2013 Sammer bei Bayern“ und alles wird besser.
Ist bei ihm glaube ich Methode um bei einem Rücktritt nicht das Gesicht zu verlieren. Wie beim FCB! Viele haben’s geschluckt: der arme Flick und der böse Brazzo!
Ich sags schon lange… der Flick ist ein ganz linker Typ
Das glaube ich allerdings auch. Allmählich nerven die Attitüden von Flick extrem. Parallelen zu seiner Zeit beim FCB? Kann man schon so sehen, wobei ihn da der Erfolg fast unantastbar gemacht hat.
Mein Eindruck war schon damals dass er lieber schnell wegwollte solange es noch so ist und sich nicht die Ergebnisse ändern.
Schon damals hielt ich Flick für überbewertet. Was er geschafft hat: aus 15 Ich-AGs eine Einheit zu formen die wieder als Mannschaft aufgetreten ist und den unbedingten Siegeswillen an den Tag gelegt hat. Allerdings vom Fussballerischen her hat er (nur) übernommen. Er hat nur das was in der Truppe vorhanden war wieder ans Tageslicht geholt.
Beim FCB musste er nicht überlegen, wen stell ich denn heute mal als RAV auf, oder auf der 9, die S11 war im Grunde in Stein gemeißelt. Rein fußball"lehrer"technisch musste er da nicht viel tun. Allein seine Qualifikation als „Menschenfänger“ hat in dem Fall ausgereicht.
Nun als es drum ging ein Team a) zusammenzustellen und b) vorzubereiten hat er in meinen Augen massiv versagt. Allein die Zusammenstellung hatte erhebliche Schwächen und Fragezeichen. Die Aufstellungen/Auswechslungen dann nicht minder. Und dass eine Einheit gewachsen ist kann man auch nicht im Ansatz erkennen. Also aus meiner Sicht muss er unbedingt abgelöst werden, freiwillig wird er - den aktuellen Berichten zu Folge - das Feld nicht räumen.
Oh Mann, das ganze Tamtam rund um den Dfb ist mir alles ein bisschen zu hoch. Kann man nicht einfach jemanden wie Mertesacker haben, der ohne grosses Gedöns solide Nachwuchsarbeit leistet? Und einen Trainer, der sich darauf konzentriert, erfolgreiche Turniere zu spielen und nicht von Lücken im Projekt EM 2024 schwafelt? Der Dfb scheint manchmal die Komplexität einer Bundesregierung zu haben. Braucht es wirklich einen wirren Mahner a la Sammer? Haben andere Nationen so was?
Was es braucht vor allem, ist Kompetenz bei der Talentsichtung, bei der Spieler- und Trainerausbildung. An dem Punkt waren wir doch vor ca. 20 Jahren schon: es geht nicht um zu viele „weichgespülte Typen“, es geht nicht um einen Mangel an angeblichen Charaktertypen oder sonstwas Populistisches. Wir brauchen ein System, das einen stetigen Pool an Qualitätsspielern hervorbringt, solche, die ballfertig und spielintelligent sind, wie es uns Länder wie z.B. Portugal oder Frankreich vormachen, mittlerweile, horribile dictu, sogar England. Das ist kein Voodoo oder göttliche Fügung, sondern das Ergebnis systematischer Arbeit.
Das Problem ist tatsächlich wenn der in Bestform ist dauert es maximal 2 Wochen bis der verletzt ist.
Und zu einer WM oder EM ist der eh verletzt - grundsätzlich.
Herrjeh, wenn der Bayernblock die Nationalmannschaft so „spaltet“, erteilt der FCB beim nächsten Mal keine Freigabe mehr - Problem „gelöst“…
Wie Onefootball schreibt, standen bei der Japan-Schlappe fünf FCB-Spieler in der Startelf, beim Remis gegen Spanien sechs - und beim Sieg gegen Costa Rica sieben. Die Tendenz spricht da eher für den Block.
Da hat man es immer geschafft, pünktlich zu den Turnieren eine „Mannschaft“ zu formen.
Deutschland war selten Favorit aufgrund der individuellen Klasse, aber Teamspirit und mannschaftliche Geschlossenheit führten dort häufig zu Erfolgen. Dort gilt bzw. galt der alte Nimbus der Turniermannschaft.
Was ich mich bloß Frage ist das Bierhoff ja auch das Thema Nachwuchsarbeit vorgeworfen wird.
Bloß wenn ich mir das so anschaue weiß ich nicht ob dass das Thema ist. Im Nachwuchs sind wir offenbar gut (vielleicht entwickeln sich später dann einige nicht zur Spitzenklasse im Profibereich - aber das ist ja nicht das Thema „Nachwuchsarbeit“).
Man könnte dieses Thema ja dahingehend differenzieren, dass er zwar nicht zwingend auf die Personalie Einfluss haben muss, aber auf die strategische - also rein sachliche - Ausrichtung dieser „Personalie“.
Präsident Neuendorf in einer Pressemitteilung am Abend: „Wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land eine große Chance für den Fußball in Deutschland darstellt. Unser Ziel ist es, dieses Turnier sportlich erfolgreich zu gestalten. Wir haben volles Vertrauen in Hansi Flick, dass er diese Herausforderung gemeinsam mit seinem Team meistern wird. Hinsichtlich der Nachfolge von Oliver Bierhoff haben wir uns darauf verständigt, zunächst innerhalb des DFB über die künftige Struktur dieses Aufgabenbereichs zu beraten, um anschließend eine Personalentscheidung zu treffen.“
Hansi Flick: „Mein Trainerteam und ich blicken optimistisch auf die Europameisterschaft im eigenen Land. Wir als Mannschaft können viel mehr erreichen, als wir in Katar gezeigt haben. Wir haben dort eine große Chance verpasst. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen. Ich habe Vertrauen in den heute verabredeten, gemeinsamen Weg mit Bernd Neuendorf und Aki Watzke. Wir alle möchten, dass sich bei der Heim-EM 2024 wieder ganz Deutschland hinter der Nationalmannschaft versammelt.”
Bin gespannt. Vielleicht ist es gut aktuell kein weiteres Fass aufzumachen. Ich glaube die Bierhoff-Nachfolge zu regeln und die dazugehörigen Strukturen ist schwer genug.
Spielt aber die Mannschaft nicht überzeugend, gibt es sofort die Diskussion. Das ist schon ein Rucksack.
Viel Kredit hat Flick nicht, der ist leider aufgebraucht.
Von daher wird es sicher nicht leicht.
Auch dass es man jetzt nur noch im Grunde belanglose Freundschaftsspiele bis zur EM gibt wird die Sache nicht leichter machen.
Neue Spieler werden in der Zeit auch nicht heranwachsen.
Die erste spannende Frage wird die nach dem Umgang mit den wenigen „Alten“ im Team sein.
Neuer, Müller, Gündogan. Wollen die bleiben, sollen die bleiben?
Ich hoffe, das gibt kein monatelanges Herumeiern, sondern klare Antworten.
Es geht mir aber darum, wie viele der jungen Spieler an ein entsprechendes konkurrenzfähiges Niveau bei den „Großen“ herangeführt werden können. Das muss letztendlich das Ziel der Nachwuchsarbeit sein, die ja kein Selbstzweck ist. Die jüngsten Erfolge (no pun intended) diverser U-Mannschaften sind sicherlich erfreulich, aber wenn sich dadurch keine nennenswerte Verstärkung des A-Teams ergibt, dann bleibt der Nutzen eben begrenzt. Da stehen die von mir erwähnten Nationen sicherlich besser da. Wir haben doch schon seit längerem auf bestimmten Positionen große Defizite - müssen ja nicht alles gleich Musialas sein (der charakteristischerweise seine fußballerische Prägung auch in England erhielt), aber dass wir da an spielerischer Substanz so wenig zu bieten haben seit einiger Zeit, ist für ein Land mit den Ressourcen wie Deutschland schon bitter, denke ich.
Steht so nicht in diesem verlinkten Artikel. Würde mich auch wundern: Der Fokus ist ja bei uns vorhanden. Nur werden keine Individualisten mehr ausgebildet.