Vielleicht - möchte ich einwerfen - ist es auch ganz einfach eine Entscheidung von Uzun für seine persönliche Karriere? Als offensiver Mittelfeldspieler steht er als Nürnberger Zweitligaspieler (bei allem Talent und guten Leistungen in dieser Saison) in direkter Konkurrenz zu Namen wie Musiala oder Wirtz. Wie realistisch ist es denn dann, in absehbarer Zeit an diesen beiden Jahrhunderttalenten vorbeizukommen?
Absolut … ich glaube, trotz aller Misserfolge unserer N11 wird es immer noch zumeist daran liegen, dass sich diese Talente mehr Hoffnungen bei der türkischen N11 machen können.
Wir wollen es ja so.
Bald kann jeder für das Land spielen, dass ihm am besten gefällt. Oder das ihm die beste Perspektive bietet. Egal ob er irgendeinen Bezug zu dem Land hat oder nicht.
Die Welt ist bunt. Nationales Denken verblasst immer mehr.
Ich persönlich - das mag jeder anders sehen - erkenne darin keine per se schlechte Entwicklung. Um es mit Jo Cox zu sagen: „We have far more in common than which divides us“.
Ohne es gut oder schlecht zu finden kann ich mir gut vorstellen, dass das Konzept von Nationalmannschaften irgendwann überholt ist und verschwindet. Wann das sein wird … we’ll see …
Das kann ich mir aktuell gar nicht vorstellen. Ich habe das Gefühl, dass höchstens in einigen westeuropäischen Ländern das Interesse nachlässt.
Ein Grund ist, dass Länderspiele für fast alle Fußballfans weltweit die einzige Chance sind, die besten Spieler des Landes bzw. des Kontinents überhaupt mal live sehen zu können.
Wer außer deutschen, spanischen, italienischen und englischen Fans hat denn überhaupt noch die Chance einen Großteil der heimischen Nationalspieler im eigenen Land kicken zu sehen?
Ein anderer Grund ist mMn, dass wir in einer Zeit leben, in der sportlicher Erfolg in vielen Ländern wieder als wichtiger für das nationale Selbstvertrauen gesehen wird, als dies vielleicht in den 90ern und den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts der Fall war. In Westeuropa hat sich eine starke Ultrabewegung entwickelt, die den eigenen Verein ins Zentrum ihres Handelns stellt. Im Osten Europas gibt es hingegen auch sehr fanatische Fans der Nationalteams. Die Ungarn sind uns allen sicherlich noch von der letzten EM her bekannt. Hier ist die Nationalelf tatsächlich ein einendes Band für Fans verschiedener Klubs, die sich ansonsten nicht ausstehen können, aber gemeinsam für ihr Land „kämpfen“, mit allen Begleiterscheinungen, die man nicht so gerne sehen möchte.
Ist aber nur meine Einschätzung zu der ganzen Sache. Mich würde allerdings interessieren, ob du denkst, dass olympische Spiele auch irgendwann überholt sind.
Umgekehrt haben sich Spieler wie Miro Klose oder Lukas Podolski für Deutschland entschieden.
Wenn die DFB-Elf wieder besser spielt, kann das den Unterschied für Doppelstaatler ausmachen.
Musiala wird sich seit ein paar Monaten sehr über seine Entscheidung ärgern, da wette ich.
Hier sagte er noch etwas Anderes, lassen wir mal dahingestellt, ob er aus seinem Herzen eine Mördergrube macht oder nicht: auf jeden Fall ist er noch so jung, dass sich die Situation auch wieder ändern kann, sowohl für den DFB als auch für die Engländer (die jetzt auch nicht sehr viel erreicht haben).
Sehr gute Beiträge von euch beiden, @wohlfahrt und @willythegreat. Wie sagte man früher, das sollte man mal in Ruhe ausdiskutieren. …
Ist man Fan des FC Bayern, sieht man also einen SaneKimmichGoretzkaGnabryComanKanedeLigtNeuer (i) jedes Wochenende in der Bundesliga, (ii) unter der Woche in der Champions League, und (iii) im Sommer, alle zwei Jahre, bei EMs / WMs, kann das schon zur Übersättigung führen (vor allem, wenn sie schlecht spielen, gell, @KimmichGoretzka).
Andererseits, ist man Fan von - fiktives Beispiel - Hajduk Split, dann interessiert man sich vielleicht schon gar nicht so sehr für die Champions League (da das ein für den eigenen Verein „unerreichbarer“ Wettbewerb ist). Somit sieht man einen Luca Modric eben nur bei der WM - spielt er dann, wie 2018, das Finale, ist das für den Mann aus Split ein Jahrhunderterlebnis, während den typischen „FCB-Konsumenten“ die Finalteilnahme eines Perisic (o.k., der war damals noch nicht Bayernspieler), oder eines Mandzukic (der war nicht mehr Bayernspieler), kalt lässt.
Und @willythegreats zweite Beobachtung, die zunehmende Identifizierung eines gewissen Ultra- / Nationalmilieus mit „ihren Leuten“, trifft ebenso ins Schwarze. Die Gründe, warum das so ist, gehören allerdings in den Politikteil.
Bottom line: Spielt Kroatien ein Finale, geht es aber sowas von ab (übrigens nicht nur in Split, sondern auch in München, denn viele, die hier leben, haben kroatische Wurzeln). Und Deutschland, die deutsche N11, das interessiert gar nicht mehr so sehr.
Wie soll ein FC Bayern, der inzwischen Fans weltweit hat (und das muss man sich mal klarmachen, weltweit, FC Bayern-Trikots findet man inzwischen in den Vorstädten von Saigon oder auch in irgendwelchen Affenkäfigen in Portland, Oregon), damit umgehen? Denn man erkauft sich diese weltweite Beliebtheit doch damit, dass diejenigen Gruppen, die sich mit dem FC Bayern auf Gedeih und Verderb identifizieren, nur eine unter viele sind (sofern es diese Gruppen überhaupt noch bei unserem Verein gibt).
Die Idee des „FC Bayern Deutschland“ zieht vor diesem Hintergrund vielleicht nicht mehr so?
Das glaube ich nicht. Auch wenn die Identifikation vielleicht im ersten Moment nicht mehr in dem Maße gegeben ist, wie wir das vermeintlich in Erinnerung haben. Es wird immer der Wunsch da sein, das sich die besten sportlich messen - ob bei Olympischen Spielen, einer EM oder eine WM oder wo auch immer.
Die Nationalmannschaft vereint dabei die verschiedensten Clubs und stellt das gewählte (zumeist Heimat-) Land in den Vordergrund. Und dass das Konzept funktioniert, hat man 2006 ganz deutlich sehen können. Auf einmal waren alle „Schland“ Fans (auch wenn sie die Auslinie nicht vom 16er unterscheiden konnten). Egal. Farbe ins Gesicht, Söckchen über den Außenspiegel und los gehts.
Und das ist auch schön und richtig so. Mir wäre es lieber, jeder feuert sein Land an bei einem jährlichen Turnier (egal ob er was von dem Sport versteht oder nicht), als dass mit was anderem gefeuert wird. Meine Hoffnung ginge eher dahin, daß wir irgendwann den Wechsel schaffen komplett auf Kriege zu verzichten und diese über Sport ausfechten. Aber solange es Menschen gibt, die Macht demonstrieren müssen und in territorialem Besitz rechnen, wird das ein Wunschtraum bleiben.
Wenn ich an die Stimmung 2006 zurück denke, dann war die schon wirklich sehr besonders. Und von dieser besonderen Stimmung wird überall berichtet, wo solche Großereignisse stattfinden.
Daher freue ich mich auch auf das Turnier und hoffe wir zerreissen was. Das würde der Stimmung im Land gut tun.
Das ist auch der Grund, warum ich daran glaube, daß diese Turniere nie Ihren Reiz verlieren werden.
Der Boulevard will angeblich wissen, dass der DFB eine Übergangslösung für ein Jahr mit Wagner und Wolf plant, um dann anschließend Klopp zu installieren.
Sollte das stimmen, kann man das auf der einen Seite als charmante Lösung ansehen. Auf der anderen Seite wird das Ganze natürlich dann sehr merkwürdig, wenn durch ein Wunder die N11 unter Wagner und Wolf alles kurz und klein spielen (unwahrscheinlich, ich weiß, aber nicht unmöglich).
Ich persönlich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz, welche Sicht der Dinge ich da einnehme. Es klingt aber auf jeden Fall (sollte es stimmen) eher vernünftig, aus meiner Sicht.
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David Raum scheint rechtzeitig Richtung EM gut in Form zu kommen.
In den letzten sieben Spielen sah er nur gegen Bayern nicht so gut aus, ansonsten durchgängig ansprechende Leistungen.
Gegen Union Berlin war er sogar bester Leipziger Spieler und gestern gegen Real zeigte er eine bärenstarke Leistung und lieferte einen Assist.
Hoffen wir, dass er diese Form bis in den Sommer halten kann
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Ein Kammerspiel in weiteren traurigen Akten. Jetzt soll auch noch Uli als Zeuge aussagen, womit auch wieder ein Teil der Aufmerksamkeit bei uns landet. Zwanziger keult richtig los und stürzt sich in Sarkasmus - Loddar soll auch aussagen, denn der sagt ja immer was.
Man kann das ganze als sehr trauriges und unwürdiges Schauspiel betrachten, oder als heiteres und belustigendes Theaterstück - je nach emotionaler Ausrichtung und persönlicher Präferenz ![]()
Ich fürchte eher das - ich hoffe unser Kaiser im Himmel kann sich wenigstens einen ablachen. Zu Lebzeiten ist ihm diese lächerliche Verlängerung dieser „Posse“ wenigstens erspart geblieben, hat sich so schon weiß Gott genug mitmachen müssen im heuchlerischen Deutschland - die WM ist natürlich nur ein Sommermärchen bis klar wird was dafür nötig war sie zu kriegen. Völlig egal, dass jeder der sich nur nen Funken mit der FIFA und ihren korrupten Praktiken beschäftigt hat weiß dass es damals halt nur so ging wenn man das böse Spiel mitspielt…
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Im Grunde müsste auch noch Ex-Titanic-Chef Sonneborn aussagen.
Inzwischen wurde durchgestochen, dass mit
Chris Führich
Deniz Undav
Waldemar Anton
Maximilian Mittelstädt
vier Spieler des VfB Stuttgart nominiert sind.
Es war sicher zu erwarten, auch wenn die Personalie Mittelstädt dann doch etwas verwundert.
Stiller nicht.
Was heißt das jetzt? Pavlovic sicher?
Oder bleibt Nagelsmann seinem „track and field - Stil“ treu?