Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Egal ob man christlich, muslimisch, jüdisch oder atheistisch ist - dieser “truth” sollte einem zu denken geben.

Er sieht sich selbst als gottgleicher Messias oder will zumindest von anderen so gesehen werden.

Sich selbst so darzustellen ist aber alles andere als christlich und mit dem Papst steht er auch auf Kriegsfuß.

Will er also die radikaken Evangelikalen unter MAGA hinter sich versammeln?

Oder es geht wirklich psychisch mit ihm bergab….

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Klar war jetzt mein Kommentar hier unangenehm.

Ursprünglich hatte ich folkfriend sogar noch eine Frage gestellt dessen Antwort mich immer noch interessieren würde :man_shrugging:

Das wird definitiv der Grund sein. Die Amis sind da ziemlich fanatisch bei solchen Dingen.

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Die Forderung nach „demokratisch legitimierter Zurückdrängung, Auflösung, Enteignung und konsequenter Strafverfolgung" einer religiösen Institution ist kein Ausdruck von Demokratie. Es ist deren Gegenteil.

Genau diese Methoden haben totalitäre Regime des 20. Jahrhunderts angewandt. Das NS-Regime hat Kirchenvermögen beschlagnahmt, religiöse Organisationen verboten, Geistliche verfolgt und Institutionen pauschal als „volksfeindlich" oder „kriminell" diffamiert. Alles nicht auf Basis konkreter Straftaten Einzelner, sondern weil man die Institution als solche beseitigen wollte.

Das rhetorische Muster ist genaugleich. Es wird eine Gruppe nicht für konkrete Vergehen zur Rechenschaft gezogen, sondern als kollektives „Verbrechersyndiktat" deklariert, um ihre Vernichtung als gerecht erscheinen zu lassen.

Wer so argumentiert, verlässt den Boden des Rechtsstaats.

In einer Demokratie gilt, dass Straftaten individuell verfolgt werden. Religionsfreiheit ist ein Grundrecht. Institutionen dürfen und sollen gar kritisiert werden. Jedoch nicht per Dekret aufgelöst und enteignet werden.

Kritik an der Kirche ist wie erwähnt völlig legitim. Aber der Wunsch nach ihrer gewaltsamen Zerschlagung durch den Staat ist kein fortschrittlicher Gedanke. Es ist autoritäres Denken in neuem Gewand.

Gut, dass die Verantwortlichen für die Kurve gehandelt haben. Ich finde solche Aussagen unerträglich.
Herzlichen Dank! Ich freue mich auf einen weiteren spannenden Austausch.

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Um das mal vorneweg zu stellen: Ich als Atheist bin für Glaubensfreiheit.

Niemand sollte für seinen Glauben politisch verfolgt oder diskriminiert werden.

Dass die verschiedenen Kirchen (nicht nur die katholische) historisch Verbrechen begangen haben, Täter geschützt haben und Einfluss auf Politik ausgeübt haben und es tw noch tun ist auch klar.

Es kann nicht sein, dass die katholische Kirche Informationen zu Sexualstraftätern bis heute noch vertuscht und Täter einfach in neue Gemeinden ziehen lassen kann.

Es kann mMn nicht sein, dass die Kirche eine eigene Steuer verlangen kann und selbst von vielen Steuern ausgenommen wird.

Es kann nicht sein, dass selbst Sekten wie Scientology in Ländern wie der USA als Kirche gelten und diese Privilegien genießen.

Und es kann nicht sein, dass Kirchen/Religionen Menschengruppen (z.B. Andersgläubige, LGBTQ+, Menschen anderer Hautfarbe) diskriminiert und unterdrückt, Männer und Frauen ungleich behandelt und Kinder verstümmelt (darunter Zähle ich die Beschneidung von Mädchen UND Jungen wobei sie bei Mädchen natürlich deutlich weitreichendere Konsequenzen hat).

Ums kurz zu machen: strikte Trennung von Kirche und Staat und vor dem Gesetz soll es keine Sonderbehandlung geben!

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Trump: It wasn’t a depiction. I did post it and I thought it was me as a doctor. And had to do with red cross as a red cross worker, which we support and only the fake news could come up with that one.

Zum Thema Kirche und Religion, welches die Wogen hier heute ja durchaus hat hochkochen lassen (zu dem ich ja auch schon mal einiges geschrieben habe) noch ein paar Worte:

Ich würde mich selbst eher als Agnostiker bezeichnen, und ich heiße auch ganz bestimmt vieles, was Religion und Kirche in der menschlichen Geschichte angerichtet hat und auch heute noch anrichtet, ganz bestimmt nicht gut. Eine etwas differenzierte Meinung dazu zu haben halte ich trotzdem für wichtig:

Institutionen (wie z.b. die katholische Kirche) kritisieren zu können und auch zu müssen (wie aktuell in den Fällen der Missbrauchsskandale) ist unbedingt zulässig und auch notwendig. Das ist auch ein institutionelles, systematisches Problem, wenn Täter teils intern geschützt werden und lediglich versetzt werden. Genauso klar muss man feststellen (auch wenn man manchmal vielleicht nicht den Eindruck hat) : Kirchenrecht steht nicht über dem staatlichen Recht. Im Bereich der Strafverfolgung und des Verfassungsrechts ist einzig und allein der Staat maßgeblich.

Gleichzeitig erkenne ich aber auch als Agnostiker unbedingt an, dass viele Menschen einen gewissen Trost und Sinn in Religion finden und sie als eine Möglichkeit sehen, Sinnfragen des Lebens für sich zu beantworten - und auch teils dadurch motiviert Gutes bewirken, Solidarität ausleben und auch gesellschaftlichen Minderheiten Schutz bieten. Es ist nicht meine (spirituelle) Sicht auf die Dinge, aber im Rahmen der individuellen Religionsfreiheit im Rahmen unseres Grundgesetzes ebenso unbedingt zulässig. Eine pauschale Verunglimpfung von Gläubigen halte ich daher für nicht zielführend - jeder muss hier seinen eigenen Weg zu seinem persönlichen Glück finden.

Sich den eigenen Weg bewusst zu machen und dann sich frei zu entscheiden, an was man glauben mag oder auch nicht - das ist religiöse Selbstbestimmung und Persönlichkeitsfindung für mich. Und solange man niemandem anderes damit schadet, bin ich absolut fein mit jeder religiösen Einstellung.

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Eine honorige Einstellung. Ausgesprochen ärgerlich ist es dagegen, wenn Mitforisten, mit denen man seit Jahren diskutiert und deren teilweise gewöhnungsbedürftigem Benehmen man “aus Gründen” mit Nachsicht begegnet ist, ausfällig werden, als hätten sie es mit einem wildfremden Honk zu tun, und man sich von ihnen noch verhöhnen lassen muss. Ich weiß, dass viele hier @anon44472850 sehr schätzen, und konnte es bisher zumindest nachvollziehen, in manchen Punkten teilen. Jetzt bin ich, da es zudem keine Entschuldigung seinerseits gibt, fertig mit ihm, verbitte mir allerdings auch möglichen Beifall seitens seiner notorischen Kontrahenten. Er ist der klassische ideologische Hardliner, für den alles andere als seine einzig wahre Weltsicht - also sowas, wie man miteinander umgeht und ähnliches "Gedöns” - lediglich ornamentales Beiwerk ist. Da kommen wie leider auf keinen gemeinsamen Nenner.

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Leider ging die Kritik hier weit darüber hinaus. Die Wortwahl war totalitär. Für Menschen denen Vielfalt, Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit wichtig sind, nicht akzeptabel.

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Heute in der SZ eine ziemlich brillante Analyse von Timothy Snyder bezüglich der Möglichkeit der Trump-Administration, einen Putsch in die Wege zu leiten.

Snyder fächert fünf Szenarien auf und klappert sie auf historische Vorbilder und gegenwärtige Realitäten ab.

Und wenn jetzt der ein oder andere sagt Putsch? Mach mal halblang , so stellt sich beim Lesen leider das unangenehme Gefühl ein, dass Trump seit Monaten einen unsäglichen Schmarrn nach dem nächsten abliefert, den man vorher kaum für möglich hielt; und dies gleichzeitig mit einer selbst für Trump-Anhänger wahrnehmbaren gnadenlosen Inkompetenz, dass man ihm alles zutraut.

Ich halte die Frage, wie zurechnungsfähig dieser Mann noch ist, übrigens für gar nicht so sehr entscheidend. Das, worum es diesem Typen und seiner Entourage geht, benötigt bei Gott keinen besonders ausgefeilten intellektuellen Überbau:

Es geht um Bereicherung. Für ihn und seine Kumpane. Wenn es dazu einen Krieg gegen XY braucht, wird der halt eingeleitet. Irgendwer verdient immer dran. Kollateralschäden, strategische Folgen, alles irrelevant. Dass sich so ein ungebildeter Klotz anderen gar noch überlegen fühlen kann, ist möglich - gib ihm einen Knüppel, den er dir drüberziehen kann. Er wird sich als Gewinner fühlen, und nichts ist schlimmer, als zu verlieren. Dieser Knüppel ist das amerikanische Militär. Ein Riesengeschäft ist es dazu. Passt.

Nun aber hat er sich in eine Lage manövriert, die ihm zunehmend keinen Ausweg lässt. Auch innenpolitisch. Sollte er die Midterms wirklich, trotz aller bereits erfolgten Wahlmanipulation und Beeinflussung der Wahlkreise, verlieren, hält Snyder offensichtlich einen Putschversuch für möglich, in dem Sinne, dass er die Wahlen aussetzt, für ungültig erklärt oder so etwas.

Dabei zieht er den Schluss nicht daraus, dass aufgrund der historisch unterschiedlichen Realitäten die Trump-Administration vor den Szenarien zurückschrecken könnte. Vielmehr macht Snyder klar, dass die amerikanische Öffentlichkeit sehr aufmerksam sein muss, um möglichen Manipulationsversuchen zu widerstehen oder in vorauseilendem Gehorsam die Waffen zu strecken.

Im Klartext: Leute, kennt die Geschichte. Und wehrt euch, wenn ihr verarscht werdet.

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Bei Orban hatte man ja einen ähnlichen Verdacht. Aber der hat jetzt so gewaltig auf die Hörner gekriegt, dass er zumindest vorläufig weg vom Fenster scheint. Die Ungarn haben da ein beeindruckendes Zeichen gesetzt.

Vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer. Wird eh schwer genug werden, all die Langzeitschäden, die er im Laufe seiner Amtszeit angerichtet hat, wieder zu beseitigen.

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Ich habe auf jeden Fall gelernt, warum sich Menschen wegen Religion die Köpfe einschlagen. Bin negativ beeindruckt.

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Vielleicht geht es gar nicht nur um Religion, sondern darum, wie schnell Menschen bei Glaubens- und Identitätsfragen jede Differenzierung verlieren.

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Was ist denn Religion? Ist das nicht die Identifizierung mit einer bestimmten Art „Glauben“?

Jon Stewart über den Iran-Krieg, Donald Trump als Jesus und J.D. Vance in Pakistan und Ungarn; ein Panoptikum des Horrors, zum Totlachen - und am Ende ein Schlusswort, bei dem einem die Seele aufgeht.

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Hier hat nur einer jedes Maß verloren. Das darf man konstatieren, ohne dass damit der Konflikt weiter angeheizt würde.

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Verbitten kannst du dir viel, verhindern aber nicht.
Und keine Angst, ich klatsche keinen Beifall, zumal ich ja auch kein Kontrahent von folkfriend bin. Nur weil ich bei einigen oder sogar vielen Sachen gänzlich andere Meinungen vertrete, bin ich kein Kontrahent eines anderen Menschen. Friedliche Koexistenz ist für mich immer die erste Devise.
Es war immer nur sehr verwunderlich was bei ihm alles hingenommen wurde, es ist ja nicht das erste mal, dass er radikale Positionen auch mehr als radikal vertritt. Jetzt scheint dies anscheinend sogar anderen mal aufgefallen zu sein :slight_smile:

Na ja, du hast deine Religion natürlich schon „verteidigt“. Du hast dich und deinen Glauben angegriffen gesehen und reagiert. Und das ist definitiv kein Vorwurf und/oder Kritik an dich. Aber genau so funktionieren Konflikte.

Lieber @Brille , das möchte ich gerne klarstellen: es geht mir hier nicht um die Verteidigung meiner Religion, sondern um die Art, wie eine schon seit langem bekannte und für mich in der Sache völlig akzeptable Meinungsverschiedenheit formuliert wird. Nämlich mit harten, persönlich abwertenden Worten, die außer Acht lassen, dass man bekanntlich in der kritischen Haltung zur Institution gar nicht weit voneinander entfernt ist.

Mich erinnert das stark an die Fraktionierungskämpfe in der Linken (ich meine die politische Richtung, nicht die Partei), wo jede noch so kleine abweichende Position zu immer neuen Abspaltungen führte. “Du gehörst halt zu denen” heißt ja im Klartext: “Du machst dich mit den verbrecherischen Elementen der Institution Kirche gemein, wenn du nicht wie ich die Religion in Bausch und Bogen verdammst.” Hier ist eine solche Haltung zum Glück folgenlos. Aber genau so wurden (und werden) die Verratsvorwürfe ja immer begründet: “du stimmst nicht 100% ig zu? Dann betreibst du das Geschäft des Feindes.”

Ich halte für möglich, dass der eine oder andere sich über die immer wieder zu beobachtenden Folgen einer dermaßen rigiden Haltung nicht im Klaren ist. Deswegen schreibe ich es hier.

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Natürlich ist es in der Vergangenheit mehrfach aufgefallen, und ich habe mich mit @anon44472850 in meiner Funktion als Moderator darüber wiederholt sehr deutlich, teils öffentlich, teils privat, auseinandergesetzt. Meistens hat er dann alsbald wieder eingelenkt. Davon konnte gestern leider keine Rede sein. Stattdessen hat er, anscheinend lustvoll, immer noch nachgelegt. Erst die entsprechend deutlichen Reaktionen konnten ihn in seinem Furor bremsen.

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