Der Autor: Boris Bondarew hat als Diplomat für das Außenministerium des Kreml gearbeitet, bis er 2022 gegen den Ukrainekrieg protestierte und kündigte. Er lebt heute unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Exil, 2024 erschien sein Buch „Im Ministerium der Lügen“.
Das sind nicht nur für die Ukraine, sondern für Europa sehr schlechte Nachrichten. Der Autor, ein Insider, befürchtet ein Pendant zum Hitler-Stalin-Pakt. Irgendwann, nachdem Trump und Putin den Diktatfrieden verordnet hätten, würde Putin demgemäß ein Zusatzprotokoll präsentieren, das ihn zur Wiederaufnahme des Krieges legitimieren könnte, um auch den verbliebenen Rest der Ukraine „heim ins Reich“ zu holen. Also eine Analogie zum Schicksal Polens.
Da frage ich mich warum sich solche Taten zuletzt so brutal häufen.
Es ist ja nicht so, dass sich an der Zahl der Asylbewerber im Lande die letzten Jahre groß was geändert hätte, die ist ja sicherlich seit spätestens 2015 hoch.
Ist es vor allem der Nachahmeffekt oder ist es schon direkt die aufgeheizte Stimmung im Lande?
Wenn es nicht in den Bereich der Verschwörungstheorie gehören würde, müsste man fast denken, das ist von irgendwo gesteuert.
Wenn man dann noch liest, dass die Anschläge mit Bauschaum auf Autos oder das Gerücht, Merz sei psychisch erkrankt, von russischer Seite stammen, dann, tja, was dann…?
Das verstehe ich nicht.
Du meinst, Russland beauftragt afghanische Asylbewerber, Anschläge in Deutschland zu verüben?
Klingt ziemlich abstrus…krasse Verschwörungstheorie, die muss man erstmal sacken lassen. Hoffentlich hab ich das falsch verstanden.
Man kann natürlich auch nicht leugnen, dass auch dies einen starken Effekt haben wird auf solche Taten.
Umso mehr die Versorgung und Integration der Hilfesuchenden bei uns leidet durch Überforderung/Überlastung des Systems und der Helfenden, umso mehr leiden eben auch gerade die Hilfesuchenden selber auch darunter…
Glaube ich, dass diese Amokläufer „gekauft“ oder gesteuert sind? Nein, glaube ich nicht.
Würde es mich überraschen, wenn es so wäre? Nein, würde es nicht.
Ihr beide @k-dog-41 und @Ibiza habt ja zu Recht angemerkt, dass sich diese Anschläge häufen, zudem kurz vor der Wahl. Mit gutem Grund kann man sagen: klar, es gibt ja auch mehr Asylsuchende, Migranten etc. Natürlich passiert das dann häufiger.
Wenn aber dann parallel eben herauskommt, dass hier in Deutschland von russischer Seite - oder auch anderer von mir aus - einiges unternommen wird, um gewisse Strömungen nach vorne zu bringen, dann macht mich das zumindest nachdenklich.
Aber nochmals: ich hänge keinen Verschwörungstheorien an, keine Bange! Der alte Kürbis ist noch saftig, sehr saftig, würde Stromberg sagen.
Ich denke, es liegt daran, dass der Frust bei denjenigen, die die Straftaten verüben, immer größer wird. Sie sehen, dass ihre Flucht nach Deutschland nicht den erwünschten Erfolg mit sich brachte. Statt einem erträumten Leben mit einem guten Job, einer eigenen Familie in einem eigenen Heim sieht die Realität bei vielen ganz anders aus. Und mit jedem Jahr, das vergeht, ohne dass man seinem eigentlichen Ziel auch nur ein kleines bisschen näher gekommen ist, wächst der Frust. Der Schwebezustand, ob man irgendwann abgeschoben wird oder nicht, kommt natürlich erschwerend dazu. Der Täter von München war laut Innenminister Herrmann ein abgelehnter Asylbewerber, der aber aufgrund der de facto nicht stattfindenden Abschiebeflüge nach Afghanistan sich quasi irgendwo „zwischen den Welten“ befand. Das stelle ich mir sehr zermürbend vor, noch dazu wenn man - was bei Flüchtlingen keine Seltenheit darstellt - psychisch nicht stabil ist.
Der Bedarf an psychologischer Betreuung ist bei Flüchtlingen enorm hoch. Gesundheitsminister Lauterbach bezifferte ihn zuletzt im ZDF bei Lanz auf ca. 30%. Natürlich sind nicht alle davon potentielle Attentäter, aber viele können Lauterbachs Aussagen nach ohne erfolgte Behandlung eine Gefahr für sich selbst oder für andere darstellen. Und unter diesen sind sicherlich einige tickende Zeitbomben dabei, die jederzeit ihre Anschläge durchführen können.
Und was wir auch nicht verschweigen dürfen: aufgrund der Tatsache, dass beim bisherigen System eigentlich nur die Stärksten überhaupt nach Europa kommen, haben wir es hauptsächlich mit jungen Männern zu tun, die schon rein statistisch gesehen eher zu Gewalt und Kriminalität neigen, als andere Bevölkerungsgruppen. Die meisten davon kommen aus Ländern, in denen Gewalt auch innerhalb der Familie weit verbreitet ist und wurden in einem solchen Umfeld sozialisiert. Bei vielen ist die Frustrationstoleranz eher gering.
Es ist für mich nicht unlogisch, dass jemand seinem Frust auf die Art und Weise wie zuletzt mehrfach geschehen freien Lauf lässt, wenn eine entsprechende von Gewalt geprägte Sozialisation vorliegt und sich das Leben nicht so entwickelt wie gewünscht.
In der Hinsicht dürfte ausnahmsweise parteiübergreifend Konsens herrschen. Was eine Lösung betrifft, da klaffen die Ideen allerdings weit auseinander.
Ich verstehe den Grundtenor deiner Aussage.
Aber denkst du nicht das es schon sehr sehr diesen und andere Terroristen (bewusst gewählt)
In Schutz nimmst.
Jeder Mensch hat einen moralischen Kompass und laut Medien ist der Täter nicht unbedingt durch positives verhalten aufgefallen, sondern durch Straftaten.
Wieviel Personen egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund sind frustriert weil sich arbeiten kaum noch in gewissen Branchen nicht mehr lohnt?
Sollte man jedem jetzt einen steuerfreien Bonus überweisen wenn er 2 Jahre weder Straftaten noch einen versuchten Mord begeht?
Leider wird jetzt in den Medien auf einen möglichen islamistischen Post in sozialen Medien des Täters verwiesen.
Es gibt genug positive Beispiele der Integration aber es ist auffallend das solche taten zumeist einen bestimmten Hintergrund haben.
Wie wurde hier Mazaroui zerrissen für seinen unbelehrbaren Auftritt in den sozialen Medien?
Welche Konsequenzen haben wir ?
Sollen wir jetzt alle Veranstaltungen, Demonstrationen absagen und Innenstädte absichern (was wir eh nicht schaffen)
Oder sollte man die Gäste verweisen welche wir nicht beherbergen wollen weil sie keinen bis wenig Grunde haben oder sich schlicht nicht benommen haben.
Das ist eine Falschinformation, wie die Tagesschau jüngst korrigiert hat. War zumindest mein Stand vor wenigen Minuten. Er hatte Aufenthaltsrecht, Arbeitserlaubnis und war nicht vorbestraft oder auffällig. Er ist als Zeuge bekannt.
Gestern war ein lohnender Essay des renommierten Therapeuten Josef Aldenhoff in der SZ zu lesen. Und zwar angesichts des Vorschlags des Generalsekretärs der CDU (den ich namentlich nicht nennen werde), Register für psychisch Kranke anzulegen.
Als ich dies das erste Mal hörte, tauchten allzu bekannte Stories in meinem Gedächtnis auf, die man als schon etwas älterer Münchner von Konservativen immer wieder serviert bekommt, wenn man es mit einer etwas diffusen Bedrohungslage zu tun hat, wie etwa der Gedanke des Peter Gauweiler in der beginnenden AIDS-Krise, Homosexuelle in Lager zu verfrachten.
Diese Lage beschreibt @willythegreat ganz gut, finde ich. Ebenso wie die vermutlich naheliegende seelische Verfasstheit nach einer Flucht.
Der - wiederum - naheliegendste Gedanke, der mir da immer kommt, ist, dass man eventuell Traumatisierte nicht isolieren darf und dass man sie angemessen betreuen muss.
Der naheliegendste Gedanke für CDU/CSU-Generalsekretäre ist hingegen die Entfernung des Problems aus dem Gesichtsfeld.
Dass letzteres nicht nur unter bestehender Gesetzeslage offenbar nicht so einfach ist (Beispiel Aschaffenburg), hindert solche Herren in der Regel nicht, diese Forderungen binnen Minuten hinauszutrompeten. Und verfängt so ein Narrativ erstmal in der Bevölkerung, ist es für weitere Analyse oder tiefergehende Gedanken zur Wirksamkeit schon fast zu spät.
Aldenhoff liefert jedenfalls eine fundierte Einschätzung zum Sekretärs-Reflex:
Die Datenlage sieht seelisch erkrankte Menschen nicht grundsätzlich gewalttätiger als den Rest.
Es gibt eigentlich Datenschutz sowie eine medizinische Schweigepflicht.
Ein Register ist eine Liste. Eine Liste in den falschen Händen ist hochgefährlich, dafür gibt es historische Erfahrungen, die wir Deutschen gut kennen sollten.
Und der Schlager, den ich auch selbst schon gesungen habe: Gewalt gegen Frauen, Kinder, überhaupt gegen Unschuldige interessiert, sofern strukturell und patriarchalisch bedingt, kaum bis gar nicht. Das sieht bei Asylsuchenden zum heutigen Tage anders aus.
Nur:
Asylsuchende haben in Deutschland nur einen Anspruch auf eingeschränkte medizinische Leistungen, bis zu 36 Monate lang. Man kann sich vorstellen, was das heißt, wenn man selbst schon mal versucht hat, einen geeigneten Therapeuten aufzusuchen, etwa nach einem Suizidversuch. Wenn man das binnen drei Jahren schafft, muss man sehr gratulieren und zum Lottospiel animieren, oder zur exquisiten Privatversicherung, um es bezahlbar zu halten.
Aldenhoff merkt noch an, dass er während des Kosovo-Krieges Teil einer Klinik war, die Trauma-Therapeuten ausbildete und EU-Mittel rekrutierte, weil die Kassen keine Dolmetscher bezahlten - und das funktionierte tatsächlich einigermaßen und zeitigte Erfolge.
Seitdem jedoch hat sich das Gesundheitswesen völlig in die privatwirtschaftlichen Zwänge verabschiedet. Die Ökonomie besiegt die Vernunft und Menschlichkeit.
Und die komplexe, komplizierte Realität - fernab von Stammtisch-Parolen und -Forderungen - sowieso.
Gut für Generalsekretäre.
Schlauer werden wir erst nach der Wahl sein, wenn sich zu dieser Frage weitere Puzzleteile fügen oder eben nicht. Diese Häufung der Taten so kurz vor dieser wichtigen Wahl in diesem aktuellen Weltklima bringt mich schon auch ins Grübeln.