Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 1)

Soweit es meinen Anteil betrifft, habe ich Dir meine Gründe mal ausführlich geschildert. Dass sie Dich nicht überzeugen: völlig okay. Genauso okay ist es aber, denke ich, ebenfalls, dass zumindest ich auf diese wiederholt von Dir gestellte Frage nicht erneut eingehe.

Dieser Unterstellung möchte ich zumindest für mich entschieden widersprechen.
Ich schließe nicht aus, dass das politische Programm nicht angepasst werden könnte, aber ich lehne die Beeinflussung jeglicher Regierung in Richtung des Wahlprogramm der AfD ab, weil diese Ziele erfolgt, die ich ablehne, welche sie mit Mitteln erreichen möchte, die ich ebenso nicht gutheiße.

Ich werde sie mit Sicherheit nicht so sehen wie du. Aber das hält mich ja nicht davon ab, sie nachvollziehen zu können.

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Ich glaube, „Kohle“ ist genug da in Deutschland (also beim staat- so habe ich dich interpretiert). Die Frage ist nur: wie wird sie ausgegeben… und darüber könnte man (leider) Bücher schreiben.

Vorab:
Ich habe höchsten Respekt vor allen (seien es @jep, @Andy oder wer auch immer), die sich den kruden Thesen mancher User stellen und versuchen, vernünftig und sachlich dagegenzuargumentieren. Davon profitieren sicher sehr viele stille Mitleser, ganz zu schweigen davon, dass ich sehr froh bin, wenn gewisse Reden hier nicht ohne Widerspruch bleiben.
@jep hat seine Gründe zudem schon überzeugend dargelegt.

Trotzdem habe ich mittlerweile auch ein wenig Bauchschmerzen bei solchem Austausch. Und das liegt daran, dass ich, wenn ich mit einem User direkt parliere, automatisch Akzeptanz bezüglich jeglicher Haltung herstelle, auch unfreiwilligerweise. Das passiert einfach. Wir wissen doch, dass die Strategie der AFD genau darauf beruht, die sprachlichen Grenzen immer mehr zu verschieben. Der Widerspruch oder die sachliche Gegenargumentation ist da mit eingepreist - wichtig ist nur die ständige Verbreitung. Stelle ich mich als Gesprächspartner zur Verfügung, suggeriert das ein gemeinsames demokratisches Becken, gewissermaßen. Aber es sollte doch klar sein, dass wir hier keinen politischen Blog besuchen, sondern einen Politik-Thread in einem Fußball-Blog; das mag ein kleiner Unterscheid sein, aber doch ein wichtiger, scheint mir.
Im Klartext:
Sollte ich eine Party schmeißen für alle meine Freunde, weil wir ein gemeinsames Interesse teilen, und dann fängt da einer an, die ganze Palette zu bedienen:
Homophobie, Misogynie, Trans-Feindlichkeit, Verschwörungs-Geraune, faustdicke Lügen, Propaganda autoritärer Staaten, Demokratie-Veachtung, Rassismus, Täter-Opfer-Umkehr.
Dann kann der zwischendrin soviel Kreide fressen wie er will - der fliegt hochkant raus. Weitere Gespräche überflüssig.

Für mich ist MSR so eine Party. Ich muss damit leben, dass sich hier solche User bewegen, aber ich ärgere mich zugegeben auch sehr, wenn sich dann noch hochsympathische Menschen wie @jep oder @Andy Mühe geben, rational und höflich zu argumentieren, wenn ich dann das Echo höre. Ich selbst habe ja auch schon alles versucht, bin aber seit längerer Zeit auch zu einem ähnlichen Schluss wie @folkfriend gekommen.

Es gibt zweifellos Formate, Orte oder Zeitpunkte, wo man auch mit solchen Menschen sprechen muss, wie ich sie oben beschrieben habe.
Aber es gibt zweifellos auch guten Grund, klare Haltung und Stellung zu beziehen - durch Gesprächsentzug. Speziell wenn völlig klar ist, dass jemand die Regeln der Demokratie verachtet und lieber in einem Staat wie Russland leben würde.

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Generell d’accord! Ich erwähnte neulich schon mal, dass es mir ein Leichtes gewesen wäre, solche Gesprächssituationen zu verhindern. Ich hätte nur die Diskussionsanstöße - mit verlinkten Artikeln oder ohne diese - nicht geben müssen. Wenn ich dies aber tue, mutet es absurd an, auf Reaktionen nicht einzugehen oder aber sie zu unterbinden. Interessante Artikel aus diesem Grund nicht reinzustellen, käme mir zwar - auch dies merkte ich an - ein bisschen wie Selbstverzwergung vor. Jetzt habe ich allerdings den Eindruck, dass überwiegend der Wunsch besteht, dass solche Statements, denen ich übrigens auch nicht zustimme, hier unterbleiben mögen. Bis auf weiteres werde ich ihnen daher zumindest nicht mehr durch eigene Initiativen Vorschub leisten.

Noch eine Bemerkung: kürzlich las ich einen Artikel zum Thema „den Recht(sextrem)en keine Bühne bieten“ im Zusammenhang mit der Frage von Einladungen zu Diskussionen im ÖR-TV. Der Einwand gegen eine restriktive Praxis: diese stelle, so nobel ihre Motive auch sein möchten, letztlich ein Verharren im 20. Jahrhundert dar. Denn die heutigen Möglichkeiten der „sozialen Medien“ schafften so viele Bühnen, dass es sich nicht lohne, auf diese Weise solchen Äußerungen einen Riegel vorschieben zu wollen. Vielmehr gehe es vor allem darum, sich Gedanken über die argumentativen Strategien zu machen. Das war bisher auch mein Ansatz. Ich will aber nicht gegen die hier vorherrschende Stimmung gegenan agieren.

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ich weiß nicht wo du das gelesen hast… alle ernstzunehmenden Statements und Expertenmeinungen die ich so lese sagen genau das Gegenteil:
man darf denen keine Bühne (zusätzlich) geben - erst recht nicht öffentlich/staatlich legitimiert!

und bisher hat noch jeder Versuch sie in solchen Diskussionen zu stellen oder zu „entzaubern“ kläglichst versagt - sie erreichen dort immer ihr Ziel!

sie sind entweder in aller Munde - sie können sich als Opfer generieren - sie schaffen es die Grenzen des sagbaren weiter zu verschieben etc.

es geht ihnen nicht um Diskussion - nur um Reichweite… das muss man doch endlich mal begreifen!

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Lesetipp zum Thema:

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Mir wäre es lieb, wenn Du meinen Überlegungen, denen Du ja nicht zustimmen musst, mit etwas mehr Respekt begegnen würdest. Du glaubst doch wohl nicht, dass ich mir diese Lektüre ausdenke. Es war auf jeden Fall eine seriöse Quelle, aber klar: nur ein Kommentar ohne Anspruch darauf, wissenschaftlich wasserdicht zu sein.

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Muss sagen finde ich auch ziemlich respektlos @jep gegenüber indem seine Quelle damit ja auch automatisch abtust und ihm die Beurteilung was „ernstzunehmend“ ist quasi absprichst.

Man findet sehr wohl wenn zu dem Thema recherchiert ein sehr breites Meinungsspektrum!

Aber ja, ich würde in gewissem Sinne trotzdem bei den zentralen Aussagen euch BEIDEN recht geben:

Ja, @folkfriend - auf öffentlich rechtlich und möglichst auch anderen seriösen (unseriöse gibt’s genug und gegen die kann man eh nix machen) Medien stimme ich Dir auch voll zu sollten solche Leute keine Plattform mehr geboten bekommen.

Ja, hier in der MSR Kurve - das ist doch sowohl von der Reichweite als auch insbesondere von der Klientel die hier verkehrt doch so undankbar für Leute von Rechts Aussen wies nur geht! Hier gibt es doch wirklich eine sehr breite demokratisch sehr „stabile“ Mehrheit rund um die Mitte der Gesellschaft mit Hang klar eher nach Links. Wer hier mit rechten Parolen kommt hat nun wirklich absolut keine Freude mit der Resonanz die er hier bekommt. Denn BS wird hier als solcher klar rausgestellt und Zuspruch gibt es so gut wie keinen für solche Leute.

Gleichzeitig finde ich eben dass man anders als in seinem eigenen Umfeld wo man sich mit solchen Leuten ja hoffentlich nicht rumschlagen muss schon auch interessant die Reaktionen, Argumente und Diskussionen solcher Leute zu verfolgen, gerade auch weil sonst eben solche Leute meidet. Hier kann ich genau entscheiden - bin ich gerade „in Stimmung“ mir den Politikthread mal wieder „anzutun“ oder habe ich vielleicht sogar Lust auch mal in den Diskussions „Infight“ auch selber mal dort zu gehen - meistens habe ich das nicht, aber die Gelegenheit es zu tun wenn das will und eben auch die Diskussionen von Leuten wie eben @jep oder @andy mit solchen Leuten verfolgen zu können hat für mich trotzdem im Idealfall viel lehrreiches, fast immer aber (wie gesagt wenn in passender Stimmung für sowas) zumindest viel unterhaltsames :wink:

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wenn man meinen letzten Beitrag als respektlos gegebüber jemanden außer den Faschos erachtet - sorry for not sorry… da kann ich echt nur noch entsetzt lachen!

wie man sich aus vermeintlicher „correctness“ windet und lawiert - wahnsinn…

ich finde es respeklos ALLEN Demokraten und vor allem Opfern gegenüber mit Faschos zu reden oder dafür Begründungen zu finden!

es gibt nur eine einzige Situation, in der man mit diesen Menschen reden sollte:

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Naja, es geht m.E. nicht um den Inhalt, sondern den Ton. Lies einfach deinen Beitrag nochmal selbstkritisch durch; der liest sich nämlich so: ich habe die einzig richtige Meinung, nur ich lese seriöse Quellen, was anderes zitieren, muss zwangsläufig falsch sein …

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sehe ich anders - ist mir bei diesem Thema auch egal…!
da gibt es nur ein einziges RICHTIG:

und das ist bedingungsloser Widerstand gegen rechtes Gesocks - mit aller demokratischen und noch gerade legalen Härte und Konsequenz!

alles andere führt ins Verderben!

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Alleine mit dem Wort Gesocks, hast du dich schon von jeglichem Verdacht noch auf demokratischen Pfaden zu wandeln befreit. Ich weiß auch nicht wem du hier was vormachen willst. Dass du die andere Seite vom Hufeisen darstellst, weiß hier ja nun jeder.

Zumindest willst du ja jetzt niemanden mehr aussondern, wegsperren und erschießen.
Es geht voran :grinning:

Der ist gut.
Über deine Ansichten kann ich nur den Kopf schütteln, bei Folkfriend geht es mir genau so. Ich weiß echt nicht, wer von euch gefährlicher für die Menschheit ist :roll_eyes:

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Wenn es noch eines Beweises für die Stichhaltigkeit des von mir zitierten Arguments bedürfte, so liefert diesen die AfD-Spitze mit der Art, wie sie die Krah-Affäre managt: keine gemeinsamen Auftritte, kein Video, keine Flyer (alles 20. Jahrhundert). Aber: TikTok et al. bleiben ihm unbenommen. Da spielt nämlich die Musik. Und wir machen wegen eines Kurt solche Eiertänze. Nochmal zur Erinnerung: er ist kein AfD-Funktionär, sondern das, was man einen ganz normalen Wahlbürger nennt. Mit Ansichten, die ich nicht teile und denen ich widerspreche, und zwar mit Argumenten. Bei inakzeptablen Grenzüberschreitungen wende ich das Regelwerk an. Wenn ein solcher Umgang mit der Problematik hier nicht mehr gewünscht ist, wird meine Moderatorentätigkeit überflüssig, weil es keine Kontroversen mehr gibt, die diesen Namen verdienen. @Alex habe ich bereits auf diesen Sachstand aufmerksam gemacht.

Die meisten der letzten Debatten kamen durch Impulse von meiner Seite zustande. Der Forderung, auf bestimmte Reaktionen nicht einzugehen oder gar sie generell zu unterbinden, werde ich in dieser rigorosen Form keinesfalls nachkommen. Das wiederhole ich nochmal in aller Deutlichkeit, um keine falschen Erwartungen zu wecken.

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Das ist zwar nur eine Vermutung von dir, entspricht aber tatsächlich der Wahrheit.

Die Frage sollte nicht sein, wer gefährlicher für die Menschheit, sondern gefährlicher für dich ist. Und wenn bei manchen hier die Nazis beim rechten Rand der Grünen anfangen, kann sich jeder ausmalen, ab wann er das Feindbild Nummer 1 ist.

Sorry, aber das ist ja nun auch kompletter Quatsch.

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Ihr müsst mal aufhören jegliche Aussage von mir als Quatsch abzutun, nur weil ich meinen Ruf weghabe. Meint ihr Rechte sind die einzigen die sich verstellen können?

Oder wir einigen uns halt mal auf einen neuen Begriff. Ich bin auch kein Nazi. Das ist ne kollektivistische Ideologie und ich stehe für individuelle Freiheit. Werde aber trotzdem so bezeichnet.

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„Wir“ müssen gar nichts. :sweat_smile:

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Das klingt durchaus sinnvoll!

Was schlägst Du vor stattdessen?