Der finanzielle Jahresabschluss 24/25 der FC Bayern München AG – eine Analyse

Veröffentlicht unter: FC Bayern – XXL-Analyse: Prekäre Lage trotz Rekordgewinn?

Auf der Mitgliederversammlungen des FC Bayern München e. V. präsentierte Jan-Christian Dreesen den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 24/25 des AG-Konzerns. Wie viel Gewinn hat der FC Bayern gemacht? Wie entwickeln sich die Einnahmen und Ausgaben? Eine Analyse. Der Spätherbst ist traditionell die Zeit der Mitgliederversammlung des FC Bayern e. V. In diesem Jahr hatte man es besonders eilig, bereits am 2. November war es soweit. Alle Mitglieder des Vereins waren eingeladen, sich Rechenschaft über die Geschehnisse des zurückliegenden Vereinsjahres ablegen zu lassen. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Neben Rückblicken, Würdigungen, einigen kritischen und vielen feierlichen Momenten stand…

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Lieber @Alex - hätte ich dein sprachliches Niveau, würde ich jetzt eine ähnliche Eloge auf Dich singen wie du vor kurzer Zeit auf Vincent Kompany.

Da ich davon weit entfernt bin, sage ich jetzt einfach „Danke“ für den Artikel.

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Blockzitat
Aber der FC Bayern steht in einem internationalen Wettbewerb mit Vereinen wie Manchester City, Paris Saint-Germain, Real Madrid, dem FC Barcelona und dem FC Liverpool.

Ja, er steht im Wettbewerb mit den genannten Vereinen, aber diese Vereine sollten nicht als Blaupause oder Vorbild dienen.
Der Verein sollte seinen eigenen Weg finden, was er ja auch tut. Ich persönlich halte es nicht für erstrebenswert, irgendwie finanziell mit den genannten Vereinen zu konkurrieren oder sich mit denen zu vergleichen.

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Lüge! EBITDA steht, wie man weithin weiß, für Earnings Before I Tricked the Dumb Auditor.

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„ABER: Zwar ist der Zuwachs von 15 Prozent bzw. rund 34 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr beachtlich, er beinhaltet jedoch auch die Einnahmen aus der FIFA-Klub-WM von rund 55 Millionen Euro. Ohne die Teilnahme an diesem Wettbewerb hätten die Einnahmen des FC Bayern in dieser Kategorie rund 20 Millionen Euro unter denen des Vorjahres gelegen und wären damit sogar etwas unterhalb des Niveaus der Saison 22/23 gewesen.“

Nachdem unser Geschäftsjahr am 30.6, also mitten während der Club WM endete, denke ich war aber nur ein Teil (sicher sind wohl nur die grob 28 Mio Euro Antrittsgeld) schon verbucht diesmal…

Man kam zwar diesmal nur ins Viertelfinales der CL anders als im Jahr davor, durch leicht angestiegene Preisgelder sowie zusätzliches Heimspiel in der Ligaphase sowie in der Zwischenrunde lag man aber wohl schon nahe an den Einnahmen im Vorjahr.

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Das letzte Spiel bei der WM war am 05.07 gegen PSG. Dabei sind wir ausgeschieden, haben also nichts mehr verdient.
Das letzte Spiel für das es Prämien gab, war am 29.06 der Sieg gegen Flamengo.
Also fiele alles was verdient wurde tatsächlich in das letzte Geschäftsjahr.

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Ich vermute, dass die Vereine hier einiges an Spielraum haben, in welche Geschäftsjahre sie die Erlöse verbuchen. Wie der FCB damit umgegangen ist, wäre interessant zu wissen.

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Einer meiner liebsten Artikel jedes Jahr. Danke fürs Aufdröseln Alex.

„Prekärer Rekordgewinn“ klingt fantastisch. Dem Spin stimme ich komplett zu. Die Lage ist herausfordernder als die Zahlen auf den ersten Blick suggerieren.

Zwei, drei Gedanken zu den vier Einnahmebereichen:

Spielbetrieb:
Mehr Einnahmen durch mehr Spiele oder höhere Einnahmen, logisch.

  1. Mehr Spiele gingen sehr wohl, nämlich ca. 15 bis 20 der Frauen. Das geht nicht über Nacht bzw. nicht über Nacht mit den ansatzweise gleichen Erlösen pro Spiel wie bei den Herren. Aber dieses Wachstumspotenzial ist offensichtlich. (Weiß der FC Bayern ja. Arbeitet er dran. Halt ein bisschen zu langsam.)
  1. Mehr Non-Sport-Events. Nicht einfach. Aber möglich. Das würde dann wahrscheinlich gar nicht in den Spielbetriebserlösen verbucht, sondern über die Arena GmbH als Gewinnausschüttung, aber ihr wisst was ich meine.

  2. Beim Preis sehe ich noch Luft nach oben, ohne die Fanszene (zu sehr) zu verärgern. Ich war kürzlich bei der NFL in Tottenham (2019 eröffnet, also 14 Jahre jünger als die AA). Gerade im Bereich Premium/Hospitality ist das nochmal ein anderes Level. So zumindest meine Wahrnehmung. Bayern ist dort auch natürlich längst sehr aktiv, aber ich glaube, da ist noch einiges an Luft drin. Und zwar sowohl im intermediate Bereich bei „VIP light“ als auch im Ultra-Super-VIP-Bereich. Beides kann die NFL gut. Mal als Rechenspielerei: Mit 2.000 VIP-light-Tickets für 400 Euro Mehrerlös pro Zuschauer im Vergleich zum Status quo käme der FCB bei 25 Heimspielen pro Saison auf 20 Mio. Mehreinnahmen pro Saison (dem natürlich höhere Kosten gegenüberstünden).

Werbung und Sponsoring:
Schwierig. Hier habe ich keine Idee zu Mehrerlösen. Aber hier hätte ich mir auf der MV die ehrliche Debatte und Argumentation pro Emirates gewünscht statt Ott und das Thema ins Lächerliche zu ziehen. Die Zahlen zeigen, warum der FCB sich so schwer tut, auf Katar, Ruanda, Emirates (Betano, Bitpanda…) zu verzichten. Tatsächlich ein Dilemma. Eins, bei dem ich unterschiedliche Position für sehr nachvollziehbar erachte.

Transfereinnahmen:
Alex’ Analyse zeigt sehr schön, wie wichtig es ist, dass der FC Bayern endlich, endlich erkannt hat, wie wichtig diese Einnahmequelle ist. Natürlich soll Bayern nicht die Geschäftsmodelle von Benfica oder Leipzig übernehmen.
3x über 100 Mio. von 2022 bis 2025 sind ein Top-Wert. Und Gold wert. Mit 382 Mio. von 2022 bis 2025 steht Bayern in den Zeitraum nicht weit hinter City und PSG und sogar vor Real und Barcelona. Gerade Real zeigte dem FC Bayern jahrelang, dass cleveres Verkaufen die Basis für neue gute Einkäufe legen kann. Genau so müssen sie weitermachen.

Medienrechte:
National okay. International desaströs. Die größte Baustelle nicht nur des FC Bayern, sondern des deutschen Fußballs. Ich habe hier keine Hoffnung auf kurz- und mittelfristige Besserung. Die bisherigen Ideen der DFL der letzten Jahre (Investor, eigene Streamingplattform) sind für mich bisher weder ausgereift noch erfolgversprechend. Heidenheim vs. Wolfsburg wirst du auch mit mehr Präsenz, Investor oder eigener Plattform nicht international gegen die Premier League, Real, die Champions League und die jeweiligen Heimatligen vermarkten können.
An große Veränderungen traut die DFL sich nicht ran. Mit kleinen wird sie den Rückstand nicht aufholen.

Fazit:
Je nach Verbuchung der Klub-WM wird die (diesmal echte) Milliarde in der laufenden Saison oder spätestens in der nächsten fallen. Aber für weitere große Wachstumssprünge braucht es neue Ideen. Keine einfache Lage. Oder einfach: Rekordgewinn, aber trotzdem prekär!

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Ich würde tippen, dass man wenn möglich bewusst etwas ins aktuelle Geschäftsjahr geschoben hat nachdem die Gewinnzone klar schon solide erreicht hatte.

In früherer Diskussion dazu wurde denke ich auch argumentiert, dass der tatsächliche Eingang der Buchung entscheidend sein könnte…

Und siehe das, die 20 Mio weniger beim Rest, wenn schon voll verrechnet wären - sonst erstaunlich schwach.

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Für nächste Saison finde ich es aber erstmal schwierig wo die über 100 Mios wieder herkommen sollen?

Kim und Palhinha wären offensichtliche Kandidaten, da landet man aber eher wohl nur etwas über der Hälfte und bei Zargazo wird man wohl auch froh sein müssen wenn überhaupt noch 10 Mios bekommt…

Während die restlichen Abgang Kandidaten (die 3 Gs) ja eh der Vertrag ausläuft.

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Früher ließen sich Transfererlöse in dieser Größenordnung nur durch die Veräußerung von tragenden Stammspielern erzielen. Wie die obige Liste zeigt, ist dies inzwischen auch mit der Abgabe von Ergänzungsspielern möglich. Wenn die Bayern ihre in dieser Saison mit neuem Schwung angesetzte Nachwuchsstrategie fest etablieren, könnten Transfergewinne (und nicht bloß -erlöse) für den Verein langfristig zu einem nennenswerten Profitcenter zur Ergänzung der operativen Einnahmen werden. Ein Nachwuchsspieler wie Lennart Karl kann zu einem Stammspieler für die Bayern werden und damit Ablöse und Gehalt für eine teure Verpflichtung von außen für eine Kaderstelle einsparen, oder er kann für 30 Millionen Euro verkauft werden und diesen Betrag in voller Höhe in die Gewinnrechung des FC Bayern einfließen lassen.

Allerdings sollte auch noch so viel berechtigte Hoffnung in der Frage der Nachwuchsspieler nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Spielerhandel als Erlöskonzept in einem fundamentalen Zielkonflikt mit dem Anspruch steht, jederzeit auf höchstem Niveau sportlich konkurrenzfähig zu sein. Eine Bewegung in Richtung des einen Ziels ist unausweichlich mit Kompromissen bei der Erreichung des anderen verbunden.

Der FC Bayern war lange kein Verkäuferverein. Sollte das operative Geschäft zukünftig nicht mehr die nötigen Wachstumsraten aufweisen, die es braucht, um das nötige Geld für sportlichen Erfolg auf hohem Niveau zu generieren, könnte er nolens volens darauf angewiesen sein, ein paar Schritte in Richtung einer Spielerhandels-Strategie zu gehen, um sein Ziel, jederzeit möglichst hohen sportlichen Erfolg zu erzielen, weiter aufrechterhalten zu können. *

:thinking:

#…>DerEntw!cklungs-fäh!geErgänzungsspielerVonHeuteWomöglichDer(…Öko..Organ!sch-mit-wachsende)StammspielerVonMorgen(…+Über-morgen)VsJeneSchritte(…rgo)Längst(…StillUndLeise+Kurz-sichtig)Gegangen_oderEs-Ist-N!cht-Alles-Gold-..EndlichEndlich(…Real-eClevernessW!rkl!ch)Erkennen/…StoppB!tte[…>StichwortProfitcenter_oderBesagte(Win-Now-Spr!tfresser-)EinkäufeInwiefern/…AufWelcherResul..Argumentations-BasisJenes(…Lang-zeit-)ZielAufrechterhaltend(er)RespektiveGut/…Besser?]!? :face_with_peeking_eye: :face_with_monocle:(…:face_with_spiral_eyes: :confused:)
:face_with_raised_eyebrow:(…:face_with_medical_mask:)

(…:skull:)

Überragender Artikel und Einschätzung!

Kleine Korrektur: das „S“ in FSR steht für „Sustainability“

@Ibiza
Hier die Gelder für die UCL:

UEFA CHAMPIONS LEAGUE GELDER
Saison 2023/2024* 2024/2025
Market pool 19,5 43
10jahreswertung 35,25
Gruppe** 86,52 80,62
Zwischenrunde 81,62
1/8finale 96,12 92,62
1/4finale 106,72 105,12
1/2finale 119,22 120,12
Finale 134,72 138,62
Sieger 139,22 145,12
* von den Summen müssen 3,5 - 5% wegen COVID Rücklagen abgezogen werden
** ab der Gruppe ist es die Summe aller Einnahmen (Startgeld+Market pool+10JW+Performance)

Tatsächlich hat man weniger verdient als im Vorjahr unter Tuchel. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Gelder werden im neuen Modus etwas anders verteilt. Es gibt mehr für die „Performance“ also das Abschneiden. Man muss also im Vergleich zu früher weit kommen, damit man mehr Einnahmen macht. Das gilt für Bayern (bei anderen habe ich es nicht nachgerechnet), weil der FCB durch die neue Verteilung etwas über 10 Mio. weniger aus der „3. Säule“ (Market pool + 10jahreswertung) bekommt als früher.
  • Bayern hatte in der Saison 24/25 eine schwache „Ligaphase“. Im alten Modus hatte man 16-18 Punkte gemacht und dadurch fast immer das Maximum an „Performance“ Geldern gemacht.

Man hatte ein Heimspiel extra in der Saison 24/25 im Vergleich zu 23/24.

Hier sollte der FCB versuchen das Risiko auf die Spieler zu übertragen (gut möglich, dass dies schon passiert):

Die Einnahmen als Boni für die Spieler einplannen. Also etwas niedrigeres Grundgehalt und dafür mehr Boni. Beispiel: Bayern bekommt für das Erreichen des Viertelfinals 12,5 Mio. und diese können zu 100% an die Spieler gehen. Man hätte pro Spieler im Schnitt 4-5% (je nach Kadergröße). Ein Kane bekommt 10% und dafür ein Ulreich oder Boey nur 1% (immernoch 125k) etc.

Ja sehe ich auch nicht. Vor allem wird man mit Zaragoza, Palhinha und z.B. Kim keinen Gewinn machen. Man müsste eher Talente verkaufen, um etwas Geld zu machen. Man hat aber die Chance die Gehaltskosten etwas zu senken und dadurch die Mindereinnahmen aus Transfer etwas aufzufangen.

Hier mal die „kompletten“ (Ablösesummen) Kosten für Transfer:

Jährliche Kosten durch Transfer (nur Ablösesummen)
Name Vertrag bis (im Verein bis) Kosten (Mio. Euro) 22/23 Kosten (Mio. Euro) 23/24 Kosten (Mio. Euro) 24/25 Kosten (Mio. Euro) 25/26 Kosten (Mio. Euro) 26/27 Kosten (Mio. Euro) 27/28 Kosten (Mio. Euro) 28/29 Kosten (Mio. Euro) 29/30
Sane 24/25 10 10 10
Mane 23/24 11 21
Gnabry 25/26 0,5 0,5 0,5 0,5
Coman 25/26 0,5 0,5 0,5 1
Hernandez 23/24 16 16
de Ligt 24/25 13,5 13,5 40
Davies 29/30 2 2 0,5 0,5 0,5 0,5 0,5
Upamecano 25/26 8,5 8,5 8,5 8,5
Gravenberch 23/24 3,5 15
Nagelsmann 23/24 4 12
Pavard 23/24 7 7
Sabitzer 23/24 4 8
Tel 25/26 7 2 2 8
Sommer 23/24 3 6
Saar 23/24 2 2
Roca 22/23 6
Kane 26/27 24 24 24 24
Kim 27/28 10 10 10 10 10
Peretz 27/28 1 1 1 1 1
Dier 24/25 3,5
Zaragoza 28/29 4 2,5 2,5 2,5 2,5 2,5
Boey 27/28 6 6 6 6 6
Olise 28/29 10,5 10,5 10,5 10,5 10,5
Palhinha 27/28 13 13 13 13
Ito 27/28 6 6 6 6
Sieb 26/27 0,5 0,5 0,5
Kompany 26/27 3,5 3,5 3,5
Urbig 28/29 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
Diaz 28/29 17,5 17,5 17,5 17,5
Tah 28/29 0,5 0,5 0,5 0,5 0,5
Jackson 25/26 16,5
Kosten Gesamt 98,5 172,5 141 131,5 97 69 33 0
Einnahmen durch Transfer Gesamt 103 175,5 103,5 99
Einnahmnen - Kosten (Mio. Euro) 4,5 3 -37,5 -32,5 -97 -69 -33 0

Wurde das nicht auch mal angekündigt bzw. ging mal etwas in die Richtung durch die Medien? Glaube ich zumindest.

Zum Sponsoring: es gab immerhin die Verlängerung mit der Telekom. Hoffentlich gibts etwas mehr. :eyes:

Das könnte tatsächlich sein. Der Patron hatte im Doppelpass auch gesagt, dass man im Winter bei Bedarf nachlegen kann. Das würde zu deiner Theorie mMn passen.

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@Alex: Zuerst auch von mir viel Lob und Dank für deinen sehr informativen und gut geschriebenen (d.h. auch für Finanz-Laien wie mich verständlichen Bericht).

Du schreibst: " Kaum noch Potenzial bei den Spieltagseinnahmen" und begründest es damit, dass sowohl bei der Anzahl an Ticketverkäufen wie auch bei den Preisen und bei der Anzahl der Spiele kaum noch Potenzial nach oben ist. Sehr richtig argumentiert.

Aber gibt es denn keine Überlegungen, die maximale Zuschauerkapazität z.B. durch Umbau oder gar Neubau des Stadions signifkant zu erhöhen?
Wenn man sieht, dass das Camp Nou rund 100.000 Zuschauer fasst, Wembly rund 90.000 und selbst in Deutschland in Dortmund rund 80.000 unterkommen. In München würde man wohl ebenfalls ein Stadion mit einer solchen Anzahl voll bekommen und hätte damit die Spieltagseinnahmen signifikant und dauerhaft erhöht.

Natürlich wäre das eine riesige Investition und ob eine Erweiterung der Allianz-Arena technisch überhaupt möglich wäre, weiß ich nicht. Mich würde nur interessieren, ob es da schon Überlegungen in dieser Richtung gab und ob das schon mal durchgerechnet wurde (und wenn ja, mit welchem Ergebnis).

Here we go. Nein.

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Vielen Dank allerseits für das sehr nette Feedback, über das ich mich sehr freue. Lasst mich auf ein paar Eurer Punkte in chronologischer Reihenfolge kurz eingehen:

Sehr gerne. Solch nettes Feedback ist der süßeste Lohn. Vielen Dank!

Faktisch vergleichen sich die Bayern mit diesen Vereinen ja ständig, nämlich jedes Mal, wenn sie auf dem Platz mit ihnen aufeinandertreffen. Um bei diesem sportlichen Wettkampf erfolgreich zu sein, müssen sie auch beim finanziellen Wettkampf mithalten. Bis zu einem gewissen Grad bleibt den Bayern also nichts anderes übrig, als sich die Grundlagen des geschäftlichen Erfolgs dieser Vereine näher anzuschauen, wenn sie sportlich von ihnen nicht abgehängt werden wollen.

Übernehmen muss man natürlich nicht alles.

Ach so! Ich dachte, es steht für Earnings Before I Tricked the Dumb government with the help of the Auditor.

Siehe die Antworten von @Jo_1 und @Georg. Ich habe während des Schreibens des Artikels über dieses Problem auch nachgedacht, aber weil der letzte Trigger, der Prämien freisetzte, auf den 29.06. fiel (die Qualifikation für das Viertelfinale), habe ich mich dafür entschieden, die Prämien in voller Höhe dem vergangenen Geschäftsjahr zuzuordnen.

Man hätte es auch anders entscheiden können, aber von vielen möglichen Varianten war dies für mich noch die formal korrekteste.

Indeed. Das habe habe ich bereits 2017 oder 2018 mit Malte Asmus in einem Podcast länger besprochen. Die Frage, wo die größten Hebel für die Bayern sind, ihre Einnahmen schnell und signifikant zu steigern, beschäftigt mich schon lange. Konzerte, NFL-Spiele, vielleicht auch so etwas wie ein eigenes Hotel für VIPs, kombiniert mit besserer (und teurerer) Hospitality, um die Zahlungsbereitschaft der immer zahlreicher werdenden Millionäre und Milliardäre auf dieser Welt abzuschöpfen, wären sicher Möglichkeiten.

Der nächste Sprung wäre dann vielleicht ein neues Stadion, wie es auch @Covenant in seinem Kommentar anspricht, um zu dem Niveau an Möglichkeiten, das Du bei Tottenham erlebt hast, aufzuschließen.

Aber dann sprechen wir schnell über 400 bis 500 Millionen Euro – die die Bayern natürlich finanzieren könnten, die aber auch jahrelange Rückzahlungen an Banken und Investoren in bedeutender Höhe nach sich ziehen würden. Das wäre für viele Jahre jedes Jahr etwa ein 30- oder 40-Millionen-Euro-Spieler weniger (ins Unreine gesprochen)?

Das teile ich. Das Problem ist bloß: Mit Spielerverkäufen kann man viel, aber auch wenig Geld verdienen. Mit einem Erlös von 100 Millionen auf der Umsatzseite, der Dreesen eine tolle Zahl für die Präsentation beschert, kann der FC Bayern theoretisch sogar Geld verlieren, wenn die veräußerten Spieler noch mit mehr als 100 Millionen Euro in den Büchern steht.

Von den 117 Millionen Euro Transfereinnahmen im Geschäftsjahr 24/25 sind bestimmt 40 Millionen Euro an Kosten für angehende Restbuchwerte abzuziehen (@Michi94: Hättest Du den Nerv, das einmal nachzurechnen? Was haben die Bayern mit ihren 117 Millionen Euro Transfererlösen in 24/25 tatsächlich verdient?)

Außerdem kommen noch die Beraterkosten hinzu. Im Geschäftsjahr 23/24 beispielsweise haben die Bayern 186 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. In den Büchern aktiviert als Zugänge bei den entgeltlich erworbenen Werten aus Transfers wurden sage und schreibe 233 Millionen Euro – eine Differenz von 47 Millionen Euro!

Solche absurd hohen „Nebengeräuschskosten“ (Berater etc.) in Höhe fast eines Viertels der Transferwerte schmälern die Profitmöglichkeiten aus dem Spielerhandel natürlich.

Will sagen: Hohe Transfererlöse sind nicht per se profitabel. Und Spielerhandel ist nicht per se ein profitables Business. Als Analyst muss man genau hingucken, als Verein sollte man versuchen, profitable Verkäufe zu machen.

Aber grundsätzlich stimme ich Dir zu. Wenn man schon mit dem Verkauf von Spielern wie de Ligt, Tillman, Mazraoui und diversen Leihen über 100 Millionen Euro erlösen und vermutlich einige Dutzend Euro Gewinn machen kann (Nebengeräusche berücksichtigt), ist dies eine Profitquelle die die Bayern systematischer in ihren Einnahmenmix integrieren sollten.

Darüber hinaus sollten die Bayern generell weniger Scheu haben als bislang, aus irgendeinem Grund nicht passende oder funktionierende Spieler schnell und entschlossen wieder abzugeben. Smart kaufen, ausprobieren, und im Zweifel schnell wieder verkaufen. Für etwas mehr Methode Boehly an der Säbener Straße. :wink:

Und danke @Georg, für Dein nettes Lob für meinen Artikel. Ich habe mich wirklich sehr gefreut.

Ach ja, und:

Zum Beispiel?

Danke! Freut mich sehr.

Danke. Gefixt.

Ohne es zu wissen, würde ich sagen, aufgrund der zumindest äußerlich geschlossenen Struktur des Gebäudes vermutlich nein.

Man könnte natürlich über den Bau eines komplett neuen Stadions nachdenken, das habe ich etwas weiter oben schon kurz thematisiert. Die Allianz Arena ist gerade 20 Jahre alt geworden. Vermutlich wird sie über 30 Jahre abgeschrieben. Wenn man heute anfangen würde, ein neues Stadion zu planen, könnte es fertig sein, wenn das alte gerade abgeschrieben ist. Aber halte ich es für wahrscheinlich, dass die Bayern in den kommenden Jahren in die Planung eines neuen Stadions einsteigen? Hmmm… Unsicher.

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Zum Thema andere Events:
Es gibt soweit ich mich erinnere, eine Vereinbarung mit der Stadt München, dass die AA nicht zum Konkurrenten zum Olympiastadion bzgl. Großkonzerten werden darf. Die Konzerte, die 2025 stattfanden und bis mindestens 2027 noch folgen werden, gibt es nur deshalb, weil das Olympiastadion wegen Umbauarbeiten nicht verfügbar ist. Ab Sommer 2028 könnte das also wieder zu Ende sein.
Bei der NFL dürfte eine Steigerung wegen der Konkurrenz durch andere Interessenten in Deutschland (Frankfurt, Berlin) auch schwierig werden. Hier wird man mMn auf absehbare Zeit froh sein müssen, wenn es überhaupt alle 2 Jahre ein Spiel gibt.

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So, mittlerweile auch endlich ordentlich zuende gelesen:

Nix internationale Klasse - @Alex hat wie üblich Weltklasse abgeliefert!

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24/25 waren es „nur“ 40 Mio. für de Ligt

23/24 hatten die verkauften Spieler einen Restbuchwert von 73 Mio. + 12 Mio. für Nagelsmann, der in dieser Saison zum DFB ging. Keine Ahnung ob hier mit dem Restbuchwert auch so umgegangen wird wie bei Spielern, aber macht für mich Sins.

22/23 war ein „gute“ Saison mit nur 6 Mio. für Roca

Danke für den Link, bestätigt das was ich seit Jahren immer wieder dazu gehört habe. Kurzfristig wird man da leider nix machen können. So schön sie auch ist-im Grunde ist die Allianz Arena eine Fehlplanung gewesen. Die Politik wollte-unabhängig von den völlig verschiedenen Voraussetzungen der Vereine-dass wir uns mit den Kätzchen ein Stadion teilen. Das Ergebnis war dann ein Stadion, dass für 1859+1 hoffnungslos zu groß und teuer und für einen Weltverein wie uns im Grunde zu klein war.
Ich hoffe hier auf die olympischen Spiele-wenn wir die tatsächlich nach München kriegen wird die Allianz Arena als Spielplatz der olympischen Fußballturniere gebraucht werden. 2040 hätte die Arena dann auch schon 25 Jährchen auf dem Buckel-da würde dann für Olympia sowieso eine Modernisierung fällig und dann könnte man sie auch ausbauen. Auf jeden Fall (auch das wird im Artikel angesprochen) müsste man neben dem Stadion selbst auch die Verkehrsinfrastruktur drumrum ausbauen. Bei der Allianz Arena war damals der Deal, dass die Vereine die Kosten für den Bau selbst tragen und der Staat dafür die Infrastruktur übernimmt. Vielleicht kann man einen solchen Deal wiederholen. Also Daumen drücken für Olympia.

Blockzitat
Es gibt soweit ich mich erinnere, eine Vereinbarung mit der Stadt München, dass die AA nicht zum Konkurrenten zum Olympiastadion bzgl. Großkonzerten werden darf. Die Konzerte, die 2025 stattfanden und bis mindestens 2027 noch folgen werden, gibt es nur deshalb, weil das Olympiastadion wegen Umbauarbeiten nicht verfügbar ist. Ab Sommer 2028 könnte das also wieder zu Ende sein.

Korrekt. Das ist auch vertraglich so festgehalten und gilt noch sehr lange (bis in die 2090er hinein). Hier ist also leider über Jahrzehnte keine dauerhafte weitere Einnahmequelle möglich, die aktuelle Lage ist eine Sondersituation

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35 :wink:

Das meinte ich mit „nicht einfach“. Verträge kann man ändern. Das war ja damals ein Kompromiss, um das städtische Olympiastadion und die Einnahmen aus den dortigen Veranstaltung für den städtischen Haushalt zu schützen. Der heutige Stadtrat wäre nicht zwingend daran gebunden, sondern könnte auch sagen: Zwei Konzert-Venues sind besser als eine.

Daneben stellt sich die Frage, wie die genaue vertragliche Formulierung ist und was alles ausgeschlossen/erlaubt ist. Gibt ja weitere Möglichkeiten neben Mega-Konzerten und Fußballspielen. Gerade im Business/Events/Messen-Bereich.

Aber ganz klar: So oder so, der kurzfristige Riesenhebel für mehr Einnahmen wird dort nicht zu finden sein.

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