Borussia Dortmund - Was wird aus den Bienen?

Ole Book hat in Elversberg zum Beispiel Nick Woltemade und Paul Wanner verpflichtet als Leihspieler - das ist für mich keine Resterampe, sondern ist eher sehr vorausschauend gewesen im Rahmen der Möglichkeiten, die Elversberg hat und hatte. Auch Wahid Faghir hatte eine sehr gute Zeit bei Elversberg.

Ob die Strategie, die bei Elversberg funktioniert hat, beim BVB auch so funktionieren kann, das ist die große Frage (da bin ich ganz sicher auch sehr gespannt!). Aber Elversberg war ganz sicher keine „Resterampe“. Als Resterampe empfinde ich es eher, wenn ältere Spieler verpflichtet werden, die woanders keinen Platz finden. Das ist ganz sicher nicht die Strategie von Elversberg unter Book gewesen.

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Sehe ich anders. Dass Woltemade und Wanner gute Spieler sind, bestreitet niemand, aber beide waren zum Zeitpunkt der Leihe bei ihren Stammvereinen ohne Perspektive. Genau das ist der Punkt: Book hat in Elversberg systematisch Spieler geholt, die woanders übrig waren. Leihen ohne Kaufoption, Regionalliga-Transfers für 50.000 Euro, ablösefreie Reservisten. Dass er daraus funktionierende Kader gebaut hat, ist sein großer Verdienst. Aber die Herkunft des Materials bleibt, was sie ist.

„Resterampe" heißt ja nicht, dass die Spieler schlecht sind. Es heißt, dass sie woanders keiner (mehr) wollte. Und genau das war bei fast jedem Elversberg-Transfer unter Book der Fall. Ob das beim BVB mit ganz anderen Budgets und Erwartungen genauso funktioniert ist, wie du auch sagst, die Frage.

Kein Problem für mich, wenn du das anders siehst - alles gut!

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Ok, wow :astonished_face: .

Nur für mein Verständnis: Sind aktuell vom FC Bayern verliehene Spieler wie Asp Jensen, Chavez oder Ibrahimovic auch ohne Perspektive / Resterampe?

Es geht um den Status der Spieler zu dem Zeitpunkt zu dem Book sie holte.

Die waren zum Zeitpunkt der Leihe ohne Perspektive bei ihren Stammvereinen. Woltemade hatte bei Bremen insgesamt 20 Profieinsätze in vier Jahren geschafft, seine letzte Saison in der 2. Liga war durch eine Fußoperation und minimale Spielzeit geprägt. Bremen hat ihn dann nicht etwa an einen Erst- oder Zweitligisten verliehen, sondern an einen Drittligisten. Dass er dort in 25 Startelfeinsätzen 10 Tore geschossen und den Spieler-der-Saison-Award der 3. Liga geholt hat, ist Books Verdienst, nicht Bremens.

Wanner kam unter Nagelsmann auf insgesamt 8 Pflichtspieleinsätze für Bayerns Profis, fast ausschließlich Kurzeinsätze von der Bank. Er pendelte zwischen U19, Amateuren und gelegentlichem Mittraining bei den Profis. Bayern hat ihn nach Elversberg verliehen, weil er dort aktuell keinen Platz hatte, solange Musiala, Sané und Müller vor ihm standen.

Genau das ist die Definition von „ohne Perspektive beim Stammverein": Der Verein sieht zum gegebenen Zeitpunkt keine Verwendung und gibt den Spieler ab. Ob er drei Jahre später für 75 Millionen nach Newcastle geht, weiß in dem Moment niemand.

Nochmal, hier geht es darum, wofür Book sich ausgezeichnet hat. Und das ist eben hässliche Entlein finden, die dann oft zum schönen Schwan wurden. Ob man so jetzt die Top 8 in Europa angreift …

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Paul Wanner war 17. Da ist es das normalste der Welt, keine feste Perspektive im A-Kader des FC Bayern zu haben und dann also verliehen zu werden (insbesondere wenn man wie er schon zu weit für die Amateure war).

Woltemade war älter, aber auch erst 20. Völlig normal, da noch keine Minuten bei den Werder-Profis zu bekommen. Also wird er verliehen.

Wenn man so will, sind alle Spieler, die verliehen werden “ohne Perspektive” - sonst würde der Stammverein sie ja nicht verleihen.

Das als “Resterampe” zu bewerten, verwundert mich. Das als Kritik am Sportdirektor, der solche Talente ausleiht zu bewerten, irritiert mich. Verstehe ich beides nicht.

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@Georg, du bestätigst doch gerade meinen Punkt. Natürlich ist es normal, dass junge Spieler verliehen werden. Natürlich hatten die Gründe dafür. Niemand hier kritisiert Book dafür. Im Gegenteil: Genau das ist seine Stärke. Er holt Spieler, die bei ihren Stammvereinen aktuell nicht gebraucht werden, und macht sie besser. Das ist die Definition von Resterampe, und es ist gleichzeitig ein Kompliment. „Resterampe" beschreibt die Herkunft des Materials, nicht die Qualität der Arbeit. Ich bewerte es nicht als Kritik, sondern als Geschäftsmodell. Und ein sehr erfolgreiches dazu (im Kontext Möchtegernbundesligist).

Das Fragezeichen ging doch im Ursprung an die BVB Führung, die gleichzeitig Schlotterbeck Millionen verspricht und in der Kaderplanung offenbar jemanden will, der mit jedem Euro besonders weit kommt.

Ich habe in Diskussionen über Fußball in den letzten 20 Jahren wahrscheinlich tausende Male über Transferstrategien gesprochen, gehört, geschrieben, gelesen.

Dabei ging es bestimmt hunderte Male um das Konzept, als kleiner Verein auf Leihen talentierter Talente von größeren Vereinen zu setzen und umgekehrt als großer Verein seine Talente zu verleihen. Ob Frankfurt, Köln, Stuttgart, Saarbücken, Elversberg, Bochum, Nürnberg, Hannover, Fürth, egal wer der leihende Verein war, ob Bayern, BVB, Chelsea, Leverkusen, egal wer der verleihende Verein war. Ob Alaba, Lahm, Stanisic, Knauff, Rebic, Baum, Asllani, Urbig, egal wer der Spieler war. Noch nie, nie, habe ich dafür den Begriff “Resterampe” gehört.

Umgekehrt habe ich vermutlich viele dutzende Male in Transferhreads das Wort Resterampe gehört. Das galt in erster Linie aber jenen Spielern, oft Ü30, die du am Ende der Transferperiode noch günstig bekommst, weil sie sonst nirgends unterkommen.

Ich bin weiterhin sehr verwundert.

Davon ab aber auch nicht so wichtig. Dass Book dieses Vorgehen nicht 1:1 auf den BVB übertragen wird, da sind wir uns ja alle einig.

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Dann waren wir uns wahrscheinlich schon zwei Beiträge weiter oben einig und haben hier nur eine kleine Debatte im MSR Etymology Club geführt. Was den Transfersommer beim BVB angeht, wird tatsächlich spannend. Hoffen wir mal, es läuft ungefähr so wie das letzte interessante Bundesliga-Experiment mit Riera.

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Ja, glaube ich auch.

Kleiner Klugscheiß-Beitrag zum Abschluss des Ausflugs in die Sprachwissenschaften: Der Duden schreibt zu Resterampe:

"Wortart: Substantiv, feminin
Gebrauch: abwertend

Bedeutung: stark reduziertes Angebot; übrig gebliebene, als weniger attraktiv empfundene Auswahl von Personen, Dingen"
(Hervorhebungen von mir)

Ich bleibe dabei. Das passt nicht zu ausgeliehenen (Top-)Talenten wie Wanner, Woltemade, Chavez, Ibrahimovic, Asllani, Baum, Damar und wie sie alle heißen. Und nicht dazu, wie du es ansonsten erklärt hast.

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Passt ja auch auf Vinni. Am Ende kommt’s eben immer auf’s Ergebnis an.

Nur ist das Besondere bei Book eben dass er bewusst so agiert, zumindest fuer Elversberg, waehrend das Andere aus der Not tun.

https://x.com/arooobvb/status/2039589882666918037?s=46

„Nico #Schlotterbeck und Ole #Book haben sich gestern in Dortmund erstmals persönlich getroffen. Thema: Neuverhandlung von Gehalt und AK. Zudem wünscht er sich eine Wechseloption im Sommer –gekoppelt an eine fixe Ablöse. Beim #BVB erwartet man keine schnelle Entscheidung.“

Eine AK für Sommer. Denen fällt immer wieder was neues ein.
Da würde er im Mai einen langfristigen Vertrag unterschreiben. Den würde er im Juni schon wieder kündigen, wenn irgendeiner auf dem Basar mehr bietet?

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Wenn ich mir die Spielweise des BVB in den letzten Jahren anschaue kann es unmöglich sein (mittel- und langfristiges Ziel sein). Die Ergebnisse mögen stimmen aber herrje kann das das Ziel sein?

Eben gegen Stuttgart ist ja Union Berlin vor Neid erblasst. Einfach mal GAR NIX machen und dann mit der ersten Chance und xG von 0,1 in Minute 93 das 1:0 machen. Schee is ned, und auf Dauer wird es auch nicht so „erfolgreich“ sein.

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Ich hatte ja schon diese Saison gerechnet, dass der Lack bei Kovac beim BVB ab ist. Wenn er das spätestens nächste Saison auch nicht ist, dann muss man Kovac wahrscheinlich wirklich einfach zugestehen, dass er es kann.

Sehe es genauso. Dortmund hat in dieser Saison bei engen Spiele häufig das Spielglück auf ihrer Seite. Führt dazu, dass sie deutlich mehr Punkte gesammelt haben als man ihnen leistungstechnisch zuordnen würde. Finde Union Berlin da einen guten Vergleich, bei denen war es in ihrer guten Saison unter Fischer ebenfalls so.

Ist in meinen Augen nur eine Frage der Zeit bis das Momentum kippt und man eben diese „knappen“ Punkte nicht mehr so regelmäßig einsammelt. Wenn man das Stuttgart Spiel sieht, wäre eine klare rote Kart - ohne die erneute Gnade des Schiris (Schlotterbeck lässt grüßen) - ein möglicher Kipppunkt im Spiel gewesen.

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Das lese ich jetzt hier schon über 20 Spieltage.

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Was juckt das die Bayrische Eiche (?)

Mir völlig egal wieviel Punkte die einfahren und ob sie 2. oder 5. werden. Ob sie gut spielen oder glücklich Punkte holen.

Das sollte die Konkurrenz beschäftigen und nicht den FCB.

Union hatte damals den Punch über eine gesamte Saison auf ihrer Seite, Leverkusen in der Meistersaison ebenfalls (wenn auch mit einer anderen Spielphilosophie). Ist somit nichts ungewöhnliches, dass so ein Punch über eine ganze Saison anhält. Dies in eine folgende Saison zu übertragen nach einer langen Sommerpause ist dabei was ganz anderes.

Dortmund hat es ja selbst erkannt, dass in der Kaderzusammenstellung nicht alles passt und die Bundesliga Ergebnisse etwas trügerisch sind, sonst hätten sie Kehl nicht ersetzt und bei Brandt nicht schon den Abgang kundgetan. Kann sein, dass Dortmund dadurch nächste Saison mit veränderten Kader sich spielerisch besser präsentiert und überzeugender auftritt - trotz Kovac Fußball.

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Beschäftigt auch keinen bei Bayern, keine Sorge. Die haben ihren Fokus auf die eigenen Saisonziele, wahrscheinlich mehr denn je.

Ist ja hier eine Forumsdiskussion von Fans der Bundesliga, da ist das halt Thema.

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Ich sehe keinen Grund, warum sich das heuer noch ändern sollte. Auch wenn es spielerisch sehr überschaubar aussieht, gibt es dennoch ein paar Ähnlichkeiten zu Bayern. Der BVB kann gegen Ende einer Partie immer noch zulegen und auch personell durch Wechsel Qualität gegen schon müdere Gegenspieler nachlegen. Es ist entsprechend mMn kein Zufall, dass es ihnen gelingt, häufig noch späte Tore zu schießen und dadurch auch Spiele noch zu drehen. Solange der Gegner noch Kraft hat, wirkt es mitunter ziemlich hilflos und ungefährlich, aber mit fortschreitender Spieldauer schafft man es, die physische Überlegenheit auszuspielen und Druck aufzubauen. In Sachen Physis ist der BVB wohl die Mannschaft, die es als einzige in der Liga annähernd mit Bayern aufnehmen kann, was irgendwie auch bemerkenswert ist, denn auch die Dortmunder hatten durch die Klub-WM eine ungewohnte Belastung zu bewältigen und haben bislang auch beinahe die gleiche Anzahl an Pflichtspielen absolviert. Da sie jetzt keine KO-Spiele mehr haben, gehe ich davon aus, dass sie ihre Spiele größtenteils gewinnen werden und traue ihnen auf jeden Fall noch mindestens 16 Punkte zu, außer es werden vielleicht auch mal 50:50 Situationen bei möglichen Platzverweisen, Elfmetern etc. nicht zu ihren Gunsten entschieden.

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