[9] Harry Kane - LZ 2027

Generational auraloss.
Viel übler wirds kaum noch.

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Vielleicht zeigt sich an diesem kleinen Beispiel, wie stark Politik und Sport dann letztlich doch miteinander verknüpft sind (obwohl man es vielleicht gerne anders sähe): Harry Kane ist nun einmal der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, und ich denke es braucht nicht viel Phantasie sich auszumalen, wie die Schlagzeilen lauten würden, wenn er eine Einladung zu einer Golfpartie mit dem US-Präsidenten ausschlägt.

Er hat sich für diesen Weg entschieden (die Einladung anzunehmen). Die Beurteilung dazu muss jede/r selbst treffen.

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hat ihm (Kane) die letzten 18 Monate nicht so sehr geschadet, der “auraloss”. Wenn ich das zeitlich richtig auf die Kette kriege, war das noch vor DOGE und ICE. Natürlich vor dem Iran Krieg.

Der Typ (Trump) ist aus meiner Sicht ein faszinierender Vollidiot, offenbar im Epstein Skandal “involviert” (unbewiesen), hat definitiv kriminelle und extrem narzisstische Züge. Aber er war zu dem Zeitpunkt auch der gerade (demokratisch!) neu gewählte Präsident des mächtigsten Land der Welt. Wenn man jetzt Kane einen Strick daraus drehen will, dass er mit dem eine Partie Golf gespielt hat, also einfach seinem Hobby nachgegangen ist: Bitte.

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Ja.*

*Wenn Trump nicht ohne dass du es vorher weißt in deinem Flight auftaucht.

Wahrscheinlich hätte es gar keine Schlagzeilen gegeben. Das war anderthalb Jahre vor Beginn der WM, Monate vor dem ersten Qualifikationsspiel zur WM. Und vor allem war Kane in der Winterpause mit seiner Familie in den USA.

Du musst ja nicht absagen mit: “No way, f*** you Donald” (obwohl das viele US-Stars in den letzten Jahren sinngemäß so ähnlich gemacht haben).

Du sagst: “Thank you for the invitation. Sounds great. We definitively should play together. Tomorrow I’m busy though. Going to Disneyland with my wife and the kids. Our assistants should schedule an appointment. See you.” …und dann gibt es das Appointment nie. Und niemand redet jemals drüber.

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Das zumindest wage ich in derTat sehr zu bezweifeln. Aber wie gesagt: wie man das beurteilt, möge jedem selbst überlassen sein.

Das sagst du, wenn der amerikanische Präsident dich einlädt?
Eine Einladung zum Golf vom US Präsidenten einfach mit sorry, bin beschäftigt ausschlagen?
Überzeugt mich jetzt nicht sonderlich. Die Welt kann manchmal schon einfach sein, aber rein protokollarisch ist sie das in diesem Fall nicht.

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Wenn ich im Familienurlaub bin und nicht mit ihm spielen will, dann sage ich ab, ja. Höflich, diplomatisch, indem ich eben nicht pauschal absage, sondern das klassisch englische “we should… let’s see” vorschiebe.

Wenn ich mit ihm spielen will, nehme ich die Einladung an.

Ganz einfach, eigentlich.

PS: Ich erinnere mich nicht an viele Verteidiger Mesut Özils als er Erdogans Einladung annahm. Damals spielte das diplomatische Protokoll irgendwie keine so große Rolle.

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Da widerspreche ich. Eine Ablehnung der Einladung eines US Präsidenten mit Verweis auf Familie oder etc. ist durchsichtig. Jeder weiß, dass es vorgeschoben ist. Das spürt man sofort, und darum fällt einem da auch keine gute Absage ein. Das sagst du ab, wenn es einen Todesfall gäbe oder so etwas. Ansonsten ist klar, dass du die Gegenseite brüskierst.

Du bist in Florida, er ist auch in Florida. Du spielst Golf, er auch. Er lädt Dich ein. Das ist das Setting bei der Sache. Es ist nicht, Du bist in England oder Deutschland und der sagt, komm doch mal auf eine Runde Golf vorbei.

Sorry, aber aus der Nummer kommst du nicht raus, wenn du ihn nicht brüskieren willst.

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Wie gesagt: ob Kane eine Einladung von Trump ablehnen kann/sollte oder auch nicht, überlasse ich gerne den kritischen Foristen hier. Da gibt es ganz sicher Argumente pro und contra.

Aber Mesut Özil hier als Gegenbeispiel anzubringen, geht für mich wirklich komplett daneben. Özil hat damals mitten im türkischen Wahlkampf für Erdogan posiert, und 2019 war Erdogan sein Trauzeuge bei seiner Hochzeit. Eine gewisse deutliche Differenz erkenne ich zumindest zwischen Özil und Kane. Und wie gesagt: man kann und darf die Annahme der Einladung von Trump durchaus kritisch sehen, keine Frage.

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Natürlich weiß jeder, dass es vorgeschoben ist. Es geht bei einer diplomatischen Absage nicht darum, dein gegenüber zu verarschen, sondern die Absage gewichtswahrend zu formulieren.

Trump erhält regelmäßig Absagen. Auch und gerade von Sportlern. Ein Teil begründet es mit Terminproblemen, ein anderer sagt: nein, mit dir nicht. Und ein dritter Teil nimmt die Einladungen an.

Alles ab 2019 hat nichts damit zu tun, wie die Causa Özil 2018 behandelt wurde. Richtig ist: Özil hat eine verdammt bedenkliche Entwicklung genommen.

Wir tun hier gerade so, als sei der Multimillionär Harry Kane quasi gezwungen in seiner Freizeit eine private Einladung von Donald Trump anzunehmen.

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in diesem Fall ist es m.E. nicht gesichtswahrend. Wie gesagt, das Setting ist hier entscheidend für diese Aussage.

Natürlich bekommt er Absagen. Aber die sind nicht gesichtswahrend. Aber wir müssen da nicht übereinstimmen.

Nein, das tun wir gerade eben nicht, denke ich. Das Spannungsfeld zwischen „Kapitän der englischen Nationalmannschaft“ und dem Präsidenten der USA tut sich ganz real auf. Und dabei spielt es wirklich überhaupt keine Rolle, ob Kane Multimillionär ist oder nicht. Harry Kane ist halt nicht nur eine Einzelperson, die über viele finanzielle Mittel verfügt: er ist halt (freiwillig oder nicht) eine gewisse Symbolfigur.

Es tut mir wirklich leid, dass ich hier so beharrlich nachhake, aber es ist ein wichtiger Punkt, denke ich: wir können die Politik einfach nicht von Spitzensport abtrennen. Es ist theoretisch absolut wünschenswert, keine Frage: aber wer die FIFA in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiß, dass es vor allem genau um Politik geht. Und bei Olympia ist es nicht anders.

Deshalb handelt Harry Kane auch nicht als Einzelperson. Und ganz ehrlich: ich bin mir recht sicher, dass er sich genau dieser Verantwortung sehr bewusst ist, indem er eben den US-Präsidenten nicht brüskiert mit einer Absage, sondern dann halt mal eine Runde Golf mit ihm spielt und dann mit ein paar Plattitüden („für sein Alter spielt er sehr gut Golf“) vielleicht mehr zur Diplomatie beiträgt als so andere Politiker.

Meine Meinung.

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Unterschied:
Harry Kane spielte Golf mit Donald Trump und es dauerte eine - für Internetzeiten gefühlte Ewigkeit von ca. 18 Monaten - bis die Welt davon erfährt. Es gab keine offziellen Fotos auf einem Account etc. Gerade der Meister der Selbstinszenierung Trump würde das doch evtl sonst machen.
Bei Özil (und auch Gündogan) war das ganze am gleichen Tag in der Öffentlichkeit. Es war nichts anders als eine PR-Aktion. Sie haben sich nicht nur getroffen, sondern die Spieler haben ihm sogar etwas geschenkt und Gündogan hat sogar noch die Worte „Für meinen Präsidenten“ auf das ManCity-Trikot, das er ihm überreichte, geschrieben.

Ansonsten sehe ich es wie @Lukenwolf
Kane ist Kapitän der englischen Nationalelf und ihm ist mMn sehr wohl bewusst, dass eine Absage eines Treffens mit Trump durchaus negative Konsequenzen sogar für sein Land haben könnte, weil man weiß, dass Trump nachtragend ist. Denkt irgendjemand, dass König Charles Trump gut findet? Er erwies ihm aber trotzdem die besondere Ehre eines Dinners im Palast, als Dienst an seinem Land. So ähnlich sehe ich es auch bei Kane.

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Harry Kane kann eine solche Einladung als Kapitän der englischen NM nicht einfach ablehnen. Er spielt eine Runde Golf mit ihm, macht Smalltalk and thats it. Ich finde das weder verwerflich noch überhaupt diskussionswürdig. Und ich lehne Trump total ab. Und obwohl es so ist, sinkt Harry dadurch kein Jota in meiner Achtung vor ihm.

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Ich würde es anders formulieren: Er hätte in dieser Situation die Chance gehabt, ein gutes Stück in meiner Achtung zu steigen.

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Trump hat zur Genüge bewiesen, dass er nicht nur auf Diplomatie und Höflichkeit scheißt, sondern auch auf das Völkerrecht, Menschenrechte und so ziemlich alles an ethischen Grundsätzen, was man so haben könnte jenseits von purem Eigennutz. Niemand ist ihm irgendetwas schuldig.
Der Glaube, dass die eigene Unterwürfigkeit und Schleimerei vor negativen Konsequenzen schützen könnte, halte ich ebenfalls für hochgradig naiv. Eine Wirkung haben solche Gesten aber dennoch, nicht so sehr auf ihn, sondern auf seine Anhänger an der Basis, einflussreichen Unterstützer, Männer weltweit, die von ihm fasziniert sind. Die Leute finden den ja nicht gut, weil sie glauben, dass er nichts falsch macht, sondern weil er mit seinen falschen Taten durchkommt, weil er alles machen kann, was er will. Und am Ende trotzdem alle kommen, wenn er pfeift.
Wer das bestärkt, ob aus Naivität oder Angst, ist Teil des Problems. Mein ich weniger moralisch, als analytisch.

Edit: Damit will ich das ein bisschen einordnen, ohne den speziellen Fall von Harry Kane überzubewerten. Es treffen sich ja ständig zig Menschen mit ihm und machen dabei noch weitaus peinlichere Sachen.

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Hatte natürlich sein können, dass sich Trump an den Namen Kane erinnert und ihn nicht mehr in die USA reinlässt, weil er beleidigt ist. Aber andererseits hätte das eben gezeigt, dass Kane egal ist, ob er persönliche Konsequenzen davon trägt gegen Trump zu sein. Zugegebenermaßen muss man aber auch sagen, dass ich Kane nicht gut genug kenne im einschätzen zu können welche politische Haltung er hat. Wir alle sind ja der Meinung, dass Trump eines der größten Vollidioten auf diesem Planeten ist. Aber das heißt nicht, dass auch Kane so denkt.

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danke, ich hätte es nicht besser formulieren können

Soweit man es von außen beurteilen kann, ist Harry Kane ein intelligenter, fleißiger, ehrenhafter Mensch, insofern bin ich mir sicher, dass er im Prinzip genau so “wie wir” denkt.

Aber er ist auch höflich und diplomatisch und würde niemals einen amerikanischen Präsidenten brüskieren wollen - und vielleicht fand er die Chance, sich im persönlichen Kontakt einen direkten Eindruck von Trumps Persönlichkeit zu bilden, auch einfach spannend.

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Es gibt eben auch andere Fälle wie die von Rapinoe oder Kaepernick die sich öffentlich gegen Trump stellen. Dafür muss man wahrscheinlich auch wirklich der Typ sein. Kane ist wirklich wie ein englischer Gentleman, der wenig Konflikte will. Dahingehend kann ich auch die Motivation bei Kane hinter dem Annehmen der Einladung verstehen. Gut finde ich das trotzdem nicht und eine kleinen Kratzer hat sein Image dadurch in meiner persönlichen Wahrnehmung trotzdem bekommen.

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