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Kurve-Umfrage vor der Partie:
- Bayern gewinnt 2+ Tore
- Bayern gewinnt
- Gegner gewinnt
- Gegner gewinnt 2+ Tore
Spielbeginn: 20:00 Uhr
TV: ARD/Sky
Wir fahren nach Berlin. Wieder mal. Endlich wieder mal.
Tatsächlich musste der ruhmreiche FC Bayern den Trip in die Hauptstadt zum Finale schon sehr lange Zeit entbehren. Der letzte Besuch erfolgte 2020, als die Münchner im Sextuple-Rausch über alles und jeden hinwegfegten und auch vor dem Pokal nicht Halt machten. Nun wären sechs Jahre Wartezeit für jeden anderen Verein kaum der Rede wert, eher ein Grund zur Freude. Bayernfans müssen allerdings schon bis in die 90er Jahre zurückgehen, um eine ähnlich lange Abstinenz zu finden.
Natürlich muss nun auch das Finale gewonnen werden. Eine alte Weisheit (oder meine neue Erkenntnis) besagt, dass es nur zwei Wege gibt, um mit dem Pokalwettbewerb vernünftig umzugehen: Entweder du scheidest früh aus, oder du holst den Pott. Frühes Ausscheiden? Auch nicht wahnsinnig lustig. Aber das hat sich zum Saisonende hin schon wieder verwachsen. War da was im letzten Herbst? Stört doch spätestens bei der Meisterfeier keinen mehr.
Diese „Chance“ hat man schon verpasst. Also bleibt nur der Sieg. Denn einen Vizepokalsieger gibt es nicht wirklich. Und ausgerechnet das letzte Spiel der Saison zu verlieren? Den Titel zu verpassen? Mit diesem Gefühl gehst du in die nächsten Monate. Harry Kane hat von einem bitteren Beigeschmack gesprochen, den eine Finalniederlage dieser Saison verleihen würde. Der Mann hat recht. Die Saison war einfach zu gut, zu schön, zu erfolgreich, um sie sich am Ende noch trüben zu lassen.
Also, die Order zum Sieg ist raus. Und da gibt es auch gar keinen Grund, allzu pessimistisch zu sein. Ist doch Bayern in jedem einzelnen Spiel auf nationaler Ebene der Favorit. Und auch die Spuren, die man in den Pokalfinals hinterlassen hat, sind recht eindeutig: Man erreichte 24 Finals und blieb dabei 20-mal siegreich. Wahrlich keine schlechte Bilanz. Und auch der Blick auf den Gegner verheißt Gutes. Der VfB hatte bessere und schlechtere Zeiten, aber im Duell mit den Bayern war in allen Phasen wenig zu holen. Von den letzten 32 Spielen konnten sie gerade einmal zwei gewinnen. Neben zwei Remis gab es sage und schreibe 28 Bayern-Siege.
Respekt muss man den Schwaben aber natürlich zollen. Seit Sebastian Hoeneß dort das Zepter schwingt und offenbar etwas Bayern-DNA mitgebracht hat, hat sich der VfB wieder in einen veritablen Spitzenklub verwandelt. Vizemeister, Pokalsieger, CL-Teilnehmer, der VfB ist wieder da. Und er wird sicher alles tun, um seinen Titel in Berlin zu verteidigen.
Beide Teams werden dazu mit einem nahezu vollständigen Kader antreten können. Auf Bayern-Seite fehlen voraussichtlich nur Gnabry und Davies. Eine weitere kleine Unsicherheit besteht bei Manuel Neuer, dem es mal wieder in der Wade zwickt. Davon unabhängig gibt es natürlich noch das andere Thema, das fast schon das Pokalfinale in der Öffentlichkeit verdrängt: Was wird mit Manuel Neuer und der Nationalmannschaft? Nach Apfelkuchen-Gate und Schiri-Verschwörung nun auch die Neuer-Affäre. Was man auch immer von der Angelegenheit und Neuer halten mag, sollte er spielen, wird ihn selbst diese Angelegenheit vermutlich am wenigsten beeindrucken.
So ist denn alles angerichtet, das Spiel kann beginnen. Nach der Nr. 35 vom letzten Samstag soll es eine Woche später die Nr. 21 zu bejubeln geben. Rekordpokalsieger. Natürlich.
