2:4-Niederlage im Camp Nou! FC Bayern Frauen wachen zu spät auf

Bitte? Die einzigen potenziellen Konkurrenten von Bayern sind allesamt deutlich schwächer geworden. Wolfsburg über die Jahre um sehr viel, Frankfurt gurkt sich irgendwie durch die Saison und weiß gar nicht, wie sie die Punkte geholt haben, die sie haben und Hoffenheim ist schon seit zwei, drei Jahren nicht mehr auf dem Level, das sie mal hatten. Der Rest ist roundabout gleich geblieben, aber war noch nie eine ernsthafte Bedrohung für Bayern. Die Liga zu gewinnen, war vor zwei, drei Jahren vlt. noch eine große Herausforderung. Mittlerweile ist es Pflicht.

Im Pokal kämpft man vor allem mit den eigenen Dämonen, das ist auch ok. Das Selbstverständnis ist da noch nicht so gewachsen. Dass es hier und da auch mal Rückschläge geben kann, ist normal. Kreide ich niemandem an. Auch Barcala nicht, sollte das Finale verloren werden, wovon ich Stand jetzt mal nicht ausgehe.

Auf dem Papier bestimmt. Ein großer Fortschritt ist es dennoch nicht. Ich sehe keine wirklichen Unterschiede zu den letzten zwei Jahren. Man scheint da ein Plateau erreicht zu haben. Gegen die Großen ist Schluss. Auch das kann man angesichts der finanziellen Unterschiede so akzeptieren und hinnehmen. Was ich aber nicht hinnehme, ist ein derart ängstlicher Auftritt. Bayerns Pressing ist auch im Alltag ausbaufähig, das war vor allem gegen Wolfsburg auch mehrfach zu sehen. Wer dominanten Fußball spielen will, muss sich dahingehend verbessern und es schaffen, ein grundsätzliches Selbstverständnis und eine Überzeugung von dem aufzubauen, was man Tag für Tag im Training erarbeitet. Und nicht beim ersten großen Namen auf etwas zu switchen, was das Team die ganze Saison nicht gespielt hat – und das in der Umsetzung dann auch noch so ängstlich, dass man nur darauf wartet, dass das Ding vorbei ist. Exakt das kreide ich Barcala an. Er kam, um die Mannschaft weiterzuentwickeln und die Probleme zu lösen, die das Team unter Straus hatte. Vielleicht schafft er das noch. In dieser Saison sehe ich da keinen besonderen Fortschritt. Diese Saison wäre nicht besser oder schlechter gelaufen, wenn alles so geblieben wäre. Wenn man jetzt einen Fehler nicht machen sollte, dann das Ergebnis in Barcelona überbewerten. Übrigens beide Ergebnisse.

Das 1:7 war eine Klatsche, aber Barca hat das je nach Modell aus 1,5 bis 2 xG gemacht. Diesmal hatten sie mehr als 3 xG und zahlreiche weitere Gelegenheiten, die da nicht drin vorkommen. Die ersten 45-60 Minuten war das ein Klassenunterschied, den zumindest ich nicht damit rechtfertigen kann und will, dass Barca das bessere Team ist. In der Deutlichkeit muss das nicht sein und da ist es mir zu einfach, die Spielerinnen und den Trainer in Schutz damit zu nehmen, dass es nun mal Barca sei. Das Team kann es besser und in beiden Spielen haben sie es genau dann gezeigt, als sie die Angst vor einer Klatsche mal kurz abgelegt haben. Leider zu selten und zu wenig. Überzeugung von deinem eigenen Spielstil baust du nur auf, wenn du einigermaßen konsequent bleibst. Das bedeutet nicht, dass man ins offene Messer laufen soll. Aber wer in so einem Spiel nicht an die eigenen Fähigkeiten glaubt, hat verloren und genau das habe ich so wahrgenommen.

Dass junge Spielerinnen mit viel Talent sich gut entwickeln, ist mehr Korrelation als Kausalität. Finde solche Feststellungen immer sehr müßig. Tanikawa und Kett sind U21-Spielerinnen mit riesigem Potenzial. Dass die sich nochmal weiterentwickeln, sollte der Normalzustand sein. Recht gebe ich dir bei Dallmann und Bühl. Bühl profitiert hier von beiden Trainern, aber dass Barcala sie wieder breiter aufstellt, ist die richtige Entscheidung und ich weiß nicht, ob Straus diesen Weg gegangen wäre. Ich sehe es zweifellos so, dass ihr die Jahre gut getan haben, weil sie dadurch besser in der Entscheidungsfindung wurde, aber die breite Rolle passt besser zu ihrem nun kompletteren Profil. Dallmann hat sich die Verlängerung verdient.

Reicht mir in Summe aber nicht, um hier über einen riesigen Fortschritt zu jubeln. Zumal der, selbst wenn er marginal da wäre, sehr labil sein könnte, wenn man auf die Zukunft mancher Spielerin schaut. Das ist selbstredend nicht Barcalas Verschulden und auch nicht das von Rech, sondern der Situation geschuldet, die nun mal ist, wie sie ist.

Es würde den Debatten hier übrigens gut tun, wenn nicht immer Dinge reinimpliziert werden, die nicht da sind. Mir ging es nie um einen Vergleich zwischen Straus und Barcala, das kommt von dir. Ich habe nur gesagt, dass die generelle Entwicklung des Vereins ein gutes Plateau erreicht hat, von dem ich glaube, dass es noch höher liegen könnte. Mir ist es ehrlichgesagt ziemlich egal, wen man jetzt für den besseren Trainer hält. Mir ging es auch nie darum, dem Trainer “Schuld” für irgendwas zu geben, was hier vorher mal durchgeklungen war. Es ist einfach nur sachliche Kritik daran, dass er seinen Ideen gegen Barca offenbar nicht mehr vertraut und das Team aus meiner Sicht damit kleiner macht, als es ist. Noch ein Beispiel: Ich habe auch nie davon gesprochen, dass Bayern durchgängig hoch pressen sollte. Überhaupt mal zu pressen und hin und wieder herauszuschieben, wäre ein Anfang gewesen.

Es ist müßig aus Ecken heraus zu argumentieren, in denen ich gar nicht stehe. Ich schreibe zwei Sätze und es werden drei hinzugedeutet. Das ist anstrengend.

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Ich würde zumindest feststellen wollen, dass man meiner Meinung nach eine spielerische Weiterentwicklung sehen kann. Das Offsensiv-Spiel ist schon flüssiger und zielorientierter geworden.

Das meinte @maestroflave vermutlich damit, dass man die Liga “pulverisiert”. Es fällt dem Team dieses Jahr leichter Tore zu schießen und Spiele frühzeitig zu entscheiden.

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Ich habe in einem anderen Thread schon auf die Fußball-Vorlesungsreihe der TU Dortmund hingewiesen.

In der 2. Folge, “Zahl der Spieler auf dem Platz”, weist Prof. Tolan nach, dass im Frauenfußball eigentlich 12 statt 10 Feldspielerinnen auf dem Platz sein müssten, um die gleiche “Dichte” und Flüssigkeit des Spiels herzustellen wie bei den Männern. Daraus leitet er ab, dass eine gute Spielerin eine viel größere Wirkung ausübt als ein entsprechend guter männlicher Spieler, weil sie mehr Raum zur Verfügung hat. Genau das konnte man gestern schön beobachten.

Die relevante Passage, die sich mit dem Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball beschäftigt, findet man ab Minute 19:36.

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