19.05.2012 Finale Dahoam oder "Es gibt kein Alesia"

Ich erlaube mir hier zum 10. Jahrestag dieses geschichtsträchtigen Tages einen Thread zu eröffnen.
Was habt ihr für Erinnerungen an den Tag? Wie habt ihr ihn erlebt?
Wie seht ihr den Tag heute in der Rückschau?
Vielleicht mag jemand ja seine Gedanken dazu hier im Forum teilen.

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Thema sofort ausgeblendet. :grin:

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Da es Alesia korrekterweise nicht gibt, gibt es auch keinen Tag von Alesia.
Causa finita. :innocent:

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wir sind heute etwas spitzfindig unterwegs? :wink:

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Das Spiel war ein Muserbeispiel für den schönen Satz „erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu …“
Was da an Chancen versemmelt wurde einschließlich des Elfmeters in der Verlängerung, geht nicht mal auf eine Elefantenhaut … wenn an dem in der Presse ja gerne verbreiteten Bayerndusel tatsächlich etwas Wahres dran sein sollte, dann wurde dieser Dusel in dem Spiel redlich verdient :wink:

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Bitter und enttäuschend, sicher.
Etwas in der Art hatte ich ja einst ´87 gegen Porto schon erleben müssen.
Aber für mich persönlich nicht annähernd ein Vergleich zur Mutter aller Niederlagen 1999.
Da war ich mindestens für Tage völlig konsterniert. - Vielleicht hat mich das so tief getroffen, dass ich das Finale dahoam deutlich besser verkraftet habe…

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Na gut… als glühender Fan des Europapokals der Landesmeister haben mich all’ unsere Finalniederlagen so enttäuscht, wie kein anderes Spiel. Ganz schlimm waren 82 und 87, von 99 fange ich besser gar nicht an.

2012 hatte sich die ganze CL-Saison wie ein Geschenk angefühlt. Am Finalabend hatten Viele von uns dann aber schon zu Beginn ein flaues Gefühl, nachdem die Saison so unrund gelaufen war. Riesenenttäuschung in der wunderbaren Hirschau, danach ein zweistündiger Spaziergang, um runter zu kommen.

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Hab das Spiel am Fernseher verfolgt und war von der Ungerechtigkeit des Schicksals schon - wie soll ich sagen - sehr beeindruckt. Da kam schon verdammt viel zusammen, natürlich auch eigenes Versagen: wieso war es so schwierig, Spieler fürs Elfmeterschießen zu gewinnen? Und jede Menge Abgebrühtheit von Chelsea, zum Beispiel bei der Vorbereitung des eigenen Treffers (David Luiz zu Schweinsteiger angesichts des ersten eigenen Eckballs: „And now goal“).

Wembley 2013 dürfte die meisten Wunden geheilt haben, und auch die erwähnte Szene fand ihr positives Gegenstück: 2014 gegen Brasilien, als Klose in bester Lampardscher Manier Thomas Müller den Weg zum Führungstreffer gegen David Luiz freiblockte.

In der Rückschau einfach ein großartiges Spiel mit dem emotionalen Höhepunkt des 1:0, und dann eine der Tragödien, die man nicht erleben möchte und die andererseits das Ganze so interessant, teilweise auch bewegend machen. Ich schaue mir sowas dann gerne auch mal von der Gegenseite aus an: was mögen z.B. wohl Spieler und Fans von Atlético empfunden haben, als anno 1974 der berüchtigte Goalgetter Schwarzenbeck in der 120. Minute aus ca. 25 m den Ausgleich erzielte? Ich hab es gesehen - und auch, wie sie zwei Tage später gegen entfesselt aufspielende Bayern keinen Fuß mehr vor den anderen bekamen.

A propos 120. Minute, Elferschießen und Chelsea: da gab’s ja noch 2013 Peps Einstand in Prag. Auch ein toller Abend.

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War damals beim Public Viewing im Olympiastadion… Gegner total im Griff gehabt, nur einfach die Tore nicht gemacht und dann einmal Drogba nicht gut verteidigt. Dazu noch der gehaltene Elfmeter von Robben in der Verlängerung. War ein richtiger Scheißabend. Zum Glück ist dann, wie schon erwähnt, ein Jahr später alles gut geworden!

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Sehr bitterer Abend, den ich fast erfolgreich aus dem Gedächtnis verdrängt habe. In der Rückschau natürlich wichtiger Baustein, ohne den (zusammen mit dem 2. Dortmunder Meistertitel in Folge und der schmachvollen Pokalniederlage) die Triplesaison samt anschließender Jahre der Dominanz nicht möglich gewesen wäre. Und wohl auch nicht mein zehnjähriges Mitgliederjubiläum, da ich nach dem Finale dahoam in bester „in guten wie in schlechten Zeiten“-Manier die Mitgliedschaft beantragt habe. :slight_smile:

Dazu heute auch ein paar Anekdoten im Kicker:

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Wir hatten als Bayernfans ja das „Glück“, das auf die zwei Horror-Niederlagen 1999 und 2012 jeweils kurz darauf ein CL-Sieg folgte, der emotional sogar viel extremer war, als wenn wir die beiden Spiele 1999 bzw. 2012 „unspektakulär“ jeweils mit 1:0 gewonnen hätten. Natürlich wäre ein 1:0 1999 gegen ManUnited nach langer Durststrecke und 2 verlorenen Endspielen in den 80ern ein schöner Grund zum Feiern gewesen, aber der Sieg im Elfmeterschießen 2001 gegen Valencia inklusive 3 gehaltener Elfer von Kahn war im Nachhinein nochmal viel toller.
Ein 1:0 gegen Chelsea im eigenen Stadion wäre 2012 natürlich auch etwas Besonderes gewesen, aber der Sieg 2013 gegen den Rivalen aus Dortmund inklusive Robben-Tor hat auch das locker noch getoppt. Ende gut alles gut könnte man da zweimal sagen.
Da tun mir die Fans von Atletico schon leid, denn für die gab es nach dem Drama 1974 keine schnelle Chance zur Wiedergutmachung und als sie nach Jahrzehnten mal wieder im CL-Finale standen, fehlten ihnen 2014 ein paar Sekunden, weil Ramos in der Nachspielzeit noch den Ausgleich für Real machte und man dann in der Verlängerung unterlag. 2016 verlor man dann bitter im Elfmeterschießen nochmals gegen Real. Da hat sich das Happyend bisher noch nicht eingestellt.

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Stimmt schon, einerseits. Aber immerhin haben sie das Halbfinale 2016 gegen den Finalgegner von '74 recht glückhaft gewonnen. :wink:

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Ich war grundsätzlich sehr optimistisch, weil Chelsea sich gegen Barcelona im Halbfinale qualifiziert hatte und einfacher schien.
Ich war auf einer Hochzeit in Venedi und habe das Finale dann nur im Fernseher gesehen. War ziehmlich bitter…
Zu allem fußballerischem Unglück kam es in der Nacht zu einem Erdbeben Erdbeben in Italien und der Lampenschirm hat wie in einer Schiffskajüte geschwankt. Bleibt mir auch deshalb in Erinnerung.

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Das mit dem Triple sehe ich auch so: Bei einem Triumph 2012 dahoam hätte es 2013 wohl „nur“ das Double gegeben.
Aber die anschließende (nationale) Dominanz hätte sich wohl trotzdem in ähnlicher Weise eingestellt. Dafür wog das 2:5-Debakel eine Woche zuvor im Pokalfinale gegen die Atomkraftfarbenen zu schwer. Das war das Argument für Uli H., mit dem etwas größeren Geldkoffer beim Bankschalter zu erscheinen.

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Vor dem CL-Finale waren Pizarro, Shaqiri und Dante als Zugänge eingetütet. Die hätten den Kader in der Breite natürlich verstärkt, das Niveau der Startelf aber eher nicht gehoben. Die Transfers von Mandzukic und Martinez wurden nach Ender der Saison getätigt ebenso der Wechsel von Nerlinger zu Sammer. Ob man diese Schritte vollzogen hätte, wenn wir gegen Chelsea gewonnen hätten, wage ich persönlich zu bezweifeln.
Wieso Mandzukic holen, wenn man mit Gomez und Pizarro zwei Stürmer hat. Wieso Martinez für eine Rekordablöse kaufen, wenn im Mittelfeld u.a. Schweinsteiger, Kroos und Luiz Gustavo zur Verfügung stehen? Die beiden wären mMn im Falle eines CL-Sieges 2012 nicht gekommen.
Ich denke, dass der CL-Titel den Geldkoffer schon etwas schrumpfen lassen hätte.

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Wo kann man solche Threads melden? :wink:

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Die sportliche Niederlage wurde durch das Triple ein Jahr später mehr als ausgeglichen - was wir (vor Ort) aber wohl alle verpasst haben war die Siegesfeier unseres Lebens.

So schön meine Finalsiege live vor Ort im Stadion 2001 und 2013 auch waren, nach dem Spiel war halt „nur“ ein bißchen Feierei auf dem Busparkplatz, dann hieß es irgendwie nach Hause kommen.
Klar, in den Bussen Richtung Heimat wurde dann auch nicht nur Wasser geschlürft und bestimmt hat der ein oder andere noch in Mailand und/ oder London mit ein paar Bekannten auf dem Hotelzimmer oder sonstwo gefeiert - aber das ist doch kein Vergleich zu dem, was passiert wäre, wenn wir IN München gewonnen hätten.
Im Gegensatz zu den "Auswärts"Siegen mit entsprechend langen Anreisen hätte ich nach dem Spiel in München auch noch ausreichend Kraftreserven für eine entsprechende Feier gehabt.
Bereits am Vorabend angereist schlenderte ich mit ein paar Bekannten noch durch München und wir landeten plötzlich im Foyer vom Bayerischen Hof, wo Giovanne Elber Autogramme schrieb. Von dort war der Weg dann auch nicht weit in die Hotel-Bar, wo man auf Patrick Andersson traf (genau 10 Jahre nach seinem Meister-Freistoß!).
Das war in meinen Augen so viel Symbolik, dass bei anstehenden Finale doch eigentlich nichts mehr schief gehen konnte …
Dabei war das ein so wunderbarer Tag bis zur Minute x.
Die ganze Stadt war voller Bayern-Fans - die Stadt atmetete rot und war wie elektrisiert (wenn wir ehrlich sind ist das bei Heimspielen ja nun normalerweise nicht der Fall - nicht nur einmal bin ich vor Bundesliga-Spielen von rührigen Rentnern schon gefragt worden „gegen wön spuin da Bayern denn heut?“ / von der sonstigen blauen Pest in der Stadt mal ganz abgesehen).
Im Gegensatz zu Auslandsspielen hatte man alle anderern Alltags-„Probleme“ nicht (wo gibts billig kaltes Bier, wo was lecker zu essen?) und als man dann im Stadion war, ungewohnterweise im Oberrang der SK statt unten, und bereits 2 Stunden vor dem Spiel die GESAMTE Kurve (nicht nur der Unterrang) gut gefüllt war und „Stern des Südens“ gespielt und gesungen wurde - unvergesslich, unübertreffbar (auch wenn die Spider Murphy Gang im Nou Camp ´99 auch was hatte).
Tja, es wäre alles zu perfekt gewesen …

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2012 war aber auch ziemlich viel Event-Publikum in München unterwegs. Das hatte für mich auch was von 2006 Sommermärchen, als man sich eben nach München begab, weil es hip ist. Da denke ich lieber an San Siro 2001 inklusive Fanparty am Dom. Wir haben damals die Heimfahrt zur Dauerparty gemacht und waren pünktlich zur Feier am nächsten Tag am Marienplatz.

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in gewisser Weise hast Du natürlich recht.
Ich wollte jetzt auch nicht die Auswärts-Finalsiege schlecht machen - 2001 vor dem Spiel am Dom war natürlich genial, da erinner ich auch gern zurück.
Bei allen Finals war die Kurve auch lange vor dem Spiel voll mit einer unglaublichen Stimmung - in München war es halt noch mal was ganz besonderes, weil man es sonst halt ganz anders kennt.
Und auch wenn eine Bus-Party natürlich super ist - eine Siegesfeier auf einer vollen Leopoldstr. hätte damals schon was einmaliges gehabt!

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mein Problem war nur, dass ich anders als 1999, 2001, 2010, 2013 KEIN TICKET ergattern konnte und deshalb in der Stammkneipe schauen musste. Hat mich bis zum (danach nicht mehr) letzten Elfer genervt, der Gedanke, wer jetzt durch Vitamin B oder hunderte EUR AUF MEINEM Platz sitzt…

deshalb war das Finale schon vorab eher negativ belegt, der ganze Stress, doch noch an ein Ticket zu kommen, immer wieder vermeintlich erfolgsversprechende Ansätze enttäuscht…

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