Ich habe mir den Käse nimmer angeschaut - wen hat der Tuchel’s Thomas denn diesmal ausgewechselt und damit das Spiel kaputt gemacht? Anders kann es ja gar nicht gewesen sein.
Hat eigentlich irgendjemand eine plausible Erklärung dafür, wieso der FCB in der abgelaufenen Saison eine so krasse Diskrepanz aufweist, wenn man die Heimauftritte mit den Auswärtsspielen vergleicht?
Jetzt ist es natürlich völlig normal und selbsterklärend, dass die allermeisten Teams zuhause stärker und erfolgreicher agieren als in fremden Stadien, jedoch ist damit allein der gravierende Leistungsunterschied nicht zu erklären. In Heimspielen ist die Bilanz mit 53:12 Toren und 43 Punkten nicht nur völlig in Ordnung, sondern die Mannschaft konnte damit auch Leverkusen (47:11 Tore und 45 Punkte) Paroli bieten. Die Meisterschaft wurde im Prinzip ausschließlich in Auswärtspartien verspielt.
Das Erschreckende ist dabei nicht mal die magere Ausbeute von 29 Punkten, womit sich der FCB in der Auswärtstabelle nur auf Rang 4 einreiht. Viel bedenklicher ist die Tatsache der 33 Gegentore aus 17 Spielen. Das ist nur ein Gegentor scheu, von einem glatten 2 Gegentore pro Spiel Schnitt. Das heißt im Umkehrschluss, Bayern musste auswärts im Schnitt 3 Tore pro Spiel erzielen um überhaupt eine Chance auf den Sieg zu haben. Völlig ausgeschlossen mit einer solchen Hypothek - trotz auswärts gefährlicher Offensive mit 41 Toren - konstant zufriedenstellende Ergebnisse einzufahren.
Wer noch mehr Kontext möchte, sei gewarnt. Es wird noch schlimmer. Auswärts hat der FCB fast dreimal so viele Gegentore hinnehmen müssen als zuhause und die 33 Gegentore in der Fremde bedeuten einerseits den indiskutablen 13. Rang im nationalen Vergleich und andererseits, dass sogar der Absteiger Köln mit einem Gegentor weniger besser abschneidet.
Die defensive Anfälligkeit, die sich schon seit Jahren im Club manifestiert hat und in diesem Jahr ihren (hoffentlich) traurigen Höhepunkt erreicht hat, muss endlich gefixt werden. In den zurückliegenden Jahren war die Verteilung jedoch deutlich ausgeglichener zwischen Heim- und Auswärtsbegegnungen. Dieses Jahr hatte man in München die wenigsten Gegentore seit der Saison 16/17 und auswärts die meisten Gegentore seit der Saison 81/82 (kein Scherz). 12 Gegentreffer in 17 Heimspielen sind ein guter Wert. 33 Gegentreffer in 17 Auswärtspartien sind katastrophal. Wie kommt es zu so einem gewaltigen Unterschied?
Spannend. Die Antwort auf die Frage dürfte in der Tat der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg sein. M.E. haben wir bei den Heimspielen nicht so schnell aufgehört, Fußball zu spielen. Auswärts war nach meinem Eindruck häufig die Einstellung da, dass man das dann schon mit der eigenen Qualität irgendwie über die Runden bringt. Und dann hat man den Gegner zu oft ins Spiel zurück geholt.
Genau. Danke. So einfach ist das.
Solange wir nicht 1:0 gewinnen können werden wir ganz oben nicht mehr angreifen.
Will gar nicht wissen auf welchen Platz wir in der RR sind.
Ursache kann ich dir nicht nennen.
Bin ich ratlos.
Ist jetzt gar nicht böse gemeint und besser weiß ich es auch nicht. Aber „Einstellung“ ist immer das einfachste.
Wenn das so ist, sollen sie Magath holen, dann laufen sie vielleicht aus Angst vor dem 5:00 Training am nächsten Tag.
Vielleicht fehlt „einfach nur“ einer der den Ball will, halten kann, Tempo steuern kann…
Absolut. Wir brauchen einen im MF, der weiß, wann man das Spiel schnell machen muss und wann man auch mal auf den Ball tritt. Die Etablierten sind ja eigentlich immer nur dabei, auf den Ball zu treten. Insofern hast Du da schon einen Punkt.
Und ich will auch keinen Trainer, vor dem die Spieler Angst haben, weil das Straftraining wartet. Aber wenn eine Mannschaft mit dieser vermeintlichen Qualität so viele Gegentore kassiert, dann stimmt etwas an der Einstellung zum Spiel nicht. Es ist halt lästig, auswärts zu spielen. Es ist halt lästig, im Pokal gegen unterklassige Gegner anzutreten. Aber es ist cool, Champions League zu spielen. Und so kommt m.E. ein wesentlicher Teil der Leistungen zustande. An Feiertagen können sich alle motivieren, auch den anstrengenden Weg nach hinten mitzugehen. Aber gegen Heidenheim? Auswärts? Nein danke. Wir sind doch gut genug, um gegen die dennoch zu gewinnen.
Natürlich wusste Tuchel es. Es waren von Anfang immer die anderen. Sein Vorgänger. Die Spieler. Die Einstellung. Die Verletzungen. Uli Hoeneß. Die fehlende Bereitschaft, das Geld des Vereins für seine Einkaufswünsche rauszuhauen.
Es gab nur einen, der nie verantwortlich war und immer nur Opfer der anderen und der Umstände: er selbst, der international renommierte Cheftrainer. Deswegen konnte er auch nie was sagen und hat sich mit Ratlosigkeit herausgeredet. Schließlich will er ja niemanden reinreiten. ![]()
Ja, angesichts dieser Erkenntnisse kann ich auch mal sarkastisch sein. ![]()
Es gibt zwar Interviews und Aussagen, in denen er sagt, dass er Fehler gemacht hat, aber okay.
Wahrscheinlich kommt es nicht so gut an, Probleme bei Bayern tatsächlich anzusprechen.
Der Trainer fliegt und dann wird alles gut, denn wir wissen, es ist immer nur der Trainer bei Bayern. Deswegen muss man diesen ja auch alle 1,5 Jahre wechseln, weil sie alle zu schlecht und unwürdig für Bayern sind.
Nächste Saison wird mit dem neuen Trainer und keinen weiteren Veränderungen, warum auch was verändern liegt ja nur an Tuchel seiner Unfähigkeit, das Triple geholt ![]()
Das sind tatsächlich beeindruckende, erschreckende Zahlen. Fast kaum glaublich.
Ich sehe da auch keinen Erklärungsansatz, der mir unmittelbar einleuchten würde.
Ein Ansatz ist sicher der Gegner, der auch bei 0:2 im eigenen Stadion vor ausverkauftem Haus weiter Vollgas gibt, während er bei 0:2 in der Arena das Spiel verloren gibt. Aber in dieser Größenordnung ist das schon unerklärlich.
Neuer hat heute drei Gegentore verursacht. Der kann doch in dieser Form niemals die Nummer 1 bei der EM 24 sein! Unfassbarer Bockmist.
Der Hauptansatz sollte erstmal
Sein, das wir den Ball haben- und der Gegner ihn nicht oder nur selten bekommt- am besten natürlich, wenn sie ihn aus ihrem Netz hohlen
, und wenn wir führen, lassen wir sie laufen. Hat ne ganze Zeit gut geklappt….
Sehe ich nicht so. Die Offensive war ausgedünnt, ja. Dafür hatte man im Gegenzug eine ziemlich heftige Defensive auf dem Platz. Eine 5er Kette und davor mit Goretzka und Laimer zwei Spieler, die für ihr starken Defensivleistungen in der CL gelobt wurden. Es darf nicht passieren, dass die 3 Gegentore in 20 Minuten kassieren.
Dann hatte man sogar noch einen glücklichen Start und ist schnell 2:0 in Führung gegangen, wodurch man die Offensive dann auch gar nicht mehr gebraucht hätte. Es muss mit dieser Aufstellung möglich sein, aus dieser Ausgangslage mindestens den einen benötigten Punkt zu holen.
Auf dem Platz standen außerdem mit Neuer, de Ligt, Kimmich, Goretzka und Müller gleich fünf Spieler, die entweder als Führungsspieler bezeichnet werden und/oder sich selbst für solche halten. Da habe ich nicht viel von gesehen. Manch einer mit horrenden Fehlern, andere waren wieder beim Verstecken spielen… Das hat nichts mit den Verletzungen zu tun.
Psst . Nicht so laut sagen…:… das mit den führungsspielern usw
Stimmt.
Für mich beweist das aber nur, dass dieser Begriff in Wirklichkeit relativ inhaltsleer ist und von wichtigeren, handfesteren Dingen ablenkt.
(Ich muss trotzdem nochmal sagen, dass ich das Spiel heute nach wie vor für keine relevante Bezugsgröße halte. Und ich kann jeden Spieler verstehen, der heute nicht mehr das Mindset aufgebracht hat, um volle Leistung abzurufen. Aber egal, es gab in der Rückrunde mehr solcher Spiele.)
Der Punkt ist, du kannst in der Defensive fünf Leistungsträger am Start haben. Selbst fünf Weltklasse-Defensive verlieren aber gegen eine halbwegs gute komplette, strukturierte Elf. Unsere Laufleistung lag heute 5 Kilometer unter der Hoffenheimer, wobei sie nicht etwa extrem niedrig war, aber die Distanz zum Gegner ist sicher zu hoch. Sowas kompensierst du nur, wenn du den Ballbesitz relativ hoch halten kannst - und dafür reichen fünf nominelle gute Defensive einfach nicht, dafür bräuchte es Struktur, ansonsten rollen ständig Angriffe auf dich zu. Und Hoffenheim hat genügend individuelle Klasse, um daraus Torchancen zu kreieren.
Im Übrigen bin ich der erste, der zugibt, dass es Tuchel nicht gelungen ist, diese Strukturen so zu implementieren, dass sie auch der zweite oder dritte Anzug jederzeit abrufen kann, ganz egal in welcher Tagesform. (Ich bin nur zugleich der Meinung, dass dieses Problem nicht nur Tuchel zu verantworten hat, aber das ist ein anderes Thema.) Bei uns gibt es einfach unter Druck keinerlei Automatismen mehr, da ist jede Passfolge mehr dem Zufall geschuldet anstatt automatisierten Laufwegen, und die personifizierten Pass-Monster haben wir ohnehin nicht (und heute nach dem Ausscheiden Pavlo’s schon gar nicht).
Mein Punkt: ich sehe keinen einzigen Spieler, der nicht will. Das wäre in der Tat eine Einstellungsfrage. Aus meiner Sicht wollen die alle. Aber es ist kein Zusammenspiel.
Wie gesagt, warum das nach guten Ansätzen (die Hinrunde) unter Tuchel in der Rückrunde nicht weitere Fortschritte zeitigte, ist in gewisser Weise rätselhaft und andererseits auch breit analysiert und diskutiert, jetzt aber nicht unser Thema.
Ich denke nur, wenn wir uns auf Schimären wie „Führungsspieler“ und „Einstellung“ einschießen, vergessen wir wichtigere Dinge wie Spielidee, Struktur, Positionsspiel, der passende Trainer…
und so weiter und so weiter.
Übrigens noch ein Aspekt:
Dass wir in der CL die passende „Einstellung“ hatten, kann ja wohl nicht ernsthaft bezweifelt werden. Aber wir wissen doch auch, welchen Fußball wir spielen mussten, um gegen solche Kaliber wie Arsenal und Real bestehen zu können. Das war cleverer, taktisch ausgefuchster Konter-Fußball. Underdog-Fußball. Ist es das, was wir wollen und 10 Jahre gewohnt waren? Eher nicht. Und selbst die beste und jederzeit abgerufene „Einstellung“ kann daran rein gar nichts ändern.
Gerade der letzte Teil ist doch der spannendste: Wieso konnte man heute nicht cleveren, taktisch ausgefuchsten Konter-Fußball spielen? Gerade heute, wo so zu sagen die Offensive ausfiel und man „nur“ noch den einen Punkt brauchte? Und im letzten Saisonspiel sollte es doch auch keinen interessieren, ob das der Fußball ist, den man dauerhaft spielen will?
Nach dem 2:0 muss man sich eig. mit den 7 Leuten hinten reinstellen. Und genau da kommt das Thema Führungsspieler zum Tragen. Man braucht Spieler, die solche Situationen erkennen, lesen und darauf reagieren können. Da braucht es jemanden, der seinen Mitspielern die Anweisung gibt, hinten dicht zu machen und das Ding nach vorne zu holzen. Stattdessen spielt unser Führungsspieler im Tor ohne Not zwei Fehlpässe und legt dem Gegner damit den Sieg auf.
Diese Spielintelligenz geht uns mittlerweile völlig ab. Das ist der große Unterschied zwischen z.B. einem Kimmich und einem Toni Kroos. Letzterer kann das Tempo seiner Mannschaft dirigieren. Deswegen ist der auch ein Führungsspieler.
Das ist ein Mangel ein Selbsterkenntnis. Kimmich ist, seit er auf hohem Niveau beim FCB Fußball spielt, daran gewöhnt, dass der FCB die erheblich feldüberlegene Mannschaft gegen jeden in der Bundesliga ist und deshalb auf taktische Spielchen schwächerer Mannschaften à la „hinten reinstellen, Bälle wegkloppen und gelegentlich einen Konter setzen“ nicht zurückgreifen braucht. Deswegen muss er jede Situation spielerisch im Sinne einer klassischen Ballbesitzmannschaft lösen.
Blöderweise funktioniert Ballbesitzfußball in einer verunsicherten Truppe ohne Selbstvertrauen nicht mehr.
Das ist schon ein interessanter Punkt. Wobei du mit Kroos natürlich schon gleich das oberste Regal wählst.
Wie also wäre das Spiel gelaufen, hätte man heute mal Kroos in unser Mittelfeld gepflanzt? Coole Frage. Also gut, wenn du „Führungsspieler“ so verstehst, lass ich’s mir eingehen, denn den richtigen Pass zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu spielen, ist tatsächlich auch mein Verständnis von Fußball - zugleich aber auch das Schwierigste überhaupt.
Gute Frage.
Ich versuche eine Antwort:
Dieser Ansatz wurde akzeptiert, wenn es gegen europäische Schwergewichte ging. In der BuLi hingegen ist das nicht so. Und auch das Selbstverständnis der Spieler ist nicht so. Man denkt, auch wenn man auf dem Zahnfleisch geht und mit dem dritten Anzug spielt (und eigentlich genügend negative Erfahrung heuer gesammelt hat), muss man die Teams spielerisch dominieren.
Solche Muster setzen sich sehr, sehr fest im Hirn. Ein internationales Beispiel by the way zur Illustration: Joao Felix bei Atletico im steten Bemühen, diesen Fußball zu lernen…
Und so spielt Neuer den Pass, den er 10, 15 Jahre gewohnt ist zu spielen. Aber er spielt ihn nicht auf Thiago, oder Lahm oder Schweinsteiger, die sich sowohl richtig positionieren als auch die Technik haben, sich dem Pressing zu entziehen, sondern er spielt ihn auf Laimer oder Goretzka oder auch Kimmich, der sicher andere Stärken hat als die eben beschriebenen. Es ist nicht der Pass, der verkehrt ist - es ist der Adressat.
Und ist es deswegen Dummheit? Oder ist es nicht vielmehr Gewohnheit? Oder beides zugleich?
Wenn man weiß, dass Profi-Sportler enorm von automatisierten Bewegungsabläufen leben, über die sie gar nicht mehr nachdenken brauchen (gar nicht mehr nachdenken sollen!), dann ist die Antwort womöglich weniger klar als man vermutet. Umso wichtiger wäre ein Trainer, der die Strukturen anzupassen und wieder in die Spieler reinzubimsen vermag. Denn über eins sind wir uns sicher einig: gegen Hoffenheim Zwei-Vier nach Zwei-Null zu verlieren ist unnötig wie ein Kropf.
Wenn wir ehrlich sind, war das gestern doch eine ähnliche Lustlosvorstellung wie daheim gegen Wolfsburg. Nur mit dem Unterschied, dass Wolfsburg noch weniger Lust hatte als wir. Die Hopp-Buben haben sich halt nicht auf den Rücken gelegt. Für die ging es noch um richtig viel. Und fast wären sie ja mit Platz 6 und einer möglichen CL-Quali belohnt worden.
Nach dem HF Aus gegen Real war die Luft raus. Da will ich der Mannschaft gar keinen Vorwurf machen. Das ist Aufgabe des Trainers, die so zu motivieren, dass es nicht peinlich wird. Aber in dieser speziellen Situation kann und will ich TT auch keinen Vorwurf machen. Wo soll der denn den Antrieb hernehmen, nochmal alles reinzuwerfen. Wer sich ne lame duck erschafft, muss am Ende halt auch mit ner lame duck leben.
Das zieht sich ja ganze Saison seit er wieder spielt durch …aber trau mich nicht mehr viel dazu zu schreiben…es gibt noch sehr sehr viele Neuer Fans hier die es auch in Ordnung finden dass er 20 mille im Jahr kriegt für maximal Bundesliga Durchschnitt… statistisch deutlich unter Durchschnitt wenn ich diverse Daten hier richtig in Erinnerung habe…sonst gerne korrigieren…