[16] João Palhinha - LZ 2028

Also, dass es vielen Spielern doch ums Geld geht, sieht man ja gerade an Kimmich und Davies. Bei hätten problemlos auf 2-3 Mios/Jahr verzichten können, um dem Verein etwas mehr Spielraum für weitere Verpflichtungen zu geben. Sané macht das jetzt endlich, aber insgesamt habe ich schon den Eindruck, dass es vielen doch vor allem ums Geld geht. Sieht man bei Upa ja jetzt auch wieder - der fordert angeblich ja auch deutlich mehr.

Natürlich fordert mans, wenn man als Spieler heutzutage, wo das mit dem ablösefreien Wechsel immer mehr Schule macht (bei Ballack, gute 10 Jahre nach dem entscheidenden Bodman Urteil, wurde das noch als extremer Affront gegen den Verein gesehen, mittlerweile wird es immer normaler) halt völlig klar am längeren Hebel sitzt - außer bei Spielern, die der Verein eh froh wäre wenn gingen…

Wäre man ja schön blöd wenn es nicht täte, man hat da im Grunde null zu verlieren - am Ende kann man immer noch einknicken und mit dem Gebotenen zufrieden sein: Auch den Zeitdruck hat vor allem mal der Verein um Planungssicherheit zu haben. Und man will natürlich nie genau derjenige sein wo das Sparen losgeht.

Das heisst aber noch lange nicht, dass einem die Kohle das Wichtigste ist. Dann wäre man nämlich wohl längst in SA…

Der Verein gibt ja gerne mit der Milliarde Umsatz an. 2-3 Millionen sind 2-3 Promille und folglich überschaubarer Spielraum.
Verstehe daher durchaus die Haltung der Profis. Aber daher sollte Eberl vereinseitig den Hebel ansetzen und Davies und Kimmich 2025 durch Davies 2018 und Kimmich 2015 ersetzen und das Gehaltsgefüge eben wirklich mal stetig umwälzen.

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Ja, stimmt schon. Die Macht der Spieler ist (zu) groß. Aber für mich hat das dann auch etwas mit Anstand zu tun. Es gibt den Spruch: „Der wahre Charakter zeigt sich erst, wenn jemand Macht hat.“ Und da tun sich viele nicht gerade hervor. Ich erwarte ja auch gar nicht, dass jetzt alle max. 10 Mios/Jahr verdienen sollen. Aber wenn ich dann sehe, was da teilweise gefordert wird, dann ist das einfach unanständig, weil man genau weiß, dass das eigentlich zu hoch ist - aber man eben den Verein extrem unter Druck setzen kann.

Zum Thema Saudi-Arabien: Die meisten können dann ja noch mit über 30 Jahren dorthin gehen und immernoch kräftig abkassieren. Und dass es dort dann noch etwas - sagen wir mal - anders ist, spielt vermutlich auch eine Rolle. Kultur, Sprache, Zuschauerzahlen, Aufmerksamkeit etc haben dann am Ende sicherlich auch einen Einfluss. Sicherlich hätte Kimmich (oder Davies) dort noch mehr kassieren können. Doch damit gerät man dann doch auch aus dem Fokus und das fördert die Vermarktung, Werbewirksamkeit usw. der eigenen Person dann auch nicht. Und sportlich ist der Abstieg dann vermutlich auch zu groß. Ist ja kein Wunder, dass dort viele Spieler erst am Ende ihrer Karriere hingehen.

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Du vernachlässigst auch etwas den Menschlichen/psychologischen/Gruppen Hierarchie Aspekt. Auch wenn es nicht um den exakten Euro geht, sagt das Gehalt ja schon ne Menge aus über standing in der Mannschaft und im Verein. Die berühmte Wertschätzung eben :grin:

Deshalb ist es ja auch so schwierig die Gehalts Spirale zu stoppen bei Vertragsverlängerungen etablierter Spieler.

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Ich verstehe den Gedanken, den Du meinst. Und der ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Aber am Ende entscheidet nicht das Geld über das Standing der Mannschaft, sondern die tatsächlichen Leistungen auf dem Platz und die Einsatzzeit. Was nützt es mir in der Hierarchie, wenn ich das höchste Gehalt habe, aber zwischen Stammelf und Bank pendele?

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Das wäre doch meine erste Frage, wenn der Verein mich mit dem Argument um Gehaltsverzicht bitten würde: Und was macht ihr dann konkret mit dem Geld?
Kriegt dann Phonzie noch eine Gehaltserhöhung? Gibt es eine schöne Weihnachtsfeier für alle Beschäftigten? Fließen die Boni für den Vorstand?
Kauft ihr einen Zeh von Wirtz?

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Ich denke die Lösung oder zumindest ein sehr wichtiger Teil der Lösung langfristig gesehen liegt da durchaus im Fokus auf Deinen ersten Teil:

Aber eben indem man im regelmäßigen Gespräch mit dem Spieler die „Menschlichen/psychologischen/Gruppen“ Aspekte und weniger die hierarchischen zentral im Fokus hat.

Also dass man halt einfach bei Bayern auch wenn nicht so viel verdient wie in SA oder gar so viele Toptitel gewinnt wie bei Real viel eher eine „beste Zeit des Lebens“ in allen wirklich wichtigen Aspekten des Lebens (und da ist wenn es beim Thema Kohle es eher darum geht ob man am Ende der Karriere 50 oder 60 Mios auf dem Konto hat eher so dass man da als „aufgeklärter“ Mensch auch sagen könnte: komplett wurscht! Ich sehe ohne mich da im Detail mit zu beschäftigen noch nicht mal den Unterschied zwischen einer 5 und einer 10 Mio Yacht ebenso wie bei einem 300 oder 600k Ferrrari/Lambo!) die haste viel eher bei den Bayern als bei Real!

Weil man da eben ein Umfeld hat, wo man eher wie in einer Freundesgruppe/Familie der besten Sorte unterwegs ist. Statt einem peinlichen und total nervigen Haufen mit einem Arroganz Anfall nach dem nächsten…

Und da denke ich sind wir mittlerweile (aber halt auch erst gut einem Jahr) mit Freunderl ziemlich nahe am Optimum aufgestellt um solche Aspekte/Botschaften im Laufe der Zeit (sowas dauert natürlich auch, bei Neuverpflichtungen ist zB halt dann auch die charakterliche FC Bayern Kompatibilität total entscheidend - wo ich dann zB bei einem Wirtz vs. einem Bellingham Welten dazwischen sehe!) immer mehr in die Mannschaft zu transportieren…

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@herrispezial
Ich glaube, dass die Gehälter auch damit zusammen hängen, dass die Spieler sehen, dass es dem Klub ja laut eigener Aussage auf der Jahreshauptversammlung sehr gut geht bzw. wird das so öffentlich dargestellt. Dass man da dann ein Stück vom Kuchen anhaben will ist nachvollziehbar. Natürlich lässt sich aber über die Größe des Kuchenstücks streiten.

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Sorry, aber das ist durch und durch aus Fansicht argumentiert, nicht aus der Sicht eines Mitarbeitenden.

Welche Mitarbeitenden in der Privatwirtschaft würden nicht pokern? Welche nicht für gutes Geld den Arbeitgeber wechseln?

Auch die ach so loyalen Spieler Messi und T. Müller haben ihren Spielraum maximal ausgereizt.

In der Wirtschaft verzichten Arbeitnehmer wie Du und ich immer nur dann auf Kohle, wenn Rationalisierungsmaßnahmen, sprich Stellenabbau drohen.

Warum sollten also Spieler zum Wohle ihres Arbeitgebers verzichten, nur damit „der Neue“ 2 Mio. mehr verdient?

Aus Fansicht absolut verständlich, leider aber unrealistisch.

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Naja, bis zu einem Jahreseinkommen von sagen wir mal hundertzwanzig bis hundertfünfzig Tausend würd ich das mit dem Arbeitnehmer ja noch unterschreiben.

Aber jenseits von zweihundertfuffzich Tausend per anno hat das Wörtchen Arbeitnehmer da im gewerkschaftlichen Sinne nich mehr allzu viel verloren.
Und jenseits der Million reden wir vom Gehaltsniveau Management in Betrieben. Da halten sich unsere Spielerchen auf - egal, ob auf der Tribüne, im Lazarett oder im Kader. Und da oben is die Luft halt janz schön dünne…

In der Privatwirtschaft gibt es die Debatte über die Obergrenze des vertretbaren Gehalts im Management schon lange. Das Wieviel-Fache eines Arbeiterlohnes am Band sollte sein Konzernchef maximal verdienen? Das Hundertfache wären z Bsp. 6 Millionen bei VW oder Daimler. Dafür setzt sich Sané nicht mal auf die Bayern-Tribüne.
Das Vierhundertfache seines voll arbeitenden Fans verdient Musiala im Jahr. Was der Fan im Jahr verdient, haben Jamal und Harry nach 22 Stunden im Sack.
Ich finde im Gegensatz zu @Alex (mit dem ich für mein Leben gern die berüchtigte Neiddebatte führe), dass Jamal den Unterschied zwischen 12 und 24 Millionen im Alltag nicht so richtich mitkriegt. Egal, wieviel Ribéry-Steaks er sich kommen lässt…
Er muss trotzdem durch die Reha und wieder gesund werden. Sonst ist’s in vier Jahren Essig mit der dicken Kohle…

Wie das Beispiel Sané zeigt (auch Ausnahmen dürfen hier zitiert werden :stuck_out_tongue_winking_eye:), ist die Erhöhung des Einkommens nicht das einzige Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.

Ich setz mich mal antizyklisch in die Nesseln dieses Diskurses und behaupte: Jenseits von ein, zwei, drei … egal wieviele… Mio per anno findet der Genusszugewinn des höheren Einkommens nur noch im Kopp von Jamal statt - Status, Vergleich mit den anderen Reichen, die Forbes-Liste, wer hat den Längeren (Liegeplatz für die Yacht)? wieviel kriegt Messi, naja - der kann wenigstens Fußball spielen? Wieviel Kim Kardashian - was kann die nochmal? Robert Downey jr. macht soviel mit einem Film, wie ich in einem ganzen Jahr zusammenkicke - das ist echt nicht fair.
Ganz zu schweigen von den Erben der Gebrüder Albrecht - die sind auch erst Anfang zwanzig, können gar nichts und haben das Hundertfache von Jamals Jahresgehalt aufm Konto - ohne irgendwas dafür getan zu haben, außer der Gnade der reichen Geburt. Fair?
Was bringt (im Bereich mehrerer Millionen pA) das Schielen auf noch mehr Kohle - außer Unzufriedenheit und Neid? Ausgeben kann man s eh nicht.

Nee, ich hab jetzt aus Jamals Sicht argumentiert. Der Fan argumentiert eher: Es kann nur ein Michael Schumacher geben. Also hat er das auch verdient, was er verdient.

Und nochmal zum Gehaltsverzicht - in deiner Variante verzichten Arbeitnehmende…

Wenn mein Arbeitgeber pleite geht, dann droht mir ein 100%iger Stellenabbau - in meinem ureigenen Betrieb.
Ewiges unbegrenztes Wachstum funktioniert auf Dauer nicht - weder in der Privatwirtschaft noch im Sportbusiness. Wer’s nicht glaubt, sollte Rainer Callmund zu Rate ziehen: Unbegrenztes Wachstum jibbet nich, jlöv et mir, Jong - das wird der Rainer dir notgedrungen bestätigen.

Genauso ist das mit der Spirale von Spielergehältern, Ablösesummen und TV-Einnahmen. Das System ist an seine Grenzen gekommen. Sonst müssten wir uns nicht ständig neue Turnierformate aus den Fingern saugen: KeinE SportlerIn braucht ne Fifa-Club-WM oder ein W7F. Die TV-Sender brauchen das, um die letzten Sendelücken zu füllen. Und die Vereine brauchen die zusätzlichen Preisgelder, um noch ein, zwei Jahre länger im Hamsterrad der Gehälterspirale mitstrampeln zu können.

Wenn man erstmal ein Gehaltsfurunkel am Hintern hat wie der FCB, dann gibt’s keine halben Sachen mehr. Dann muss man aus dem Kader rausquetschen, was gesundheitlich irgendwie geht. Sonst quetscht die Insolvenz das Furunkel aus - und dann ist‘s für die Arbeitnehmer mit den Milliönchen im Vertrach bumms egal, ob da 12 oder 25 Millionen auf dem Papier stand.

Insofern müssen Fußballprofis immer ein Auge auf die Finanzgesundheit ihres Arbeitgebers werfen. Jede Spekulationsblase platzt irgendwann, ob nun 1637 die Tulpenblase in Holland, 1929 der Black Friday an der Wall Street oder 2008 die Immobilienblase der USA.

Interessant ist höchstens die Frage, ob beim Platzen der Fußball-Blase auch Rettungsschirme aufgespannt werden, einst von Angela, demnächst dann von Friedrich. Oder gar von Alice…? Ist der FC Bayern dann ebenfalls systemrelevant, ergo „Too big to fail“?
Oder geht das Ganze Berlusconis Gang - einfach komplette Steuerbefreiung für alle insolventen Clubs? Mitgekriegt, als im Winter der FC Barcelona beinahe Dani Olmo zwangsverkaufen musste, weil der Lizenzentzug drohte? Is ja nich so, dass alle ihr Festgeldkonto am Tegernsee verwalten lassen…

Langer Rede, kurzer Sinn:
Ich bezweifle, dass das mit dem ewigen unbegrenzten Wachstum im Big Soccer Business noch lange so weitergeht. Da muss umgedacht werden, wie überall in der Ökonomie. Sonst geht’s uns wie den Dinos - zuviel Größenwachstum, zuwenig Hirn.
(Okay, n Asteroid kam auch noch dazu… man kann halt nicht immer Glück haben.)

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Das ist schon richtig. Ob aber hochbezahlte Fußballer Deine Sicht so reflektiert teilen - das bezweifle ich sehr. Davies, Musiala, Mülle, Messi, natürlich Mbappé - die fordern das, was halt geht. Weil Andere es auch bekommen - der Stammtisch-Effekt. Und wenn der Verein pleite geht, können gute Spieler problemlos wechseln.

Blockzitat Der Fan argumentiert eher: Es kann nur ein Michael Schumacher geben. Also hat er das auch verdient, was er verdient.

Das erlebe ich hier im Forum komplett anders. Mein Post war ja gerade als Antwort an @herrispezial gedacht gewesen, der Gehaltsverzichte der Spieler zum Wohle des Vereins vorgeschlagen hatte.

Dass das System vollkommen überhitzt und ungesund ist - kein Zweifel. Aber 99% aller Spieler werden die Grenzen ausreizen, um in ihren 10-12 guten Jahren das Maximum herauszuholen. Selbst wenn sie 400x mehr verdienen, als die Facharbeiterin. Ist schade, aber Realität.

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Sehr schönes Plädoyer, volle Zustimmung!
Ich hab mal spaßeshalber für mich selbst den „Gehaltsvergleich“ gemacht: wenn ich die nächsten 6 Jahre bis zur Rente noch zu 100% durchziehe, werde ich in 40 Berufsjahren in Summe so um die 2 Mio Euro verdient haben; ohne Inflation zu berücksichtigen, eher brutto, wenn man einen großzügigen Inflationsausgleich draufschlägt, kann man die Summe auch mal grob als netto definieren.
Der geneigte Profi zahlt knapp die Hälfte seines Gehaltes an Steuern, müsste dafür also ca. 4 Mio kriegen. Nehmen wir als konkretes Beispiel den künftig darbenden (:wink:) Leroy Sane: auch mit dem neuen Vertrag wird er es kaum schaffen, pro Saison weniger als 12 Mio zu bekommen - pro Jahr dreimal so viel wie ich im ganzen Berufsleben. Und ich bin weiß Gott kein Geringverdiener und hatte (vielleicht mit Ausnahme von 2, 3 Jahren, in denen meine Frau wegen der Kinder nicht gearbeitet hat) nie das Gefühl, dass ich groß auf etwas verzichten muss.
(Gut, ich fahre z.B. auch Skoda statt BMW und frage mich bis heute, warum der kleine Unterschied einen Faktor 2 im Preis wert sein soll, aber auch dafür hätte es gereicht)

Insofern sind 5 Mio Jahresgehalt ebenso absurd wie 25, und wenn dann ein Spieler tatsächlich wegen ein paar MIllionen hin oder her den Verein wechselt, selbst wenn das sportlich ein Rückschritt ist (ich sage nur Saudi-Arabien), dann ist er offensichtlich charakterlich sub omne canone und kann wegen mir gerne bleiben, wo er dann ist.
Ansonsten denke ich, dass die Mehrzahl das Gehalt einfach nur als persönliches Ranking sieht und aus Eitelkeit möglichst hoch in der „Hierarchie“ stehen möchte.

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Das Kompliment geht mit doppelter Zustimmung an deine Adresse zurück @gerhard .

Bei dir hat das mit der kapitalistischen Gehirnwäsche einfach versagt. Wie bei dem Löwen von Volker Pispers:
(unterhaus - Mainzer Forum-Theater on Instagram: "Volker Pispers über profitgeile Löwen. #kleinkunst #unterhaus #kleinkunstpreis #standupcomedy #kabarett #satire #löwe #kapitalismus #unterhausclassic #volkerpispers #mitternachtsspitzen #funnyvideo #comedy @3sat")

Und was unsere „künftig darbenden Profis“ anbelangt (denen mein vollstes Mitgefühl für den Abstieg in die sozialen Niederungen gebührt!)

Genau das wollte ich zum Ausdruck bringen. Hab nur wie immer etwas länger dafür gebraucht…. :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Wunderbar!

Allerdings - von Löwen lernen: Hier (in einem FC Bayern Forum) ganz ganz dünnes Eis, mein lieber Freund!

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Komplett deiner Meinung. Ich bezweifle sehr, ob überhaupt viele Menschen diese Meinung (=> ab der zweiten, dritten Million findet der Unterschied irgendwann nur noch im Kopp statt) teilen; das „Leistung muss sich wieder lohnen“ und „wer jenuch Teller schruppt, kriegt irgendwann auch seinen eigenen Hubschrauber-Landeplatz“ ham se uns tief jenuch in unsere kapitalistische DNA implantiert. Und so funktioniert der soziale Aufstieg durch Leistung dann in der Regel:
(cineatomy on Instagram: "Can you relate to this?🐀🎥 Happiness (2017), a brilliant short film directed by @steve_cutts_official, delivers a sharp look at modern society’s obsession with consumerism and the pursuit of fleeting pleasures. Some sections of the short have been trimmed in this reel for time, so be sure to watch the full film on YouTube for the complete experience. #shortfilm #cinema #cinephile #animation #filmmaking #modernsociety")

Daher auch meine etwas zu weit verallgemeinerte Schumacher-Fan-Behauptung, die hier in der Kurve natürlich versagt und bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht zutrifft. Ich bezweifle allerdings die Tauglichkeit unserer Kurve als repräsentativer Querschnitt durch die Gesellschaft…

Und die Schumacher-Fans jibbet schon. Einer von denen war mein Vorarbeiter inner Lehre: Ein Bär von Kerl, der mir das meiste beigebracht hat, was ich handwerklich aus der Ausbildung mitnahm: Hände wie Schmiedehämmer und Unterarme wie ich Waden. Ein feiner Kerl, knapp 10 Jahre älter als ich, ich hab ihn geliebt! Nur mit dem politischen Grips war’s nicht so weit her: Heut würde er blau wählen, und die Gründe dafür standen allesamt in seiner Frühstückslektüre mit vier Buchstaben.
Er kloppte Überstunden und machte Schwarz-Baustellen noch und nöcher, um die Raten für sein kleines Eigenheim zu finanzieren. Und sein einziges Hobby: CarHiFi. Er fuhr in seinem geliebten Audi auf vergoldeten Watt-Litzen im Wert von damals (1992) 25 Tausend durch die Gegend. Ach ja, und er vergötterte Michael Schumacher. Auf unsa Micha ließ er nix kommen. Er ist fünf Jahre später aus 12 m Höhe abgestürzt, senkrecht aufgekommen - zwei Jahre Reha, Verlust des Gleichgewichtssinnes, nie wieder der Alte geworden. Ein paar Jahre durfte er in Teilzeit noch bleiben - mit Inklusiven Lohnzuschüssen vom AA für die Beschäftigung von Angestellten mit Behinderung. Seine Frau verließ ihn (mit dem kleinen Eigenheim im Säckel), und er tat weiter, was er vorher auch schon in seiner Freizeit meistens er tat: Bier trinken. Dabei isser dann geblieben. Nur Freizeit hatte er jetzt unendlich viel mehr als zu unserer gemeinsamen Zeit. Sein Idol aus den 90ern erlitt kurz darauf übrigens ein ähnlich trauriges Schicksal…

Keinerlei Einspruch, euer Ehren. Und sicher werden die erfolgreichen Sportler beim Sinken der Titanic als erste in den Rettungsbooten sitzen, um anschließend dann „rüberzumachen“ nach Saudi-Arabien. Wie jesacht: Ich bezweifle sehr, dass überhaupt viele Menschen an diesem Kreislauf etwas ändern wollen. Und schließlich kucke ich selber leidenschaftlich gern Fußball. Watt is großartig anders daran, als Michael drei Stunden lang beim Fahr‘n im Kreis zuzukucken, um auf das einzige 3-Sekunden-Überholmanöver des Rennens zu warten. 22 Kerle oder Mädels, die 90 Minuten hinter einem Ball herrennen, um ebendiesen irgendwann in einem Rechteck-Rahmen zu platzieren? Brot und Spiele halt. Der einzige Unterschied zum Colosseum ist: Die heutigen Gladiatoren sind nicht mehr Sklaven der reichen Bürger. Sondern nur noch die Sklaven von deren Papier(geld)… und dürfen im Schatten der Scheichs mit ihrer Jolle an denselben Pool.
Naja.
Bisschen verkürzt dargestellt vielleicht.
Aber deshalb nicht völlig falsch.

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Ja, vielleicht ticken wir hier im Forum dann doch etwas anders. Aber irgendwie fällt es mir dennoch schwer, nachzuvollziehen, warum es am Ende einer Karriere einen Unterschied machen soll, ob ich 30 oder 40 Millionen netto verdient habe. Wahrscheinlich fehlt mir da auch die Vorstellungskraft, aber wo ist da der tatsächliche Mehrwert? Selbst mit einem anspruchsvollen Lebensstil (jedes Jahr das neueste Modell von Mercedes/Audi/Porsche) und 3x die Woche chic essen gehen, verschwindet das Geld ja nicht - selbst wenn ich es konservativ anlege.

Wo habe ich das behauptet? Hilfe!

Wer spricht denn von „unbegrenztem Wachstum“? Das ist ein Strohmann, den allein Du hier in die Debatte einführst, um Dich dann daran abzuarbeiten.

Das System Fußball ist nicht an seine Grenzen gestoßen, weil die Produkte, die es anbietet, offensichtlich nachgefragt werden. Ein System, das an seine Grenzen stößt, hätte Schwierigkeiten, weiter zu wachsen, d. h. eine erweiterte Produktpalette bzw. -menge an den Mann zu bringen. Das ist im Fußball offensichtlich nicht der Fall. Bisher machen die Fans noch jede weitere Drehung der Schraube mit. Es existiert genügend Nachfrage nach dem Fußball als Veranstaltung und seinen Begleitprodukten, um das System weiter wachsen zu lassen (natürlich nicht unbegrenzt, aber das steht ja auch nicht zur Debatte).

Der Fußball ist auch keine Spekulationsblase, wie Du weiter unten behauptest. Es handelt sich beim Profifußball um ein reales Geschäftsmodell mit einem realen Produkt (Fußball und diverse Begleitprodukte in verschiedenen Variationen), das real nachgefragt wird. Für eine Spekulationsblase fehlt z. B. völlig das Element der Preisbildung auf Basis zukünftiger (und oft völlig überzogener) Erfolgserwartungen, die das heutige Produkt fundamental gar nicht rechtfertigt. Im Fußball sind die meisten Vereine nach wie vor wirtschaftlich gesund, nur die wenigsten Vereine geben Geld aus, das sie nicht haben, und der Erfolg des Produktes ist real und existiert nicht nur in den Köpfen irgendwelcher Spekulanten als Erwartung für eine hoffentlich eintretende goldene Zukunft. Nur wenige Vereine kaufen heute Spieler oder produzieren anderweitig Kosten, die sie eigentlich erst dann finanziell tragen können, wenn der geplante Erfolg von morgen eingetreten ist (der, wenn es eine Spekulationsblase wäre, nicht eintreten würde).

Es fehlt auch das für die Bedeutung einer Spekulationsblase besonders fatale Element einer hohen und weit verbreiteten Überschuldung von vielen Akteuren in einem vernetzten System, so dass eine Kaskade von Insolvenzen droht, sobald ein erster Verein seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber anderen Spielern im System, die selbst keine finanzielle Puffer haben und das Geld dringend bräuchten, um ihren eigenen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, nicht mehr bedienen kann. Der Zahlungsunfähigkeit des Ersten würde dann die Zahlungsunfähigkeit des Zweiten, dann des Dritten und so weiter folgen. Aber auch das ist im Fußball (noch) nicht gegeben.

Nur allein die Tatsache, dass der Profifußball als Wirtschaftszweig eine hohe Wachstumsrate hat, ist noch kein Ausweis dafür, dass es sich dabei um eine Blase bzw. Spekulationsblase handelt. Der Profifußball könnte eine Spekulationsblase sein oder werden, aber noch ist das nicht der Fall.

Bezüglich Deiner Aussage, dass „keinE SportlerIn ne Fifa-Club-WM oder ein W7F braucht“, möchte ich Dir ebenfalls widersprechen. In einem spezifischen Sinn hast Du recht: Keine/r der aktuellen Spieler/innen des FC Bayern oder von Olympique Lyonnais oder so braucht eine Club-WM oder ein Women’s Seven-Turnier.

Aber die Spieler im Allgemeinen brauchen es. Denn der Aufschwung des Fußballs bietet ihnen neue, zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten, vielleicht sogar höhere Gehälter. Wenn die Baunachfrage steigt, kann es sein, dass der einzelne Handwerksbetrieb zunächst überfordert ist (Mitarbeiter müssen Überstunden machen etc.), aber das legt sich mit der Zeit, sobald sich das Angebot der erhöhten Nachfrage anpasst: Neue Handwerksbetriebe werden gegründet, neue Arbeitsplätze entstehen, die Löhne können steigen. Die anfängliche Überlastung einzelner Handwerksbetriebe nimmt ab, das Handwerk als Branche profitiert insgesamt und mit ihm die Menschen, die dort arbeiten (mehr Jobs, höhere Gehälter).

So auch im Fußball: Wenn die Spielerinnen und Spieler mit ihren Vereinen mehr Spiele bei mehr Turnieren bestreiten müssen (oder können), wenn also die Nachfrage steigt, zieht das neue Vereine an, die an dem wachsenden Kuchen wirtschaftlich partizipieren wollen, und es motiviert die bestehenden Vereine, ihre Kader zu vergrößern, um den gestiegenen Spielanforderungen personell gerecht zu werden, oder ihren Aktiven für die höhere Belastung höhere Gehälter zu zahlen. In jedem Fall profitieren letztlich die Spieler: Sie haben bessere Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden und/oder ein besseres Gehalt zu verdienen.

Aus diesem Grund gibt es beispielsweise die Rotation im Fußball. Natürlich wäre es isoliert betrachtet besser, wenn man in jedem Spiel dieselbe Elf aufs Feld schicken könnte: Die elf stärksten Spieler, maximal eingespielt. Das macht man aber aus Belastungsgründen nicht, weil die durchschnittliche Stärke der Mannschaft über mehrere Spiele hinweg höher ist, wenn man immer mal wieder andere Spieler in die Mannschaft rotiert. Immer mal wieder andere Spieler in die Mannschaft zu rotieren, heißt: Es gibt c. p. mehr Arbeitsplätze für Spieler. Und je mehr Spiele es gibt (z. B. durch die Club-WM oder das W7F), desto größer ist dieser arbeitsplatzausweitende Effekt, der sich aus der Notwendigkeit zur Rotation ergibt. In diesem Sinne „brauchen“ auch die Spieler solche Turniere: Ihre Existenz gibt ihnen zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten. Mehr noch: Die Existenz solcher Turniere (wozu auch die Bundesliga zählt) ist die notwendige Bedingung dafür, dass sie überhaupt arbeiten können.

(Aus der Diskussion über die Berechtigung hoher Millionengehälter für Profifußballer halte ich mich jetzt mal lieber raus. :wink:)

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Ich habe etliche Kunden aus dem von dir angesprochenen Einkommens- bzw. Vermögenssegment und kann dir daher mitteilen, dass es überhaupt nicht darum geht, ob man sich die neuesten Top Modelle oder jeden Tag Sterne Küche Essen etc. leisten kann. Das können die alle. Es geht da hauptsächlich darum, dass man so bezahlt wird, wie dein „Marktwert“ ist. Natürlich könnte ein Vorstand eines Dax Konzerns auch mit 800k gut leben, aber wenn der Markt ihm eben 8 Mio zahlt, dann will er nicht für deutlich weniger arbeiten. Das, was man sich für Geld leisten kann, spielt da nur eine absolut untergeordnete Rolle. Hoffe, ich konnte das halbwegs rüber bringen.

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Mal ne ganz andere Theorie, Eberl hat bezüglich Palinha in etwa in einem Interview gesagt,wenn du ein so hohes Pressing spielst,brauchst du hinten im Mittelfeld eine Absicherung. Ich glaube Palinha war einfach für Eberl ein Sicherheitsnetz zu VKs Spielstil. VK wird ihm gesagt haben brauche ich nicht aber ich verstehe,dass Eberl skeptisch war. Wenn die50 Millionen für ihn der Preis waren, dass Eberl das enorme Risiko VK eingegangen ist,dann ist das so ok. Was wir in den letzten Jahren an Summen wegen den schwachsinnigen Trainerwechseln verbrannt haben oder was wir zB. für Hernandez bezahlt haben. Dagegen ist das gut angelegtes Geld gewesen

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