Kommt vor, die Ausgangslage ist trotzdem noch ok.
Gestern haben wir alle Schwächen gezeigt, die uns diese Saison bereits aufgefallen sind.
Kritik würde ich an Nagelsmanns Aufstellung üben. In einem CL KO-Spiel sollte man mMn. einen konservativen Ansatz wählen, also auf bewährtes setzen: Fitte Spieler mit Rhythmus auf Positionen, auf denen sie zuletzt gute Leistungen gezeigt haben.
Was ich auch überhaupt nicht nachvollziehen kann: Warum stellt JN unsere Winger King und Serge „seitenverkehrt“ auf und korrigiert diesen „Fehler“ nicht irgendwann bzw. lässt sie mal rochieren, so wie das früher Robben und Ribery auch immer taten, wenn es mal nicht so gut lief. Weil einer der beiden z.B. Probleme mit einem bestimmten Gegenspieler hatte oder einfach nur, um die Statik etwas zu ändern??
Sorgen bereiten mir auch, dass Müller und Lewa die beiden letzten Spiele so gut wie keine Faktoren waren. Lewa hatte gestern wie viele Ballkontakte? 15?
Sane tendiert mit seinen Leistungen auch wieder eher zu dem Leroy seines ersten Bayern-Jahres ![]()
All das ausgerechnet zur Crunch Time…
Ich denke und hoffe zwar, dass die Jungs den Rückstand im Rückspiel noch drehen werden. Notfalls n.V., aber gegen Pool sehe ich uns dann fast chancenlos!
Lewandowski gegen spanische Teams in der CL scheint irgendwie immer etwas problematisch zu sein. Aber für den angeblich besten Fußballer des Planeten war das gestern wirklich unauffällig und sehr enttäuschend. Dazu sagen muss man trotzdem, dass ein Mittelstürmer natürlich immer auch von seinen Mitspielern abhängig ist. Und die Offensivkräfte waren da gestern eben auch alle recht unglücklich unterwegs (außer Coman).
Die Leistung die unsere Mannschaft abgegeben hatte gestern, da schweigen wir lieber drüber. Generell haben einige bereits hier schon richtig erkannt, dass die Häufigkeit solcher Spiele in diesem Jahr sehr groß ist. Außerdem wie viele bereits erwähnt hatten, werden wir in Sachen Stellungsspiel/Passschärfe/Taktik (3er oder 4er-Kette hin oder her) immer schlechter. Liegt das an der schwache Buli, dass man sich das nicht so eingesteht? Oder finden tatsächlich unsere Oberen den derzeit gezeigten Fussball gut? Man findet immer Ausreden, dass das oder das nicht funktionieren kann da bla bla kommt einer aus der Verletzung hat da noch nicht auf dieser Position gespielt oder denkt zu offensiv usw… Und wie bereits ein User schon erwähnte, ist der Teamspirit noch bei allen da oder denket man zu sehr über „Wertschätzung“ nach?
Unser Problem ist nicht der Kader. Der ist sehr sehr gut. Das sind doch alles Nationalspieler, denen teilweise Weltklasse attestiert wird.
Unser Problem ist der Trainer. Nagelsmann hat keinen Plan B, wenn es nicht läuft. Konnte man gestern mal wieder sehen - anstatt etwas umzustellen (Winger, 8er-Position), sitzt Nagelsmann wie ein trotziges Gör auf der Bank und schmollt.
Und er experimentiert so viel herum, dass die Spieler gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich machen sollen. Wenn man sich anschaut, wie genervt die Spieler nach Abpfiff waren, kann das zwei Gründe haben - sie sind unzufrieden mit der eigenen Leistung oder aber mit den taktischen Vorgaben.
Und welche Taktik wir gestern hatten, weiß der Geier. Ich habe keine gesehen - Lewa hatte in HZ 1 satte 13 (!) Ballkontakte.
Es kann nicht unser Anspruch sein, dass wir regelmäßig Grusel-Auftritte wie gegen Gladbach, Augsburg, Bochum und jetzt Villareal haben. Nicht mit diesem Kader. Denn der ist, ich wiederhole mich, sehr gut.
Fazit: es ist die Hauptaufgabe des Trainers, aus diesem Kader eine Topmannschaft zu formen, die auch bei einem unglücklichem Spielverlauf Antworten findet.
Wenn er das nicht kann, ist er das falsche Mann auf der Bank.
Die Probleme gehen weit über fehlende Einstellung und den Gegner unterschätzt hinaus. Defensive Ordnung, Struktur im Ballbesitz, Kreativität im letzten Drittel. Alles Fehlanzeige gestern. Gab es überhaupt eine einzige der von Nagelsmann so geliebten „Steil-Klatsch Aktionen“?
Das gestrige Defensivverhalten war abenteuerlich. Entweder man ist viel zu passiv und begleitet die Gegenspieler nur mit gehörigem Sicherheitsabstand oder Positionen werden verlassen um mit einer „Alles oder nichts“ Mentalität in den Zweikampf zu fliegen. Angriffe mit Stellungsspiel und im Verbund (dank guter Ordnung) zu verteidigen, scheint keine Option für diese Mannschaft zu sein.
Nagelsmann liebt den Zentrumsfokus, aber warum waren die einzigen Mittel, wie man VERSUCHT hat Chancen zu erarbeiten dann lediglich Flanken, Chipbälle hinter die letzte Kette oder schnelles Umschalten nach Ballgewinnen. Das ist schon im Ansatz spielerisch relativ mau und mit einer solch langsamen und ungenauen Umsetzung wie gestern nicht akzeptabel.
Das Spiel der Bayern wirkt aktuell nicht so, als wären Trainerteam und Mannschaft eine Einheit, die voneinander profitieren, sondern sich gegenseitig eher hemmen. Nagelsmann ist erst ein Dreivierteljahr Bayern-Trainer. Der positive Einfluss bei seinen früheren Stationen war jedoch sofort zu spüren. Jetzt ist es sicher einfacher, das Niveau von Hoffenheim und Leipzig anzuheben, als bei einer sowieso schon sehr guten Mannschaft etwas zu bewirken. Dennoch ist die Entwicklung gerade rückläufig. Was nützt es in einzelnen Spielen extrem mühsam Fortschritte zu erzielen, wenn alle paar Wochen anstatt einem Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück gemacht werden. Die Ergebnisse und insbesondere die Leistungen in der Rückrunde sind weit davon entfernt zufriedenstellend zu sein.
Constantin Eckner über das Spiel:
Also bevor man jetzt nach einer 1:0-Niederlage im Hinspiel des CL-Viertelfinals den Kopf des neuen Trainers fordert, der in seiner ersten Saison hier ist, sollte man doch nochmal etwas auf die Bremse treten.
Es ist das erste Mal, dass er für einen Club dieser Größenordnung und mit dieser medialen Aufmerksamkeit arbeitet. Bei seinen vorherigen Clubs wurden seine Experimente nicht sofort angezweifelt, wenn mal etwas schiefgegangen ist und der Erfolgsdruck war bei weitem nicht so groß.
Außerdem arbeitet er erstmals mit einem Kader, dessen Leistungsträger erfahrene Stars sind und bereits alles gewonnen haben.
Erschwerend kommt evtl. noch hinzu, dass die Mannschaft wohl nur allzu gerne mit seinem Vorgänger weitergemacht hätte, ein Großteil der Spieler liebte den Bundes-Hansi ja förmlich.
Eine Eingewöhnungssaison (ohne direkt alles schlecht zu reden) sollte man Nagelsmann also definitiv zugestehen und ich persönlich bin immer noch optimistisch gestimmt, was das Rückspiel und auch die weitere Zukunft angeht.
Nagelsmann ist ein toller Analyst. Wenn ich seine ganzen Aussagen seit Spielende so lese, er weiß was schlecht war. Wenn er jetzt Experte bei sky oder dazn wäre würde das auch reichen um im Job gut zu sein. Als Bayern-Trainer geht aber die Arbeit nach der Analyse erst los. Wir brauchen keine Erklärungen, wir brauchen Lösungen und Verbesserungen.
Und da hab ich langsam ernsthafte Zweifel ob er da gut ist.
Die Konsequenz kann eigentlich momentan nur lauten, dass man zugunsten der fehlenden Stabilität das System dahingehend ändert, dass drei spiel-, kampf- und laufstarke Mittelfeldspieler (Kimmich, Goretzka, Musiala) vor einer Viererkette (Davies, Hernandez, Süle, Pavard) auflaufen. Da Gnabry, Müller und Sane zurzeit alle 3 ihrer Form meilenweit hinterherlaufen, ist es keine Schwächung, wenn 2 aus diesem Trio zu Beginn des Spiels auf der Bank sitzen und einer den Platz neben Lewandwoski und Coman bekommt und dann vornehmlich über die rechte Seite kommt, weil Coman einfach über links stärker ist als über rechts.
Statt 4 Fragezeichen für die Startelf gibt es mMn derzeit nur 1 Fragezeichen und das ist die Position des rechten Offensivspielers.
Die Frage kann man stellen und muss man stellen. Ist da noch alles so intakt wie es einmal war?
Um mal das Modewort Resilienz einzuwerfen, die scheint dieses Jahr jedenfalls rätselhafterweise ziemlich verloren gegangen zu sein. Die Fähigkeit an schlechten Tagen oder unter schwierigen Umständen dagegen zu halten, war schon mal deutlich ausgeprägter.
Diese Saison hat man den Eindruck, wenn es schlecht läuft, läuft es halt schlecht und niemand kann was dagegen tun.
Wir haben ja in den letzten Jahren einige Spieler verloren, die die Bayern-DNA geradezu verkörpert hatten. Vielleicht ist es jetzt einfach ein Abgang zu viel gewesen.
Wenn ich daran denke, wie z.B. ein Goretzka sich zu Alaba äußerte, er hätte noch nie erlebt, wie ein Spieler alle Lager und Grüppchen so vereinigt und zusammengehalten hätte wie er. Er fügte hinzu, hoffentlich schaffen wir das auch weiterhin. Vielleicht tun sie es einfach nicht?
Und die zur Nachfolge bestimmte NextGen? Da könnte ich mir zumindest vorstellen, dass der designierte Kandidat, Kimmich, durch die Impfaffäre, seinen monatelangen Ausfall und alles was mit dem Thema zusammenhängt, einiges an Standing eingebüßt hat. Und für sich selbst auch an Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit.
Der andere Kandidat, Goretzka, grüßte größere Teile der Saison aus dem Krankenlager.
Vielleicht mag auch die Dauerbaustelle der Vertragsverhandlungen dazu beitragen, kein gutes Klima zu schaffen. Ich kann mich kaum erinnern, dass man mal so viele offene Baustellen über einen so langen Zeitraum mitzuschleppen hatte, wie in den letzten Monaten.
Mag auch sein, dass für das jenseits des Platzes solche Schwergewichte wie Rummenigge und Hoeneß fehlen. Über deren Standing und Prestige musstest du mit keinem diskutieren.
Einer hat oben die legendären Worte des Kaisers nach einer ähnlichen Niederlage zitiert. Wer wäre dazu heute in der Lage? Also so, dass es nicht unfreiwillig komisch klingt.
Dagegen wirkt die heutige Führungsriege um Hainer, Kahn und Brazzo schon ziemlich blass. Nicht umsonst wird ja schon seit Monaten ihr Dauerabtauchen kritisiert.
Und wer weiß wie ernst eigentlich Nagelsmann wirklich genommen wird? Vielleicht ist er für die Mannschaft der Titelhamster auf diesem Niveau nicht mehr als ein unerfahrenes Greenhorn, dessen Ideen man bestenfalls belächelt?
Fragen über Fragen. Und das sind nur die, die sich abseits des Platzes stellen.
Dieser Punkt macht mir auch etwas Sorgen. Habe es oben bereits kurz angesprochen, dass erschwerend noch dazu kommt, wie beliebt und erfolgreich sein direkter Vorgänger war. Jeder Leistungsträger hätte wohl sehr gerne mit Flick weitergemacht, da hat man es dann als Nachfolger noch schwerer, als man es bei einem Club wie dem FCB als junger Trainer sowieso schon hätte.
Vieles richtig, aber bei zwei Themen muss ich widersprechen.
- Vertragsverhandlungen und dabei offene Baustellen gab es immer und wird es immer geben. Und ich sehe auch jetzt nicht mehr davon als in jeder anderen Saison der letzten x-Jahre. Das darf keine Ausrede für schlechte Leistungen sein.
- An Lyon und Franz Beckenbauer dachte ich gestern schon während des Spiels. Aber so was konntest du nur damals machen und auch nur die lebende Legende, die Lichtgestalt, der Fußballgott schlechthin. Hoeneß oder Rummenigge wären für den gleichen Auftritt zerlegt worden. Und heutzutage wäre so ein Auftritt unmöglich. MSR würde es zerreißen. Die heutige Generation verträgt sowas nicht mehr.
Also in der Verteidigung ist unser Kader nicht Weltklasse. Da fehlt noch ein bisschen. Aber ansonsten stimme ich zu.
Das wusste man aber alles vorher. Die Tatsachen hätte man vor der Verpflichtung von JN berücksichtigen müssen. Jetzt ist es zu spät und ein Trainerwechsel (selbst zur neuen Saison) wird aufgrund der langen Laufzeit des Trainervertrages extrem teuer.
Ein interessanter Ansatz.
Die Crux dabei wäre, es würde die Stellung und den Stammplatz von Müller tangieren.
Und das hieße Alarmstufe 1 für Nagelsmann.
Kann man bedauern das es so ist, aber nicht verleugnen.
Einen Trainerwechsel wird es hoffentlich in den nächsten 4-5 Jahren nicht geben. Flick wollte zum DFB und Nagelsmann war der beste zu bekommende Nachfolger.
Am Dienstag wird es eine deutliche Leistungssteigerung benötigen, dann wird man den Gegner klar bezwingen und ins Halbfinale einziehen.
Bin da sehr optimistisch und mit einer Meisterschaft und einem CL-Halbfinale zur Debütsaison des neuen Trainers muss man sehr gut leben können (ohne Scheich o.ä.).
Ich bin da leider nicht so optimistisch. Würde mich freuen wenn es so kommt. Aber der FCB muss halt nicht nur erfolgreich sondern auch noch attraktiven Fußball spielen. Und den attraktiven Fußball habe ich in dieser Saison noch nicht so oft gesehen.
Ich weiß nicht wann Bayern das letzte Mal in der CL-Eindrunde so schlecht gespielt hat, ich fand sogar das 0:3 gegen Paris unter Ancelotti besser. Leider hat sich das durchaus angedeutet. Das Pass- und Positionsspiel wird unter Nagelsmann immer schlechter und in der Rückrunde stimmen auch die Ergebnisse zu oft nicht mehr. Es wird Zeit, dass der Trainer die Mannschaft in die Spur bekommt, was seinen Punkteschnitt betrifft ist er nur noch minimal besser als Kovac oder Ancelotti.
Fan-Optimismus in allen Ehren, und ich hoffe auch sehr auf ein Weiterkommen: dennoch ist zu konstatieren, dass wir das Spiel verdient verloren haben und noch glimpflich davongekommen sind. Aus dem Spielverlauf selbst lassen sich nicht viele Argumente für die felsenfeste Überzeugung gewinnen, wir würden die im Rückspiel einfach so aus dem Stadion schießen. Villarreal kam relativ einfach zu Chancen, und unsere Ausgangssituation ist nach wie vor die gleiche wie nach 8 Minuten des Hinspieles. Was, wenn die mal ihre Großchancen cooler ausspielen, oder der Pfosten nicht hilft? - Wir lassen ganz vorne bis zu fünf Leuten auf einer Linie stehen und abwarten, ob der Ballführende irgendwie durchdringt, anstatt etwas tiefer zu staffeln und realistische Anspieloptionen zu bieten, d.h. die Vorbereitung des Angriffs so zu optimieren, dass auch eine Zuspitzung der Aktion gelingt. Auch der beste Lewy kann nur etwas machen, wenn er verwertbare Zuspiele bekommt. Vorne ist das doch alles viel zu statisch. Wo sind die begleitenden Läufe in die Tiefe, die eine Abwehr irritieren können, so wie das mal mit Müller und Robben u.a. gewesen ist, wo die Dreiecke und Passfolgen? - In der Abwehr habe ich gestern wiederum bemerkt, wie alle immer auf den Ball ausgerichtet sind, aber kaum einer die Laufwege der anderen Angreifer antizipiert bzw. beachtet, was eigentlich im Rückraum passiert, wer sich da freiläuft.