Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Bundestrainer alles braucht, aber keine langwierigen und große taktischen oder personelle Experimente. Stattdessen eine ganz klare Vorstellung von einer eigenen Spielidee und einer klaren Ansage in Richtung dieser, auch personell (dafür sind die gemeinsamen Zeiten zu gering). Die Spieler kommen zum Großteil aus Vereinen, die international spielen: die wissen sicher, wie man Fussball technisch spielt und umsetzt und brauchen keine spieltechnische Schulung in den wenigen Wochen, in denen man in der Nationalmannschaft zusammen ist (z.B. Ballführung und -mitnahme). Wer das nicht beherrscht, ist eh fehl am Platz. Der Kernpunkt dreht sich meines Erachtens eher um Teambuilding und die Implementierung der eigenen spieltaktischen Idee.
Dazu kommt, dass ein Bundestrainer durchaus eine gewisse gesellschaftliche Rolle einnimmt: Fußball ist ein nicht unwichtiger Teil unserer Gesellschaft, das ist einfach so (ob man es mag oder nicht). Und damit ist das insgesamt ein fundamental anderes Anforderungsprofil als an einem Vereinstrainer.
Kein einfacher Job, ohne Zweifel.