Der AR wollte erst Verkäufe sehen. Das hat Eberl nicht geschafft.
Die Frage nach der Palhinha Verpflichtung darf natürlich gestellt werden unter den Hintergrund, dass man für ihn keine Stelle im System von Kompany hatte. Den Betrag darf man eben nur für einen potentiellen Stammspieler ausgeben als FC Bayern.
Ging er ja mit Boey und Zaragoza ![]()
Und auch wenn Eberl erst kurz danach sein Amt antrat und es ein gewisses Handpuppenspiel in Richtung RB gab. Bei denen hat er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch das Dossier vor der Verpflichtung bekommen und hat sich zumindest nicht dagegen gesträubt. Drei Testballons innerhalb von 6 Monaten für über 100 Mio wären aber auch für Bayern ein heftiges Paket.
Ich glaube, dass der FC Bayern nicht untergegangen wäre, wenn er im Sommer 250 Millionen für Doué und Tah investiert hätte. Aus der Sicht des Risikomanagements wäre das natürlich keine vernünftige Investition gewesen, ich hätte es aber trotzdem gemacht, weil ich schon das Gefühl hatte, dass das jetzt den Unterschied hätte ausmachen können.
Wir sind hier wieder beim Thema Vertrauen.
Das Geld gibst du einem Manager nur, wenn du weißt, dass es er es umsichtig nach bestem Wissen und Gewissen investiert. Das kannst du aber erst beurteilen, wenn er das schon in der Vergangenheit bewiesen hat. Davon war man nicht 100% überzeugt.
Nach dem Motto ausgeben kann jeder. Zeig uns erstmal was du kannst und wenn wir überzeugt sind, dann gehen wir auch ins Risiko. Im Grunde ganz normal.
Das Geld gibst du als konservativer AR nicht einem neuen Vorstand auf gut Glück in die Hand.
Das stimmt, man könnte dem neuen Sportvorstand auch einen Vertrauensvorschuss geben.
Man hat den Vorgänger machen lassen und dann entschieden die Leine beim Neuen eher straffer zu halten.
Man kann das natürlich anders sehen. Ich versuche nur zu erklären, warum man das nicht gemacht hat.
Die generelle Belastung ist einfach zu groß im Spitzenfußball… jetzt wird durch die Club WM auch noch der freie Sommer alle 2 Jahre gestrichen. Das kann nur gut gehen. Guckt euch bei TM wirklich mal die Ausfallzeiten der Top Teams an. Bis auf Liverpool und PSG mussten alle Teams über lange Phasen auf Schlüsselspieler verzichten. Beide "Glückspilze"hatten letztes Jahr auch schwere Ausfälle - es sieht jetzt also nicht danach aus, als hätten sie den Zaubertrank entdeckt. Schlimm trifft es bspw. Arsenal diese Saison… da ist jetzt auch Gabriel bis zum Saisonende raus.
Ich finde den Kader auch höchstens offensiv nach dem Tel Abgang zu dünn - ansonsten hat man ja jede Position mindestens doppelt besetzt. Ich frag mich auch, inwiefern man dem medizinischen Stuff des FCB einen Vorwurf für die Verletzungen von Upa und Davies während der Länderspiele machen will.
Ich sehe lediglich das Problem, dass man jetzt in den letzten Jahren sehen kann, dass Verletzungen verstärkt in einem Kaderbereich auftreten. Letztes Jahr waren es die offensiven Flügel, dieses Jahr die Abwehr. Von außen macht es für mich da den Eindruck, dass nach 1-2 Verletzungen das vorhandene Personal überbelastet bzw. nach Verletzungen zu früh zu stark belastet wird. Da sollte man aus meiner Außenwahrnehmung konsequenter sein und bei Zweifeln der Mediziner lieber einen Spieler in einem Bundesliga Spiel oder CL Ligaphasen Spiel mal heraushalten und zur Not einen positionsfremden Spieler oder Jugendspieler einsetzen.
Ansonsten muss man eben leider leider konstatieren, dass solche Verletzungen wie die von Musiala bei dem Kalender einfach passieren und im Spitzensport der Faktor Glück unfassbaren Einfluss hat. Dazu gehört auch das Glück, dass sich die normalen Verletzungen besser über eine Saison verteilen oder in „unwichtigeren“ Saisonphasen auftreten. Den Faktor Glück/Pech muss man dann auch manchmal mit sehr schlechter Laune ertragen ohne gleich die komplette Kaderplanung oder das medizinische Person grundlegend in Frage stellen zu wollen.
Ich verstehe ja die Haltung von Hoeneß. Den FC Bayern charakterisiert der eher verlustvermeidende, konservative Führungsstil mit dem Fokus keine roten Zahlen zu schreiben. Und Hoeneß sagt wahrscheinlich auch, dass man einen Doué auch in der eigenen Jugendmannschaft haben sollte. Aber ist dieser Führungsstil zukunftsfähig. Ich zweifle daran.
Variante 1
Ein Sportchef trifft viele gute Entscheidungen und schwimmt sich dadurch frei von Uli H.
Variante 2
Irgendwann wird es Adidas & Co zu bunt und man distanziert sich von UH.
Variante 3
Krankheit oder schlimmeres hindern ihn weiterhin die Strippen zu ziehen.
Ich würde mir ja gerne Variante 1 wünschen. Das Problem ist halt, dass das Freischwimmen schwierig ist, und wahrscheinlich gehen auch zwischen Hoeneß und Eberl bzw. anderen sportlichen Führungskräften die Bewertung der Güte der Entscheidungen auseinander. Eberl würde es glaube ich z.B. nicht so problematisch finden, wenn man erstmal zwar einen kleinen Verlust macht, aber dadurch eine bessere Mannschaft hat und später die Champions League gewinnt.
Wir wissen nicht genau wo das Vertrauen auf der Strecke geblieben ist.
Eberl ist nur für das sportliche Verantwortlich. Für ihn zählt der sportliche Erfolg. Die Erfolgsrechnung zum 30.06 ist nicht in seinem Bereich. Da gibt es logischerweise Interessenskonflikte.
Uli Hoeneß: "Ich werde diesem Verein dienen, bis ich nicht mehr atmen kann.“
Das war sicher ernst gemeint.
Meine Theorie ist ja, dass das Vertrauen von Anfang an nicht besonders groß war, welches dann durch die lange Trainersuche, die teuren Transfers und Vertragsverlängerungen nur noch stärker gesunken ist.
Eberl war die absolute Wunschlösung von Hoeneß.
Es gab ja angeblich schon im Frühjahr letztes Jahr intern Kritik an Eberl weil die Trainersuche so lange gedauert hat. Und möglicherweise hat dann jemand auch Hoeneß ziemlich schnell umgedreht
Oder anders ausgedrückt: Man legt einem erfahrenen und renommierten Sportvorstand Steine in den Weg, weil man irrationalerweise seinem Vorgänger, der keinerlei Nachweis für die Eignung bezüglich dieses Postens erbringen konnte, freie Hand gelassen hat. Nur leider macht man damit weder den Fehler der Vergangenheit ungeschehen, noch hilft das bei den Herausforderungen im Jetzt.
PS. Soll nicht heißen, dass es nicht durchaus berechtigte Kritik an Eberl gibt. Ich finde auch, die ein oder andere Entscheidung (z.B. Verlängerung von Neuer oder Verpflichtung von Palhinha) fragwürdig, aber insgesamt versucht er viele richtige Dinge anzustoßen, wird aber zu sehr eingeschränkt durch den AR. Zumindest ist das mein Eindruck.
Ich sehe die Steine nicht.
Vorgaben sind normal. Card Blanche ist nicht normal.
Die musst du Dir erst erarbeiten.
Hätte Eberl Coman und Gnabry verkauft, hätte er mindestens Tah oder Doué verpflichten können.
Warum sollte man zu Beginn sagen, mach was du willst, Geld spielt keine Rolle.
Mehr Kopfzerbrechen machen mir Dinge wie die bereits ausgehandelte Vertragsverlängerung von Kimmich die dann vom AR zurückgenommen wird.
Bei Davies war es ähnlich. Jetzt die Rolle Rückwärts bei Müller.
Da kannst auch den Azubi zu den Verhandlungen entsenden. Der hat auch keine Kompetenzen.
Kein Manager der Welt hätte diese Spieler verkauft bekommen. Gnabry und Goretzka lassen seit 2 Jahren immer wieder durchklingen, dass Sie null Interesse an einem Wechsel haben. Und das liegt an Dingen, die Eberl nicht beeinflussen kann. Außer er packt die ganz harten Bandagen aus, die hier niemand sehen möchte. Coman hatte letztlich kein Lust in die Wüste zu wechseln.
Und was genau hat diese Aktion vom AR bewirkt, außer für ein paar Tage Unruhe in den Verein zu bringen?
Ein Zeichen an den Vorstand Sport war es. Ein deutliches.
Ob das kein Verantwortlicher der Welt geschafft hätte? Einfach war die Aufgabe nicht. Aber unmöglich?
So, dann hat also der AR die Vertragsverhandlungen mit Kimmich missbraucht um öffentlichkeitswirksam ein Zeichen an Eberl zu senden? Was ein vereinsschädigender Kindergarten.