Szenenanalyse: Warum die FC Bayern Frauen Probleme im Aufbau haben

Veröffentlicht unter: Szenenanalyse: Warum der FC Bayern Probleme im Aufbau hat

Die FC Bayern Frauen spielten gegen den FC Arsenal eine schwache erste Halbzeit. Ein Grund dafür war der Umgang mit Pressingdruck. Eine Szenenanalyse. Es war ein großartiges Comeback, das die FC Bayern Frauen gegen den FC Arsenal hingelegt haben. Nach einem 0:2-Rückstand gewannen sie noch mit 3:2 und stehen in der Champions League nun deutlich besser da, als es nach dem ersten Spieltag und dem 1:7 in Barcelona noch der Fall war. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Trotzdem muss über die ersten 45 Minuten gesprochen werden – und das sah auch José Barcala so. Der Bayern-Trainer…

4 „Gefällt mir“

Übrigens auch ein Thema, das über ein spezifisches Team sehr interessant ist: Wann spiele ich in den Druck? Wie lange? Wann nicht? Wie komme ich da wieder heraus? Gibt da natürlich viele Ansätze. Kovac mag es bspw. gar nicht, wenn sein Team zu viel in den Druck spielt, weil ihm das Risiko zu hoch ist, Gegenstöße zu kassieren. Andere Trainer wie Klopp lieben es, organisiert in den Druck zu spielen und dann bei Ballverlusten Gegenpressingchancen zu haben.

2 „Gefällt mir“

Wie @fruemmele und ich auf der Pressetribüne gesessen haben und uns gegenseitig gemansplaint (euer Lieblingswort darf nicht fehlen) haben, wie Viggosdottir den Ball verarbeiten und/oder zu ihm stehen muss.

2 „Gefällt mir“

Wie sähe ein kritisches Begleiten eines FF-Spieles von männlichen Beobachtern aus, das frei vom Vorwurf des Mansplaining wäre?
Anders gefragt: Ist jeder kritische Kommentar eines Mannes zum FF potentiell oder grundsätzlich mansplainend? Und: wer beurteilte bzw. entschiede, ob das nun die Grenze zum Mansplaining überschreite? Kann das ein Mann überhaupt selber beurteilen, oder braucht es dazu nicht vielmehr eine Frau? :wink:

PS: Der Smiley soll signalisieren, dass mir die Ironie in Deinem Post @justin nicht komplett durchgegangen ist… Bitte darum, meine Fragen ähnlich zu rezipieren. :zany_face:

Spannende Frage.

Es hat meinen Kosmos vergrößert, als ich erstmals sah, wie Enrique sein PSG den Anstoß nach vorn ins Seitenaus spielen lässt. Absichtlicher Ballverlust - stellte erst mal mein Verständnis vom Fußball wie auch der Welt auf den Kopf (oder wie Marx sagen würde: vom Kopf auf die Füße!).
Strahlt ein monströses Selbstbewusstsein aus und signalisiert dem Gegenüber deutlich: Hier, nimm hin, die Pille - behältst Du eh nicht lange.
Außerdem: Cool halt der Ansatz, sicher davon auszugehen, dass der Ball sofort zurückerobert werden wird, um sich dann im letzten Drittel bereits in der „gefährlichen Zone“ zu befinden und sofort in eine Torsituation verwandelt werden zu können.

Inzwischen ahmen das einige nach…

Wie ich gleichzeitig auch den Artikel analytisch großartig fand/finde - exakt meine Beobachtungen („Die winkende Giuli“).
Gleichzeitig klasse Auflistung der Alternativen. Da bewirbt sich jemand um das Amt des José-Co-Trainers.
Meine Stimme hätte der @justin - solange er Host dieses Blogs bliebe.

1 „Gefällt mir“

Denn die Frage hier wäre, ob die Arsenal-Spielerin auf die Torhüterin durchschiebt, oder ob sie das Zentrum öffnet und mit der Innenverteidigerin mitgeht. Dass die Bayern diese Variante eigentlich nie genutzt haben, dürfte auch daran liegen, dass Grohs mit dem Ball am Fuß limitiert ist. Sie hat ihre Fähigkeiten eher auf der Linie und im klassischen Torhüterinnenspiel, weniger aber im Aufbauspiel.

Bayern hätte diese Option durchaus nutzen können, denn Mala ist am Ball nicht schlecht. Sie kann schnelle Kurzpässe spielen, wenn die Gegnerin auf sie zuläuft. Das hätte sie einige Male tun können. Generell ist mir aber aufgefallen, dass Malas Spielaufbau in den letzten zwei Jahren schwächer geworden ist (selbst wenn kein hohes Pressing stattfindet). Sie wirkt nervöser als zuvor (in ihrer ersten Saison unter Strauss).

Allerdings hatte auch Ena Mahmutovic in den vergangenen Monaten wechselhafte Auftritte, was für ihr Alter normal ist. Ihre Fähigkeiten im Aufbauspiel sind grundsätzlich ausgeprägter, aber sie muss nach ihrer Rückkehr an der Konstanz arbeiten.

Ena hätte im Spielaufbau sicherlich andere Optionen geboten. Sie ist ein wichtiger Faktor für Bayerns Spielaufbau, da sie ballsicherer ist und einen besseren Überblick hat als Mala. Ich kann mich in dieser Saison an kein einziges schlechtes Spiel von Ena (oder eklatante Fehler) erinnern. Im Spiel gegen Barcelona geriet Ena durch ihre Verteidigerinnen und Mittelfeldspielerinnen, die ihr kaum Anspielmöglichkeiten boten, oft in schwierige Situationen. Im Spiel gegen Wolfsburg hat sie keinen einzigen Fehlpass gespielt, als Bayern von hinten herausspielte. Ich bin mir sicher, dass Bayern mit Ena besser mit Arsenals Pressing zurechtgekommen wäre. Das Hauptproblem war aber natürlich die mangelnde Bewegung der Bayern-Spielerinnen ohne Ball.

Ich bin für eine rein weibliche Pressetribüne. Männer, wenn überhaupt, im Oberrang. Wenn ihre Meinung gefragt ist, dürfen sie angerufen werden, sonst Redeverbot.

Natürlich nicht. Manche sind ja auch einfach Quatsch.

Die einzig ernstgemeinte Antwort: Der Rezipient. Gilt aber auch für andere Themen.

Guter Einwand. Da hätte Benita einschreiten müssen, die ja neben uns saß und vermutlich dachte: Was erzählen die für einen Quatsch?

2 „Gefällt mir“

Danke für die Analyse.

Frage: ausgehend vom ersten Bild: wäre es nicht die einfachste Variante (und eigentlich auch Standard) gewesen zu Dallmann zu spielen, die dann direkt auf Gwinn weiterleitet?
Klar, zentral vorm Tor, aber Linda hat ja die technischen Fähigkeiten dies zu so zu lösen.

1 „Gefällt mir“

Grundsätzlich wäre das eine Option. Das Problem hier ist natürlich, dass ich das in Grafiken nur beschränkt darstellen kann, aber Viggosdottir ist nicht gut positioniert mit dem Körper, um diesen Ball zu spielen und gleichzeitig macht Dallmann gerade erst den abkippenden Lauf. Das findet ja alles im Bruchteil einer Sekunde statt. Meiner Erinnerung nach war ihre Gegenspielerin auch recht nah dran. Aber im Vollsprint und mit guter Körperausrichtung von V wäre das eine Option. Tanikawas Vorteil wäre in dem Fall, dass sie zum Ball läuft und den Ball in die Richtung schlagen muss, in die sie schaut. Dallmann muss den Ball um sich und Gegenspielerin herumspielen, was zu Ungenauigkeit führen kann.

2 „Gefällt mir“

Da ihr mich nicht gefragt habt, ob ich euch die Abseitsregel erklären kann habe ich mich nicht gemansplaint gefühlt :wink: :joy:
Und da ich selber nie richtig Fußball gespielt habe war besonders der Teil sehr lehrreich für mich - ich kann ja immer nur vermuten und vergleichen

Aus eigener Erfahrung würde ich gerne noch allgemein hinzufügen wollen: Männer, die sich der Benachteiligung etc. von Frauen bewusst sind, sind in ihrem Verhalten sehr viel weiter als diejenigen, die es nicht mal verstehen wollen, wenn man es ihnen erklärt. Es geht ja auch nicht darum, dass sich von heute auf morgen die ganze Welt verändert, sondern es würde schon so oft reichen, wenn man sich in die Perspektive des Gegenübers reinversetzt.

4 „Gefällt mir“