Szenenanalyse: Das Gegentor des FC Bayern in Elversberg war kein Ausrutscher

Veröffentlicht unter: FC Bayern: Lehrgeld für Karl! Dieses Gegentor hat Muster

Der FC Bayern musste in Elversberg ein Gegentor hinnehmen, das mehr oder weniger als Traumtor abgetan wurde. Ein genauer Blick auf die Entstehung zeigt aber, dass es mehr als Zufall war. Maurice Krattenmacher hat am vergangenen Wochenende womöglich das Tor seiner bisherigen Karriere erzielt. Aus etwa 18 Metern Entfernung setzte er an und schlenzte den Ball wuchtig in den rechten oberen Knick. Für die SV Elversberg war es der viel gefeierte Ausgleich gegen den großen FC Bayern. Der Rekordmeister wiederum war nun gefordert und konnte das Spiel nochmal auf seine Seite ziehen. Über das Gegentor wurde hinterher wenig gesprochen. Man…

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Vielen Dank für die schöne und detaillierte Analyse!
Zeigt mal wieder sehr schön, dass es es fast nie der eine Fehler eines bestimmten Spielers ist, der zum Gegentor führt, sondern im allgemeinen eine Kette von Unaufmerksamkeiten und individuell kleinen Fehlentscheidungen.
Dass es dann gefühlt immer ausgerechnet gegen Bayern sein muss, dass der Gegner die eins-aus-zehn-Variante für den Fernschuss auspackt … naja, ist wohl wirklich nur gefühlt …

Im konkreten Fall finde ich dein Argument überzeugend, dass Lennart Karl den größten Impact auf die Torchance hat; zugleich finde ich es bei ihm am ehesten verzeihlich, er hat einfach die wenigste Erfahrung aller beteiligten Spieler. Bedenklicher scheint mir, dass Upa und Kim die Überzahl bei Stani nicht bemerken bzw. ihm da nicht einer zu Hilfe kommt. Ist das evtl. die (hier fehlende) Stärke von Jonathan Tah, solche Situationen sofort zu erfassen und dann seine Nebenleute durch Kommunikation besser zu organisieren !?

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Sehr gute Analyse, danke dafür!

Ich hab im Spieltagsthread ja auch von einem „Traumtor“ geschrieben, glaube ich. Damit habe ich den Abschluss gemeint, nicht, dass es nicht verhindert hätte werden können. Dass zur Fehlerkette vorher dann halt auch noch so ein Traumabschluss dazukommt, ist am Ende natürlich unglücklich für uns.

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Kurz vor dem Torabschluss von Krattenmacher sah es aus, als würde sich ein Vorhang öffnen und über dem Tor stand in leuchtenden LED „Bahn frei“.
Aber anhand deiner super Erklärung @justin , habe ich jetzt auch verstanden, weshalb Stanišić da durchgelaufen war. Den frühen Fehler von Karl hatte ich so nicht auf dem Schirm.

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Danke dafür. Solche Analysen sind halt in Echtzeit - und für einen taktischen Legastheniker wie mich - nicht zu leisten. vor allem: die analyse ist kurz und prägnant.

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Ich würde Tah schon am ehesten die Rolle des Kommunikatives zuschreiben. Aber Tag hätte ja als linker Innenverteidiger gespielt. Ob von ihm aus dann ausreichend schnell das Signal zu Stanišić gekommen wäre, würde ich zumindest anzweifeln. Ich würde daher da schon am ehesten Upamecano in die Pflicht nehmen.

Ich mache mir sicher nicht die Mühe all die zahlreichen, vermeidbaren Gegenstoß-Tore der letzten Saisons zu analysieren.

Schwachstellen sind mE nach Wahrnehmung chronisch die LIV, RAV sowie die nicht resp zu spät einrückenden ZMs (!)

Das Stellungsspiel passt nach hinten nicht. Teilweise richtig wild. Gelingt im 1:1 zum rechten Zeitpunkt die Grätsche, das Tackling beim Ablaufen, ok. Dann können wir klatschen. Leider viel zu selten.

Bevor jetzt wieder alle auf mich einschlagen: ja, auch ich finde 5-4 Siege attraktiver als 1-0 (!)

Wenn ein Profi mit halbwegs guter Schusstechnik aus der Position und Distanz so frei zu Abschluss kommt, dann kann man das durchaus als Einladung betrachten. Als Stani weggezogen wurde, konnte MK sich den Ball richtig schön zurechtlegen. Wahrscheinlich war die Sicht durch Kim sogar noch versperrt und der Ball spät zu sehen. Sieht man aus der Perspektive ganz gut.

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Wie die Bayern ihren Ex-Kollegen in aussichtsreicher Schussposition am Strafraum haben machen lassen, ist an Fahrlässigkeit kaum zu überbieten gewesen. Das Abwehrverhalten kam geradezu einem Geschenk nahe, geradezu auf dem Silbertablett angeboten. Aber es waren nicht allein die auf dem Papier stehenden Abwehrspieler, die sich falsch verhalten haben, auch wie beispielsweise ein Karl in dieser Szene nach hinten gearbeitet hat, geht überhaupt nicht. Der Junge scheint eher in erster Linie damit beschäftigt zu sein, sein Ego zu befriedigen. Wie er sein Tor vor der heimischen Kurve gefeiert hat, ist an Dämlichkeit kaum mehr zu überbieten gewesen. Sein Verhalten ist für mich weitaus unerträglicher als das ärgerliche, weil schlecht verteidigte Gegentor.

Ewald Lienen hat es hier im Podcast auch erklärt. Falls der Timestamp nicht funktioniert um das Tor geht es ab Minute 01:09:10.

PS: Generell sehr spannende Diskussion zwischen Ewald Lienen und Michael Born

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Genau, immer feste drauf auf den 18-Jährigen … bezüglich Torjubel wüsste ich zig über 30-Jährige, die da weit schlimmer sind …

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Der Torjubel alleine ist mMn relativ unkritisch, solange es nicht strafrechtlich relevante ist. Bei Königsdörfer oder Reitz gab es ja auch die Frage, ob sie aufreizend gegenüber ihren Ex-Klubs jubeln dürfen. Ich finde in beiden Situationen kann man den Spielern nichts vorwerfen. Die Spieler sollen ihren Emotionen freien Lauf lassen und keiner sollte ihnen dass verwehren.

Ein Spieler darf mMn sich auch wann immer will das Trikot ausziehen, muss jetzt nicht unbedingt das Siegtor in 89 Minute sein. Kann auch gerne das 1-0 in der 15 Minute oder das 6-0 in Minute 78 sein. Und das gleiche gilt eben auch für Jubel gegen Ex-Klubs oder aufreizende Jubel wie über den halben Platz laufen, Hände hinter den Ohren oder Finger vor der Lippe als “Shhhh”. Aber auch die Fans dürfen als Reaktion darauf mMn auch pfeifen, weil sowas mMn auch im Stadion dazugehört.