Es geht in der Antwort oben nicht nur um die Handregel, sondern im Vergleich dazu das Halten/Rempeln/Klammern.
Deshalb möchte ich auch hier nochmals darauf eingehen:
Vor der Saison 2016/17 wurde von der FIFA und IFAB das Halten/Klammern stringenter geahndet.
Das Klammern nahm damals stark zu und man sah sich genötigt die Regelungen zu verschärfen, da viele Duelle eher an einen Ringkampf statt an Fussball erinnerten.
In der Folge wurde das Halten/Klammern wieder Stück für Stück aufgeweicht, weil dadurch angeblich zu viele Strafstöße die Folge waren.
Hätte man es konsequent durchgezogen wäre es sicherlich deutlich besser geworden.
Das hat man durch inkonsequentes Handeln versäumt.
Eigentlich muss hier nichts im Regelwerk ergänzt werden, sondern nur noch einmal konkrete Auslegungsanweisungen an die SR ausgegeben werden.
Hier sind die entsprechenden Inhalte aus dem Regelwerk:
Nur noch ein Fallbeispiel aus der SR-Zeitung 2025, welches mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der BL komplett falsch ausgelegt werden würde:
Fallbeispiel:
Eine Flanke aus dem Halbfeld wird in den Strafraum geschlagen. Noch bevor der Ball überhaupt in den Strafraum gelangt, wird dort der Mittelstürmer mit beiden Armen von einem Verteidiger zu Boden gerissen. Der Mittelstürmer stand allerdings beim Abspiel in einer Abseitsposition. Wie entscheidet der Schiedsrichter?
Lösung
Strafstoß; Verwarnung. Die Abseitsposition ist noch nicht strafbar, da zum Zeitpunkt des Haltevergehens noch kein Zweikampf mit dem Gegner um den Ball stattfindet. Somit ist das unsportliche Halten mit beiden Armen um den Gegner zu bestrafen.
Ich denke diese Szene aus der Schiedsrichterzeitung würde heute noch in der BL komplett falsch ausgelegt werden, denn dort herrscht immer noch die Meinung alles nach Abseits ist zu vernachlässigen.
Ich erinnere mich dabei oft an das Brutalo-Foul im DFB-Pokalspiel Augsburg/FCBayern, als Torhüter Hitz Robben mit gestreckten Beinen voran ins Krankenhaus getreten hat.
Damals ohne Ahndung. Zwayer zog damals die falsche Begründung aus der Tasche: kein Foul, da vorher Robben im Abseits. Natürlich eine völlig falsche Regelauslegung von Zwayer damals - Feuerheldt und Konsorten bogen sich damals natürlich wieder die seltsamsten Erklärungen hin um das Ganze nicht als Falschentscheidung hinzunehmen.
Experten wie Feuerherdt gaben Zwayer nicht in dem Sinne Recht, dass das Foul „okay“ war, sondern sie stellten klar, dass Zwayer „formal korrekt“ gehandelt hat, indem er auf Abseits entschied und das Spiel dort fortsetzte, wo die erste Regelwidrigkeit stattfand.
Die Nicht-Ahndung mit einer Karte wurde oft damit erklärt, dass Zwayer die Intensität des Treffers in der Dynamik der Bewegung unterschätzt hatte und keine Absicht unterstellte, was eine Karte nach dem Pfiff zwingend erforderlich gemacht hätte. Nachträglich wurde jedoch fast unisono festgestellt, dass eine Rote Karte für Hitz trotz der Spielunterbrechung die angemessene Entscheidung gewesen wäre.
Das zeigt auch das Dilemma im Fussball: zunächst werden sich Ausreden von sogenannten Experten zu recht gebogen das sich die Balken biegen, denn eine spielentscheidende Fehlentscheidung darf unter keinen Umständen eingestanden werden. Erst nach Monaten Abstand wird dann nachträglich der Fehler eingestanden.
Das war beim Handspiel Curcella (Spanien/Deutschland) ja nicht anders.
Meine Hoffnung für die Zukunft: eventuell wird künftig das Spiel von einem human Roboter mit KI wirklich einmal fehlerfrei geleitet.