Salary Cap in der Bundesliga: Chance oder Risiko für den FC Bayern?

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Die DFL führt einen Salary Cap in Form einer Kaderkostenregel ein, und der FC Bayern könnte der große Profiteur sein. Die DFL hat auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, eine Kaderkostenregel einzuführen: die Bundesligaversion eines Salary Caps. Ausgaben von Vereinen, die direkt in den Kader fließen, sollen künftig begrenzt werden. Als Bemessungsgrundlage gilt der sogenannte “relevante Umsatz”. DFL-Geschäftsführer Marc Lenz erklärte: „Mit der (…) der Einführung der Kaderkostenregel geht die DFL einen wichtigen und für alle Clubs sinnvollen Schritt (…). Es handelt sich um eine der umfassendsten Weiterentwicklungen der nationalen Finanzregularien in der Geschichte des deutschen Profifußballs.“ Doch wie groß ist die…

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Die Hauptfunktion der Begrenzung liegt bei diesem System wohl wirklich im Verhindern von zu großer Verschuldung und nicht - wie im US-Sport - in einer Verhinderung von Dominanz einiger Vereine, die sonst womöglich auch so gegeben wäre wie im europäischen Fußball.

Wichtig zum Verständnis, warum beim US-Sport (z.B. in der NFL) das System mit den gleichen Ausgaben für alle funktioniert:

  • es gibt keinen Auf- und Abstieg und somit keine Bewegung innerhalb der Gruppe. Im schlimmsten Fall verpasst man die Play-Offs, was beim Football aber immerhin 18 von 32 Teams jedes Jahr passiert. Es ist in keinster Weise vergleichbar mit den Folgen eines Abstiegs. Zumal bedeutet ein Play-Off Einzug maximal noch 4 Spiele mehr (davon in der Regel höchstens 2 Heimspiele), was in Sachen Mehreinnahmen natürlich nicht annähernd vergleichbar ist mit einer CL-Quali oder dem Verpassen des Wettbewerbs.
  • es gibt durch Draft-Regeln (je schlechter die Platzierung in der Vorsaison, desto früher erfolgt der Zugriff auf die besten College-Spieler) eine gute Steuerungsmöglichkeit, um die langfristige Dominanz von Vereinen zumindest stark zu erschweren. Deshalb muss ein NFL-Team immer wieder bewusst in Kauf nehmen, dass man auf mancher Position nicht top besetzt sein kann, weil das Geld an anderer Stelle für einen Topstar benötigt wird.
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Es gibt hier sehr wahrscheinlich sehr unterschiedliche Interessen. Die Besitzer im US-Sport haben ein sehr klares Interesse, dass nicht der Großteil des Geldes in den tiefen Taschen der Spieler verschwindet, sondern auch für sie ein großes Stück vom Kuchen übrigbleibt.
Ein Sportvorstand oder Manager in Europa wird im Wesentlichen nur am sportlichen Erfolg gemessen. Davon hängt wiederum sein Einkommen, seine Zukunftsaussichten ab.

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Was für eine dümmliche Regelung. Das bedeutet international noch mehr sportlicher Abstieg für deutsche Mittelfeld Klubs.

Das sehe ich nicht so. Welche deutschen Klubs geben denn aktuell mehr als 70 Prozent ihres Umsatzes für Personalkosten aus? Wenn diese Grenze überschritten wird, hast du eh sehr bald ganz andere Probleme am Hals. Das „Cap“ ist hier also sehr großzügig angesetzt, wie ich finde. Außer ich übersehe etwas.

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viel zu großzügig - er verändert somit ja nichts…
was erhofft man sich also von dieser Symbolentscheidung?

Eine reine Feigenblatt-Regelung, die wohl in erster Linie dazu dient, die Gehaltskosten der DFL-Verantwortlichen zu rechtfertigen.

Diese Regelung wird absolut nichts bewirken, zumal die 70% extrem weit über den in der Privatwirtschaft üblichen 40% - 50% Personalkostenanteil liegen.

Für Investoren wird die BuLi dank dieser Regelung (noch) uninteressanter. Sollte dies der eigentliche Sinn und Zweck gewesen sein?

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Vielen Dank für den informativen Artikel, der das Thema sehr verständlich aufarbeitet und darlegt.

Im Grunde also eine Regelung, die derzeit zumindest kaum gebraucht und auch eigentlich keine Auswirkungen haben wird, solange 50+1 bestehen bleibt.

Damit dürfte das Thema geeignet sein, um sich auf Partygesprächen als Fußball-Nerd zu outen. Zu viel mehr wahrscheinlich nicht :wink: .

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das einzig gute daran - aber um Investoren zu verbieten, braucht es diese Nebelkerze nicht…

Vor kurzem hat sich Dreesen in einem Interview so geäußert, dass Bayern eine Quote zwischen 50% und 55% braucht, um nachhaltig profitabel zu sein.
Die 70% spielen da gar keine Rolle. Bei welchem BL-Klub sollte das groß anders sein.

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Evtl ist es einfach nur schonmal vorbereitend um 50+1 danach zu kippen :man_shrugging:
Einfach um dann sagen zu können „Macht euch doch keine Sorgen wir haben ja einen Salary Cap“

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Abgesehen von der reinen Symbolentscheidung ist das der erste Grund, der mir einleuchten könnte.
Wenn man 50+1 in der Zukunft kippen wollte, hätten Inverstoren bei einem 70% salary cap eine Menge Spielraum für Investitionen und man hätte dennoch eine Grenze nach oben eingezogen. :frowning:

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Falls man sich tatsächlich an der UEFA orientiert, dann sind in den 70% nicht nur die Personalkosten inbegriffen, sondern z.B. auch die Abschreibungen für Transfer.

Kleine Ergänzung zur UEFA-Orientierung. Ich hatte das im Artikel noch relativ soft formuliert als “Orientierung an der UEFA könnte Bürokratie reduzieren”.

Mittlerweile weiß ich mehr. Danke für den Hinweis per DM.

Die Bundesliga wendet nahezu exakt die UEFA-Methodik an, es gibt sogar einen Passus, dass die 70%-Obergrenze sich automatisch verändert, wenn die UEFA ihre 70%-Obergrenze ändert. (Zumindest auf dem Papier; wie synchron es in der Praxis laufen wird, sehen wir dann.)

Das finde ich äußerst löblich. Für Vereine, die international spielen, ändert sich also nichts.

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Das ist doch aber erstmal das gleiche Vorgehen wie in der UEFA - man legt erstmal mit Werten (dort ja in der Einführungsphase jedes Jahr 10% weniger wenn Recht in Erinnerung) los, die eh alle erfüllen.

Das schließt aber nicht aus, dass später, falls es nötig erscheint, auch mehr die Daumenschrauben anziehen könnte.

Von daher würde ich mich nicht zu sehr an den aktuellen 70% aufhängen:

So eine Regelung mal zu etablieren ist ein großes Brimborium - den konkreten Wert aber später anzupassen ne potentiell sehr schnelle und einfache Sache…

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war tatsächlich auch mein Gedanke.

Nach Einführung der Regelung gewöhnt man sich daran und dann kann man die Prozentsätze nach und nach heruntersetzen.

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