Veröffentlicht unter: "Großer Fehler!" Vincent Kompany nimmt Mourinho in die Pflicht
Vincent Kompany hat sich auf der Pressekonferenz am Freitag zum Rassismusvorwurf von Vinicius Jr. geäußert. Der Trainer des FC Bayern nimmt vor allem José Mourinho in die Pflicht. Vincent Kompany hat am Freitagabend ein langes und emotionales Statement zum Rassismusvorwurf abgegeben, der die Champions-League-Partie zwischen Benfica und Real Madrid überschattet hat. Der Trainer des FC Bayern München äußerte sich dabei vor allem zum Verhalten von José Mourinho. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Dabei versuchte Kompany, die Situation aus mehreren Situationen zu betrachten, bezeichnete das Verhalten seines Kollegen aber als „klaren Fehler“. Mourinho hatte vom Vorwurf abgelenkt,…
Ich wusste, dass relativ zügig ein Artikel dazu von dir kommt😊
Kompany einmal mehr grosser Ehrenmann!
Mein Gott, was bin ich froh, dass wir diesen Trainer haben.
Er benennt klar die Situationen, ohne aber den Stab über den Leuten zu brechen. Er lässt die Tür auf. Und: er kennt das alles aus eigener Erfahrung.
Mal ehrlich: scheiß auf CL, Meister und Pokal. Mehr gewinnen kann er nicht.
PS: Titel würden ihm - noch - mehr zu gönnen sein.
Wir haben ein ungeheures Glück, dass wir diesen Trainer (als 3. (?!) Wahl) bekommen haben - einen unfassbar charismatischen Menschen! Seine Meinung bei solch einem brisanten Thema auf so besonnene Art und Weise zu äußern trotz aller verständlicher Emotionalität, die in dem Fall aber auch so verständlich und authentisch ist, da er dies leider auch erleiden musste - und trotzdem versucht er immer noch die Hand zu reichen, sieht und benennt noch das Positive - da habe ich einen enormen Respekt vor dieser Persönlichkeit!
Sehr schön, dass ihr das verschriftlicht habt. Live, mit der Übersetzung drüber, bekommt man vielleicht doch nicht jedes Detail mit.
Ich meine mich zu erinnern, dass er am Ende sogar nur der sechste Kandidat war, bei dem wir in diesem Chaos-Sommer 2024 angeklopft haben. Und ich war deshalb auch sehr, sehr skeptisch, was sein Potential als Bayern-Trainer angeht. Damit lag ich komplett falsch, zum Glück, muss ich sagen.
Sportlich hat er sich eh schon seit langem als absoluter Glücksgriff erwiesen: der Fussball ist wieder eine Augenweide, taktisch sind wir wieder in der absoluten europäischen Spitze, und er hat den Laden und die ganzen grossen Egos komplett im Griff. Das hat er auch in seinen zahlreichen Interviews immer absolut souverän, ruhig und durchdacht dargelegt. Da ging es immer nur um diese kleine Nische Profifussball, in der man sich leicht kommod einrichten kann. Heute hat er aber gezeigt, dass er auch gesellschaftliche Zusammenhänge jenseits dieser Bubble im Blick hat. Und sich besser und menschlicher zum Thema Rassismus geäussert, als das die meisten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit hinbekommen. Keine reflexive Empörung oder gar Verständnis für solches Gedankengut, sondern ein fantastischer Appell für Zusammenhalt.
Auf der einen Seite schade, dass es für sowas einen Fussballtrainer braucht. Aber was für ein Glück, dass es der unsrige ist.
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#…>(Beeindruckendes)Top-Statement[!?!]Vs[Sorry/…MalEhrl!ch(-er)]BeiAllemFroh-sinn(…KurzVorDemPersonen-kult!?)DasKindB!tteN!chtMitDemStab-e..äh..Bade..N!cht(So-)GleichSämtl!cheTüren(…DieserWelt)AusDenAngelnHeben!?
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Die Passage macht seine Ausführungen noch einmal so viel mächtiger, wirkungsvoller. Er schlägt nicht auf den (vermeintlichen) Täter ein. Sondern baut die Brücke. Stark, wie er vorlebt, wie er sich den Umgang wünscht.
Es ist ja das eine, ein guter Coach zu sein - das sind viele. Das andere ist aber, dass ein Trainer auch Werte vorgeben und vorleben sollte. Das sind alles noch junge Männer in der Kabine, manche gerade erst volljährig. Ich meine in der Mannschaft schon Anzeichen zu erkennen, dass diese Werte auf fruchtbaren Boden fallen, und wünsche gerade den jungen Spielern noch ein paar Jahre unter diesem Einfluss.
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#…>WelcheWerte(…Konkret)Erkennend/…Meine-ndRespektiveWie(…Konkret)FruchtendBitte?
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grandiose und wichtige Einlassungen - ihr habt es alle zu Recht gewürdigt!
weshalb so ein fantastischer Mensch dann einem leugnenden Frauenschläger den roten Teppich ausrollt, verstehe ich nicht!
Ich habe darüber heute auch nachgedacht. Ich glaube, die Antwort liegt im zwölfminütigen Statement mit drin. Wir sind alle nicht perfekt. Wir schätzen Situationen nahezu sekündlich ein und beim Einschätzen passieren uns Fehler. Ob er das mit dem heutigen Wissen als Fehler betrachten würde rückblickend? Wir wissen es nicht. Es kann gut sein, dass seine Offenheit für zweite Chancen und seine Offenheit für Täter, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu bessern und zu rehabilitieren, so weit geht, dass er hier eine Chance darin sah, einem Menschen zu helfen und dabei übersehen hat, was das konkret für die anderen Beteiligten in dieser Geschichte bedeutet oder welche Signalwirkung das haben kann.
Ist das per se verwerflich? Damit tue ich mich schwer. Ich finde sein Verhalten damals falsch. Ob nun aus Uninformiertheit oder aus den von mir dargestellten Motiven. Aber ich kann nach heute zumindest ungefähr verstehen, was sein Gedankengang dahinter gewesen sein könnte – auch wenn ich ihn so gar nicht teile und mir da eine ähnliche Klarheit gewünscht hätte wie heute bei Mourinho.
so wünsche ich es mir ebenfalls ich hätte es sogar verstehen können, WENN von JB im Vorfeld Reue etc. gezeigt worden wäre… die gab es nicht… deshalb lässt mich das ja so verzweifeln…
egal - ich wollte das nur angemerkt wissen - es soll das aktuelle, wahrlich köngliche, Statement nicht schmälern oder in den Hintergrund drängen!
Beeindruckend, dass so eine Rede eigtl völlig frei vorgetragen wurde. Klar er konnte sich denken, dass Fragen diesbezüglich kommen werden. Aber diese Souveränität die VK da an den Tag gelegt hat… Wow ![]()
Ich würde @justin’s Anmerkungen beipflichten. Und ich würde, obwohl ich in der Sache damals komplett bei euch bin, lediglich in Frage stellen, ob Kompany Boateng “den roten Teppich ausgerollt” hat. Mir geht’s nur um die Wortwahl. Wir wissen schlicht nicht, was abseits der öffentlichen Statements gesprochen wurde. Das heißt nicht, dass ich automatisch vom Besten ausgehe, ebensowenig das Gegenteil. Kompany scheint generell nicht viel davon zu halten, zumindest lese ich das aus seinem Statement heraus, jemandem den Weg komplett zu verbauen.
Wie gesagt, will ich damit nicht andeuten, dass ich seine damaligen Äußerungen richtig oder harmlos fand. Ich würde nur, wie Kompany selbst eben auch, prinzipiell nicht den Stab brechen wollen bei einem Vorgang, den ich logischerweise nicht aus dem Innenleben kenne. Über die damalige Außenwirkung hingegen war und bin ich enttäuscht und sah das mindestens als verpasste Chance.
Aber niemand ist ein Heiliger oder perfekt. Man muss natürlich auch sagen, dass das Thema Rassismus wohl eines ist, das Kompany seine komplette Karriere begleitet. Ich fand das Statement deswegen besonders toll, weil er es auf eine breitere Ebene gestellt hat. Er hat eben keine zwei Fronten aufgemacht, sondern, obwohl er einen klaren Fehler benannt hat, das Verbindende betont - wie es @Faenger und andere schon feststellten. Das ist menschlich einfach sehr, sehr groß. Ich kann mir deshalb wirklich nur schwer vorstellen, dass Kompany, läse er unsere Debatten von damals nach, es völlig unverständlich finden würde, was uns störte.
Der letzte Satz von Vincent Kompany beinhaltet für mich die Quintessenz dessen, was man aus dieser bemerkenswerten PK mitnehmen kann :
„Und ich hoffe, dass so etwas in der Zukunft nicht nochmal passiert und wir weitergehen und wachsen können und wir auf die Sachen schauen können, die uns zusammen bringen und nicht auf die, die uns auseinander treiben.“
Das ist einfach menschlich groß: Das Vergangene nicht ignorieren, aber auch nicht überbewerten im Sinne einer alles erdrückenden Last. Den Blick optimistisch nach vorne richten und eine gemeinsame Perspektive aufzeigen.
Gebt diesen Mann einen lebenslangen Vertrag, irgendwann mit automatischem Aufstieg zum Vereinspräsidenten.
Vielen Dank @justin für diese vollständige Übersetzung. Das ist ein großer Mehrwert, dieses starke Statement auch für deutschsprachige Fans nachvollziehbar zu haben.
Ich finde das Statement auch toll, wie ihr alle. Es gibt international leider reichlich grauenhafte Reaktionen, insbesondere aus dem portugiesischen Raum, was nicht vermuten lässt, dass ein Lernprozess oder eine Reflexion von Rassismus einsetzen würde und solche Dinge nicht mehr passieren. Aber genau solche starken Aussagen von Kompany, als auch die Statements von Micah Richards, Thierry Henry, usw. können vielleicht zumindest einen Anstoss in die Richtung bewirken.
Ich teile aber auch diese Bedenken von Bobby.
Denn salopp gesagt, fällt es manchmal leichter, aus einer eigenen Betroffenheit so ein starkes Statement abzugeben und Haltung zu zeigen. Das soll in keinster Weise das Statement relativieren, das steht für sich und darf auch seine volle Emotionalität und Stärke inspirierend auf alle Beteiligten und Unbeteiligten entfalten und uns reichlich zum nachdenken bringen. Aber auch Kompany ist ein komplexer Mensch, der selbst nicht perfekt ist und auch nicht der gottgesandte Heilsbringer ist, der alle Probleme unserer Zeit lösen wird.
Was aber eine wirklich große Schwierigkeit für uns alle ist, ist sich in Problematiken oder Situationen empathisch reinzuversetzen, die man selbst nicht aus eigener Erfahrung kennt. Und da halte ich das Beispiel mit Boateng für ein passendes - er ist befreundet mit Boateng und kennt seine Situation als Ex-Profi sehr gut. Man braucht ganz einfach gesagt Kontakte, um im Geschäft als Trainer auf diesem Niveau Fuß zu fassen. Und das wollte Kompany ihm als Freund ermöglichen. Dass er sich tatsächlich mit Boatengs Gewalt auseinandergesetzt hat, wurde in keiner Sekunde in irgend einem seiner Statements dazu sichtbar. Deswegen halte ich die gutmütige Projektion in Justins Kommentar für problematisch.
Denn ich finde wenn wir diese gesamtgesellschaftlichen Veränderungen anstoßen wollen, müssen wir versuchen aus unseren eigenen Schuhen auszutreten. Kompany hätte das in Boatengs Fall versuchen können, selbst wenn es nur ein Prozent der Energie der hier zitierten Rede gewesen wäre. Wir können ihn nur daran messen, was er tatsächlich getan hat und in dieser ganzen Zeit kam keine einzige Silbe von ihm dazu.
Umgekehrt glaube ich die meisten von uns hier sind überzeugt, dass Rassismus ebenso absolut nicht geht. Die Frage ist aber dann die, wie wir aus einer nicht davon betroffenen Perspektive empathisch austreten können, noch stärker Verbündete werden können, um genau diese Menschen zu erreichen, die die problematischen Handlungen immer wieder reproduzieren.
Bitte gestattet mir eine Anmerkung: Es geht hier weniger um bewegende Worte und die vermeintliche und sofort reflexhaft unterstellte Emotionalität von Kompany’s Ausführungen. Wirklich beeindruckend ist die analytische Schärfe und die Präzision, mit der er die Mechanismen entlarvt, die den opportunistischen Rassismus der hypermedialen Gesellschaft des Spektakels prägen. Wenn es irgendeine Erklärung bräuchte, die den Unterschied zwischen Moralismus und Ethik demonstriert, Kompany hat es hier geliefert. Absolut überwältigend!