Personal und Schicksalsschläge: Der FC Bayern hat noch ein weiteres Problem

Veröffentlicht unter: FC Bayern in der Taktik-Krise? Warum das Pressing hakt

Beim FC Bayern läuft es gerade nicht rund. Neben Verletzungen, Krankheit und Schicksalsschlägen stottert der Motor auch bei einem Kernelement des Kompany-Fußballs. Drei Siege, vier Unentschieden – die letzten sieben Spiele sind in der Gesamtbetrachtung nicht nach dem Gusto des FC Bayern München. Jedes Spiel erzählt dabei seine eigene Geschichte. Während die Remis in Augsburg und Stavanger ein Dorn im Auge sind, dürften Unentschieden gegen Arsenal und Dortmund für etwas weniger Ärger sorgen. Zumal die Situation gerade alles andere als einfach ist. Exklusives Interview mit Sophie Proost Beim Team läuft derzeit einiges unrund: Die Verletzungen nehmen kein Ende. Ismael Saibari…

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Sehr gut analysiert. Das hatte ich gestern schon in einem anderen Thread dazu geschrieben.

Daher würde ich wie im Artikel auch eher die positiven Seiten hervorheben, dass es trotzdem noch so gut läuft wie aktuell ist eher ein Zeichen der Stärke des Kaders als eine Schwäche.

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Je nach Modell hatten die Münchner einen Expected-Goals-Wert (xG) von 3,5 bis 4,8 und ließen zwischen 0,5 und 1,3 xG zu

Kurzer grundsätzlicher Rant, obwohl ich die Feinheiten gar nicht kenne.

Das kann doch nicht sein, dass eine Statistik die das gleiche aussagen soll so eine weite Spreizung hat. “Expected goals” heißt doch das ist die Anzahl der Tore, mit denen du erwartbarerweise aus dem Spiel gehst. Oder: wenn dieses Spiel mit den gleichen Aktionen hundertmal gespielt wird, schießt Bayern 350 Tore. Oder 480?!? Das sind 130 Tore mehr? Das ergibt doch keinen Sinn?

Wenn ich dann sehe, dass Laimers Tor in einem Modell mit 1,1 xG reingeht, wird mit aber auch klar, dass es Unfug ist. Bedingte Wahrscheinlichkeiten sind kein Hexenwerk, das kann man bei so einem Nachschuss durchaus einbeziehen. Und dann addiert man den Nachschuss halt mit einem Faktor der vom Misserfolg des ersten Schusses abhängt.

Es werden doch genug Spiele statistisch erfasst, da muss sich doch ermitteln lassen, welcher xG-Wert was mit der Realität zu tun hat und welcher nicht. Bei sovielen Spielen müssten sich die Werte doch mal so ausgemittelt haben, dass letztlich die tatsächlichen Tore sehr nahe an den xG über all diese Spiele sind, wenn der Wert was taugen soll.

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@Marco Die Spreizung kommt von den Modellen: Jeder Anbieter schätzt pro Schuss die Torwahrscheinlichkeit anders (Position, Körperteil, teils Gegnerdruck oder Tracking-Daten). Addiert ergibt das die Gesamtwerte. Dass dabei 3,5 bis 4,8 rauskommt, ist unschön, aber über ein Spiel normal. Und genau das Ausmitteln, das du forderst, wird gemacht: Gute Modelle sind kalibriert, über tausende Schüsse passen xG und echte Tore ziemlich gut zusammen. Ein einzelnes Spiel ist nur ein kleines Sample, da streut es stark. Bei Laimers Tor gebe ich dir recht, 1,1 wirkt komisch. Ein xG von über 1 für einen einzelnen Schuss geht eigentlich nicht, vermutlich ist da der Nachschuss mit eingerechnet.

Ist ziemlich einfach erklärt. Es gibt Modelle, die zu wenig Variablen drin haben. Ein geblockter Schuss inerhalb des Fünfmeterraums, der niemals die Chance hat, ins Tor zu gehen, kann zwischen 0,05 xG (realistischer Wert) und 0,8 xG (totaler Quatsch) haben. Deshalb schaue ich mir die einzelnen Abschlüsse auch immer nochmal an, vor allem die mit hohen xG-Werten.

Wenn man xG-Werte nutzt für die Argumentation, ist es deshalb immer wichtig, konsistent zu sein, also denselben Anbieter zu verwenden. Außer man will eben bewusst eine Spanne darstellen.

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Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Bayern aktuell etwas Kraft sparen wenn es ums pressing geht. Ich glaube dass man das auch etwas tun muss eben wegen der letzten 2 Jahre ohne Sommerpause. Und dann kam dieses Jahr nach der WM noch die große Länderspielpause. Ich kann mir vorstellen dass sowas den spielrythmus auch unterbricht. Dann wird ein anderes System gespielt mit anderen Spielern auf die man sich anders einstellen muss.

Andere klubs hatten in der Pause Zeit sich auf die nächsten Spiele massiv vorzubereiten während das für die Topklubs eigentlich fast Stillstand bedeutet weil mehr als die Stammleute weg sind.

Dazu hab ich das Gefühl dass (vielleicht wegen den patzern von neuer) bei manchen Spielern das Vertrauen fehlt und deshalb nicht mehr ganz so aggressiv und gedankenfrei die Defensive Position verlassen wird und vorne beim pressing zu unterstützen.

Ist nur so ein Bauchgefühl

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Man könnte als Kim, Upamecano oder Pavlovic vielleicht auch einfach mal den Ball aus dem Strafraum prügeln wenn es gerade lichterloh brennt und nicht auf Teufel komm raus da kurz vor der eigenen Torlinie noch rumkombinieren wollen.
Einmal hatten wir Glück, beim zweiten mal wurden wir zurecht bestraft.

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hoch und weit bring Sicherheit. Könnte manchmal so einfach sein.

Diese Diskussion hatten wir aber doch auch schon beim Spiel gegen Frankfurt letzte Saison. Es ist für Bayern eigentlich immer schlauer den Ball kontrolliert rauszuspielen und vielleicht einen Konter einzuleiten als einfach den Ball rauszuprügeln. Wir sind nicht die besten im tiefen verteidigen und wenn wir Dortmund/dem Gegner durch das Klären des Balles immer wieder den Ball schenken kommen wir nicht weit.

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Da gehe ich nicht ganz mit. Sehe bei Bayern eigentlich nicht das generelle Problem, dass beim defensive Herausspielen zu viel Risiko eingegangen wird und es die Modifizierung bedarf, die Bälle häufiger rauszuhauen. Die Kim Szene vor dem vermeintlichen Dortmund Tor war einfach ein individueller Fehler in der Entscheidungsfindung - war einfach ein falsches Empfinden für die Situation.

Generell ist es ja so wie mit dem Pressing: Wenn du hoch anläufst und überspielt wirst, wird es gefährlich. Beim hinten Herausspielen profitiert man massiv vom Überspielen der Pressinglinie, Gefahr halt dann dass Fehler in Torchancen münden. Finde bei Bayern besteht auf Grund der Qualität beim Herausspielen ein Vorteil gegenüber dem Risiko - eine generelle “Ansage” oder Anpassung würde ich mir da nicht herbeiwünschen.

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Ich sehe auch keinen Grund, das Prinzip anzutasten, das scheint auf jeden Fall die richtige Wahl.
Aber vielleicht wäre es ja mal eine Variante zu sagen, es sind noch 5 Minuten Nachspielzeit, wir führen knappp und mussten massiv durchwechseln, lasst uns ausnahmsweise mal den Ball konsequent aus dem Strafraum raushauen - zur Not auf die Tribüne.

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Es geht ja ausdrücklich darum

wenn es lichterloh brennt

Also ich finde nicht. Überspitzt gesagt verliere ich lieber in letzter Minute das CL-Finale durch einen Fehler im Aufbau als den Ball einfach rauszuschlagen und keine Kontrolle mehr darüber zu haben.

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Sorry aber das ist Quatsch. Wenn du den Ball lang spielst, hast du Zeit, dich wieder zu sortieren, weil du für einige Sekunden keinen Druck hast. Im Einzelfall scheint mir das schon sinnvoll zu sein.

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nur wenn du den ball kontrolliert rausschlagen kannst.

In die Situation, den Ball nicht mehr kontrolliert rausschlagen zu können, bringt man sich ja in der Regel selbst.

das ist richtig aber den ball lang rauszuschlagen um wieder in die ordnung zu kommen funktioniert eben nur wenn du ihn kontrolliert rausschlagen kannst.

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So wie Kim quer durch den Fünfmeterraum dribbeln und dann den Ball auf einen Meter dem Mitspieler zuspielen, der noch besser unter Druck steht als er selbst. Ist das besser als den Ball rausschlagen?
Pavlovic hätte den Ball auch raushauen können, eventuell auf Kosten einer weiteren Ecke. Aber das wäre ja unter unserer Würde.
Sorry, aber dann müssen wir halt den Preis bezahlen für diese Arroganz.

Das hat doch nichts mit Arroganz zu tun. Sondern mit großen Selbstvertrauen und das dürfen wenn nicht sogar sollen sie haben.

Als Trainer hab ich lieber solche Spieler im Team als welche die ängstlich agieren.

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Der Grat zwischen gesundem Selbstvertrauen und Arroganz ist ein ganz schmaler.
Und das am Samstag fand ich schon ein wenig arrogant.
Aber darf jeder gerne anders sehen.