Veröffentlicht unter: FC Bayern: Kim(mich)-Patzer war ein Feature und kein Bug
Joshua Kimmich und Min-jae Kim produzieren gegen Frankfurt ein Gegentor, das Diskussionen auslöst. Beim FC Bayern weiß man aber: Dieses Risiko wird oft belohnt. Beinahe hätte der FC Bayern München am Wochenende einen sicher geglaubten Sieg gegen Eintracht Frankfurt aus der Hand gegeben. Zunächst brachte ein Elfmeter die Gäste wieder in Reichweite, dann schenkten Joshua Kimmich und Min-jae Kim der SGE das zweite Tor. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! In einer Drucksituation versuchten die Münchner, sich spielerisch zu lösen. Kimmich spielte den Ball quer vor das eigene Tor, wo Min-jae Kim Schritte zurück statt entgegen machte.…
Ja, Mut zum Risiko! Aber so ist es leider, die erfolgreichen Dinge werden schnell vergessen. Neuer schätzt eine Situation beim Herauslaufen falsch ein? Dieser Trottel. Egal, dass er davor und danach ähnliche Sachverhalte souveränst meistert, wie kaum jemand anderes. Upa verliert einen Zweikampf? Wie kann er nur, das passiert im ständig… oder etwa doch nicht?
Ich hoffe, Kompany und die Mannschaft bleiben sich treu. Wildes Gebolze auf den hiesigen Plätzen sehen wir zu Genüge.
Für meinen Bludruck wäre ein langer Ball von Kimmich auf jeden Fall besser gewesen, den hätte er auch weitgehend unbedrängt spielen können mit seinen skills. Kompany hat recht mit der Einschätzung einer falschen Entscheidung in dieser Szene 5 Minuten vor Schluss, vielleicht sollte man dann einfach keinen Querpass mehr durch den eigenen 5-Meterraum spielen, mit dem der IV kaum rechnen kann…
Diese Vereinnahmung von Kompanys Aussage kann ich nicht stehen lassen. Denn erstmal führt er vor allem aus, dass diese Spielweise gewollt ist und Fehler eingepreist sind. Und dann spricht er nicht darüber, welche Fehlentscheidung(en) er konkret meint. Ob Kimmichs Pass, Kims Nicht-Reaktion, Urbigs Dribbling oder dass sich die anderen Spieler nicht ausreichend angeboten haben? Bleibt offen. Bleibt Interpretation. Und deshalb finde ich es auch nicht richtig, selbstverständlich zu schreiben, dass “Kompany recht habe”, wenn dahinter die klare Kritik an nur einem Spieler folgt.
Ab dem Moment, in dem Kimmich hinfällt, gabs eigentlich nur noch den langen Schlag als wahrscheinlichichstes Resultat und den hätte gleich Urbig machen sollen, wie @Manowar im anderen Thread schrieb. Selbst wenn Kim dem Ball entgegenkommt hat er gleich den Gegner auf den Füßen und muss sehr wahrscheinlich schlagen. Sicherer wäre es gewesen gleich auf Urbigs rechten Fuß zu spielen.
Wenn Kim entgegenkommt, hat er noch einige Meter Zeit und Platz. Dafür hätte er aber Vororientierung gebraucht. Und dann wäre Kane als Dritter für eine Verlagerung nach außen da gewesen.
Anspruchsvoll und mit Risiko? Ja. Aber so spielt dieser FC Bayern einfach und deshalb wird es auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir sowas erleben. Und zwischendrin sehen wir dann eben auch fantastisch herausgespielte Tore.
Oder Kimmichs Ausführung ist optimal. Wie erwähnt kein Holperball, sondern flach und mit genügend Zug, dass der Frankfurter nicht drankommen und Kim den Ball durchlaufen lassen kann. Im Idealfall wird der Frankfurter sogar noch gelockt, kommt nicht dran und nimmt sich damit erstmal selbst aus der Aktion und Kim spielt dann auf Gnabry.
Ich möchte dran erinnern, dass wir in dieser Saison auch schon wunderbar herausgespielte Tore zu sehen bekommen haben, bei denen Urbig mit einem langen Schlag der Initiator war. Das 1:0 in Stuttgart und das 2:1 in Eindhoven wären hier exemplarisch zu nennen. Ich weiß nicht, inwieweit offizielle Zahlen meine Vermutung bestätigen, aber mir kommt es so vor, als ob Urbig einen “stärkeren” Fuß hat als Neuer und den Ball einfach noch weiter schlagen kann. In Eindhoven gelang es ihm kurz nach dem 2:1 sogar noch einmal einen so weiten Pass zu schlagen, den Kane dann nicht verwerten konnte. Sonst hätte er innerhalb weniger Minuten sogar zwei solcher Pässe geschlagen, die auch ein Spielgestalter nicht besser hinbringen würde. Das könnte sich mMn tatsächlich zu einer Waffe entwickeln. Es soll natürlich nicht bedeuten, dass künftig jeder Ball nach vorne geschlagen werden muss. Sehr häufig wird das Herauskombinieren die bessere Option bleiben. Aber mit einem Urbig in den eigenen Reihen schätze ich die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem langen Schlag eine Torchance entsteht, tatsächlich höher ein, als bei anderen Torhütern (inklusive Manuel Neuer).
Diese Taktik bringt wie im Artikel beschrieben immer wieder Erfolg und sollte deswegen auch grundsätzlich beibehalten werden. Auch letzte Saison gegen Frankfurt beim 3-3 gab es ein ähnliche Szene, wo man fragen kann, ob man den Ball nicht lang schlagen sollte, man es aber mit dem kurzen Passspiel hinten raus versucht hat und noch das 3-3 kassiert hat. Aber man muss zwei Dinge bedenken. Wie der Artikel bereits beschreibt ist die Taktik von Kompany bereits darauf ausgelegt so wenige Fehler wie möglich zuzulassen und dafür möglichst viele eigene Chancen zu kreieren. Zudem sollte klar sein, dass es kein fehlerloses Spiel gibt. Wie im Alltag auch, können Fehler immer und überall passieren und das tun sie dann auch wieder gelegentlich. Das entscheidende ist, die beste Methode zu finden sie möglichst zu minimieren und dabei gleichzeitig sein eigenes Ziel (also das Toreschießen) zu maximieren. Das geht mit Kompanys Taktik hervorragend.
Das blöde bei den Fehlern ist natürlich, dass die bayerische Defensive bei einem Fehler dann meistens relativ offen steht.
Und für die Topspiele gilt natürlich auch einfach, dass man gegen jeden Gegner zumindest so viele Chancen herauszuspielen, dass man keine Probleme bekommt, auch wenn der Gegner ein oder zwei Tore schießt. Plump gesagt müssen wir vier oder fünf Tore schießen, wenn zum Beispiel Arsenal oder Dortmund drei Tore schießen und uns weniger darum kümmern, warum Arsenal oder Dortmund drei Tore schießen, weil das in den meisten Fällen sowieso eine statische Ausnahme darstellt. Und am besten tut man das so früh wie möglich im Spiel, sodass der Gegner gar keine Motivation mehr hat, noch weitere Tore zu schießen.
Als kleine Ergänzung noch: Der lange Ball hinten raus, kann zwischendurch natürlich auch ein Stilmittel sein, um den Gegner vor die Qual der Wahl zu stellen was sie am ehesten verteidigen sollen und sich dadurch weniger ausrechenbar zu machen. Dafür muss der lange Ball aber gut vorbereitet sein. Ein unkontrollierter Befreiungsschlag hinten raus ist das nämlich nicht.
Nein das war eindeutig die falsche Entscheidung und hat nichts mit „Mut zum Risiko“ zu tun.
Es hat auch nichts damit zu tun, dass der FCB sehr oft und zu Recht von hinten raus spielerische Lösungen sucht und oft präferiert.
Aber niemals so, in einer derartigen Bedrängnis muss der Ball auch mal über die Seitenauslinie geschoben werden.
Beim Stand von 3:0 !!! hat das Team erst Recht kein unnötiges Risiko mehr zu spielen - wie viele Spiele und vielleicht sogar Titel (CL/Pokal) hat der FCB immer wieder genau deswegen verschenkt und wann lernen die Protagonisten endlich daraus? Allen voran Kimmich der diese Situation durchaus bereits öfter erlebt hat.
Bei 3:0 gilt es nur noch sicher zu spielen, Ball und Gegner laufen zu lassen und das sehen wohl die allermeisten Trainer genauso.
Diese Aktion war völlig überflüssig, ja sogar dumm ohne wenn und aber.
Es geht immer im Fussball um eine Kosten/Nutzen - Abwägung und um eine Risiko/Chancen - Abwägung aber im letzten Drittel ist Sicherheit immer die erste Wahl - vorne im Sturm darf und muss auch einem Risiko eingegangen werden.
Hoffentlich kam dieser Megabock noch gerade so zum rechten Zeitpunkt.
Ach schade, dann habe ich ja in den vergangenen Stunden echt meine Zeit verschwendet. Ich frage dich nächstes Mal vorher.
Musst du nicht. Du kannst doch gerne an dieser Szene Gefallen dran finden. Das ist deine Sache.
Ich jedenfalls möchte solche Dummheiten weder vom FCB noch von der Nationalmannschaft oder sonst wem sehen.
Natürlich haben es die SGE Spieler sehr gut gemacht, aber gerade von einem Kimmich (schon der Pass auf Urig war völlig unnötig) muss man da ein viel besseres Fehler - Vermeidungsmanagement erwarten!
Weshalb war Lahm so überragend? Nicht weil er so eine tolle Technik hatte, nein er war überragend, weil er kaum Fehler machte und extrem zuverlässig war.
Das sind die beiden wesentlichen Argumente für Defensivspieler: wenig Fehler und Zuverlässigkeit.
Klar gibt es noch mehr, aber die beiden sind grundlegend.
Man kann machen was man will. Klappts nicht, wars halt falsch ![]()
Ich bin auf der einen Seite bei @justin ,dass uns diese Art zu spielen erstens offensive Vorteile bringt und zweitens hoch attraktiv ist, wenn alles klappt. Und klar musst du da auch einpreisen, dass wenn es nicht klappt, es gefährlich werden kann. Andererseits bin ich bei dieser konkreten Szene eher bei @Gast. Aus dem Grund, dass wir hier auf unserer Grundlinie direkt vor das mehr oder weniger leere Tor quer passen. Das würde ich eher mit einem langen Ball lösen wollen. Wie gesagt, in dieser konkreten Szene.
Es geht doch gar nicht um Grundsatzfragen zur Taktik oder dem generellen Spielaufbau.
Beim gegnerischen Pressing einmal quer am eigenen 5er? Bei einer 3:1 Führung? So einen Ball spielst du nicht. Und ein erfahrener Spieler wie Kimmich erst recht nicht.
Mehr gibts dazu auch nicht zu sagen- Mund abwischen, nächstes Mal besser machen und gut.
Ich finde, dass man als Spieler (und auch als Trainer) bei der Risikoabwägung durchaus berücksichtigen sollte, wie gut ein Spieler gerade in Form ist. Bei Kimmich haben sich in letzter Zeit die Fehler im Spielaufbau im hinteren Drittel für seine Verhältnisse mMn etwas gehäuft. Weil in den seltensten Fällen ein Gegentor daraus entstand, wurden Ballverluste wie z.B. in Leipzig (kurze Zeit vor dem 2:1 Führungstreffer) nicht genauer thematisiert. Ich bin der Meinung, dass man bei der Risikoabwägung auch die aktuelle Form mit einfließen lassen sollte. Wenn man aktuell nicht in Topform ist, sollte man mMn in bestimmten Situationen eher die leichtere, risikoärmere Variante wählen als sich für die riskantere Variante zu entscheiden. Ich kann aber natürlich auch den Ansatz verstehen, dass man als Trainer und Spieler anders denkt und die Meinung vertritt, dass man sich nur durch gelungene Aktionen wieder mehr Selbstvertrauen holt.
Es geht doch nicht darum, dass @justin gnädigerweise eine eigene Meinung haben darf. Die Zeitverschwndung, auf die er ironisch anspielt, besteht darin, dass er versucht hat, ausführlich und mit mehreren Argumenten versehen, seine Auffassung zu begründen. Deine Reaktion, lieber @Gast, lässt leider den Schluss zu, dass seine Mühe diesbezüglich umsonst war, weil du offenbar eine von vornherein gefertigte Haltung hast und diese auch durch statistische Fakten nicht in Frage gestellt sehen willst. Vielleicht wäre es sinnvoll, den Artikel noch einmal zu lesen.
Es gibt einen Unterschied von stringenter Argumentation zu schlichter Behauptung.
Außerdem wurde sowohl im Podcast als auch im Artikel ausdrücklich darauf verwiesen, dass man zu der konkreten Kim(mich)-Szene durchaus unterschiedliche Meinungen haben darf. Plädiert und argumentiert wurde lediglich für den Wert der spielerischen Lösung, prinzipiell unabhängig von einer Einzelszene. Wie eindeutig belegt, haben zumindest prinzipiell vergleichbare Szenen auch schon zu Toren und nicht Gegentoren geführt. Es macht also keinen Sinn, dies zu leugnen oder zu ignorieren. Und genau dieses Bewusstsein zu schärfen, ist der tiefere Sinn des wunderbaren Artikels - und ich bin mir sicher, diese Botschaft ist auch bei den meisten angekommen.
Also ich war spontan auch im Team „den Pass darf Kimmich einfach nicht spielen“.
Wenn man dann aber den Artikel von @justin gelesen hat und sich die Szene nochmal in Ruhe anschaut, kann man zu dem Schluss kommen (ging mir jedenfalls so), dass der Pass an sich kein übertriebenes Risiko war. Es sind nur einige entscheidende Details schiefgegangen: der Ball war nicht scharf genug und Kim hat den anlaufenden Gegner übersehen.
Wäre alles planmäßig gelaufen, hätte Kim den Ball durchlaufen lassen und im Laufen mitnehmen können (was er offenbar vorhatte) und dann zu Kane spielen. Hätte er (Plan B) gemerkt, dass der Frankfurter anrauscht, hätte er nur dem Ball entgegengehen müssen und diesen dann wegschlagen - damit wäre zwar der gewünschte Aufbaueffekt verpufft, aber immer noch nichts weiter passiert.
Erst durch den „Doppelfehler“ (unzureichender Pass + Kims Tunnelblick) sieht es am Ende nach Harakiri aus … während die Idee bei sauberer Ausführung noch nicht mal besonders riskant für Bayernverhältnisse gewesen wäre (im Vergleich zum initialen Dribbling von Urbig, das ja gutging).
Und genau da möchte ich nochmal mit meinem Ansatz von weiter oben kommen: Ein Spieler (Kimmich), der aktuell etwas fehlerhafter im Passspiel agiert als sonst und in den letzten Spielen schon häufiger in der gefährlichen Zone dem Gegner die Bälle in den Fuß spielte, entscheidet sich für einen Pass auf einen Mitspieler (Kim), der schon häufiger durch falsche Entscheidungen unter Druck (Verlassen der Position, fehlende Übersicht) aufgefallen ist. Sind hier die beteiligten Spieler Pavlovic und Tah würde ich sagen, vertretbares Risiko. Bei Kimmich und Kim würde ich aktuell sagen, übertriebenes Risiko.
Ich verstehe Deinen Ansatz. Aber ich würde folgendes kritisch anmerken:
Er verlagert die grundsätzliche Implantierung einer bevorzugten Spielweise auf die Qualität einzelner Spieler. Im Artikel (oder im Podcast?) wurde angemerkt, dass man diese Spielweise jedoch prinzpiell durchziehen sollte, da jeder Spieler bei Bayern München die grundsätzliche Klasse besitzt, sie anzuwenden.
Und der zweite Punkt: mit einer ähnlichen prinzipiellen Logik könnte man einem Offensivspieler, der weniger als 50% seiner Dribblings gewinnt, künftig von Dribblings abraten (etwa einem Musiala). Macht aber keiner, da ist die Logik eher: probier’s immer wieder, neunmal gescheitert, beim zehnten Mal fällt das Tor (hinzugefügt sei, dass eine Dribbling-Erfolgsquote von über 50% schon ziemlich stark ist).
Ich muss aber zugeben, dass mein eigener Ansatz, den ich nach dem Spiel hatte, nämlich dass Kimmich nicht den Fußballgott herausfordern sollte in einem Spiel, das du trotz Mords-Überlegenheit nicht gekillt hast und einen solch depperten Elfer kriegst - nun, dieser Ansatz ist auch nicht grade das Gelbe vom Ei der stringenten Argumentationsweise
…
Deswegen lasse ich mich von @justin’s und @Georg’s Plädoyer und Argumentation mittlerweile komplett überzeugen, oder um es in @Georg’s Worten zu sagen:
So weit sind wir schon, die MSR-Redaktion radikalisiert ihre Leserschaft… ![]()