Outing im Fussball

Schöne und mutige Entscheidung die Josh Cavallo hier trifft. Hoffentlich erhält er langfristig die Unterstützung die er benötigt.

Ich würde mich nicht als homophob bezeichnen. Habe mir trotzdem die Frage gestellt, wie ich mich wohl fühlen würde, neben einem homosexuellen Mann in einer Gemeinschaftsdusche zu stehen. Und ja, es wäre mir wahrscheinlich unangenehm.

Da es in einer Fussballmannschaft verschiedene Charakteren gibt, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es in einer Mannschaft deshalb zu Problemen kommt. Wie seht ihr die Thematik?

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Warum macht es irgendeinen Unterschied ob der Mitspieler, der mit dir in der Dusche ist homosexuell ist?
Das ist doch völlig egal.
Da gibt es auch keinen Grund für Probleme in der Kabine.

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Ich sehe da auch kein Problem. Die heutige Spielergeneration ist so glattpoliert und weichgespült, für die ist das kein Thema (das soll keine Beleidigung sein).
Frühere Spielergenerationen waren da charakterlich noch diverser, da hätte es schon zu Problemen kommen können. Aber heutzutage? Nein.

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Dann könnte auch genauso gut ne Frau in der Dusche stehen…
Nicht falsch verstehen aber wenn man weiß, dass der gegenüber aufs männliche Geschlecht steht wird man Blicke, Gestiken etc. von dieser Person unbewusst mit anderen Augen sehen

Du siehst das vielleicht so, aber wenn man entsprechend sozialisiert/erzogen wurde, ist einem das komplett egal.
Aber denke, das ist halt n Generationen Ding.

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Hallo Tripler,
in der Mannschaftsdusche dürften sich wohl meist soviele Leute aufhalten, dass der vermutete Versuch irgendeiner intimen Kontaktaufnahme (so lese ich Dein „unangenehm“) äußerst unwahrscheinlich ist (gilt auch bei Männlein & Weiblein).
Adenauer äußerte - angesprochen auf seinen homosexuellen Außenminister Brentano - schon in den 50er Jahren: „Dat ist mir ejal, solange er mich nit anpackt“. :wink:

Also in der Mannschaft wäre das glaube ich kein großes Thema. Es gibt ja einige Eishockeymannschaften, die ein Dame als Torhüterin haben. Ein Kumpel von mir war mal in so einer Mannschaft. Die war wie alle anderen in der Kabine und hat mit den Männern mitgeduscht. Da hatte keiner in der Mannschaft ein Problem.

Ich denke das ist eher eine Gewöhnungsthema als ein Generationenthema. Wenn ein Schwuler in der Kabine sitzt/duscht, ist es am Anfang vllt etwas komisch, aber nach zwei Wochen innerhalb der Mannschaft das Normalste der Welt.

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Also ich hab 20 Jahre lang selbst Amateurfußball gespielt und stand dementsprechend regelmäßig mit (in der Summe Hunderten) verschiedener Männer in der Gemeinschaftsdusche. Da waren rein statistisch definitiv etliche Schwule dabei, aber weder hat da jemals eine eine unpassende Äußerung gemacht noch hätte ich mich in irgendeiner Form unwohl gefühlt, wenn es bekannt gewesen wäre. Warum denn auch?

Viel interessanter finde ich, dass es im Profifußball nach wie vor ein Tabu zu sein scheint, seine Homosexualität offen zu leben.

Ich mein, mich persönlich interessiert die sexuelle Orientierung von Spielern überhaupt nicht und natürlich sollte jeder frei entscheiden könenn, das Thema komplett privat zu halten (was es ja auch ist). Wenn aber, wovon wiederum statistisch auszugehen ist, es unter dem zu erwartenden Anteil schwuler Profis welche gibt, die das gerne öffentlich machen würden, es sich das aber aus irgendwelchen Gründen nicht trauen (und darunter leiden), dann besteht hier Handlungsbedarf - wobei ich leider auch keine Lösungsidee habe.

Einzelne „mutige“ Spieler werden das Problem jedenfalls nicht lösen; es dürfte überhaupt keines Mutes bedürfen. Schon der Begriff „Coming-out“ ist ja irgendwie negativ besetzt, so als würde man etwas Unrechtes öffentlich bekennen.

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Ich habe jahrelang Volleyball im Mix-Bereich gespielt, da war es absolut Usus, dass die Damen und die Herren gemeinsam duschen. Da gab es überhaupt keinerlei Probleme irgendwelcher Art, es war völlig natürlich und ungezwungen, wirklich niemand hatte ein Problem damit. Nur so als Nebenbemerkung.

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Da stimme ich dir natürlich zu. Ich bin als Kind oder Jugendlicher nie mit dem Thema in Berührung gekommen und habe auch keine homosexuelle Person in meinem Umfeld wahrgenommen. Dass könnte durchaus daran liegen, dass ich auf dem Land groß geworden bin. Damit ist eine Sozialisation in dem Bereich schwerer.

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Hab das Thema jetzt auch Mal mit meiner Frau durchgekaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es nicht unangenehm finden würde neben einem homosexuellen Mann zu duschen. :sweat_smile:

Dass man Blicke oder sonstige Bewegungen den entsprechenden Neigungen zuordnen würde glaube ich schon. Ist denke ich aber auch einfach natürlich.

Witzig fand ich in dem Fall…meine Frau hat Handball in einer Mannschaft gespielt, in der auch ein homosexuelles Paar gewesen ist. Dass fand sie auch vollkommen in Ordnung und hat sie nie gestört. Auch die Frage ob es sich komisch anfühlen würde mit Männer zusammen zu duschen hat sie verneint, da sie als Kind auch mit der Männermannschaft des Vaters nach dem Training geduscht hat. Also quasi sozialisiert.
Auf die Frage, wie es denn wäre wenn sie mit einem vermeintlich homosexuellen Mann duschen würde, sich später aber das Gegenteil herausstellen würde, fand sie es auf einmal dann doch komisch.

Und dass ist es glaube ich auch was ich dann merkwürdig finden würde. Wenn ein Mitspieler sich nach vielen Jahren auf einmal outen würde und eine Vertrauensbasis die vorher geschaffen wurde sozusagen auf die Probe gestellt wird.

Und ich glaube auch, dass es in einer Mannschaft nicht ganz egal ist wenn es dann irgendwann zum Outing von einem Mitspieler kommt.

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