Veröffentlicht unter: FC Bayern: Was das neue Transferkomitee für Eberl bedeutet
Der FC Bayern soll in diesem Sommer ein Transferkomitee einberufen haben, um Max Eberl unter die Arme zu greifen. Aber was bedeutet das konkret für den Sportvorstand? „Es wäre auch für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man das auf mehrere Schultern verteilt.“ Rumms. Dieser Satz brachte Max Eberl heftig ins Schwanken und das in aller Öffentlichkeit. Er hing in den Seilen, bekam voll auf die Zwölf – und das ausgerechnet von Uli Hoeneß. Im Doppelpass knöpfte sich der ehemalige Top-Manager seinen Sportvorstand vor und wurde dabei selbst für seine Verhältnisse ungewohnt deutlich. Vor aller Welt redete er so,…
„Der Vertrag des Sportvorstands läuft im Sommer 2027 aus. Schon bald wird sich also zeigen, wie dieser Schritt hin zum Transferkomitee zu deuten ist.“
Vielleicht lässt man sich auch etwas mehr Zeit.
„Informationen der „Abendzeitung“ zufolge ist damit zu rechnen, dass erst im November endgültig entschieden wird, ob Freund und Eberl beim FC Bayern bleiben dürfen. Die gute Nachricht aus Sicht der beiden Vereinsbosse: Wirkliche Alternativen gibt es derzeit offenbar nicht. Demnach sei man sich an der Säbener Straße bewusst, dass „der Markt an geeigneten externen Sportmanagern überschaubar“ sei.“
Es ist schon erstaunlich, wie der letzte Transfersommer nun als “planlos” verklärt wird. Nahezu alle Transfers, die getätigt wurden, saßen am Ende, ob nun Diaz, Bischoff oder sogar Jackson.
Eberl hat in seiner Zeit bei Bayern deutlich sparsamer gearbeitet, als Salihamidzic vor ihm (80 Mio für Hernandez) oder die Nachfolger danach (Kane für 100, Olise für 50). Der Aufsichtsrat vergisst, dass die Gehälter nicht unter Eberl explodiert sind, sondern davor. Auch die teuren Ladenhüter, die aufgrund von (zu) hohen Gehältern nicht zu verkaufen waren bzw. sind (Palinha, Nübel) wurden nicht von Eberl geholt.
Nun soll Eberl, die vielfachen Fehler seiner Vorgänger ausbügeln - Fehler, im Übrigen - die mir Wissen und Billigung des hoch geschätzten Aufsichtsrats begangen wurden - und wehe, er schafft es nicht schnell genug! Dann muss er weg!
Das ist absurd. Der Mann hat mit Kompany, Diaz, Bischoff, Tah, Urbig mehr Volltreffer erzielt, als die meisten vor ihm und ist auch auf der Verkaufsseite ganz gut unterwegs angesichts der Umstände. Trotzdem wird er vom eigenen AR ständig öffentlich untergraben.
Ich glaube deine Meinung zum Aufsichtsrat und den Vorgängern teilen hier viele. Was die Planlosigkeit angeht lässt mich halt ziemlich ratlos zurück, dass Kompany und Diaz eben nicht die erste, sondern die dritte oder vierte Wahl waren. Bei der Vorstellung, dass Nagelsmann der neue Trainer hätte werden können, graust es mich immer noch.
Stand jetzt ist alles gut. Aber liegt das an der genialen Strategie Eberls oder hat er riesiges Glück, dass er seine eigentlichen Ziele nicht umsetzen konnte? Ich weiß es auch nicht so richtig…
Oder, noch eine unklare Frage: war der Zickzack in den Verpflichtungen fehlende Strategie von Eberl oder hat er ungeschickter Weise vermeintliche oder echte Wünsche aus dem Aufsichtsrat umzusetzen versucht !?
Herzlich willkommen bei Miasanrot!
Vieles schon sehr oft diskutiert, deshalb sorry für die folgende stichwortartige Antwort:
Genau diese Unterscheidung macht der Artikel explizit: Transfers schlugen ein. Tolles Outcome. Der Weg dahin war verbesserungsfähig: kein guter Prozess. Konkret werden u.a. Eberls Transferziele Simons und Nkunku genannt. Ohne AR würde heute höchst wahrscheinlich mindestens einer der beiden beim FCB spielen.
Olise wurde von Eberl geholt.
Palhinha wurde von Eberl geholt.
Ito wurde von Eberl geholt.
Nübel wurde ablösefrei und für 5 Mio. Gehalt pro Jahr von Brazzo geholt. Schnäppchen. Erst 2024 unter Eberl verlängerte er inklusive Gehaltserhöhung.
Die Gehälter sind beim FC Bayern explodiert wie überall im Weltfußball. Erfolge führen zu Gehaltserhöhungen, wie überall auf der Welt. Der FC Bayern war von 2012 bis 2020 so erfolgreich wie nie zuvor in seiner Geschichte. Und wuchs währenddessen wirtschaftlich stark. Natürlich stiegen auch die Gehälter mit. Vor Brazzo, während Brazzo, nach Brazzo.
Die teuren Verlängerungen mit Musiala, Upamecano, Kimmich und Davies waren alle unter Eberl. (Alle sportlich nachvollziehbar, keine Kritik daran von mir.)
Ich weiß nicht wie lange wir noch über die Brazzo-Verträge reden wollen. Ich glaube, seit dem 1. Juli ist kein unter Brazzo geschlossener Vertrag mehr aktiv.
Hier im Artikel oder Thread sagt niemand, dass Eberl weg müsse. Nur dass nicht alles eitel Sonnenschein war und dass es deshalb interne Anpassungen an den Abläufen gab. Genauso wie gute Manager auf ein Problem reagieren.
Die Transfers von Davies (10 Mio.), Kimmich (9,5 Mio.), Goretzka, Laimer (beide ablösefrei), Karl, Musiala, Pavlovic, Stanisic (alle Jugend), Upamecano (42 Mio.), Kane (100 Mio.), Gnabry (8 Mio.) waren auch gar nicht so schlecht.
Trotzdem kritisieren wir auch Brazzo, die ominöse 2023er-Taskforce, Tuchel und Co. Weil Transfers die einschlagen, nicht alles sind, sondern es immer aufs Gesamtpaket ankommt.
In der Tat. Ich sehe das auch erstmal positiv, dass man offensichtlich aufgetretene Missverständnisse jetzt frühzeitig zu verhindern versucht, indem man die “Bedenkenträger” regelmäßig mit an den Tisch setzt und die Transfers ausdiskutiert.
Wir wissen ja leider nicht, ob die gefühlt chaotischen Verläufe originär auf Eberls schlechter Planung beruhten oder ob er da versucht hat, dem Input von verschiedenen Seiten gerecht zu werden. Nehmen wir mal als Beispiel Wirtz und Woltemade: nach den großen öffentlichen Ankündigungen von Uli Hoeneß gab es die Option nicht, gar nicht erst zu versuchen, Wirtz zu holen. Und nachdem damit das Budget verballert gewesen wäre, war die Ausgangslage für den Sportvorstand natürlich suboptimal, um anderen “teuren” Spielern den FC Bayern schmackhaft zu machen. Insofern gab es wohl keinen guten, schnell umsetzbaren Plan B, und so kam wohl die Idee mit Woltemade auf - auch da ist unbekannt (mir zumindest), ob es Eberls Idee war; das Angebot hat ja dann zumindest Dreesen nach Stuttgart geschickt (was vielleicht üblich ist bei der Summe, weiß ich schlicht nicht) … Etcetc.
Wenn aufgrund dieser Erfahrungen der Ablauf jetzt systematisiert wurde , dann hätten doch alle Beteiligten ihre Lektion gelernt … und Stand jetzt scheint es ja deutlich besser zu funktionieren.
Ich sehe das für den FC Bayern in der Situation als Vorteil. Man muss nicht mehr nachverhandeln und die Kommunikation ist gewährleistet.
Dass es aber so ein Vehikel benötigt, damit das klappt ist dann doch eher traurig.
Du hast einen Vorstand Sport, aber der muss an die Kette gelegt werden und darf nichts selbständig entscheiden, weil sonst den anderen die Haare zu Berge stehen.
Für den FC Bayern ist das eine gute Lösung. Für Eberl aus meiner Sicht ein Zeichen von Misstrauen ihm gegenüber.
Herzlich willkommen bei Miasanrot!
Danke! Und auch für die tolle Antwort. Ich möchte da gerne kurz drauf eingehen.
Genau diese Unterscheidung macht der Artikel explizit: Transfers schlugen ein. Tolles Outcome. Der Weg dahin war verbesserungsfähig: kein guter Prozess. Konkret werden u.a. Eberls Transferziele Simons und Nkunku genannt. Ohne AR würde heute höchst wahrscheinlich mindestens einer der beiden beim FCB spielen.
Ich weiß nicht, ob man Simons und Nkunku als “falsche Transferziele” abstempeln kann. Eventuell hätten Sie in München funktioniert. Das wissen wir Stand heute nicht. Beide wurden ja in Absprache mit dem Trainer ausgewählt. Und dass Kompany weiß, was er macht, ist erwiesen.
Auch die Kritik, Diaz oder Kompany seien nur die 3 bzw. 7 Lösung gewesen, muss man etwas differenzierter sehen. Wirtz war ganz offensichtlich ein Wunschtransfer von KHR und UH, so oft, wie die vor jedem Mikro über diesen Transferwunsch gesprochen haben, noch lange bevor Eberl bei den Bayern anfing. Ähnlich verhält es sich mit Woltemade. Ich denke, dass Eberl hier die Wünsche des AR umsetzen wollte, und die waren - mit dem Geld, das der AR bereitstellen wollte - nicht umsetzbar. Diaz dagegen scheint tatsächlich ein Kompany/Eberl-Transfer gewesen zu sein.
Bei der Trainersuche weiß ich nicht, ob man ihm tatsächlich einen Vorwurf machen kann. Der Verein hat vor seiner Installation einfach ein sehr schlechtes Bild abgegeben. Dass dann manche Wunschleute absagen, kann passieren. Natürlich sah das mehr als unglücklich aus. Aber ob das wirklich an Eberls schlechtem Management lag, oder er Opfer der Umstände war, wird sich schwer auflösen lassen.
Olise wurde von Eberl geholt.
Palhinha wurde von Eberl geholt.
Ito wurde von Eberl geholt.
[…]
Ich weiß nicht wie lange wir noch über die Brazzo-Verträge reden wollen. Ich glaube, seit dem 1. Juli ist kein unter Brazzo geschlossener Vertrag mehr aktiv.
Ich wollte gar kein Brazzo-Bashing betreiben. Das kam wahrscheinlich falsch rüber. Tatsächlich sehe ich Brazzo deutlich positiver, als viele andere. Gerade bei Davies, Musiala und einigen anderen hat er gute Arbeit geleistet und auch bei den Verkäufen war er nicht schlecht - Nianzu, Tillmann z.B.
Außerdem wurden auch da die Entscheidungen nicht allein von ihm getroffen. Daher: wenn ich von den Vorgängern rede, dann ist damit nicht unbedingt in erster Linie Brazzo gemeint.
Dennoch: Palinha wurde vielleicht formal von Eberl geholt, aber keiner kann mir erzählen, dass das nicht die Einlösung der Zusage aus dem Vorjahr war. Ich denke, UH und KHR sahen sich da in der Pflicht, den Spieler zu holen und das war nicht primär Eberls Transfer.
Hier im Artikel oder Thread sagt niemand, dass Eberl weg müsse. Nur dass nicht alles eitel Sonnenschein war und dass es deshalb interne Anpassungen an den Abläufen gab. Genauso wie gute Manager auf ein Problem reagieren.
Ich bezog mich auf das Verhalten des AR, nicht auf den Autor des Artikels. Und wie gesagt, ich sehe die Arbeit von Eberl schon recht positiv und finde die Kritik sehr überzogen, die da aus dem AR kommt.
Aber: es freut mich, dass man hier gepflegt und inhaltlich diskutieren kann. Ist oft genug anders in Fußball-Foren. Insofern: danke.
Was die tatsächlichen und die gewünschten Spieler-Transfers angeht, bin ich bei dir. Selbst bin ich auch klar pro-Eberl.
Was aber die Trainersuche angeht, scheinst du die Kritik an Eberl missverstanden zu haben:
Die Kritik bezieht sich nicht darauf, dass die Wunsch-Trainer Nr.1, 2, 3, … abgesagt haben (das war aus heutiger Sicht ein glücklicher Umstand), sondern darauf, dass diese Trainer eine viel schlechtere Wahl gewesen wären, Eberl (und damit Bayern) also nicht durch eigene Auswahl sondern erst durch die Absagen zu ihrem Glück „gezwungen“ wurden.
Wenn man nun Eberl ganz besonders positiv sehen möchte, kann man unterstellen, er hätte die ganzen Trainer-Favoriten am Anfang durch bewusst schlechtes Verhandeln zur Absage “verführt”, um am Ende seinen eigentlichen Favoriten durchzubringen (den er bei “normalem” Verlauf niemals hätte einstellen dürfen) …
Aber ja, das ist schon sehr weit hergeholt und bedarf einer seehr rosafarbenen Brille … für unmöglich halte ich es trotzdem nicht, mindestens teilweise ![]()
Es ist egal, wie wir das sehen. Die Klubführung möchte ihn nicht alleine entscheiden lassen und lassen sich einbinden. Wenn man das alles so positiv gesehen hätte, würde man nicht so handeln.
Sagen wir mal so: auch wenn man sich Vorstand nennen darf und ein MIllionengehalt bekommt, fände ich es schon normal und sinnvoll, sich als neuer Mitarbeiter erstmal regelmäßig mit seinen Chefs auszutauschen bzw. die rechtzeitig über alle zu informieren.
Wenn Eberl das nicht gemacht hat (und so lauten ja wohl einige der Vorwürfe an ihn), dann hat er es sich schon selbst zuzuschreiben, dass er jetzt stärker kontrolliert wird.
Mir ging es gar nicht um die „Schuldfrage“. Offensichtlich war man nicht zufrieden. Sonst gäbe es dieses Vehikel gar nicht.
Da ist es egal ob wir hier die Transfers abfeiern oder kritisieren.
Das ist eh klar. Sonst hätte “man” auch nicht dauernd Eberl-Kritik an die Presse durchgestochen oder, wie Uli Hoeneß, diese dann sehr direkt und öffentlich kundgetan.
Andererseits sollte so ein Gremium in einem funktionierenden Unternehmen doch sowieso Standard sein - wir reden über zentrale Investitionsentscheidungen in erheblichem Umfang. Das Unternehmen möchte ich sehen, wo der CTO mal eben ohne Rücksprache eine Entscheidung über 50 Mio treffen darf …
Sehe ich nicht. Es müsste genügend Vertrauen in die hanelnde Person da sein, dass es so etwas nicht braucht.
Aber das ist nicht der Fall.
das kann man früher oder später in jeden Thread hier schreiben. ![]()
So hat das doch beim FC Bayern eigentlich fast nie funktioniert - selbst ein UH selber hat die großen Dinge die meiste Zeit nicht alleine entschieden sondern auch da war es schon eine Gruppenentscheidung mit Einstimmigkeitsprinzip wie der Uli schon ewig oft erzählt hat.
Von daher ist es einfach ein Rückkehr zu diesem Prinzip, das der Uli sich wohl einfach auch unabhängig von der Person Max Eberl auch als Zukunftsprinzip wünscht…
Welche Entscheidung von Hoeneß wurde da gekippt?
Dass zB Trainer relativ abwechselnd Uli und Kalle Favoriten ursprünglich waren ist doch mega alter Hut und zeigt doch schon klar auf dass keineswegs alles immer nur nach Ulis Willen ablief?