Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 1)

Ich will wirklich niemandem den Spaß an dieser Aufführung nehmen, aber natürlich ist das nicht, was man eigentlich von einem Flashmob erwartet (und wodurch er definiert ist). Wie sich mithilfe entsprechender Analyse-Software nachweisen lässt (siehe dazu https://www.youtube.com/watch?v=JBxJ7QYIDpw), war dies nicht eine einzige Veranstaltung dieser Art, sondern es wurden die besten Teile von mehreren Auftritten zusammengefügt. Hinzu kommt, dass im Nachhinein die Aufnahmen bearbeitet wurden; dahingehend, dass zum Beispiel die backing vocals in der Tonhöhe korrigiert wurden („pitch correction“). Das merkt man daran, dass diese Stimmen perfekt und konstant die richtigen Töne treffen - anders als der Sänger, Mickey Callisto, bei dem man anhand der Software sehen kann, dass er (was völlig normal ist!) öfters mal ein bisschen schräg liegt.
Aber was soll’s - dann hatten eben an dem einen Tag mehrere Gruppen von Passanten das Vergnügen, die Bohemian Rhapsody in einem unerwarteten Moment zu hören.

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Wenn man Henning May von AnnenMayKantereit und Tom Waits singen hört, dann stellt man sich einen ganz bestimmten Typus von Mann vor. Bei dem einen passt’s dann, wenn man mal ein Foto sieht, beim anderen nicht.

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Mick Hucknell von Simply Red, da dachte ich damals, er wäre farbig aufgrund seiner Stimme.

Pass bloß auf, dass es dir nicht ergeht wie dem armen RFK Jr.

Zum Thema Beeindruckende Stimmen habe ich noch 2 Beispiele:
Leela James ist eine US-amerikanische Soulsängerin. Leela James’ Stimme straft ihre Jugend und ihre Winzigkeit gleichermaßen Lügen. Wir haben es hier mit einer ganz großen Soul-Lady vom alten Schlag zu tun. Sie hat ihren Künstlernamen als Anspielung auf Etta James gewählt, weil ihr viele Menschen sagten, sie klinge wie sie.

Ben Becker, der eher als Schauspieler bekannt ist, Sohn aus einer großen deutschen Künstlerfamilie. Er ist der Sohn von Monika Hansen und Rolf Becker , der Stiefsohn von Otto Sander, der Bruder von Meret Becker sowie der Neffe von Jonny Buchardt. Beindruckend ist seine kraftvolle Stimme, die ihn unverwechselbar macht. 1997 brachte er die Platte Und lautlos fliegt der Kopf weg heraus. Medien schreiben: " Die Kritiken zu Ben Beckers Projekt „Und lautlos fliegt der Kopf weg“ sind gemischt, da es sich um eine sehr experimentelle Phase handelt, die vor allem Fans anspricht, die viel „verzeihen und aushalten“ können. Während manche Zuhörer die Leinwandprojektionen und Beckers Stimme loben, empfinden andere die Texte und die wenig melodiehaften Melodien als schwierig. Das Projekt ist eher etwas für eingefleischte Becker-Fans. Mir hat auf der Platte besonders der Titel Brian Jones gefallen, zur Gewaltigkeit seiner Stimme hier aber der Titel Rocker.

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Vielen Dank dafür :folded_hands:

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Du bist sehr streng… :wink:

Ich fand das einfach eine sehr hübsche Idee und auch die Umsetzung sehr ansprechend. Ich merke, dass ich in diesen Zeiten sehr empfänglich bin für so schlichte Mittel, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Außerdem bin ich Münchner. Die Qualität der hiesigen Straßenmusik ist… ausbaufähig. (Ich weiß nicht, wie’s aktuell ausschaut, aber etwa bei meinen Besuchen in London hab ich gefühlt an jeder zweiten Ecke echte Könnerschaft erlebt.)

Da ist mein bestes und prominentestes Beispiel immer AMY WINEHOUSE. So ein zartes, feingliedriges Persönchen, und Jesus, was für eine Stimme! Als ich damals das erste Video mit ihr sah (der Beehive!), konnte ich gar nicht fassen, welch alte Seele in diesem Körper wohnte. Vom reinen, überbordenden Talent gar nicht zu reden.
Was für ein unfassbar trauriger Verlust ihr Einzug in den Klub 27 doch war.

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Das freut mich sehr, dass sich bei dieser tollen Sängerin unser Geschmack trifft. Danke zurück.

Amys Stimme ist natürlich voll auf die Zwölf. Da beweist du besten Geschmack.
Dort steht sie aber natürlich nicht alleine. Amy Winehouse wurde stark von Billie Holiday beeinflusst, viele sahen Parallelen zwischen den beiden Sängerinnen, insbesondere aufgrund ihrer gefühlvollen, rauen Stimmen. Winehouse nannte auch andere Jazzlegenden wie Sarah Vaughan, Dinah Washington und Ella Fitzgerald als musikalische Vorbilder, was ihre tiefe Verwurzelung in der Jazzgeschichte zeigt.

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Inspektor Gatoah ist zurück und hat mir die Woche gerettet.

Nee, bin ich ganich… zumindest nicht bei diesen Flashmobs, wo mir auch das Herz aufgeht (z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=kbJcQYVtZMo ).
Der Spaß hört allerdings da auf, wo Leute echtes Geld investieren, um einen berühmten Act live zu sehen und zu hören - nur um von den Leuten auf „Wings of Pegasus“ darauf hingewiesen zu werden, dass das alles nur lip-synching ist, dass die vocal tracks exakt dieselben sind wie in Jahre zurückliegenden Konzerten, dass der Rhythmus-Track immer der gleiche ist usw usf.

Themenwechsel: Amy Winehouse hat solcherlei Maschen nie nötig gehabt (wenn sie halbwegs nüchtern war); ich schließe mich da euren Lobpreisungen vollinhaltlich an!

ich fand Fladhmobs mal echt toll - als es damals damit losging und einigermaßen authentisch und spontan ablief, gerne auch mal nicht 1000% professionell…

heutzutage ist auch das zu einer durchorchestrierten, professionellen, null spontanen und vor allem auf Selbstdarstellung und Kommerz ausgelegten Peinlichkeit verkommen - leider…

ich kann nichts tolles mehr dran finden! :pensive_face:

aber so ist das ja mit vielem, was sich das Internet und irgendwelche Möchtegerns krallen :face_with_bags_under_eyes:

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Dieses Lied ist typisch britisch in seiner diskreten Zurückhaltung bei intimen Themen. Eine junge Frau hat Besuch; sie merkt, dass sie sich nichts sehnlicher wünscht, als dass er noch die Nacht über bleibt. Sie machen Smalltalk, sie trinkt Tee, er Kaffee, es gibt kurze, wie zufällige Berührungen. Sie schilt sich selbst wegen ihrer Unbeholfenheit und Schüchternheit, aber findet nicht das eine Wort, die eine Geste, die ihn zum Bleiben einlädt. Sie malt sich aus, wie sie sich gegenseitig ihr tiefstes Inneres offenbaren, aber am Ende bleibt doch wieder nur die Frage: „Will you just politely say ‚Goodnight‘“.

Tja…

Aber dann, als eigentlich schon alles gesagt ist, setzt das Saxophon-Solo ein: Zweieinhalb Minuten Sinnlichkeit und Hingabe, und man freut sich mit dem schüchternen Mädchen über den letztlich doch gelungenen Abend.

Will you von Hazel O’Connor ist ein Stück aus dem Soundtrack des erfolgreichen 80er-Jahre-Films Breaking Glass, in dem die Sängerin auch die Hauptrolle spielte. Das großartige Solo stammt von Wesley Magoogan, und in dieser Live-Aufnahme zelebriert er es nochmal.

https://www.youtube.com/watch?v=twqdWWY5iEc

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Oh - und gerade gelesen: heute vor 8 Jahren ist Tom Petty unerwartet gestorben. Da ist auch irgendwann noch mal eine Liedrezension fällig…

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Am 3.10.1949 wurde Lindsay Buckingham geboren - vor allem bekannt als langjähriges Mitglied der Band „Fleetwood Mac“, die vor allem mit ihrem elften Album „Rumours“ sehr erfolgreich war (eines der erfolgreichsten Alben überhaupt - und ein sehr grandioses, wie ich persönlich finde). „Go your own way“ ist dabei eine Komposition von Lindsay Buckingham, ein wirklich großartiger Song meiner Meinung nach:

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Rumours ist ein All Time Top10 Album. Immer noch genial.

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Ich muss zugeben, dass ich bei Fleetwood Mac eigentlich immer an die frühere Besetzung um Peter Green denke.
Für mich einer der am meisten unterschätzten Gitarristen ever und die Besetzung mit Jeremy Spencer und vor allem Danny Kirwan war genial.
So viele grandiose Songs ‚Black Magic Woman‘, ‚Oh Well‘, ‚Man of the World‘, ‚I loved another Woman‘, ‚Albatros‘ und natürlich ‚The Green Manalishi‘.

Vor seinem Tod konnte ich Peter Green noch einmal live erleben.

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Go Your own Way ist ein tolles Lied, ja. Besonders gefällt mir daran, dass es nach zweieinhalb Minuten nochmal so richtig aufdreht. Und das Cover ist ein Klassiker - eine Freundin hat sich das sogar als Tattoo auf den Oberarm ritzen lassen.
Und doch - die LP-Version von Oh Well hat für mich schon ganz früh in der endlosen Bandhistorie den Höhepunkt markiert.

die weltbeste Version kommt eh von NOFX :sign_of_the_horns:t2::heart_eyes:

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Na :unamused_face::thinking::rofl: da muss ich erst einmal drüber schlafen