Dafür ist so etwas wie die Sportschau als zeitnahe Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ziemlich einmalig in Europa. Auch die Zusammenfassung des Topspiels im Sportstudio ist nicht so weit vom Abpfiff entfernt und von den Sonntagsspielen bekommt man ab 21.45 Ausschnitte in den 3. Programmen.
Für den Fernsehkunden ist die Versorgung mit Ausschnitten demnach eigentlich ganz gut.
Flexibel ist man da natürlich nicht. Dafür bräuchte es dann schon wieder ein Pay-TV Abo oder DAZN.
@willythegreat, danke für Deinen differenzierten Einwurf. Du hast sicher Recht, dass sich einige Konsumprodukte von 1990 (oder 2010) bis heute real verteuert haben. Aber ich habe einige Einwände gegen Deine Rechnung und gegen Deine Schlussfolgerungen.
Zum einen hättest Du bei der Gegenüberstellung nomineller Preise von damals und heute die Inflation berücksichtigen müssen.
Der auf das Jahr 2020 normierte Verbraucherpreisindex (CPI) lag 1991 bei 62 und 2024 bei 122 Punkten). Das Preisniveau für Verbraucherpreise, zu denen neben Nahrung und Kleidung auch Unterhaltungsprodukte wie Konzert- und Stadionbesuche gehören, hat sich seit 1990 also fast genau verdoppelt. Das heißt, das Ticket das heute 100 Euro kostet, kostet in Preisen von 1991 nur 50 Euro. Der Preis eines Tickets, das im Jahr 1991 10 Euro kostete und das heute 100 Euro kostet, hat sich inflationsbereinigt also nicht verzehnfacht, sondern nur verfünffacht.
Zum Zweiten sagst Du, dass sich Menschen heute gewisse Dinge nicht mehr leisten könnten.
Das ist für einzelne Dinge bestimmt richtig. Aber allgemein stimmt es nicht. Die Reallöhne, das heißt, die Nominallöhne (was auf Deinem Lohnzettel steht) abzüglich der Inflation (siehe oben) sind im Mittel seit 1991 nicht etwa gesunken, sondern um ca. 15 Prozent gestiegen (siehe hier und hier).
Das heißt, dass sich Menschen in Deutschland heute im Durchschnitt mehr, ich wiederhole: MEHR Konsumgüter, die im Verbraucherpreisindex berücksichtigt werden – darunter auch kulturelle Dienstleistungen wie Konzert- und Stadionbesuche und TV-Abos – leisten können als früher.
Das heißt nicht, dass jedes einzelne Konsumgut heute real günstiger ist als noch vor 10, 20 oder 30 Jahren. Es heißt auch nicht, dass jeder einzelne Mensch sich heute im Durchschnitt mehr leisten kann als noch vor 10, 20 oder 30 Jahren. Es ist gut möglich, dass Konzerttickets für Klasse-A-Acts wie Metallica oder Taylor Swift heute teuerer – real teurer – sind als noch vor 20 oder 30 Jahren. Es mag auch sein, dass Pay-TV-Abos und Streaming-Abos und Stadionbesuche und Trikots und all das heute real teuerer sind als noch vor 20 Jahren. Ich finde Deine Schilderungen diesbezüglich anschaulich und nachvollziehbar.
Sowohl die Lohnentwicklung als auch der Verbraucherpreisindex geben Durchschnitte an bzw. bilden einen „durchschnittlichen“ Warenkorb ab. Manche Konsumgüter sind sicher heute real teurer als früher und manche Menschen sind sicher heute real ärmer als früher.
Aber der durchschnittliche Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Gehalt kann sich heute von einem repräsentativen Warenkorb, der auch Unterhaltungsprodukte beinhaltet, mehr leisten als noch 2010, 2000 und 1990.
Übrigens: Die These, dass sich immer weniger Leute heutzutage den Konsum von Fußballspielen leisten können, deckt sich nicht mit der empirischen Realität, dass die Anzahl der Stadionbesuche fast im Jahresrhythmus zu neuen Rekordständen anhebt und auch die Zahl der Pay-TV-Abos wenigstens in den letzten zehn Jahren (wahrscheinlich aber noch länger) von Jahr zu Jahr steigt.
Empirisch nehmen sowohl der Stadionkonsum als auch der endgerätebezogene Konsum von Fußball ständig weiter zu. Von „immer weniger Menschen können sich das leisten“ kann nicht die Rede sein.
ganz ehrlich, da musst du selbst auch lachen, wenn du das siehst.
Es gibt natürlich Gründe für diese Verfünffachung. Trotzdem ist die Steigerung schon gewaltig.
Das ist natürlich eindeutig so.
Ich trauere trotzdem der Zeit nach, als ich 1990 4 Wochen durch Italien reisen konnte, mir fast jeden Tag ein Spiel anschauen konnte und das leistbar war (Unterkünfte, Tickets etc.). Wenn ich mir die Preise der WM in den USA anschaue, dann wäre solches Vorhaben komplett illusorisch.
Nein, das waren doch nur willkürlich gegriffene Zahlen, die sich nicht auf irgendwelche realen Produkte oder Preise bezogen. Statt 10 Euro und 100 Euro hätte ich auch 30 Euro und 40 Euro nehmen können, dann wäre der Preis des Gutes real gesunken. Es ging mir nur um eine zahlenmäßige Veranschaulichung einer zuvor getroffenen Aussage.
Wenn die Preise aus Willys Beispielen real sind, dann haben sich die Güter, die er nennt, stärker verteuert als der Verbraucherpreisindex, das heißt als ein repräsentativer Warenkorb, in den diese Güter auch mit einem kleinen Anteil eingehen.
Im Übrigen ist es theoretisch durchaus möglich, dass sich trotz eines steigenden durchschnittlichen Reallohns immer mehr Menschen bestimmte Konsumprodukte nicht leisten können.
Folgendes Beispiel: Eine Gruppe von 10 Leuten, Jahr 1, Jahr n.
Jahr 1:
- Die Jahresgehälter sind 4, 4, 4, 4, 4, 6, 6, 6, 6, 6.
- Das Durchschnittsgehalt ist 5.
- Der Preis für das einzige Konsumgut beträgt 4.
=> Jeder kann sich das Konsumgut leisten.
Jahr n:
- Die Jahresgehälter sind 5, 5, 5, 5, 5, 10, 10, 10, 10, 10.
- Das Durchschnittsgehalt ist 7,5 (+ 50%).
- Der Preis für das einzige Konsumgut beträgt 5,5 (+ 37,5%)
=> Der Reallohn ist stärker gestiegen als die Verbraucherpreise / die Inflation (50% vs. 37,5%). Das einzige Konsumgut ist statistisch real billiger geworden.
Gleichwohl können sich die unteren 50% der Bevölkerung das Konsumgut nicht mehr leisten (Lohn 5 vs. Preis 5,5). Ihr Lohn ist langsamer gewachsen als die Verbraucherpreise.
Im Fernsehen ist das Angebot gut, da muss ich dir Recht geben. Aber viele jüngere Leute, die man vielleicht für den Fußball gewinnen will, unter anderem Kinder sind schon eher auf den sozialen Medien unterwegs und schauen weniger Fernsehen. Wenn man jetzt zum Beispiel auch nach einem Spiel am Samstagabend noch ausgehen will, kann man auch nicht so einfach seine Zusammenfassungen sehen.
Ich habe jetzt keine Daten, aber ich bin mir relativ sicher, dass Technik also Handy, Fernsehen, Drucker, Spielekonsole für viele Leute erschwinglicher geworden sind als noch vor 10 oder 20 Jahren. Liegt wie ich finde aber auch hauptsächlich daran, dass eben die Lieferketten noch Mal stark ausgebaut und verstärkt wurden in den letzten 20 Jahren.
Hier sind übrigens zwei interessante Videos, die gut zeigen, dass Piraterie zurück ist.
Nunja, als ob die jemals weg war?
Und bei Rekordeinnahmen für die CL schon wieder in der aktuellen UEFA Auktion finde ich einen Sieg der Piraterie zu verkünden auch eher hanebüchen…
Naja man hat geglaubt, dass durch die digitalen Möglichkeiten es weniger Praterie gäbe und die gab es ja am Anfang au h, weil Piraterie nicht unbedingt angenehm oder toll war. Aber dann wechselte die Stimmung und jetzt ist die Piraterie wieder im Aufwind.
Zeigt sich insbesondere auch durch den aktuellen Einstieg von Apollo bei Athleti zu einer riesen Summe…
Der Wert von Real wird bald 7Mrd knacken, das ist schon krass!