MSR414: Prekärer Rekordumsatz? Ein Blick in die Zukunft des FC Bayern

Veröffentlicht unter: FC Bayern – Podcast: Die finanziellen Hürden der Zukunft

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Was man bei der Auslandsvermarktung auch noch hinzufügen sollte ist, dass man als normaler Fußballfan eigentlich nur ein Team richtig verfolgt und nebenbei vielleicht noch hier und da etwas Fußball schaut. Man hat ja auch ein Leben außerhalb von Fußball und die meisten geben ihr Geld dann auch nicht nur für Streaming aus. Und dass die Bundesliga im Ausland für viele Fans eher hinten runter fällt, weil sie eben doch nicht so interessant ist bzw. man bereits andere Lieblingsvereine und Hobbys hat, ist verständlich.

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Individuell vielleicht, ja. Aber Fußball ist immer noch ein Wachstumsmarkt, und zwar sowohl finanziell, was den Umsatz angeht, als auch bezüglich der weltweit auf den Konsum von Spielen und begleitender Berichterstattung verwendeten Zeit.

Der Anspruch der Bundesliga muss sein, an diesem Wachstum wenigstens nicht deutlich schlechter zu partizipieren als die anderen großen Ligen, bestenfalls sogar genauso gut oder – dare to dream – sogar besser.

In den vergangenen zehn Jahren sind die Einnahmen aus der Bundesliga national auf der Stelle getreten (verständlich, der Markt ist allmählich gesättigt, es gab Corona und wir befinden uns im Griff einer Rezession), aber international gesunken. Das ist blamabel und sollte jeden Verantwortlichen bei der DFL, der für die Vermarktung des Fußballs zuständig ist, stark beschäftigen.

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Eine immer wichtigere Komponente sind Sportwetten. In Brasilien ist das echt zum Volkssport geworden und hatte zur Folge, dass der Konsum breiter gestreut ist (viele schauen relativ random irgendwelche Spiele um ihrem Wetthoppy/ihrer Wettsucht zu frönen). Ein riesiges Problem bei der Sache ist aber in Südamerika das illegale Streaming. In Brasilien kann man sich eine Streaming-Box kaufen (kostet so 200 Euro) , die man an den Fernseher anschliesst und dann über einen illegalen Streamingdienstanbieter (35 Euro im Jahr!) auf sämtliche Fernseh- und Pay-per-view-Kanäle und auch auf sämtliche Filme und Serien zugreifen kann. Illegales unbegrenztes Streaming wird also praktisch wie ein legaler Streamingdienst vermarktet und ist im Bedienungskomfort auf einem ähnlichen Niveau wie legale Anbieter (inklusive Serviceline bei technischen Problemen). Warum das so lange geduldet wurde? Sicherlich weil die Justiz hier sehr langsam arbeitet, weil die Anbieter sich dem Zugriff entziehen (Server irgendwo im Ausland) und wohl als wichtigster Faktor: weil die Politik Piraterie wohl immer noch als eine für sie kostenlose Sozialmassnahme wahrnimmt (womit sie natürlich auch nicht ganz unrecht hat, da sich breite Bevölkerungsschichten kein Bezahlfernsehen leisten können). Dazu eine lustige Anekdote: vor ein paar Wochen haben die argentinischen Strafverfolger scheinbar doch die Geduld verloren und eine ganze Reihe von Streaminganbietern lahmgelegt und deren Server beschlagnahmt. Daraufhin haben sich in Brasilien Tausende (!) „Kunden“ bei der Verbaucherzentrale :joy: beschwert, dass ihre ilegalen Streaming-boxen nicht mehr funktionieren würden, obwohl sie doch erst kürzlich ihre „Jahresabos“ (die 35 Euro) abgeschlossen hätten.

Das alles ist natürlich keine Begründung, warum die Bundesliga soviel weniger erlöst als andere Ligen. Ich wollte nur aufzeigen, dass die unterschiedlichen Märkte ganz unterschiedliche Realitäten haben.

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An diesen beiden Stellen habe ich wirklich breit geschmunzelt. Danke für die netten Anekdoten.

Es scheint ja so zu sein, dass die Leute mehrheitlich gar nicht wissen, dass sie illegale Dienste von kriminellen Anbietern beziehen oder, wenn sie es wissen, es sie nicht kümmert und dass es, eigentlich noch interessanter, den brasilianischen Staat auch nicht kümmert bzw. er die Duldung solcher Services sogar als Element der Sozialpolitik begreift und vielleicht sogar stillschweigend unterstützt. Interessant. Wieder etwas gelernt.

Ich erinnere mich, dass das in Deutschland in den 2000ern auch ein Ding war. Da hat man dann irgendwas an den Fernseher angeschlossen und dort liefen dann auf einmal Premiere und Co.

Allerdings kann ich mich nicht erinnern, wie teuer das war und wie das verfolgt wurde. Hierzulande aber sicherlich stärker als woanders.

Auch in Europa und Deutschland sind die Piraten wieder vermehrt unterwegs und finden viel Zulauf. Zuletzt bestärkt durch die Unterbindung des Accountsharings, was viele ja immer benutzt haben.

Ich kann Südamerika diesbezüglich nicht ausreichend beurteilen. Allgemein wird das Problem von illegalem Streaming von Rechtehaltern aber regelmäßig maßlos überhöht. Ähnlich wie bei Produktpiraterie.

DFL, Sky, adidas und Co. machen ganz oft die Milchmädchenrechnungen auf: 30.000 illegale Streams/gefälschte Trikots = 30.000 x 100 Euro (fiktiver legaler Verkaufspreis) = 3.000.000 Euro Schaden.
Was völliger Humbug ist. Ein Teil der 30.000 hat zusätzlich bereits legale Streams/Trikots, ein anderer Teil würde auch ohne die Piraterie-Angebote niemals auf die legalen Angebote zurückgreifen, sondern schlicht verzichten (siehe auch dein Argument der „kostenlosen Sozialmaßnahme“). Und für einen dritten Teil sind die Piraterie-Angebote der Einstieg in die reguläre Kundschaft.

Zu Zeiten von Napster, Kino.to etc. gab es Studien, die genau das zeigten: Dass jene illegalen Streamer mit den meisten Downloads gleichzeitig die besten legalen Kunden von Bezahl-Streamingdiensten waren bzw. später wurden.

Das ist enorm wichtig. Darauf gingen wir im Podcast ja auch ein: sich viele unterschiedliche Märkte zu erschließen, geht weder nebenbei noch mit einem „one fits all“-Approach. Sondern erfordert mehr oder weniger maßgeschneiderte Ansätze für jeden Markt. Und das wiederum bedeutet Aufwand, den die DFL zu oft scheut(e).

Kleiner Randaspekt: Brasilien läuft als Markt für die DFL in den letzten Jahren sehr gut. Hohes Wachstum auf allen Ebenen (Bezahlabos, Views/Clicks, Bekanntheit, Engagement…).

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Für mich übrigens ein Teil des Gipfels dieser ganzen ekelhaften Auswüchse. Da zahlst du bei DAZN bereits fast 400 Euro im Jahr, um einen TEIL des Fußballs zu sehen, den du sehen möchtest und musst dann nochmal 240 Euro pro Jahr drauflegen, um parallel streamen zu können.

Ich verstehe schon die gesamte Kausalkette. Teure Rechtepakete, Streamingdienste machen damit einfach keinen Gewinn, weil sie die Kohle damit nie wieder reinholen und erhöhen sukzessive die Preise. Der „Best Case“ für Fans ist da fast schon, wenn alle zwei, drei Jahre ein anderer in den Markt einsteigt und kleine Preise anbietet, die sich nicht durchhalten lassen. Auf der anderen Seite werden es immer mehr Dienste, die man braucht, wenn man alles live schauen will.

Fußball als bezahlbarer Volkssport ist schon lange Geschichte und wird zunehmend zum Sport für Eliten. Das ist eine rein den Markt betrachtend logische Konsequenz. Gut finden muss man das nicht.

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Ja, solche Milchmädchenrechnungen machen tatsächlich keinen Sinn. Der Markt für gefälschte Trikots ist ein anderer als für orginale Trikots. Beim Streaming ist es etwas komplexer, weil insbesondere der Markt für Spiele aus dem Ausland sehr unübersichtlich ist (manche Spiele werden jetzt sogar auf Youtube übertragen, manche Sachen laufen wohl bei den Wettanbietern…). Eine Anmerkung noch: ein attraktiver Spielstil mit vielen Toren ist unglaublich wichtig um Interesse zu generieren. Bayern schauen extrem viele Brasilianer, weil die Spiele einfach spektakulär und torreich sind. Da hat sich Bayern schon richtiggehend einen Namen gemacht.

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Klasse Folge! Mit dem Trio habe ich Mia San Rot kennen gelernt. Daher war es cool, die drei wieder in einer Runde zu sehen/hören. Das Thema dafür war auch perfekt.

Also meiner Meinung war Fußball schon ein Volkssport, bevor es überhaupt live Übertragung aller Spiele gab. Ich weiß, dass es andere Zeiten waren. Aber in einer gewisser Weise ist jedes Spiel zu sehen auch ein Luxusprodukt.

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Und wenn wir jetzt meinen Kommentar lesen, steht wo, dass ich Fußball abspreche, schon sehr lange ein Volkssport zu sein?

Es geht für mich darum, dass dieser Sport bezahlbar sein sollte. Für möglichst viele Menschen. Und das ist er schon recht lange nicht mehr. Es geht mir auch nicht um alle Spiele im Sinne von: Ich will jeden Tag jedes Spiel der Welt sehen. Sondern um alle Spiele eines Vereins oder zumindest sehr viele davon. Das wird immer komplexer und schwieriger. Vor allem für jene, die nicht so viel Geld im Monat über haben.

Natürlich war es 300 vor Christus schwieriger, weil man da nur ins Stadion gehen konnte. Aber deshalb kann man die Entwicklung doch nicht leugnen, dass Spitzenfußball in den letzten Jahren für viele Menschen deutlich weniger zugänglich geworden ist.

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Ich sehe schon da habe ich ungenau geschrieben. Es tut mir leid wenn du dich darüber geärgert habe (das entehme ich jedenfalls deiner doch etwas polemischen Antwort). Für mich wäre ein bezahlbarer Volkssport einer den ich betreiben kann ohne dass ich dafür viel ausgeben muss. Also Fussball ja und Golf eher nein. Ich sehe nur nicht dass das schauen von Spielen (alle war nicht böse gemeint reine tippfaulheit)damit verbunden ist. Ich gehöre zu denen die es sich nicht leisten können und dann höre ich eben wieder Radio.

Es haben sich schon einige Dinge extrem verändert. Allerdings muss man bzgl. des Bereichs Fußball im Fernsehen auch ein paar Dinge ansprechen, die jüngere User vielleicht gar nicht mehr kennen und wissen, um sich ein ausgewogenes Bild zum bezahlbaren Volkssport machen zu können. Keine Angst: ich gehe nicht ins Jahr 300 vor Christus zurück. :wink:
Früher (und damit meine ich die Zeit bis Anfang der 90er) war es schlicht und einfach gar nicht üblich, dass man Bundesligaspiele außerhalb des Stadions live in voller Länge sehen konnte, obwohl es Fernsehübertragungen von Fußballspielen schon seit Jahrzehnten gab. Es blieb nur die einzige Chance, sich die Spiele im Radio anzuhören und dann die Zusammenfassung in der Sportschau zu kucken, eine Möglichkeit, die es heute auch noch gibt und die durchaus reizvoll sein kann.
Dann kam irgendwann Premiere mit dem Topspiel der Woche. 8 von 9 Spielen blieben aber vorerst weiterhin für das Fernsehpublikum „unsichtbar“, selbst wenn man bereit war, zusätzlich zur GEZ weiteres Geld für Fußball auszugeben. Im Laufe der 90er Jahre wurde das Angebot erweitert und mehrere Spiele zu verschiedenen Anstoßzeiten waren zu sehen, z.B. am Freitagabend und am Sonntagnachmittag zusätzlich zum Samstagsspiel. Irgendwann Anfang der 2000er gab es dann bei sky die Möglichkeit, die Spiele, die nicht auf dem Hauptkanal übertragen wurden, für extra Geld dazuzubuchen. Als Bayernfan hatte man das Glück, dass Bayern ziemlich oft das Hauptspiel war, aber Fans anderer Teams mussten da teilweise schon umgerechnet über 20 Euro pro Monat zum normalen Abo-Preis drauflegen, wenn sie ihr Team 4x pro Monat dazu buchen mussten.
Es gibt also wie gesagt erst seit etwas mehr als 20 Jahren überhaupt die Möglichkeit, jedes Spiel seines Vereins außerhalb des Stadions live zu sehen, wenn man denn bereit ist, genug dafür zu bezahlen. In all den Jahren vorher gab es nie nennenswerte Bestrebungen bzw. Forderungen, dass es doch möglich sein müsste, alle Spiele seines Vereins sehen zu können. Erst seit ungefähr Mitte der 2000er Jahre hatte man die Möglichkeit, innerhalb eines Pay TV-Abos jedes Spiel ohne Zusatzkosten auszuwählen und erhielt für eine Fixsumme quasi unbegrenzten Zugang zu den Spielen seines Teams. Lange Jahre reichte ein Anbieter aus und in den kundenfreundlichsten Zeiten reichte ein Abo, um als Bayernfan alle Spiele (egal ob Bundesliga, CL oder DFB-Pokal) über sky zu sehen und das zu einem Preis, den man heute als fair bezeichnen würde, den es aber heute wahrscheinlich trotzdem nicht mehr gäbe, weil sich schlicht und einfach fast alles im Bereich der Freizeit- und Unterhaltungsbranche extrem verteuert hat.
Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob es unanständig ist, die Preise für Live-Fußball immer weiter in die Höhe zu treiben, so dass sich nicht mehr jeder die nötigen Abos leisten kann, oder ob es nicht auch reichen muss, dass jeder, der im Besitz eines Fernsehgerätes ist, in der Lage ist, Ausschnitte der Spiele zu sehen, so wie es in den Jahrzehnten, in denen der Fußball seinen Ruf als Volkssport erwarb und festigte, der Fall war. Ein paar Spiele live pro Jahr (z.B. Nationalelf, DFB-Pokal und einige Europacupspiele) und ansonsten die Zusammenfassungen waren über Jahrzehnte das höchste der Gefühle. Das kann man heute im Übrigen wie gesagt auch noch haben ohne zusätzliche Gebühren zu bezahlen.
Zum Thema Preissteigerungen (egal ob Abos oder Eintrittspreise) sei gesagt, dass sich die Preissteigerungen in etwa in den Dimensionen bewegen, die auch andere Teile der Unterhaltungsindustrie zu verzeichnen haben.
Ein Konzert eines Mega-Acts wie Metallica für umgerechnet 25 Euro (1993 noch problemlos möglich), heute Ticketpreis ca. 100 - 120 Euro. CL-Finale 2001 in Mailand (teuerste Kategorie über Bayern umgerechnet ca. 70 Euro) heute wahrscheinlich auch das vier- bis sechsfache.
Skifahren in Österreich kostete vor 25 Jahren ungefähr 20 - 25 Euro am Tag. Heute zahlt man ebenfalls mindestens das Dreifache.
Von den Preisen in der Gastronomie brauchen wir gar nicht zu reden. Für 60 DM hätte man mit einer dreiköpfigen Familie im Jahr 2000 ein einigermaßen gehobenes Restaurant besuchen können und jeder hätte sein Fleischgericht bekommen. Für 30 Euro und ein Getränk kannst du heute froh sein, wenn man in den gleichen Restaurants alleine für ein Fleischgericht plus Getränk rausgeht.
Konzerte, Fußball, Skifahren, Essen gehen, Kino: all das hatte im 20. Jahrhundert keinen elitären Charakter, sondern das waren Freizeit-Tätigkeiten für „Otto Normalverbraucher“. Heute sind manche dieser Dinge fast unerschwinglich. Mit etwas zeitlicher Verzögerung kann ich aber wenigstens noch alle Tore und die Highlights der Spiele meines Vereins sehen, während bestimmte Konzerte, Sportarten oder Restaurants immer breiteren Schichten verschlossen bleiben.
Bizarrerweise kann man sich als Otto Normalverbraucher heute noch am ehesten das leisten, was früher als Freizeitbeschäftigung der oberen Zehntausend galt, nämlich ins Theater zu gehen.
Für Bühnen von Weltrang wie dem Wiener Burgtheater bekommt man ohne große Probleme für sehr viele Vorführungen Tickets für 10 - 15 Euro und wenn man einen Stehplatz wählt, kostet es weniger als das Bier im Stadion oder auf einem Konzert.
Diese Entwicklung ist allgemein nicht toll, aber kann man sie stoppen? Wäre es angemessen, den Zugang zum Fußball - ähnlich wie den zu Theatern oder Museen - staatlich zu subventionieren?

Und ich würde schon sagen, dass Fußball noch immer zugänglich ist, wenn man sich z.B. mit Freunden oder Bekannten zusammenschließt und sich Abos teilt und dann auch bereit ist, sich gegenseitig zu besuchen. Wer in Städten lebt, hat ohnehin die Möglichkeit, Fußballkneipen zu besuchen. Diese Chancen hatte man vor 30 Jahren (und nicht 300 vor Christus) noch gar nicht.
Nur weil es mal vor ca. 10 - 15 Jahren eine Phase gab, in der man für einigermaßen überschaubares Geld nach Lust und Laune in den eigenen vier Wänden jedes Spiel schauen konnte, heißt das nicht, dass diese Episode der Fußballgeschichte dauerhaft sein muss, so schön das auch wäre.

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Danke für den Versuch der Erklärung an mich 12-Jährigen, aber ich habe es a) tatsächlich noch selbst erlebt, dass nicht alles im Fernsehen läuft und b) weiß ich auch, dass das früher anders war. :wink:

Im Ernst: Das ändert für mich persönlich nichts daran, dass bald 1.000 Euro im Jahr für alle Spiele des FC Bayern (Männer, der Disney-Quatsch bei den Frauen ist da noch nicht drin; aktuell dürften es so 750 sein, aber da kommt ja noch einiges auf alle zu) einfach zu viel sind. Das ist meine Meinung. Wir leben nun mal in einer Zeit, in der der technische Fortschritt es erlaubt, mehr zu verbreiten und zu zeigen als vor Christus. Wenn teilweise ganze Wettbewerbe aus der frei zugänglichen Fernsehwelt verschwinden, dann halte ich das für falsch. Wenn sich viele Menschen das teilweise nicht mehr leisten können, obwohl sie arbeiten, dann läuft grundsätzlich etwas falsch. Da überzeugen mich weder das Argument, dass es früher mit der Zugänglichkeit nicht so toll war, noch das Argument, dass die ganze Unterhaltungsbranche immer teurer wird. Letzteres bestärkt meine Sicht eher.

Kann man natürlich anders sehen, wenn man solche Probleme nicht hat. Ich habe diese Probleme übrigens selbst auch nicht, aber ich fühle mit vielen, die sie haben und für die die Sektoren Unterhaltung und Kultur immer schwerer zu finanzieren sind.

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Wenn dir das reicht, ist das ja schön. Und nein, ich habe mich weniger geärgert, als es bei dir ankam. Das war einfach ironische Überspitzung, um mich da nicht auf ein Jahr festlegen zu müssen. Oder eine Spanne.

Ich finde einfach, dass Fußball des FC Bayern kein Luxusprodukt sein sollte, das man sich vielleicht leisten kann, vielleicht aber auch nicht. Fußball hat eine derart große gesellschaftliche Kraft und gerade die Spitzenvereine bilden einen riesigen Teil des Alltags eines großen Teils der Bevölkerung durch alle Schichten hinweg ab. Diese Menschen, so auch du, hätten es verdient, dass sie sich mehr aus dem Unterhaltungssektor leisten könnten.

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Ich sage ja auch nicht, dass ich die Entwicklung gut finde. Ich bin lediglich der Meinung, dass sie nicht unnormal und eigentlich sogar logisch für unsere Zeit ist. Dinge, die früher noch für eine deutlich breitere Bevölkerungsschicht selbstverständlich waren, sind heute für viele entweder gar nicht mehr oder nur mehr sehr bedingt erschwinglich, egal wie wichtig und sinnvoll es wäre, dass mehr Leute es sich leisten könnten.
Aber Fußball kommt da in meinem Ranking der bedauerlicherweise immer teuer werdenden Dinge dann doch eher weiter hinten, denn es gibt wie gesagt noch genug Möglichkeiten, am Fußball teilzuhaben, selbst wenn man nicht jedes Spiel seiner Lieblingsmannschaft auf Knopfdruck bequem live sehen kann, auch wenn die Technik das hergeben würde.

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Was ist schon unnormal? Aber ja, logisch finde ich es in „unserer Zeit“ ebenfalls. Schreibe ich sogar weiter oben. Aber logisch im Sinne von „aus dem, was bisher passiert ist, die logische Schlussfolgerung“ muss ich ja nicht gut finden.

Da sind wir uns einig.

Ich würde nicht sagen, dass es gar nicht mehr möglich ist, am Fußball teilzuhaben. Das wäre ja Quatsch. Aber wenn der FC Bayern und auch der BVB und selbst auch manch kleinerer Klub in der Bundesliga zum Premiumprodukt werden, dann finde ich das bedauerlich. Und ob das langfristig dem „Volkssport“ hilft, bleibt mal abzuwarten. Denn wenn ich in der Spitze anfange, einen immer breiteren Teil der Bevölkerung zu „vertreiben“, dann suchen die sich eben woanders ihre Entlastung vom Alltag. Und das hat dann auch Folgen für den Fußball.

In der letzten Konsequenz glaube ich nicht daran, aber es wäre schön, wenn es so käme und die Spitze das auch mehr spüren würde, dass es nicht okay ist, das so auf die Fans abzuwälzen.

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Was mich an der Bundesliga einfach besonders aufregt, ist dass man kostenfreie Zusammenfassungen erst nach Mitternacht nach dem letzten Bundesligaspieltag erhält. In anderen Ligen bekommt man auch schneller die Zusammenfassungen, auch in der Champions League. Dass das in der Bundesliga nicht möglich ist schließt viele Leute aus.