Veröffentlicht unter: FC Bayern vor modernem Klassiker: Spektakel garantiert?
Am Dienstagabend treffen sich der FC Bayern München und PSG zum modernen Champions-League-Klassiker in Paris. Ein Duell der Ungleichheiten? Ja und nein. Dieser Artikel wurde von Janet geschrieben. Janet hat sich bei Miasanrot beworben. Als der FC Bayern München und Paris Saint-Germain letztmals in einem K.-o.-Spiel aufeinandertrafen, schien die Rollenverteilung im Vorfeld relativ klar zu sein. Paris galt als das Team, das sich mit seiner individuellen Klasse endgültig in Europas Spitze festgebissen und jüngst die Champions League gewonnen hatte. Bayern hingegen lebte vom Ruf als etablierte Größe: erfahren, stabil und in K.-o.-Spielen auf diesem Niveau schwer zu schlagen. Ein Gegner,…
Willkommen Janet. Ein wirklich toller Artikel, der beide Mannschaften dieses Duells entsprechend behandelt und würdigt.
Für mich ist Paris die ausgeglichenere Mannschaft und hat eigentlich in jedem Mannschaftsteil Weltklasse. Zudem haben sie eine zum aktuellen Zeitpunkt voller und besser besetzte Bank. Bayerns Stärken dagegen liegen schon eher im Angriff und im Spiel mit dem Ball und nicht so sehr im Verteidigen. Deswegen würde ich sagen, dass Bayern bestimmt, ob es ein Spektakel wird oder nicht. Bayern kann nämlich wie in der Ligaphase mit seiner Offensive Paris ordentlich Probleme bereiten, aber für den ein oder anderen Schnitzer ist die Bayern-Defensive auch immer bereit. Deswegen ist meiner Meinung nach jedes Ergebnis zwischen 0-0 und 4-4 möglich, wobei ich aber glaube, dass beide Mannschaften zuerst einmal darum bemüht sein werden die Kontrolle im Mittelfeld zu erlangen. Und die diejenige Mannschaft, die das am ehesten hinbekommt, wird glaube ich auch das Duell für sich entscheiden.
Etwas provokativ gefragt: Können oder wollen wir das? Wir spielen ja sehr aggressiv im Angriffspressing und bei Ballbesitz sehr vertikal. Vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden, aber Ballhalten mittels gepflegten Passspiels im MF ist ja nicht so VK-Stil, oder?
Sachlich toller Artikel, aber
Nix für ungut - Wortklauberei:
Ein “Klassiker” ist, vom Wortsinn her ein oftmaliges Ereignis. Ich nenne es: “Spitzenduell” mit Zukunftspotential.
Trotzdem: Danke für den Beitrag!
Wer bestimmt denn, was oftmalig ist? PSG dürfte mittlerweile einer der häufigsten Gegner der Bayern in der CL in einer nicht unwesentlichen Zeitspanne gewesen sein. Letztendlich sind solche Definitionen ja recht individuell. Ich persönlich finde die Differenzierung zwischen einem echten Klassiker wie Bayern gegen Real und einem modernen Klassiker wie Bayern gegen PSG, wo eine echte Rivalität mit sportlich hohem Reiz entstanden ist, sinnvoll.
Also zumindest im Hinspiel in Madrid war es oft nicht so vertikal. Da ging es meiner Meinung nach auch insbesondere in der ersten Halbzeit um Kontrolle. Deswegen konnte man Madrid ja auch hinten reindrängen (auch wenn sie das zum Teil zugelassen haben um selber kontern zu können).
Einen Klassiker sehe ich auch nicht unbedingt obwohl wir die letzten 2 Jahre einige Begegnungen hatten.
Aber im heutigen Kontext, da die Bezeichnung durchaus sehr schnell benutzt wird wie seit 2013 gegen Dortmund, ist das sicher högschd individuell.
Wie dem auch sei, es ist das vorgezogene Finale, wie man immer so schön sagt. Meint, es spielen die beiden aktuell besten Mannschaften Europas im direkten Duell.
Fürs Hinspiel wünsche ich mir eine stabilere Abwehr als in den letzten 4 Spielen und vorne hoffe ich auf Effizienz. Dann ist alles drin. Ein Unentschieden wäre grandios.
Es werden dann zwölf Duelle seit 2017 sein. Natürlich kann man sagen, das reicht noch nicht. Ich bin anderer Meinung und impliziere mit modernem Klassiker, dass es ein Klassiker in the making ist. Meinetwegen auch junger Klassiker. Da werden noch viele Duelle on top kommen und die sind alle erinnerungswürdiger als die meisten anderen. Eine besondere Rivalität.
Genau, das sagt man immer so gerne… Ich möchte nur mal an die Klubweltmeisterschaft letztes Jahr erinnern: Da dachten auch viele, dass PSG unstoppable sei, und zumal durch das dröge Chelsea. Das Ergebnis ist bekannt. Als Underdog spielt sich’s ganz vortrefflich.
Deshalb kann man auch Atletico oder Arsenal keinen größeren Gefallen tun als jetzt vom vorgezogenen Endspiel zu reden.
Tatsächlich würde ich behaupten das es beides ist. Sofern die möglichkeit besteht direkt und vertikal nach vorne zu spielen wird das auch getan bzw. versucht. Sofern man aber das Spiel mal beruhigen möchte und Ballbesitzphasen haben möchte hält man den Ball eben mittels gepflegten Passspiel im Mittelfeld in seinen eigenen Reihen.
Es ist auf jeden Fall aufgrund der Zahl der Duelle ein Klassiker. Für mich persönlich wird es aber nie auf einer Stufe mit Real, Barcelona, Inter oder so stehen, weil einfach der historische Kontext fehlt. Klingt natürlich etwas komisch, wenn ich das mit 25 sage, aber das ist einfach ein persönliches Empfinden. Damit will ich aber niemandem etwas in seinem Empfinden absprechen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf ein spannendes Duell heute Abend.
Ich würde sogar so weit gehen und das Spiel als „Champions League - Klassiker“ titulieren, denn seit der Gründung der CL im Jahr 1992/93 gab es für Bayern gegen PSG so viele Spiele wie gegen kaum einen anderen Gegner. (gegen PSG werden es nach dem Rückspiel 17 Spiele gewesen sein, gegen Real hat man in der CL 24 Spiele absolviert)
Beide Teams duellierten sich z.B. in der Frühphase der CL von 1994 bis 2000 schon 3mal, damals noch mit der besseren Bilanz für PSG, die 4 der 6 Spiele gewannen, während Bayern 2mal erfolgreich war. Dann war längere Zeit Pause, bis es 2017 zwei weitere Duelle gab. Dass es nicht schon früher als ein großes Duell zweier Topteams gesehen wurde, lag mMn daran, dass die ersten 8 Spiele allesamt Gruppenspiele waren und in den jeweiligen Jahren immer beide Teams als Gruppenerster und Gruppenzweiter in die jeweils nächste Runde einzogen. Da entsteht dann einfach keine solche Rivalität, wie wenn es Duelle in KO-Spielen wären. (gegen Real waren z.B. 22 der 24 Spiele KO-Duelle)
Seit den 2020er-Jahren hat sich das geändert, und mit dem Duell in diesem Jahr haben wir jetzt den kompletten Satz innerhalb nicht einmal eines Jahrzehnts:
Gruppenspiele 2024 und 2025, Achtelfinale 2023/24, Viertelfinale 2020/21, Halbfinale 2025/26, Finale 2019/20, (dazu noch ein Duell bei der Klub-WM)
So einen kompletten Satz an Spielen in den verschiedensten Phasen der CL gibt es für Bayern übrigens gegen keinen anderen Gegner (gegen Real fehlt dazu ein Finale).
Von daher bin ich eindeutig im Team „Klassiker“.
(sogar ohne die Einschränkung „moderener“)
PS: An alle, die sich am Begriff Klassiker stören: würdet ihr diese Kritik auch anbringen, wenn jemand Bayern gegen Barca als Klassiker bezeichnen würde? Ich vermute eher nicht. Deshalb mal der Blick auf dieses Duell, das wahrscheinlich alle als Klassiker des europäischen Fußballs sehen.
Beide Teams standen sich in der CL 14mal gegenüber und im UEFA-Cup einmal. Die Gesamtzahl an Spielen ist also ähnlich wie gegen PSG (16 vs. 17). Das Spiel im UEFA-Cup war das erste Duell und fand im Jahr 1996 statt (also später als Bayerns 1. Duell mit PSG). Von den 14 Duellen in der CL waren 7 Gruppenspiele, also 50%. 3 KO-Duelle waren nach dem Hinspiel praktisch entschieden, so dass im Rückspiel gar keine richtige Spannung mehr aufkommen konnte (2009 und 2015 nach 4:0 bzw. 3:0 Heimsiegen von Barca, 2013 nach dem 4:0 Heimsieg von Bayern). Und das Viertelfinale in Lissabon 2020 hatte nach spätestens 60 Minuten auch jegliche Spannung verloren. Einzig das Duell im UEFA-Cup 1995/96 (2:2 in München, 2:1 Auswärtssieg) war wirklich von Anfang bis Ende ein Duell auf Augenhöhe.
Da waren die Duelle gegen PSG mMn in den letzten Jahren schon von einem ganz anderen Kaliber in Sachen Spannung und Dramatik. Beim Finale 2020 ging es hin und her, 2021 kam PSG nur aufgrund der Auswärtstorregel weiter und das 3:0 Gesamtergebnis von 2023 liest sich auch deutlich klarer als es war (es sei nur an die de Ligt-Grätsche erinnert).
Ich finde, moderner Klassiker trifft es gut.
Natürlich ist es kein Real, Barca oder ManU. Früher vielleicht noch die Duelle gegen italienische Mannschaften. Das sind (für mich) die richtigen Klassiker.
Zu diesem PSG-Duell, 1997, war ich im Olympiastadion. Gott bin ich alt.
Ich bin ja auch kein PSG-Fan und finde die Machenschaften von Katar eklig, aber historischer Kontext entsteht jetzt gerade. Je häufiger diese Klubs aufeinandertreffen, desto relevanter wird das Duell. Und 25-Jährige werden 2050 (insofern da überhaupt noch Fußball in der Form gespielt wird, wie wir ihn kennen) bestimmt nicht sagen, dass es ihnen an Historie fehlt.
Ich sage ja auch nichts dagegen. Und möglicherweise dauert es bei mir auch noch einfach ein paar Jahre. Objektiv betrachtet ist es sicherlich bereits ein Klassiker.
Ich war 3 Jahre vorher beim Duell Bayern gegen PSG, als George Weah die Bayernabwehr schwindlig spielte und den Siegtreffer erzielte.
George Weah ist mittlerweile schon fast 60 und sein Sohn Timothy, der ebenfalls Profi ist, ist schon fast so alt wie der Vater, als der 1994 dieses Tor schoss.
Da merkt man das eigene Alter wirklich. ![]()
Da war ich auch
(say oui, say a, say say George Weah) ![]()
Ich würde dir hier eigentlich auch zustimmen, aber beim Blick in die Vergangenheit feststellen, dass unsere Wahrnehmung hier trügt.
Bei Real ist die Bezeichnung Klassiker mMn passend, denn Duelle zwischen beiden Teams gab es immer wieder und zwar schon seit einem ziemlich langen Zeitraum. Schon in den 70er Jahren traf man aufeinander, ebenso in den 80er Jahren, ehe es dann eine längere Pause gab, bis es ab dem Jahr 2000 so richtig los ging.
Bei ManUnited und Barca ist es hingegen ganz anders. Gegen Barca gab es das erste Duell im Jahr 1995/96 und gegen ManUnited erstmals in der Saison 1998/99. Eine lange gemeinsame Historie von Duellen gegeneinander ist somit Fehlanzeige. Gegen PSG spielten wir tatsächlich schon früher als gegen Barca und ManUnited.
Bei den italienischen Klubs ist das hingegen etwas anders, v.a. beim Duell Bayern gegen Inter. Von der absoluten Anzahl an Spielen kann dieses Duell zwar mit bislang 11 Pflichtspielen nicht mit den Duellen gegen Real, PSG oder Barca mithalten, allerdings verteilen sich die Spiele auf einen längeren Zeitraum, denn man traf bereits 1988 aufeinander (Bayern drehte ein 0:2 daheim und gewann mit 3:1 im San Siro) und dann immer wieder mal und das meistens in wichtigen Spielen und leider dann immer mit dem besseren Ende für Inter (2010 im Finale, 2011 im Achtelfinale und 2025 im Viertelfinale). 3 Siege und 1 Remis in 4 Gruppenspielen hübschen dabei die Bilanz nur auf.
Gegen Milan gab es auch nur relativ wenige Spiele und hier würde ich nicht unbedingt von einem Klassiker sprechen, sondern eher von einem Albtraum, denn bei 4 KO-Duellen (erstmal im Pokalsieger-Cup 1968, letztmals in der CL 2007) kam immer Milan weiter und auch beide Gruppenspiele gewannen die Italiener.
Bayern gegen Juve war auch nur ein temporäres Intermezzo mit 10 Spielen innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt, (genauer gesagt zwischen 2004 und 2016). Duelle vorher und nachher sind Fehlanzeige. Anfangs war Juve in den 4 Gruppenspielen 2004 und 2005 tonangebend mit 3 Siegen und nur 1 Bayernsieg. Dann drehte Bayern auf und setzte sich immer durch.
Man kann es wohl drehen und wenden wie man will, aber außer der Begegnung Bayern gegen Real hat wohl kein anderes Duell eine solche Tradition, als dass man es eher als Klassiker bewerten könnte als das Duell zwischen Bayern und PSG.
Ich bin da auch hin und her gerissen bei der Verwendung des Begriffs. Für mich persönlich ist das Spiel heute kein Klassiker. Verstehe aber, wenn andere das anders sehen.
Spannend finde ich, was Claude dazu sagt, vor allem der letzte Absatz, der trifft glaube ich genau den Punkt, an denn die Diskussion entbrennt:
Was macht ein Fußballspiel zum „Klassiker”?
Der Begriff wird in zwei unterschiedlichen Kontexten verwendet:
- Wiederkehrende Vereinsduelle (der häufigste Gebrauch)
Hier bezeichnet „Klassiker” eine Dauerrivalität zwischen zwei bestimmten Klubs. Die erkennbaren Kriterien sind:
Sportliche Dominanz — Bayern München und Borussia Dortmund, bekannt als Der Klassiker, haben zusammen 27 von 32 Bundesliga-Titeln seit der Saison 2024/25 gewonnen  — die Paarung repräsentiert also die Spitze einer Liga.
Lange Geschichte und viele Begegnungen — Das „Old Firm” zwischen Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers gilt als einer der ältesten Klassiker überhaupt, das Duell wurde seit 1888 bereits 397 Mal ausgetragen.  Ähnlich verhält es sich mit Fla-Flu (Fluminense gegen Flamengo), wo 1963 ein Zuschauer-Rekord von 194.603 Fans für Vereinsspiele im Maracanã aufgestellt wurde. 
Außersportliche Dimension — Beim El Clásico (Real Madrid gegen FC Barcelona) spielen neben der sportlichen Rivalität auch kulturelle und politische Hintergründe eine Rolle , und beim „Old Firm” trennt die Teams eine religiöse Zugehörigkeit (protestantisch vs. katholisch).
Geografische oder städtische Identität — Das „interkontinentale Derby” zwischen Galatasaray und Fenerbahce leitet seinen Namen davon ab, dass die Vereine aus dem europäischen und asiatischen Teil Istanbuls kommen.  - Einzelne historisch bedeutsame Spiele
Hier werden Partien nachträglich zum Klassiker erklärt — meist durch dramatischen Spielverlauf, historische Bedeutung (WM-Finale, CL-Finale) oder ikonische Einzelmomente (z. B. Zidanes Kopfstoß 2006).
Interessante Grauzone
Die Bezeichnung „Klassiker” für Bayern vs. Dortmund wird von manchen in Frage gestellt, weil zwischen diesen Klubs historisch wenig echte Rivalität bestand — im Gegensatz zu älteren deutschen Derbys wie dem Revierderby (Dortmund vs. Schalke) oder der Rivalität Bayern vs. Borussia Mönchengladbach aus den 70ern. 
Das zeigt: Der Begriff ist nicht streng definiert, sondern entsteht durch eine Kombination aus sportlichem Gewicht, Wiederholung, Geschichte und emotionaler Aufladung — und wird manchmal auch bewusst von Medien und Vermarktern geprägt.
Eben denke ich mir gerade, wie relativ selten man in all den Jahren in Summe gegen diese absoluten Top Teams (vom Namen her) spielt.