Na ja, so trennscharf ist das aus meiner Sicht nicht. Alle Komponenten des Wortes können auch zusammenspielen. Verlierer im Sport können etwas verloren haben (ihre Gesundheit), aber auch Eigenverantwortung tragen. Das geht alles gleichzeitig und ich lege mich da nicht auf eine Schublade fest. Und das sollten andere auch nicht tun. Dafür gibt es unter den Überschriften ja auch Text. Die Frage ist, was man in der Bewertung dann wie gewichtet. Bei Musiala gewichte ich es persönlich so, dass der Eigenanteil am Status-quo nicht 0 ist, aber auch nicht relevant hoch. Da sind es überwiegend äußere Faktoren.
Und noch als Ergänzung: Wenn uns das jemand unterstellt, dann ist die Person vielleicht auch einfach am falschen Ort. Das lässt sich ja null aus Lennarts Text heraus deuten.
Dass das weder im Text steht noch irgendwie gemeint war, ist doch klar.
Aber dass es erst mal emotional triggert, wenn man die negative Bedeutung von „Verlierer“ häufiger gehört hat, hast du ja an den Reaktionen sehen können.
Das interessiert mich jetzt doch: was genau denkst Du, hätte Musiala intrinsisch besser machen können, um zum jetzigen Zeitpunkt bereits wieder näher an seinen 100% zu sein?
Es gibt immer Dinge, die man selbst besser machen kann, deshalb nicht 0. Niemand ist ohne Einfluss. So einen Extremfall gibt es mMn nicht. Die Frage ist, wie groß dieser eigene Einfluss ist. Bei Musiala weiß man von außen zu wenig für eine echte Bewertung und Aufarbeitung, aber 0 impliziert, dass es bei 1.000 Verläufen immer genau so läuft, wie es jetzt gelaufen ist und es keine Variation dazu gibt. Ich persönlich glaube aber, dass es sowohl schlechter als auch besser hätte laufen können. Wo die Hebel dafür liegen, müssen andere beurteilen. Nicht 0 kann auch 0,1 sein. Es kann auch 5 oder 10 Prozent sein. Da kann ich mich nicht festlegen.
Eben und ich plädiere dafür, in die Bewertung einfließen zu lassen, wie etwas tatsächlich gemeint sein könnte, statt etwas zu unterstellen. Würde enorm helfen.
Alles klar, in der Allgemeinheit bin ich komplett bei Dir ![]()
exakt ! So sehe ich das auch.
Ein Verlust (verlorenes Jahr) macht einen nicht gleich zum Verlierer
Vorschlag zur Güte: Es trifft einfach beides zu.
@JOP weist darauf hin, dass man beim Lesen ein ungutes Gefühl bekommt, weil Musiala als „Verlierer“ bezeichnet wird. Nach dem alten Sprichwort „über die Wirkung der Botschaft entscheidet der Empfänger“ ist ihm diese Meinung nicht abzusprechen.
Mir ging es übrigens beim Lesen genau so.
@justin weist zurecht darauf hin, dass diese Deutung nicht intendiert war. Auch das ist dem Autor des Artikels nicht abzusprechen.
Lösungsvorschlag:
Vielleicht könnte man sich ja für die Zukunft eine andere Formulierung überlegen?
Oder auf einen solchen Artikel ganz verzichten?
Ich jedenfalls könnte auch ohne ihn leben…
Ich finde wenn man den Text liest dann kann man genau erkennen warum Justin Musiala eben als Verlierer der Saison bezeichnet und genau so hab ich es auch verstanden. Nächstes Jahr kann er wieder der Gewinner sein.
Wenn man ein anderes Wort suchen möchte wäre hier wohl “Pechvogel der Saison” passend.
Wir haben in der Vergangenheit im Podcast mit alternativen Begriffen hantiert. Ich habe dazu mittlerweile aber eine recht klare Meinung. Es gibt nun mal Verlierer im Sport und darüber zu diskutieren, ist absolut in Ordnung. Ich spreche auch niemandem ab, das inhaltlich bei Musiala anders zu sehen. Das macht diese Diskussion ja letztlich aus. Ein Problem habe ich damit, wenn kategorisch ausgeschlossen wird, dass eine Meinung berechtigt sein kann, indem man sich auf einen Begriff versteift und die Argumente dabei außen vorlässt. Egal, ob beabsichtigt oder nicht.
Was den Begriff anbelangt, habe ich alles gesagt. Im Sport gibt es nun mal Verlierer und Gewinner. Darüber zu diskutieren ist Teil dessen. Steht ja auch allen frei, diese Artikel dann grundsätzlich nicht zu lesen und uns damit zu signalisieren, dass das Quatsch ist. Aber die Reaktionen sowohl hier im Thread als auch generell zeichnen da kein so klares Bild.
Ich finde das jetzt auch frustrierend. Da weist Justin mehrfach in den Kommentaren darauf hin (nachdem auch der Artikel schon sagt “weniger seine Leistungen [sind Grund für die Einordnung]”), dass “Verlierer” eben keine Wertung eines Charakters oder spielerische Bewertung ist.
Und mehrfach wird es trotzdem als, ich sag mal Beleidung Musialas verstanden. “Aus so einer Verletzung wiederzukommen macht einen zum Gewinner”. Das ist ja schön, und auf persönlicher Ebene kann man das auch so sehen. Aber darum geht es hier halt gar nicht.
“Verlierer” ist hier nicht das gleiche wie es die BILD immer gemacht hat (macht die das noch, gibt’s das noch?), wo “Verlierer der Woche” tatsächlich ein Versuch war jemanden damit persönlich schlecht zu machen, der denen gerade nicht passte, und quasi zu bestrafen.